noch mehr enkirch

Der Tag beginnt wie gewohnt mit Frühstück und im Anschluss macht sich die Hälfte der Truppe an eine Platzrunde. Währenddessen keimt in mir der Wunsch auf eine Dusche, möglichst in der Mosel. Soll wohl wegen Blaualgen nur wenig ratsam sein, ist aber halb so wild – denn das Wetter trägt plötzlich von ganz alleine dazu bei, mich von der Mosel fernzuhalten.

Stattdessen können wir einen Supermarkt aufsuchen, vernünftiges Essen hat von uns nämlich keiner mehr am Start und um einfach nur Tag um Tag aufm Acker rumzusitzen, mangelt es mir ohnehin an Motivation. Rund 5km und eine Moselüberquerung trennen uns jetzt noch vom nächsten Konsumtempel. Also entkorke ich zwei Flaschen Wein & die Weinwanderung kann beginnen. So zwischen Mosel & Weinhängen lässt es sich ganz angenehm Laufen und kurz vorm Ziel regnet es dann noch kurz.
Die Hände voller Lebensmittel und neuen Weinflaschen geht es zurück, nun aber den längeren Weg. Ist wegen des Regens zwar irgendwie doof, aber besser als später an der Moselfähre zu stehen, von der wir nicht wissen ob sie noch fährt.
Am Abend sind wir schließlich zurück & ich bleibe ausversehen noch bei Rudi von der DZG hängen, wir verquatschen uns ein wenig und erst bei Dunkelheit komme ich dazu, meine heißgeliebten ‚German-Döner‘ zu vertilgen.

enkirch #2

Entgegen unserer Erwartung hält das Wetter und bessert sich sogar, also genießen wir zuerst die aufkeimende Wärme und anschließend gehe ich mit Herrn J. duschen. Tut gut & war auch ein wenig nötig.
Nun haben wir noch einige Zeit und starten eine kleine Platzrunde. Das Fernreisemobiltreffen ist zum Fahrzeugegucken natürlich ideal und zwischendrin trifft man sogar ein paar Bekannte. Wir schaffen es sogar fast über den Platz, bis schließlich die Hessen ankommen. Ich steige geschwind im Steyr zu und führe sie zu unserem Platz, die Komfortzone steht sofort und ansonsten ist für heute nichts mehr geplant.

So sitzen wir stundenlang in der Sonne und genießen es ganz fürchterlich, bis wir am Abend aufbrechen um den Dorfplatz unsicher zu machen. Dort stopfen wir uns an der Pommesbude die Bäucher & trinken sogar einige Gläser des von den Veranstaltern spendierten Freibieres. Mit der Nacht kehren wir zurück und können Dank Herrn W.’s mitgebrachten Holzes sogar mein Minilagerfeuerchen entfachen.
Schon vor Mitternacht zieht es uns dann in die Schlafgemächer, ich verkünde meinen Stolz über die neue Vernunft & erhoffe mir vom wolkenbehangenen Himmel eine warme Nacht.

auf nach enkirch

Der gesamte Sommer stand völlig ungeplant und unerwartet im Zeichen von Konzerten – nun wo er sich dem Ende neigt, muss ich gestehen: Das war leider exzessiv! Wir haben nichts anbrennen lassen, ich habe viel Zeit mit alten und auch neuen Freunden verbracht und ganz nebensächlich Deutschland das ein oder andere mal durchquert. Im Ausland hingegen war ich seit Bratislava nicht mehr & auch das Reisen kam völlig zu kurz. So schön es war, ist es nun Zeit für Normalität. Alltag und son Zeugs.

Nicht jedoch heute! Denn zumindest ein Globetrottertreffen möchte ich dieses Jahr noch mitnehmen & Herr S. lässt mir quasi keine Wahl. Er möchte mal auf so ein Treffen, diese Woche hätte er Zeit und ich bin kurz davor loszutigern. Das Zeitmanagement habe ich nun völlig durcheinandgebracht, so kommt es dass ich anders als geplant ohne Beifahrerin nach Enkirch düse. Die hängt nämlich noch am Flughafen rum, während Herr J. und auch Herr S. längst unterwegs sind. Ich organisiere ihr kurzerhand eine Mitfahrgelegenheit ab Hessen und düse fix nach Enkirch. Wie ich ankomme wartet der J. bereits am Eingang und wir suchen uns dann ein schönes Plätzchen zum Verweilen. Kurz darauf trudelt auch Herr M. ein, das Wiedersehen ist ganz wunderbar und wir zelebrieren das bis spät in die Nacht.

Wie ich in mein Dachzelt steige, bereue ich es fast nur wenig getrunken zu haben. Denn es ist bitterkalt, der Himmel sternenklar & mein Schlafsack zu Hause. Manchmal endet der Sommer einfach viel zu abrupt! Mit zwei Decken, dicker Kleidung und warmen Gedanken finde ich aber schließlich Schlaf und freue mich schon auf den kommenden Tag.

dorfpogo & gute laune

Während Itchy spielen sitzen wir noch immer am Kadett & haben uns maßlos verquatscht. Als nächstes spielen ‚The Toten Crackhuren im Kofferraum“ – die habe ich vor vielen Jahren zufällig in Stuttgart gesehen und ich habe richtig Bock mir diese Party nochmal zu geben. Also raffen wir uns auf und erst jetzt kapieren wir, wie klein das Festival wirklich ist. Ich schätze mehr wie 300 Leute sind es hier nicht, vor der Bühne.

Die Crackhuren liefern eine verstörende Party, der Dorfpogo reisst alles mit, was sich ihm in den Weg stellt & ich habe eine ordentliche Portion Spaß. Ein tolles Konzert geht zu Ende, wir snacken noch etwas Pizza und wollen langsam ins Bett. Ein paar unserer neuen Freunde schauen noch vorbei & ehe wir völlig versumpfen, wünsche ich eine gute Nacht. Der Festivallärm hält sich auch sehr in Grenzen, ich kann super schlafen und am Morgen beobachten wir die Gäste beim Zusammenpacken. Wir hingegen lassen uns ne Menge Zeit und fahren erst spät davon. Unser Ziel: Bielefeld! Ich möchte endlich wissen ob es die Stadt tatsächlich gibt oder nicht. Nun, Ortsschilder finden wir, aber ob das nun echt ist oder nicht, kann ich beim besten Willen nicht sagen. In Bielefeld gehen wir noch essen und fahren dann wieder langsam in Richtung Heimat, denn das waren ein paar anstrengende Tage und Lust auf mehr davon haben wir beide nicht mehr.

festivalhopping

Anstatt Münster hatten wir geplant auf ein Festival nähe Hannover zu fahren, die Veranstalter jedoch haben mir davon abgeraten, da kaum noch Tickets verfügbar sind. Also schauten wir uns spaßeshalber nach Ersatz um. Fündig geworden sind wir nähe Bielefeld – also ab dafür, uns trennen noch drei Stunden Autobahn.

In Winsen (Luhe) werfe ich aber den Anker, denn was uns beiden mächtig gut tun würde, ist das Herstellen der Hygienestandards. Ab ins Hallenbad! Die Dusche tut unfassbar gut & das Kinderbecken ist mollig warm. Ist fast wie Therme und das Essen im Bad ist auch erstaunlich gut. Putzmunter sitzen wir wieder im Kadetten und steuern Schloß Holte-Stukenbrock an. Dort ist seit einigen Tagen das „Holter Meeting“. Ein kleines Festival, abgesehen von Campinggebühren kostet es nichts & wir haben erstaunlicherweise richtig Lust drauf.

Dort angekommen finden wir sogar noch einen Platz, breiten uns aus und haben urplötzlich ne Menge neuer Freunde. Keiner mag so recht fassen dass wirklich zwei Chaoten von so weit her auf dem Holter Meeting sind & allesamt sind entgegen unserer Befürchtung wahnsinnig nett und aufgeschlossen. Auf kaum einem Festival war die Dichte der korrekten Leute so groß wie dort, ich bin entzückt!

immer weiter, immer weiter

Die Nacht im Kadett war wie gewohnt ganz wunderbar. Selbst von der Straße habe ich nichts mitbekommen, was vermutlich auch daran liegen dürfte dass ich die Nacht zuvor nicht geschlafen habe. Zum Frühstück gibt es Zahnpasta, Wasser und sonst leider nix. In der Nacht haben wir nämlich sämtliche Vorräte vertilgt. Nun geht es aber weiter, denn anstatt Münster haben wir bereits ein neues Ziel auserkoren.

Wie ich das Auto anwerfe, sehe ich allerdings schwarz. Die Ladekontrolllampe leuchtet ganz munter und ich befürchte dass der seit 4.000km kreischende Keilriemen gerissen ist. Ein Blick unter die Haube bestätigt das & ich fahre einfach mal los, irgendwo wird es schon eine Werkstatt geben. Ersatzteile und Werkzeug liegen nämlich zu Hause. Am Straßenrand halte ich um nach einem Opelhändler zu googeln. Ein Blick nach links aus dem Fenster und ich muss lachen, denn ich habe direkt neben einem Opelhändler gehalten. Der Meister winkt in Sachen Ersatzteile ab, gibt mir aber einen Tipp. Dort bekomme ich tatsächlich den passenden Riemen & fahre zurück zu Opel. Um den Einbau kümmert sich der Meister selbst & möchte dafür kein Geld sehen. Also fülle ich die Kaffeekasse, bedanke mich & nun aber ab auf die Autobahn.