wellness auf‘m spielplatz

Schon vor längerer Zeit kamen wir auf die Idee, dass man ja mal wieder auf das Motorradtreffen nach Buhlbronn könnte. Meine Tante wohnt dort und das Treffen findet seit Jahrzehnten statt. Irgendwann hörte man auf das Treffen zu bewerben, weil einfach zu viele Teilnehmer gekommen sind. Den Veranstaltern ist das über den Kopf gewachsen und seither findet das Treffen im unbeworbenen, kleinen Rahmen statt. Zuletzt dürfte ich 2011 hier gewesen sein und ich kann mich an ein paar schöne Treffen erinnern.

Also mobilisieren wir meine Tante, meinen Bruder, meine Eltern sowie Frau T. aus Ludwigsburg und die Whatabus-Crew. Im laufe des Mittags trudeln alle ein und wir schlagen unsere Camper und Zelte direkt am Spielplatz auf der Wiese neben der Kelter auf. Gemeinsam verbringen wir den Tag bei herrlichem Wetter, guter Stimmung und super leckerem Essen zu fairen Preisen. Natürlich schrecken wir auch nicht davor zurück auf manchen Geburtstag anzustoßen und genießen am Abend das große Lagerfeuer und lauschen der (leider etwas) schlechten Band, bis wir schließlich zu Bette fallen. Das war ein geselliger Tag und für meine Frau Mutter eine Premiere in Sachen Camping. Zuvor hat sie glaube ich nie eine Nacht im Zelt verbracht. Und das in ihrem Alter!

Am Morgen decken wir uns mit belegten Semmeln ein, packen in Ruhe zusammen und ich studiere beiläufig den Europaatlas. Auf der Suche nach noch mehr Erholung. Die Richtung ist schnell klar, jetzt muss nur noch entschieden werden, wohin genau. Wir verabschieden uns herzlich und mein Navi palavert irgendwas von 800km. Wird wohl ein langer Tag – Erholung aber hat seinen Preis.

kilometerkönig

Nun wird’s stressig – denn wir lösen unser Ferienloft in Berlin auf und wenn das schon erledigt wird, wird das Ferienhaus in der Pfalz ebenfalls abgestoßen. Fix den Dieselrüssel in den Kastenwagen gesteckt und nun warte ich auf Frau J. Die Zeit nutze ich sinnvoll und spaziere ein wenig durch das Dorf wo ich aufgewachsen bin, besuche Verstorbene auf dem Friedhof und lümmle noch ein wenig in der Sonne herum. Jetzt geht es aber los, sonst kommen wir ja nie an. Die 600km bis Berlin schaffen wir in halbwegs annehmbarer Zeit und kommen am späten Nachmittag an, wo wir dann direkt loslegen ein paar Möbel über Kleinanzeigen zu verhökern und den Bus vollzuladen. Wir essen noch einen Döner und am späten Abend findet in der Dunkelheit noch eben die Schlüsselübergabe statt. Die haben wir kurzerhand vorverlegt, denn niemand hat die Absicht eine sinnlose Nacht im schmutzigen Berlin zu verbringen. Schlaf brauche ich nicht wirklich und im Tank befindet sich schließlich etwas Diesel. Nix wie weg hier!

Nächster Halt ist planmäßig Landau in der Pfalz. Die komplette Nacht fahre ich durch und brauche dann in den Morgenstunden ein halbes Stündchen Schlaf, ehe wir die restlichen Kilometer herunterspulen. Der Bus füllt sich zunehmend und Frau E. ist so lieb uns nebenbei grandios zu bekochen. Das Ferienhaus leert sich, vieles können wir verschenken und verkaufen und nach einer erholsamen Nacht fahren wir zurück nach Hause. Der Bus ist ordentlich vollgeladen und in einem Möbelgeschäft an der Autobahn füllen wir noch die letzten Zwischenräume.
Nun wird ausgeladen, verräumt, verkauft, verschenkt und meine Habseligkeiten sind nun so langsam auf einem recht minimalistischen Stand. Gefällt mir.

Nach den langen Tagen, den langen Nächten und den vielen Kilometern ist uns jetzt nach Erholung – diese soll es auch geben, aber nun wird zuerst geschlafen.

mission ready #2

Irgendwann hat es auch Herr B. zu uns geschafft und wir grillen gemeinsam, ehe es dann zur offiziellen Pre-Party an die Festivalschänke geht. Der DJ verwöhnt uns mit guter Musik, Likör und Bier fließen in Strömen und wie das so üblich ist, verlieren wir uns allesamt reichlich zügig. Zu späterer Stunde wackle ich schließlich zu meinem Dachzelt und falle in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Am Morgen starten wir heroisch durch, vergnügen uns mit Trinkenspielen, allerlei Unfug und zu Mittag gibt es dann mal wieder selbstgemachte Käsespätzle. Und dann starten auch schon die Konzerte – im Wechsel werden zwei Bühnen bespielt und den kröhnenden Abschluss machen heute die Jungs von Wizo. Für mich ist dieses Jahr leider nicht allzu viel dabei – eigentlich möchte ich nur Pennywise und Wizo sehen. Zwei Bands, die ich vor vielen vielen Jahren gehört habe und nun einmal in den Genuss komme, sie live zu erleben. Der Rest ist nun nichts, was ich unbedingt sehen muss und so verbringe ich beinahe den ganzen Tag in unserem Camp. Mit vielen Trinkspielen, Spiel & Spaß vergeht die Zeit wie im Fluge und pünktlich zu Pennywise sind wir dann vorne an der Bühne – oder besser gesagt am Bierstand. Von dort aus gönnen wir uns die Band und es macht auch ordentlich Spaß. Allerdings nichts, das ich mir in Zukunft nochmal ansehen muss. Danach gehen wir zur Hardcorestage, hören uns zur Überbrückung Sick Of It All an und freuen uns nun wahnsinnig auf Wizo. In jungen Jahren habe ich die rauf und runter gehört und sehe sie nun zum ersten Mal.
Das Konzert ist auch ganz fabelhaft – eine geile Stimmung weht über den Platz, der Sound ist großartig und wir Tanzen so in die Nacht hinein.

Nach dem Konzert machen sich wieder die Mängel des Mission Ready bemerkbar – es gibt nämlich nichts zu Essen, Toiletten sind auch Mangelware und so stolpere ich zurück zu unserem Camp und gehe einfach schlafen. Am Morgen bauen wir dann gemütlich ab, die Securities erinnern uns an eine pünktliche Abreise und wir verabschieden uns. Bis zum nächsten Mal – aber nicht mehr auf dem Mission Ready. Nach der gelungenen Premiere 2017 hatte ich dieses Jahr den Eindruck, dass viel zu viele Womotickets für den kleinen Platz verkauft worden sind, zu Essen gab es für mich auch mal wieder nichts und auch sonst hat es dieses Jahr kaum überzeugen können.

mission ready #1

Nachdem uns das Mission Ready Festival letztes Jahr so gut gefallen hat, haben wir uns schon vor Monaten Tickets für die diesjährige Auflage gekauft und nun ist es soweit. Aber zuerst bringen wir noch eben dem Gatten von Frau J. ein Auto vorbei, sodass er während unserer Abwesenheit mobil bleibt. Nicht gerade der kürzeste Weg und auch noch die falsche Himmelsrichtung, aber es macht ja nichts.
So folge ich nun Frau J. unauffällig bis nach Ravensburg, wo wir bei Ankunft leider nicht auf Herrn F. treffen und stattdessen eben einen saftigen Döner vertilgen. Wie er eintrifft werfen wir geschwind unsere Schlafseligkeiten in das Wohnzimmer und köpfen fix eine Flasche Prosecco, ehe es dann auf eine Studentenparty geht. Weiter geht es noch zu einer zweiten Party und nach ein paar Stunden Feierei haben wir schließlich genug und gehen zu Bett.

Am Morgen klingelt schon recht zeitig der Wecker und wir müssen nun recht widerwillig los aufs Festival. Schnell ist klar – eine Preparty direkt vor einem Festival ist absolut grober Unfug und macht einem nur das Leben schwer. Muss ich mir unbedingt für die Zukunft merken. Etwas müde, verkatert und lustlos düsen wir nun also von Ravensburg nach Würzburg auf das Festival und kommen sogar pünktlich zur Eröffnung dort an. Ein paar Bekanntschaften von vergangenen Festivals sind auch schon da, uns ist aber im Moment überhaupt nicht nach Reden und Gesellschaft. Also liegen wir recht verwahrlost im Schatten herum, bis auch der Whatabus eintrifft.
Bändchen sind schnell geholt und dann machen wir uns auf dem Wohnmobilplatz breit um direkt unser Camp für die nächsten Tage aufzubauen.

Mit literweise Brand-Wasser gelingt der Aufbau auch ganz hervorragend und wir können direkt eine Premiere feiern. Ein Festivalstart ganz ohne Alkohol – stattdessen Wasser – gab es so glaube ich noch nie. Das Camp steht und dann trudelt auch schon Frau T. ein – mühsam hat sie ihre Habseligkeiten hergeschleppt und baut nun ihr Zelt auf. Ich hingegen sterbe im Schatten vor mich hin und Herr M. überzeugt uns endlich zum Schnaps, sodass die Party starten kann.

kuh sticht ziege

Mich treibt es heute schon ins Allgäu und ich habe mir horrend wenig vorgenommen. Vorallem möchte ich den Jochpass fahren, denn ich kann mich überhaupt nicht erinnern hier jemals rumgedüst zu sein. In Oberjoch angekommen stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß in Richtung der Iseler-Platz Hütte. Habe nun überhaupt keinen Plan ob die geöffnet ist. Macht aber nichts, denn irgendwann sehe ich mich am Grundbach wieder und weiß, dass ich sowieso falsch bin. Also marschiere ich noch ein wenig, gucke auf wildes Gestrüpp und komme nach rund 5km wieder am Auto an.

Nun ist der Hunger ordentlich groß und ich beschließe im Tannheimer Tal zu speisen. Ich fahre durch Schattwald, Katzensteig, Zöblen, Untergeschwend und fahre bishin zum Haldensee. Abgesehen von Hotels habe ich leider keinen urigen Biergarten oder irgendwas in der Art gefunden, sodass ich einfach weiterfahre. In Grän versuche ich ein letztes Mal mein Glück und werde auch hier enttäuscht, sodass ich mich wieder nach Deutschland begebe in Richtung Pfronten. Da wird’s schon was geben.

In Pfronten erwische ich dann tatsächlich einen Biergarten ganz nach meinem Geschmack, bekomme herrlichen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und viel zu viel des Specks. Mit einem Biermix spül ich das eben runter, bin herrlich satt und mach mich ganz gediegen auf den Rückweg nach Hause. Das war ein schöner Tag und es war so erstaunlich wenig los im Ferienparadies. Schade dass das nicht immer so ist.

fuhrparkmanagement

Ist ja nun schon wieder ein wenig Zeit vergangen seit ich meinen neuen Kadett gekauft habe. Und nun ist mir auch noch ein Opel Agila über den Weg gelaufen, welchen ich überhaupt nicht ungekauft lassen konnte. Beim Rock am Berg Festival hat Herr L. auch sein Interesse an dem Hochdachkadett bekundet, sodass ich ihn nun gutes Gewissens weiterverkaufen kann.
Zusammen haben wir ihn nun schließlich genauer inspiziert und freudig konnten wir feststellen, dass er in weitaus besserem Zustand ist als ich erwartet habe. Kaum Rost, keine nennenswerten Mängel. Noch eben die Scheibe tauschen und ein Bett reinzimmern und schon hat Herr L. einen Highendcamper.

So ist der Hochdachwagen nun verkauft und ich kann mich dem Agila widmen. Der ist zwar penibel gepflegt, verfügt aber über einen ansehnlichen Heckschaden. Ich lege direkt los, beule aus, biege neu, klopfe rum und lackiere dann. Nun sieht man den Schaden nicht mehr und dem Leben als Overlandagila steht nichts mehr im Wege. Fahren wird ihn überwiegend meine Gattin, aber wer weiß – vielleicht darf er mit uns ja auch mal auf große Tour?

Wie geschaffen wäre er dafür – schließlich ist es ein Opel, er hat einen ollen Panzermotor und keinerlei Ausstattung. Selbst mein Kadett ist besser ausgestattet. Immerhin hat er ein Radio – das hat der Agila werksseitig nie gehabt und nachgerüstet wird natürlich auch keines. Ebenso sucht man vergebens eine Zentralverriegelung und sonstigen Firlefanz. Ein Auto ganz nach meinem Geschmack – willkommen in der Familie.