lustvoll durch lustica

Wir genehmigen uns heute ein leckeres Frühstück in einem nahgelegenen Hotel und kapern dann den Kadett um auf die Halbinsel Lustica zu fahren. In den kleinen Bergdörfern ist alles wie ausgestorben und man hat jederzeit einen wundervollen Blick aufs Meer. Wir fahren durch die vielen Dörfchen bis nach Rose und täten hier furchtbar gerne etwas essen. In dem schönen Städtchen hat aber leider alles geschlossen. Die Saison beginnt erst in einigen Wochen, sodass wir außer Bauarbeitern und viel Ruhe hier nichts weiter bekommen.

Irgendwann haben wir genug von der Oliveninsel und fahren zurück nach Kotor umd die Mittagshitze für ein kleines Selbstmordkommando zu nutzen.
Es ist furchtbar heiß und wir marschieren hoch auf die Festung, die über der Altstadt auf den Berg gebaut wurde. Eindrucksvoll schlingelt sich die Stadtmauer um den Stadtkern und auf den Berg. Unzählige Treppenstufen führen hinauf und offenbaren einen unglaublichen Blick auf die Bucht und Umgebung.

Erschöpft kommen wir zurück, gehen Essen und genießen dann unser Zimmer, denn Morgen ist auch noch ein Tag.

die bucht

Nun ist es nicht mehr weit – einige Kilometer zur Bucht von Kotor und bei Bijela geht es auf die Fähre. Das spart einige Kilometer und macht wie immer auch ein wenig Spaß. Wir fahren weiter an der Küste und halten an der Gospa od Andjela, einer wunderhübschen Kirche direkt an der Bucht.
Schon hier beeindrucken die Berge, in die sich die Adria vor langer Zeit hineingefressen hat und die vielen venezianischen Bauten.

In Kotor angekommen parkieren wir den Kadetten und bringen unsere Habe zu unserer Ferienbude. Die liegt inmitten der Altstadt hinter der romanischen Sankt-Tryphon-Kathedrale. Die Kathedrale ist ein herausragendes Werk der Romanik und wurde in ihrer tausendjährigen Geschichte von manchem Erdbeben heimgesucht, erfreut sich heute aber bester Verfassung.

Nun stellen wir den Kadett noch etwas außerhalb der Altstadt und genehmigen uns hier bei einem Imbiss ein paar Cevapcici. Die 21 Stunden Fahrt hatten es in sich und so ist für heute nichts mehr geplant. Wir lassen uns durch die Altstadt und die vielen verwinkelten Gassen treiben, bis wir schließlich in unser Bett fallen.

balkanblues

Ich habe zur Zeit wahnsinnig viel Arbeit und entsprechend wenig Zeit für schwachsinnige Reisen. Nichtsdestotrotz soll es heute ein wenig in die Ferne gehen. Der Kadett bekommt ein paar Galllonen Unverbleites und unser Gepäck findet im Inneren platz.
Nachmittags fahren wir schließlich los, pappen vor Salzburg Vignetten in die Frontscheibe und brettern ein paar Stunden später durch den Karawankentunnel. Slowenien durchqueren wir in der dunklen Nacht und weiter geht es nach Kroatien. Die Grenze kostet allerdings Nerven, denn die Kroaten kontrollieren heute, als sei es eine Außengrenze. Immerhin kommen diesmal keine Fragen auf, bezüglich meines gestohlenen Führerscheins.

Jetzt geht es der Küste entlang in den Süden, noch vor Sonnenaufgang packt mich die Müdigkeit und wir dösen ein Stündchen im Auto ehe es weitergeht. Am Morgen reisen wir dann in Bosnien & Herzegowina ein und ich raffe allmählich, dass die Route so garkeinen Sinn macht. Denn eigentlich möchten wir nach Montenegro und die letzten 200km durch Bosnien würden bedeuten, dass wir nur auf miesen Pisten fahren.
Also kehre ich um – an einer anderen Grenzstation geht es wieder nach Kroatien. Der bosnische Grenzbeamte ist etwas verwundert über unseren langen Aufenthalt in seinem Land und der kroatische Zoll zerpflückt das ganze Auto – ein herrlicher Spaß!

Nun fahren wir die etwas klügere Route entlang der Küste, fahren nochmals ein Stück durch Bosnien und landen schließlich in Montenegro – unserem Ziel.

erlebnistag rüsselsheim

Die letzten Tage habe ich nahezu nicht geschlafen und dafür umso mehr gesoffen. Im Volksmund schimpft sich das Fasching. Genug davon springe ich heute noch vor dem Morgengrauen in den Kadetten und fahre zielstrebig nach Rüsselsheim. Unterwegs gibt es Frühstück und dann fahre ich zuerst zur Carmania – eine Modellautobörse in der Mitarbeiterkantine von Opel in Rüsselsheim. Viel Zeit habe ich jedoch nicht und schaffe es daher nicht mein gesamtes Vermögen in Spielzeuge zu investieren. Denn nun treffe ich mich mit Herrn M. einen Steinwurf entfernt bei der Alt-Opel Teilebörse. Der hat den Kofferraum voll Krempel der nach Süddeutschland muss. Fix umgeladen und dann habe ich noch etwas Zeit über die Teilebörse zu schlendern. Finde aber fast nichts – es ist wie immer. Danke Murphy.

Eigentlich täte ich mich gern noch länger umsehen, aber der J. hat uns eingeladen zu einer vom FKK [Freier Kunst- und Kulturverein] organisierten Stadtführung. Wir sind eine kleine Runde von 6 Mann und stürmen zuerst einen Italiener in Rüsselsheim – die Pizza schmeckt fantastisch und die bekannten Gesichter mal wieder zu sehen macht Freude. Noch während dem Essen rollt auch schon unser Bus vor – der schippert uns nun quer durch Rüsselsheim – eine etwas andere Stadtführung. Rüsselsheim ist eng umflochten mit Opel – das dürfte klar sein. Im Zuge der Stadtführung kommen wir an vielen Punkten vorbei, die ich natürlich schon selbst etliche Male besucht habe und dennoch entdecke ich hier Sachen, die ich bisher nicht kannte.
Für echte Opel-Nerds eine tolle Veranstaltung, denn wo sonst sieht man sich Locations an, wo in den 70er Pressefotos gemacht wurden?

Nach drei Stunden ist die Führung vorbei und verabschieden uns dann auch allmählich. Den meisten steht noch ein weiter Heimweg bevor und ich freue mich tierisch auf mein Bett.

offenes herz

Ich hab dem Kadett heute schon eine Unterbodenwäsche gegönnt – weg mit dem verdammten Salz. Danach ein Blick unter die Haube, schadet ja generell nicht. Zu meinem Verwundern befindet sich keine Kühlflüssigkeit in dem dafür vorgesehenen Behälter. Irgendwie doof. Eine Undichtigkeit finde ich nicht – ist aber auch nicht so einfach direkt nach einer Unterbodenwäsche. Mit dem Wissen dass ich die letzten Tage öfter Fehlzündungen hatte und die Motorkontrolllampe munter geleuchtet hat, bin ich mir sicher dass es die Zylinderkopfdichtung sein muss. Bei dem Kilometerstand auch nicht weiter verwunderlich.

Der Mechaniker meines Vertrauens nimmt sich der Sache direkt an und schon ein paar Stunden später ist der Motor zerlegt und an der Kopfdichtung sieht man nichts. Zumindest nichts Eindeutiges. Ansonsten macht alles einen erstaunlich soliden Eindruck, die hohe Fahrleistung sieht man dem Motor nicht an.
Nun bekommt er eine neue Kopfdichtung sowie viele andere Kleinteile und springt zu meiner Freude dann auch wieder an. Die Tage steht ohnehin noch ein kleiner Ausflug an und dann werde ich schon sehen, ob die Reparatur von Erfolg gekrönt ist oder nicht.

neckarsche sonne

Wir nutzen den heutigen Frühlingstag für einen Ritt nach Tübingen und schlendern sogleich durch die Altstadt und das schöne Neckarufer. Den jungen Beinen sei Dank schaffen wir es auch auf das Schloss Hohentübingen und gucken nach dort unten. Das Schloss selbst und auch seine Geschichte nehmen mich jetzt nicht gerade mit, – umso mehr aber weiss die Altstadt mit seinen vielen erhaltenen Bauwerken zu begeistern. Das Rathaus, viele enge Gassen, der Hölderlinturm und unzähliges Fachwerk lassen eine Genickstarre entstehen.

Ich lasse mich dann sogar dazu hinreißen einen Kuchen zu essen – Sachertorte. Die sah in der Auslage sehr lecker aus, überzeugt beim Verzehr dann aber überhaupt nicht. Vor einem Kaufhaus spielen Guggenmusiker und wir verschwinden dann recht schnell um ein wenig Kleidung zu erstehen. Noch ehe ich verzweifle sind wir fertig und schauen uns dann noch ein Auto- und Spielzeugmuseum an. Im Boxenstop Tübingen werden auf 900qm jede Menge Spielzeuge und auch rund 70 Fahrzeuge ausgestellt. Die private Sammlung ist nett arrangiert und das Museum sicher einen Besuch wert. Ich habe aber im Moment garkeine Lust auf altes Blech und auch die Exponate sind nicht wirklich meins. Viel Rennsport und Supersportwagen aus vergangenen Tagen – reizt mich eher nicht so.