Archiv der Kategorie 'unterwegs'

festivalqueen

Es ist gerade Donnerstag und ich gammle so vor mich hin, als Marc von Whatabus ganz unverblümt fragt, ob ich Bock auf‘n Liedfett-Konzert in Rosenheim habe. Die Frage verstehe ich nicht so ganz, aber Zeit habe ich nicht wirklich. Samstag nämlich muss ich auf einen Geburtstag und so fällt die Wahl ganz einfach auf das Freakinout Festival in Nandlstadt.
Eine Nacht später sitze ich schon im Kadetten und wühle mich durch die Staus rund um München, treffe bei besten Wetter auf dem Minifestival ein und warte nur noch wenige Minuten bis Marc & Selena auch aufschlagen.

Wie die beiden ankommen steht auch schon im Nu unser Camp, gute Musik kommt aus den blechernden Kadettboxen und ich bekomme meinen ersten wohlverdienten Wein. Als plötzlich ein weisser Opel mit Heidenheimer Kennzeichen angefahren kommt, staune ich nicht schlecht! Die beiden haben auch den weiten Weg auf sich genommen und kennen genauso wie wir keine einzige Band, die hier so spielen. Ideale Voraussetzungen also für einen gelungenen Tag. Gemeinsam hören wir gute Musik, trinken manchen Quatsch und werden mit Pizza versorgt. Rundum wunderbar.

Am Abend – die erste Band haben wir bereits verpasst – machen wir uns auf und gucken uns die folgenden zwei Bands an. Bis gestern kannte ich die nicht, aber in „The Weight“ hatte ich mich am Vorabend noch spontan verliebt. Die Konzerte sind spitze, die Stimmung völlig ausgelassen und es macht einen Riesenspaß. Anschließend versammeln sich diverse Feierwütige um Whatabus und den Overlandkadett und ich entfache endlich das Holz zu einem kleinen Lagerfeuerchen, das ich seit 15.000km durch die Gegend fahre. Wurde endlich mal Zeit. Mit der Morgendämmerung verschwinde auch ich in mein Dachzelt und halte es schon ein Weilchen später nicht aus – Hitze! Garnicht mal so klug, ständig so spät zu Bett zu gehen. Erzählungen zufolge habe ich anschließend noch ein Nickerchen im Klappstuhl gehalten, woran mich abgesehen von einem aufgemalten Glied auf der Backe nix erinnert. Ich kann es nicht oft genug sagen – es wird Zeit erwachsen zu werden! Nicht aber heute – denn zu späterer Stunde sitze ich im Kadetten und fahre zu meinem Bruder. Der feiert Geburtstag und wie das so ist, gerät alles aus den Fugen. Statt bei ihm oder im Kadetten, trampe ich in den frühen Morgenstunden nach Hause und bin ganz froh, dass nun erstmal wieder Ruhe einkehrt. Den Biorhythmus freuts!

neuwagenmist

Frau V. wünscht sich ein neues Auto und wir sind in den Untiefen der neuen Bundesländern fündig geworden. Jetzt muss man das Auto halt noch holen. Also bitte ich Herrn L. den Tag mit mir zu verbringen und am frühen Morgen stehe ich vor seiner Tür. Los geht’s auf die Autobahn. Keines unserer Handys mag sich mit dem Auto verbinden lassen und so sind wir gezwungen die nächsten Stunden Radio zu hören. Wie befürchtet wird ausschließlich Mist gespielt und ununterbrochen über Rettungsgassen, Gaffer und das Busunglück auf der A9 berichtet. Es ist kaum auszuhalten. Als wir am Unglücksort des Busunfalles vorbeikommen, sind die Aufräumarbeiten im vollen Gange, auf unserer Spur jedoch keinerlei Stau geschweigedenn Gaffer. Scheint die Berieselung durch die Radiosender wohl zu funktionieren.

In Köthen angekommen finden wir nicht zu dem Autohändler, sämtliche Straßen sind gesperrt und es herrschen Baustellen soweit das Auge reicht. Nach kurzer Zeit habe ich genug, ignoriere gekonnt sämtliche Durchfahrtsverbote und wühle mich mitten durch die Baustelle. Und schon sind wir da. So einfach! Das Auto schaue ich mir an, versuche so zu wirken als verstehe ich etwas davon, gucke in sämtliche Ritzen und Ecken und gebe dann feierlich bekannt dass ich ihn direkt mitnehme. Der Vertrag ist schnell geschrieben und dann werfe ich auch schon einen fetten Bündel bunter Euroscheine auf den Tisch. Herrn L. überlasse ich den Neuerwerb und pflanze mich wieder in meinen roten Kombi. Ab zur nächsten Tanke und dann aber nach Hause.

Im Vogtland halten wir mal wieder an einem Autohof, ich beäuge misstrauisch die Reichweitenanzeige unserer Opel und wir genehmigen uns noch ein paar Burger. Vor der Burgerbude wartet ein Tramperpäärchen und wir sind uns schnell einig dass bei mir noch genügend Platz frei ist. Die beiden kommen aus dem Harz und versuchen gerade via Autostop ins südliche Bayern zu gelangen. Ein wenig urlauben und so. Eines ihrer Handys lässt sich sogar mit dem Auto verbinden und unser Musikgeschmack scheint recht konform zu gehen. Mit Feine Sahne Fischfilet, Rise Against, Deichkind, Blink-182 und Konsorten fährt es sich gleich viel angenehmer und bei Nürnberg werfe ich die beiden raus, nun versuchen sie es weiter bis nach München. Ich hingegen schlage westwärts und habe nun nur noch etwas Stau und 200km vor mir.

mission ready

Frau J. nimmt heute mal wieder im Kadett platz – unser Ziel ist Giebelstadt nähe Würzburg. Vor ewigen Zeiten haben wir uns Tickets für das Mission Ready-Festival gekauft und nun ist es endlich soweit. Über die Autobahn geht es nur zäh voran und als wir schließlich ankommen, hat Frau J. bereits eine Flasche Sekt getrunken. Ich bin fast etwas neidisch. Vor Ort fix das Dachzelt aufgebaut und schon genieße ich kalten Wein und freue mich dann umso mehr als die Wohnmöbse auftauchen. Kurze Zeit später trudeln auch die Whatabüsser samt Herrn B. ein und unsere kleine Wagenburg steht im Nu.

Bands spielen heute keine und so können wir uns ganz locker der Geselligkeit hingeben. Wie das manchmal so ist – gerade wenn man sich jung fühlt – kann ein solcher Tag ganz schön lange andauern. So kommt es dass ich erst morgens um 06.00 Uhr mein Dachzelt aufsuche und etwas irritiert bin, weil dort Frau J. vor sich hinschläft. Die letzten Quadratcentimeter ergaunere ich und versuche zumindest ein bisschen zu schlafen. Ein paar Stunden später ist jedoch an Schlaf nicht mehr zu denken, ich krabbele hinaus und gönne mir ein Frühstück aus Reis und Tomatensoße. Dass mein Magen mit Purzelbäumen antwortet brauche ich vermutlich nicht erwähnen. Beruhigung schafft dann Wodka in rauhen Mengen und wir sitzen erneut herum, uns besuchen viele neue Bekanntschaften und auch Chaoten die man von vergangenen Festivals so kennt. Der Tag ist ganz herrlich schön und gegen Mittag verschwinden wir zu Rantanplan – eine Hamburger Band die ich schon immer sehr mochte und irgendwie nie live sah. Das Konzert war spitze, der Sound unerwartet gut und nun gefallen mir sie direkt wieder ein Stück besser. Nun verziehen wir uns zurück in die Wagenburg und ich köpfe noch fix einen guten Morio Muskat um später dann das Konzert von Me first & the Gimme Gimmes anzusehen. Zusammen mit Herrn B. poge ich um die Wette und merke erst reichlich spät, dass es schon die ganze Zeit regnet. Nach dem Konzert möchte ich mich nur kurz aufwärmen… heize den Kadetten auf 40 Grad und lege mich im Adamskostüm hinein. Mit jeder Sekunde wird klar – so verpasse ich Flogging Molly. Die Wärme aber tut so herrlich gut. Also beschließe ich mir das Konzert von hier aus anzuhören, sehe mich schon im Auto schlafen und als schließlich Frau J. kommt raffe ich mich auf und schlafe elend lange bis zum nächsten Morgen im Dachzelt.

Während die meisten Besucher recht eifrig verschwinden, üben wir uns weiter in Geselligkeit, Frühstücken ein wenig und packen erst gegen Mittag zusammen um uns dann ganz herzlich zu verabschieden. Es war – ganz im Ernst – wohl eines der besten Festivals auf dem ich je war. Unser Anarchiecamp hat ganz toll harmoniert, die Nachbarn waren auch nicht von schlechten Eltern & an der Organisation sowie am Lineup des Festivals, gibt’s nichts auszusetzen. Gerne komme ich wieder!

nix los

Eigentlich wäre ich gerade auf dem DZG-Treffen in Hachenburg. Leider musste ich aber absagen, denn entgegen meiner Philosophie muss ich momentan arbeiten. So richtig, Tag für Tag – unfassbar anstrengend. Da ist nun also garkein Platz für wilde Reisen und merkwürdige Touren. So habe ich auch meine Deutschlandtour vorerst auf unbestimmte Zeit gestrichen. Ein paar Gesichter und einige Kilometer habe ich geschafft und nun heißt es abwarten und hoffen dass sich das Blatt in Bälde wieder wendet, sodass es wieder losgehen kann. Bisdahin beschränke ich mich auf die Wochenenden und guck eben ganz traurig drein.

So auch heute – für mich wäre nun Abreise von Hachenburg. Stattdessen fahre ich von zu Hause nach Winterbach. Frau H. feiert das Sechzigwerden. Erst checke ich im Hotel ein, springe unter die Dusche und fange schon beim Abtrocknen wieder an zu Schwitzen. Diese Hitze ist beinahe unerträglich. Gefeiert wird in einer Strandbar, ich kümmere mich um die musikalische Untermalung und das Trinken von Schnäpsen. Zwei Dinge, die mir wohl einfach liegen. Die Party geht bis tief in die Nacht, ich belaste noch den Taxifahrer so gut ich kann und unterhalte mich noch lange vor dem Hotel mit einem Rumänen, ehe ich völlig erschöpft zu Bett falle.

Den Morgen startet wir mit Frühstück und steigen dann zu dritt in den Kadetten. Unterwegs schlage ich vor, dass wir noch beim Weltenbummlertreffen in Heldenfingen vorbeisehen könnten. Selbst wenn nichts mehr los ist, so ist zumindest das Essen ganz prächtig. Dort angekommen stehen noch rund 20 weitgereiste Fahrzeuge und wir verschwinden schnell in der Sportgaststätte, essen uns satt und genießen kühle Getränke & nun findet auch dieses Wochenende sein jähes Ende.
Anders als sonst steht nun also nichts mehr an. Ist aber nicht schlecht – in Solchen Zeiten wurden bisher die dümmsten Trips geboren.

altblech liebhaberei

Gestern war ich in Nördlingen zu Gast auf der Nördlinger Mess. Abgesehen von unfassbaren Menschenmassen gab es weniger gutes Bier, wirklich gutes Essen und unzählige Stände sowie Fahrgeschäfte, für die sich kein Mensch mit Hirn wirklich interessieren kann. Alles in allem also nur wenig empfehlenswert. Als Teenager mag das ja ganz cool sein, wenn im Dorf mal was los ist, aber sonst kann ich nur davon abraten.

Nach diesem missglückten Tag ist es dann umso erfreulicher, dass ich heute mit Herrn B. ein wenig Altblech gucken gehe. Mit einem VW Bus und meinem Kadett poltern wir nach Heubach. Dort findet seit einigen Tagen das traditionelle Audi-Oldtimer Treffen statt und heute gesellen sich noch weitere Altwagen aller Marken dazu. Hierfür wurde die Innenstadt gesperrt und wir flanieren zwischen den tollen Fahrzeugen, sehen uns satt und würgen noch eine Currywurst herunter. Weil der Tag einfach noch lang ist, fahren wir kurzerhand weiter nach Bühlertann. Dass wir dafür eine Stunde fahren war uns beiden nicht so wirklich bewusst, aber wir werden blendend entschädigt. Das Essen hier ist nämlich gut, es stehen eine Menge sehenswerte Fahrzeuge auf dem Platz und das Radler schmeckt ganz köstlich bei dieser Hitze.

So vergeht einige Zeit und wir fahren beinahe als Letzte vom Platz und dann nach Hause – abkühlen!

uv-vollbelastung

Herr R. aus Würzburg hat uns heute schon abgeholt und zum gemütlichen Trinken entführt. Wir stolpern von Kneipe zu Kneipe und spät in der Nacht sprechen wir plötzlich über Markisen. Daraufhin werfe ich ein dass gerade die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen stattfindet. Herr R. wollte ohnehin mal mit auf ein Globetrottertreffen und so schlage ich vor dass wir da doch fix hinfahren können, allzu weit ist es tatsächlich nicht.

Also ab nach Hause, ich penne vier Stunden und dann klingelt auch schon der Wecker. Ich sammle Herr R. ein und wir brettern nach Bad Kissingen, parkieren den Kadett in Nähe der Camparea und schauen zuerst am DZG-Stand vorbei. Dort versumpfen wir direkt ein Weilchen, man hat sich wie immer viel zu erzählen und dann geht es weiter. Wir sind schließlich hier um uns die Fahrzeuge anzusehen. Bei unserem Rundgang über den Platz lerne ich endlich Herrn B. kennen, der gerade um seinen Unimog herumlungert und auch Herrn S. aus Düsseldorf treffe ich nach langer Zeit mal wieder. Unterwegs kommt mir der Traumtänzer entgegen und wir verabreden uns noch für später, wo dann ganz ungeplant ein kleines Steinwald-Treffen Revival stattfindet. Wir alle haben uns viel zu erzählen und verquatschen uns sehr viel länger als gewollt, bis wir uns endlich lösen und verabschieden können.
Ich war nun das erste mal auf der Abenteuer & Allrad und wir haben uns bewusst gegen den Besuch der eigentlichen Messe entschieden. Die interessanteren Fahrzeuge findet man nunmal auf der Camparea und dort will einem auch keiner etwas verkaufen. Ich bin total geplättet von den unglaublich vollen Wiesen rund um die Saale und auch von den vielen netten Gesichtern. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und unser kleiner Spontanausflug hat sich unbedingt gelohnt!

Bilder von Bad Kissingen findet ihr auf meiner Facebookseite „Overlandkadett“

Ehe wir nach Hause fahren, donnern wir noch eben in ein Dorf ein Stückchen entfernt. Herr F. nämlich hat spitz bekommen dass wir in Bad Kissingen sind und uns einen Besuch bei einem nie fertiggestellten Autohaus empfohlen. Gerade mir wird es da sicher gut gefallen. Natürlich behält er recht – der Ausstellungsraum ist voller alter Opel. Einige scheinen tatsächlich Neuwagen zu sein – zumindest scheinen die meisten nie bewegt geworden zu sein. Auch hinter dem Haus findet sich ein gutes Dutzend alter Opel, darunter sogar einige Opel Kadett E. Lediglich meine gute Erziehung hält mich gerade so davon ab mir direkt alle mitzunehmen. Ein toller Tipp, Danke dafür! Jetzt aber nach Hause – es ist schon wieder reichlich spät.