Archiv der Kategorie 'Ungarn'

kältetod

Nun bin ich doch glatt durch ganz Ungarn gefahren und habe nur noch etwas über 250km bis zu meinem Ziel. Also verlasse ich die Autobahn und mache es mir auf einem Feldweg bequem, lese noch ein Weilchen und schlummere dann. So recht wohltuend sind die paar Stunden aber nicht, denn es ist arschkalt und total ungemütlich. Also mache ich mich nach diversen Morgenritualen wieder auf den Weg. Die Morgendämmerung startet jetzt erst durch und in Verbindung mit dem Wetter erhoffe ich mir einen raschen Grenzübergang nach Serbien.

Klappt dann auch, nach rund 30min bin ich in Serbien und staune nicht schlecht – noch mehr Schnee! Ich bleibe aber stark, kämpfe mich die 200km bis Belgrad und stoppe am Nikolai Tesla Airport. Hier gibt es nämlich ein Luftfahrtmuseum worauf ich gern einen Blick wagen würde. Die Exponate sind recht interessant, wenn auch die Fliegerei noch nie mein Steckenpferd gewesen ist. Schade aber ist dass hier nichts auf Englisch übersetzt ist und ich mangels Serbisch einfach nix verstehe. Auch sind die meisten Exponate heftig in die Jahre gekommen und selbst der prunkvolle Bau wird es vermutlich nicht mehr lange machen. Überall bröckelt der Putz, das Dach ist überall undicht und auch sonst wirkt alles als käme schon morgen die Abrissbirne. Schade drum, aber so ist es nunmal.

bummelgang

Von Marc & Selena habe ich mich verabschiedet und versuche jetzt nach Österreich zu kommen – aber nicht ohne in Regensburg die Wallhalla-Gedenkstätte zu besuchen. Schon ewig nehme ich mir vor dort mal hin zu fahren! Nicht aber wegen der vielen Büsten, sondern wegen des doch recht imposanten klassizistischen Tempelbaus. Besonders von der Südseite wirkt der Bau unheimlich monumental, es fällt mir schwer mich sattzusehen und trotz meines immensen Zeitdrucks (höhö!) laufe ich die große Runde um die Gedenkstätte, kämpfe mich die unzähligen Stufen hoch und bezahle sogar Eintritt um in die Marmorgesichter von großen Deutschen zu blicken.

Nun könnte ich etwas zu Essen gebrauchen und beschließe bis Passau die Autobahn zu nehmen, um anschließend nach Norden abzudriften. Kurz vor Tschechien werde ich dann in einem Kuhdorf auch fündig und herrlich satt. Damit hat sich erledigt bei Tageslicht Ungarn zu erreichen, denn mit der Dämmerung komme ich in Linz an und überlege kurz allen Ernstes ob ich hier nächtigen soll. Die Vernunft siegt schließlich und ich starte durch bis zu den Toren Wiens. Hier schneit es ganz fürchterlich und ich gönne mir jenseits der Autobahn ein Abendmahl und verwöhne den Kadett mit Benzin. Das Gegurke macht sich auch richtig bemerkbar, 5,5l/100km lassen die Reisekasse jubeln.

Auf Wien habe ich so überhaupt keinen Bock, müde bin ich noch lange nicht aber bis zu meinem nächsten Ziel ist es noch ein Stück, jedoch nicht weit genug um die Nacht durchzufahren. Also höre ich auf zu überlegen und lass den Kadett einfach mal rollen und schon bin ich in Ungarn. Auch hier schneit es ununterbrochen bis es schließlich in Eisregen übergeht und mich zwingt alle 5km zu stoppen, um die Scheiben freizukratzen. Nun bereue ich auch ein klein wenig die Wahl der Jahreszeit für diese Tour. Irgendwie bescheuert.