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kiełbasa wycieczka #2

In den frühen Morgenstunden kommen wir schließlich in Benešov an und beziehen unseren Schlafplatz. Im Vorfeld habe ich uns einen großen leeren Parkplatz ausfindig gemacht, inklusive See, Schloss und weiteren Sehenswürdigkeiten. Bringt halt jetzt nichts, denn es ist noch tiefe Nacht und fürchterlich kalt. Manche schlafen und andere wiederum treiben Unfug, lümmeln herum und nach einer Stunde trifft der Brandschaden-BMW schließlich ein. Unfassbar dass dieser Misthaufen tatsächlich fährt.

Wie alle so nach und nach wach werden schippern wir weiter. Es geht ein Stückchen durch die verschneiten Berge – ein herrlich schöner Anblick im Morgengrauen und irgendwann landen wir wieder für ein Stück auf der Autobahn. Bis Olomouc bleiben wir auf den halbwegs guten Straßen und gönnen uns anschließend in einem Gewerbegebiet leckeres Frühstück.
Von Olomouc bis Ostrava nehmen wir so manchen Feldweg unter die Räder, fahren durch verschneite Landschaften und haben so richtig Winter. Die Fahrt macht tierisch Spaß und erst die Großstadt führt uns wieder auf die Autobahn. Gemeinsam beschließen wir nun auch auf dieser zu bleiben um das letzte Stück bis Krakau zügig zu meistern.

Nach 19 Stunden Fahrt kommen wir endlich an – die Teilnehmer sammeln sich im Parkhaus und ich erledige derweil den Check-in für all die freundlichen Gesichter. Mit der Hotelauswahl habe ich mir dieses Jahr besonders Mühe gegeben und wie ich so merke, hat es sich wirklich gelohnt. Ein ganz neues Hotel wurde hier am Rande der Weichsel gebaut und verwöhnt uns mit allem Prunk.

leaving prague

Ich finde mich wieder am Frühstücksbuffet und beschließe weiterzuziehen. Für meinen Geschmack bin ich nun genug gelaufen. Also mache ich mich auf den Weg zum Auto und verlassen Prag in Richtung Norden. Rund 20 Kilometer später stehe ich an einem Museum. Ich treffe aber keine Menschenseele, die Eingänge sind verschlossen und es wirkt alles recht trostlos. Schade.

Die wärmende Sonne nutze ich und erkunde noch etwas das Dorf. Die Bordsteine scheinen aber alle hochgeklappt. Es wirkt fast wie ausgestorben. Zurück am Auto starte ich durch gen Westen. Die Grenze passiere ich auf einer Landstraße und beschließe mir Amberg anzusehen. An der Stadtmauer parke ich und marschiere los. Ich finde ein kleines Restaurant, es wirbt mit Oberpfälzer Küche und ich trete hinein. Mit schnellem Wlan vergeht der Tag recht zügig und ich schlendere zum Auto. Prüfender Blick – kein Strafzettel. Hatte doch glatt vergessen ein Parkticket zu lösen. Nun fahre ich gemächlich zurück in die Heimat, wo ich erstmal wieder die Füße hochlege.

muede stelzen

Nun geht es wieder in Richtung Innenstadt. Ich streife durchs jüdische Viertel und verzichte auf einen Besuch der Synagogen und des Friedhofes. Zum einen bin ich zu geizig dafür so unverschämt viel Eintritt zu bezahlen und zum anderen schrecken mich die Scharen Touristen ab. Also schlendere ich einfach nur so durch Josefstadt und liebäugle mit der Architektur und kehre nach einigen Kilometern in einen Irish Pub ein.

Ich habe absolut keinen Plan was ich da bestelle. Serviert bekomme ich dann Tequila, Bier und irische Würstchen im Kartoffelbreimantel mit vielen Zwiebeln. Es schmeckt köstlich! Mit den Tischnachbarn trinke ich noch einen schnellen Sambuca und verschwinde wieder so schnell wie ich gekommen bin. An der Moldau entlang mache ich mich auf den Weg zur Karlsbrücke. Schnell drüber und nun gönne ich meinen Beinen eine lange Pause im Hostel.

Nun sitze ich in der Lobby, genieße ein Kaltgetränk und lese. Die Füße habe ich hochgelegt und ich schwöre mir morgen etwas weniger zu laufen. Lange jedoch hält mein kleines Rehaprogramm nicht an. Eine junge Tschechin spricht mich an und frägt ob ich denn beim Tischkickern dabei wäre. Sie wollen ein Turnier spielen und ein paar Chaoten würden noch fehlen. Schließlich lasse ich mich überreden und wir finden uns alle an den Kickern wieder.

Eine Gruppe von ca. 15 jungen Tschechen veranstaltet einmal im Monat hier ein Tischkickerturnier. Wie sich herausstellt machen sie das wohl schon lange, denn sie sind unfassbar gut darin. Glücklicherweise sind auch drei Spanier dabei, die das genauso gut können wie ich. Nämlich garnicht. So wundert es kaum dass wir am Ende die letzten vier Plätze belegen. Spaß hat’s dafür gemacht und ich suche endlich das wohlverdiente Bett auf.

irrweg

Nun, wenn ich schon am Stadtrand bin mache ich mich auf und latsche durch die Parks rund um Prag. Am Rand des Letenské soll auch der tschechoslowakische Pavillon von der Expo 1958 in Brüssel stehen. Ich bin mir beinahe sicher wo ich ihn denn finden kann und laufe zielstrebig dorthin, kehre irgendwann jedoch um und verbuche es als Fehlschlag. Später wird sich herausstellen, dass es nur noch wenige Meter gewesen wären und vom ursprünglichen Pavillon nur noch en kleiner Teil erhalten ist.

Ich marschiere weiter. Von hier oben dürfte es kein Problem sein auf die Prager Burg zu gelangen. So zumindest mein Gedanke. Ich merke jedoch, dass das nicht geht. Nun muss ich den ganzen Weg wieder nach unten um dann wieder nach oben zu gehen. Die Burg selber möchte ich mir überhaupt nicht ansehen. Sieht zwar nett aus von dort unten, aber meinen Geschmack trifft das Areal so überhaupt nicht. Den Reiz hunderter Souvenirhops und Restaurants in einer überrestaurierten Burg verstehe ich nicht so recht. Jedoch befindet sich auf dem Gelände ein Spielzeugmuseum. Da möchte ich hin! Draußen stürmt es wie verrückt, da wäre ein warmes Museum jetzt das genau richtige! Dort angekommen informiert mich ein Schild, dass das Museum umgezogen ist. War ja klar.

grosser plan fuer kleinen mann

Die Nacht hat sich als erstaunlich kurz erwiesen. Nach und nach trudelten die restlichen Mitbewohner ein. Insgesamt hausen wir zu fünft im Zimmer. Wir alle sind alleinreisend und haben uns jetzt natürlich sehr viel zu erzählen. Als dann die Lichter aus waren began das große Schnarchen. Mich stimmte das recht optimistisch, denn bei der Lärmkulisse dürfte mein eigenes Schnarchen garnicht auffallen.

Jetzt ist es kurz nach Sieben. Dem Brite wünsche ich einen guten Rückflug und mache mich dann auf den Weg zum Frühstück. Ich verputze einen Salat und stürze mich dann erneut in das Prager Getümmel. Ein paar Kilometer später stehe ich auf einem Berg mit fantastischer Aussicht auf die Stadt und stolpere dann zielsicher in das nationale Technikmuseum.

Sieben Stockwerke zähle ich. Das ist nicht ohne. Allmögliche Themengebiete werden hier ausgestellt, für jeden ist etwas dabei. Es dauert Stunden bis ich durch bin. Auch das Restaurant weiss zu begeistern und die fairen Preise lassen den hohen Eintritt schnell vergessen.

erste schritte durch prag

Mein Hab und Gut werfe ich fix auf mein Bett und mache mich dann auf den Weg in die Altstadt. Praktischerweise liegt mein Hostel zwischen Karlsbrücke und der Burg. Die Wege sind also kurz. Ich latsche über die Karlsbrücke. Ein Pragbesuch ohne die Brücke wäre undenkbar, schätze ich. Ich muss ja drüber, schließlich wohne ich auf der anderen Seite. Kaum ein Meter ohne Bettler, wildgewordene Asiaten mit Selfiesticks und Händlern, die ihren Mist feilschbieten. Es gleicht einem Spießrutenlauf.

Die Brücke spuckt mich in die Altstadt und ich sehe mich um. Ein paar Stunden später kenne ich wohl jeden Winkel und habe völlig vergessen, dass ich hungrig bin. Also solls ein Burger bei FatCat richten. Die Nacht macht sich langsam breit und ich verschwinde schnell im Hostel, gönne mir eine Dusche und setze mich dann für ein Pilsener Urquell an die Bar. Hier lerne ich Herrn S. kenne. Er versteht viel von Prag, schließlich wohnt er hier. Noch mehr versteht er vom Saufen und so mache ich mich zeitnah aus dem Staub, denn ich möchte das just Gesehene auch noch bei Nacht betrachten.

Es ist ähnlich schön. Nur mehr künstliches Licht und sehr viel weniger Menschen. So beschließe ich ins Bett zu gehen, immerhin war es ein langer Tag. Zurück im Hostel lerne ich dann auch einen meiner Zimmergenossen kennen. Ein lustiger Engländer. Er ist schon einige Tage hier und hat allerhand Empfehlungen für mich parat. So verquatschen wir uns noch zwei Stunden bis ich nun wirklich die Augen schließe.