Archiv der Kategorie 'Thüringen'

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Nun fahre ich in Richtung Autobahn und finde unterwegs natürlich nichts zu Essen. Dann bleibt der Hunger eben. Ein paar Kilometer schaffe ich auf der A4 ehe mir eine ganz nette Burg am Horizont auffällt. Schnell verlasse ich die Bahn und steuere grob die Richtung des Berges an. Dummerweise fließt hier aber die Werra und ich komm nicht herüber… so zieht sich das alles ein ganz schönes Stückchen, bis ich schließlich tatsächlich ankomme.

Unten im Tal ist auch ein Schild – gespickt mit Informationen und Öffnungszeiten. Ab Oktober geschlossen steht da. Hä? Ich fahr einfach mal hoch anstatt zu laufen und falls mich jemand fragen sollte versichere ich glaubwürdig, dass ich zum Burgpersonal gehöre. Denen ist die Zufahrt nämlich genehmigt.

Ein Stückchen weiter sehe ich schon die Burgruine von weitem und stelle fest – Öffnungszeiten hin oder her – da komm ich super zu Fuß hin. Also parke ich das Auto im Wald und marschiere los. Als ich das ehemalige Tor erreiche stelle ich auch direkt fest, dass die Öffnungszeiten nur für das Museum gelten und die Ruine frei begehbar ist. Tolle Wurst.
Die Ruine „Brandenburg“ ist in vielen Teilen noch intakt, zumindest intakter als manch andere Ruine und das Gelände recht weitläufig. Ich durchforste jeden noch so kleinen Trampelpfad und gucke mir das ganze aus allen Winkeln ganz genau an, ehe sich das Tageslicht abschaltet.
Nun geht es zurück auf die Autobahn und noch ein Stückchen weiter in den Osten – auf einem Rasthof bekomme ich noch etwas Essbares und checke dann in Weimar in einem Hotel ein, – das habe ich mir heute verdient.

grenzspaziergang

Wie erwartet ist es außerhalb der Mahn- und Gedenkstätte viel schöner. Das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel hat man einen grandiosen Blick in die Täler und auf die Berge der Rhön und so spaziere ich ein wenig entlang des ehemaligen Grenzzaunes. Der echte wurde zwar abgebaut und auch die Minen sind längst entfernt, vor wenigen Jahren aber wurde manches wieder rekonstruiert um den Besuchern ein wenig vorzumachen, wie es denn war.

Einen guten Kilometer später entdecke ich das Grenzhaus-Museum. Errichtet vor einigen Jahren direkt auf dem Grenzstreifen ist hier ein Museum entstanden, welches die gesamte Geschichte der Teilung bishin zu Einzelschicksalen mit Bezug auf die Region nahebringt. Was ein Glück dass meine Eintrittskarte für Point Alpha auch hierfür gilt & ich halte mich einige Zeit dort drinnen auf. Es ist wirklich schön umgesetzt und vorallem die Zeitzeugenberichte haben es mir angetan – und das obwohl mich die Teilung Deutschlands sowie der Mauerfall nie sonderbar interessiert haben. Vermutlich ist mir Geschichte die ich quasi beinahe miterlebt habe, einfach egal. Zu jung und zu gut aufgearbeitet. Das muss es wohl sein.

Nachdem in meiner Birne einfach kein Platz mehr für weitere Informationen ist, spaziere ich zurück zum Point Alpha-Parkplatz und starte den Wagen.

probefahrt xxl

Jetzt wo der Kadett wieder vernünftig läuft, ist es Zeit eine ausgiebige Probefahrt zu bewältigen.
So fahre ich heute in die Mitte der deutschen Republik, treffe mich mit einigen Freunden und mache zwei Tage eigentlich nichts anderes als Essen, Trinken und der guten Gesellschaft zu fröhnen.

Die 800 Kilometer frisst der Kadett absolut souverän, er braucht wie eh und je kein Öl und auch der Verbrauch ist nun wieder mit 6-7l absolut erträglich.

Weimar

Nach Buchenwald geht es weiter in die Innenstadt von Weimar – die Stadt lockt neben ihren ständigen Sehenswertigkeiten aktuell mit dem Weihnachtsmarkt, der sich durch sämtliche Gassen und Straßen pflügt. Es nimmt derartige Ausmaße an, dass sogar das Goethe- sowie das Schillerhaus kaum erreichbar sind. Wohin man blickt gibt es allerlei Fressalien, Deko und Selbstgebasteltes. So schlendere ich ein wenig durch die Gassen, bewundere den Verfall vieler schöner Häuser und beobachte Goethe und Schiller wie sie der eislaufenden Jugend auf die Köpfe gucken.

In Weimar selbst halte ich mich drei Tage auf, esse ununterbrochen, mal einsam, mal in guter Gesellschaft und trete dann auch schon den Heimweg an. Ich stehe etwas unter Zeitdruck, mit dem Adam jedoch garkein Problem.

Wie immer blieb viel zu wenig Zeit um alles zu sehen und zu erkunden, was man so möchte – eigentlich aber nur ein Grund wieder zu kommen. Bis zum nächsten Mal, Thüringen!

Gedenkstätte Buchenwald

Erst vor kurzem besuchte ich auf meiner Osteuropareise das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz. Buchenwald wird mir als starker Kontrast zu Auschwitz in Erinnerung bleiben, denn hier scheint viel weniger aufbereitet zu sein. Viel zu lesen gibt es nicht und ich sehe nicht an jeder Stelle Rekonstruiertes & Restauriertes. Vieles ist schlicht nicht mehr da, nur noch Überreste – hier bedarf es noch Phantasie, Vorstellungsvermögen und Vorwissen um den Wahnsinn zu überblicken. Hier mahnt und gedenkt es merklich mehr, besser gesagt intensiver, trotz meiner noch bestehenden Wissenslücken rund um Buchenwald.

Neben der Lagerstätte selbst wandere ich die paar Kilometer über die Buchenwaldbahn, der Gedenkpfad wurde erst vor einigen Jahren erschlossen – und auch hier wird man angeregt sich aktiv mit dem Wahnsinn auseinanderzusetzen anstatt stumpf zigtausende Tafeln und Hinweise zu lesen.
Wie ich finde der deutlich bessere Weg das Geschehene nahezubringen.

Es scheint tatsächlich Winter zu werden, schonwieder friere ich und freue mich über mein Hotelzimmer, eine warme Dusche & eine warme Mahlzeit, … im Hotel ist heute Thementag, es gibt Pfälzer Küche, ich muss los!

Wartburg die Zweite

Mir kam es wie ein Schlag ins Gesicht – Wartburg! Das geht doch auch im Warmen! Also fix zu „AWE“ – Automobilwerk Eisenach. Denn Eisenach war schließlich auch bekannt für seine Automobilproduktion. 1991 stellte (der Automobilhersteller) Wartburg die Produktion seiner langen Erfolgsgeschichte ein, allerdings hat längst Opel die Produktion in Eisenach mit dem Vectra begonnen. Heute werden dort der Adam und der Corsa E produziert.

In der Vergangenheit gaben sich in Eisenach einige Hersteller die Ehre und produzierten hier ihre Fahrzeuge – diese Geschichte kann man sich in den Räumlichkeiten der alten Werke ansehen – schimpft sich „Automobile Welt Eisenach“, kostet 5€ Eintritt und ist absolut sehenswert. Neben diversen Dixi, BMW und Wartburg sind auch einige inhteressante Opelexponate zu bestaunen. Allzuviel Zeit muss aber nicht mitgebracht werden, denn das Museum ist relativ überschaubar – so bleibt dann aber wiederum Zeit sich mit einzelnen Ausstelllungsstücken länger auseinanderzusetzen.


Wartbürger in Reih und Glied


Neben ein paar Opelfahrzeugen ist auch die gesamte Werksgeschichte von Opel Eisenach ausgestellt, ein Fahrrad & eine Nähmaschine

Genug Wartburg für heute – ich verlasse Eisenach und fahre weiter gen Osten.