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Weimar

Nach Buchenwald geht es weiter in die Innenstadt von Weimar – die Stadt lockt neben ihren ständigen Sehenswertigkeiten aktuell mit dem Weihnachtsmarkt, der sich durch sämtliche Gassen und Straßen pflügt. Es nimmt derartige Ausmaße an, dass sogar das Goethe- sowie das Schillerhaus kaum erreichbar sind. Wohin man blickt gibt es allerlei Fressalien, Deko und Selbstgebasteltes. So schlendere ich ein wenig durch die Gassen, bewundere den Verfall vieler schöner Häuser und beobachte Goethe und Schiller wie sie der eislaufenden Jugend auf die Köpfe gucken.

In Weimar selbst halte ich mich drei Tage auf, esse ununterbrochen, mal einsam, mal in guter Gesellschaft und trete dann auch schon den Heimweg an. Ich stehe etwas unter Zeitdruck, mit dem Adam jedoch garkein Problem.

Wie immer blieb viel zu wenig Zeit um alles zu sehen und zu erkunden, was man so möchte – eigentlich aber nur ein Grund wieder zu kommen. Bis zum nächsten Mal, Thüringen!

Gedenkstätte Buchenwald

Erst vor kurzem besuchte ich auf meiner Osteuropareise das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz. Buchenwald wird mir als starker Kontrast zu Auschwitz in Erinnerung bleiben, denn hier scheint viel weniger aufbereitet zu sein. Viel zu lesen gibt es nicht und ich sehe nicht an jeder Stelle Rekonstruiertes & Restauriertes. Vieles ist schlicht nicht mehr da, nur noch Überreste – hier bedarf es noch Phantasie, Vorstellungsvermögen und Vorwissen um den Wahnsinn zu überblicken. Hier mahnt und gedenkt es merklich mehr, besser gesagt intensiver, trotz meiner noch bestehenden Wissenslücken rund um Buchenwald.

Neben der Lagerstätte selbst wandere ich die paar Kilometer über die Buchenwaldbahn, der Gedenkpfad wurde erst vor einigen Jahren erschlossen – und auch hier wird man angeregt sich aktiv mit dem Wahnsinn auseinanderzusetzen anstatt stumpf zigtausende Tafeln und Hinweise zu lesen.
Wie ich finde der deutlich bessere Weg das Geschehene nahezubringen.

Es scheint tatsächlich Winter zu werden, schonwieder friere ich und freue mich über mein Hotelzimmer, eine warme Dusche & eine warme Mahlzeit, … im Hotel ist heute Thementag, es gibt Pfälzer Küche, ich muss los!

Wartburg die Zweite

Mir kam es wie ein Schlag ins Gesicht – Wartburg! Das geht doch auch im Warmen! Also fix zu „AWE“ – Automobilwerk Eisenach. Denn Eisenach war schließlich auch bekannt für seine Automobilproduktion. 1991 stellte (der Automobilhersteller) Wartburg die Produktion seiner langen Erfolgsgeschichte ein, allerdings hat längst Opel die Produktion in Eisenach mit dem Vectra begonnen. Heute werden dort der Adam und der Corsa E produziert.

In der Vergangenheit gaben sich in Eisenach einige Hersteller die Ehre und produzierten hier ihre Fahrzeuge – diese Geschichte kann man sich in den Räumlichkeiten der alten Werke ansehen – schimpft sich „Automobile Welt Eisenach“, kostet 5€ Eintritt und ist absolut sehenswert. Neben diversen Dixi, BMW und Wartburg sind auch einige inhteressante Opelexponate zu bestaunen. Allzuviel Zeit muss aber nicht mitgebracht werden, denn das Museum ist relativ überschaubar – so bleibt dann aber wiederum Zeit sich mit einzelnen Ausstelllungsstücken länger auseinanderzusetzen.


Wartbürger in Reih und Glied


Neben ein paar Opelfahrzeugen ist auch die gesamte Werksgeschichte von Opel Eisenach ausgestellt, ein Fahrrad & eine Nähmaschine

Genug Wartburg für heute – ich verlasse Eisenach und fahre weiter gen Osten.

die Wartburg

Die Wartburg thront hoch über Eisenach und steht da nun bald seit 1000 Jahren, also theoretisch. Tatsächlich wurde der Großteil vor garnicht allzulanger Zeit neu gebaut, was nun wie alt ist, wem was zu verschulden ist oder was rekonstruiert ist entzieht sich meiner Kenntnis. Fest steht aber, es ist ein absolut besuchenswerter und geschichtsträchtiger Ort, ja selbst Luther und Goethe sollen sich hier die Klinke gereicht haben.

Unbedingt wollte ich mich mit der Wartburg tiefgehender befassen, meine Trägheit und das Wetter lassen es jedoch nicht zu. Die Temperatur liegt am Gefrierpunkt, der Nebel ist feucht und der Tag schon lang, also entscheide ich mich für die Wartburg-Light, einmal ringsrum fahren, ein kurzer Spaziergang durch den Park und zurück zur Sitzheizung – ich muss weiter.

Aufbruch Ost

Es geht wieder in den Osten – diesmal aber nur ein paar Tage Thüringen.
Verwunderlich ist hier lediglich mein Fortbewegungsmittel, denn der Kadett steht, wartet zu Hause. Unterwegs bin ich mit Opels Kleinstem, dem Adam. Ausgestattet mit allerlei Schnickschnack und 87PS breche ich auf, die A7 gen Norden. In der Rhön begrüßt mich der erste Schnee für diesen Winter, wurde schließlich auch Zeit.

Mein Ziel ist eigentlich Weimar, eigentlich. Den Schlenker über Eisenach kann ich nicht lassen – als Opel-Enthusiast sollte man sich das ja wenigstens einmal angesehen haben, zudem ist hier der Geburtsort des Opel Adam.

Den Adam kenn ich ja schon ganz gut, habe ich schon mit verschiedenen Motorisierungen gefahren. Der Kleinstwagen glänzt mit einem beispiellosem Fahrwerk, tollen Fahreigenschaften, edel wirkenden Materialien und einer guten Verarbeitung. Mit der 87-PS Variante ist man selbst auf der Autobahn gut aufgehoben, allerdings quittiert er das mit relativ hohem Verbrauch – der Boardcomputer spricht von 6,9l/100km, bei gemütlicher, defensiver Fahrweise. Aber nungut, es handelt sich schließlich um keinen Vertreter-Kombi sondern um einen Stadtflitzer. Das sei ihm verziehen.