Archiv der Kategorie 'Thüringen'

rockamberg #3

Nach einer kurzen Mütze Schlaf geht es auch schon wieder weiter. Die Whatabussies bereiten wieder ein schmackhaftes Frühstück zu, ich koche mir ein paar Erbsen und Herr L. wirkt noch nicht so frisch. Scheint so als habe er schlecht geschlafen. Für heute steht glücklicherweise nichts auf dem Programm und abgesehen von Turbostaat wollen auch keine weiteren Bands gesehen werden. So beginnt der Tag mal wieder mit Schnaps, einiger Musik und zum Mittag gibt es selbstgemachte Kässpätzle. Luxuscamping neu definiert.

Nach dem gelungenen Essen feiern wir mal wieder weiter, lümmeln viel bei diversen Nachbarn herum und ich übe mich weiter im Bierdosenstechen. Meine Bemühungen daraus eine deutsche Meisterschaft zu machen, werden quasi im Keime erstickt. Live zugeschalten per Videoanruf ist uns nämlich Herr B. und zeigt kurzerhand in der heimischen Badewanne, wie das echte Kerle machen. Da kann ich überhaupt nicht mithalten. Selbst Nachbarin M. zeigt mir wo der Hammer hängt und resigniert schreibe ich das Dosenstechen einfach ab. Sollen andere das machen, ich kann es wohl nicht.

Am Abend geht es dann zu Turbostaat und nach ein paar Liedern verziehe ich mich an den Rand, lümmle in der Wiese und schau mir das Konzert einfach so an. Gefallen finde ich nur wenig an den immer gleich klingenden Liedern und so suche ich anschließend das Weite und gehe sogar relativ zeitig zu Bett.
Am Morgen ist dann auch schon wieder Aufbruchsstimmung. Der Platz leert sich langsam und auch wir verabschieden uns von den neu gefundenen Freunden und uns selbst. Noch 300km und dann ist erstmal Erholung angesagt – absolut nötig nach einem solch schönem Wochenende.

rockamberg #2

Kurzer Blick aus dem Dachzelt – es scheint hell zu werden. Geschlafen habe ich furchtbar schlecht, denn überall hat es die ganze Nacht furchtbar schrecklich gelärmt. Zu allem Übel hat es über Nacht auch sehr abgekühlt und wie so oft habe ich mal wieder keinen Schlafsack dabei, sodass ich massiv gefroren habe. Der dürre L. hat als Heizung auch nicht sonderbar gut fungiert und so verschwende ich nun keinen Gedanken daran, weiterzuschlafen. Stattdessen möchte ich die Ruhe nutzen und den Körper wieder auf Vordermann bringen. Bei den Duschen bin ich natürlich der Erste, runderneuere mich einmal und stolpere dann gemütlich zurück zum Camp.

Die süßen Whatabüsser kümmern sich derweil ums Frühstück, ich beschalle uns mit annehmbarer Musik und Herr L. liegt noch im Koma. Quasi der ideale Zeitpunkt für Schnaps. So verläuft dann der ganze Tag – wir feiern wildentschlossen, reden und treiben allerlei Unfug und starten am Nachmittag dann zu einer kleinen Wanderung. Die bereitet auch furchtbar viel Spaß und zurück am Camp strippen wir um uns anschließend zu lausen. Läuse finden wir zwar keine, dafür einige Zecken die glücklicherweise noch nicht gebissen haben.

So genießen wir weiter unser Luxuscamp, üben uns im Bierdosenstechen und ich freue mich schon tierisch auf Egotronic. Die spielen heute irgendwann gegen Mitternacht und dürfen keinesfalls verpasst werden. Am Festivalgelände angekommen ist es dann auch schon soweit und wie erwartet liefern Egotronic so richtig ab. Was ein Spaß und wie gut es doch tut auf einem Festival viele Bands zu sehen! Im Anschluss spielen noch Cafespione, nach ein paar Liedern reicht es mir aber und ich stolpere zurück zum Camp. Der Rest dürfte schon dort sein und mit Blick ins Zelt bewahrheitet sich das. Alles schläft. Die Nachbarn aber sind noch wach und wie ich meine Zähne putze habe ich schon Gesellschaft. Zusammen feiern wir lautstark eine ganz andere Party bis in die Morgenstunden, vermutlich zum Leidwesen aller anderen. Selbst Herr L. kriecht irgendwann aus dem Bett, erwacht von der lauten Musik.

rockamberg #1

Vergangenes Wochenende saß ich mit Herrn L. am Biertresen und wie das immer so ist, hatten wir einen grandiosen Einfall. Tickets für das bevorstehende Rock am Berg waren schnell erworben und heute geht es auch schon los. Der Kadett ist schnell beladen, ich hole Herrn L. ab und nun trennen uns nur noch 300km vom Festival. Die Autobahnen bis Thüringen sind herrlich leer, Whatabus ist auch schon da und zu unserem Glück haben die beiden unser Camp soweit schon aufgebaut. In Sekundenbruchteilen steht auch schon das Dachzelt und wir finden uns beim Genuss diverser Kaltgetränke wieder.

Sehr lange können wir uns hier nun aber nicht aufhalten, denn in Kürze spielen Schnipo Schranke und wir wollen es nicht verpassen. Die habe ich letztes Jahr auf Rock im Park gesehen und fand es grauenvoll, sodass es heute theoretisch nur besser werden kann. Zu meinem Glück ist es sogar deutlich besser und macht richtig Laune, ein grandioser Zeitvertreib bis zu Dritte Wahl, die spielen nämlich gleich im Anschluss. Früher hab ich die oft gehört und auch einmal live gesehen, seither aber sämtliche neuen Alben verpasst und nun bin ich recht gespannt.
Auch hier kommt ordentlich Spaß auf, so sehr dass wir sogar irgendwann zum Wasser greifen und saufen wie die Schweine.
So neigt sich ein gelungener Festivalstart dem Ende entgegen und ich bin so richtig stolz auf uns. Beide sehenswerte Bands gesehen, lecker gegrillt und ausreichend gefeiert, sodass wir uns den Schlaf nun redlich verdient haben.

essen statt reisen

Nach einem Morgenspaziergang im stürmischen Weimar husche ich zum Frühstücken und kurz drauf gibt es Mittagessen – irgendetwas stimmt doch mit dem Zeitmanagement nicht?! Nun gibt es eine herrliche Champignoncremesuppe, anschließend ein vegetarisches Risotto und zuguterletzt Eis samt Obst. Ich bin schon wieder pappsatt und werde mich bald vom vielen Essen erholen müssen. Wir sitzen noch ein wenig zusammen, ich trinke sogar einen Kaffee – dürfte mein zweiter dieses Jahr gewesen sein.

Dann aber heißt es Abschied nehmen – ab auf die Autobahn! Ich komme früher los als gedacht und es geht gut voran bis ich – wie immer – Freunden aus Würzburg ein Bild vom Würzburg-Autobahnschild schicke. Normalerweise hat mindestens einer von uns keine Zeit und so düse ich dran vorbei. Heute aber schreiben sie, dass sie gerade in Schweinfurt sind und ich gefälligst antanzen solle.
Also finde ich mich kurze Zeit in einem Parkhaus der Stadtgalerie Schweinfurt wieder und frage lieb, ob wir denn essen gehen könnten. Beim Italiener um’s Eck bekomme ich, der Rechnung zufolge, eine Kinderpizza und die schmeckt auch recht vorzüglich. Wir plaudern noch ein wenig, holen gemeinsam Herrn R. von der Hochschule ab und dann trennen sich unsere Wege.

Die letzten zwei Stunden Autobahn vergehen wie im Flug und ich bin schon ein wenig froh wieder zu Hause zu sein. Hier gibt es nämlich deutlich weniger zu essen und auch der Glühwein schmeckt überhaupt nicht. Ideale Voraussetzungen also für eine Rehabilitation.

wheimartsmarkt

Wir starten auf Empfehlung des Taxifahrers am Rathausplatz und trinken natürlich an der erstbesten Hütte erstmal einen Glühwein. Keine Ahnung wieso, aber ich bestelle einen Kirschglühwein mit Amaretto. Schmeckt ein wenig merkwürdig und lässt sich geradeso schlucken. Anschließend werfen wir neugierige Blicke auf die weiteren Hütten und ich stelle schon bald fest, dass es hier wie überall auch viel Ramsch gibt und auch das Essen nicht danach aussieht, von mir gegessen zu werden.

Ich begrüße noch fix Goethe & Schiller und dann marschieren wir weiter die Fußgängerzone entlang. Das gefällt mir hier tatsächlich sehr – der Weihnachtsmarkt ist sehr in die Länge gezogen und zwischen den Buden ist horrend viel Platz. Kein Gedränge und keine Reizüberflütung, garantiert! Plötzlich tauch ein Ungare auf – der verkauft Paprikacreme wie ich sie suche! Ich lasse mich beraten und entscheide mich, als wäre es nicht vorher schon klar gewesen, für die Creme mit Chili. Ein paar Buden weiter schlage ich erneut zu – ein Meerrettich-Chili Aufstrich. Hört sich gut an und die Kostprobe schmeckt fantastisch – eingetütet!

Nun haben wir den Marktplatz erreicht – hier stehen wieder mehr Hütten und noch mehr Deko. Mittig ein Glühweinstand – es ist wieder Zeit. Nun probiere ich einen „heißen Caipi“ und einen Glühwein, oder waren es mehrere? Der Glühwein schmeckt fantastisch und der Caipi nach Tetrapak-Gurkenwasser, eklig.

Hunger haben wir auch – Herr D. frägt sich rum und nun stehen Inder, Grieche und Italien zur Wahl. Die Damen entscheiden sich dann recht fix für den Italiener und da wo er denn sein soll ist ein Grieche. Also fragen wir Google und bekommen einen super Italiener nur zwei Straßen weiter angeboten. Dort angekommen präsentiert sich uns ein Mexikaner. Verwirrend? Finde ich auch – drum beschließe ich dass wir nun mexikanisch essen. Ich bestelle mir unter anderem Burritos und bin hinterher dermaßen sattgegessen, dass es beinahe schon weh tut.

Nun ist es Zeit für ein Bett und ich rufe den Herrn Taxifahrer an – der kommt auch prombt und entschuldigt sich dass er so lange gebrauch habe. Angesichts fünf Minuten Wartezeit und der Tatsache dass er bei seiner Freundin Kaffeetrinken war, erkläre ich ihm, dass wir gern auch länger gewartet hätten und das kein Problem sein. Er winkt ab und ist sich sicher, dass er sie oft genug sieht.

weimarer gammel

Im Zimmer angekommen plündere ich die Minibar. Nicht dass ich Lust auf Süßes oder gar Wein hätte, aber als ich die Füllmenge entdecke, bleibt mir quasi keine Wahl. Ich sitze noch einige Zeit am Laptop, trinke das fürchterliche Gesöff und sehe nebenher sogar fern. Als ich das Zeugs endlich runtergewürgt habe, lese ich noch ein wenig und falle alsbald in einen tiefen Schlaf.

Der neue Tag verspricht in erster Linie eines – Essen! Nicht lange nach der Frühstücksbuffet-Plünderei geht es auch schon Mittagessen. Heute im Hotel. Neben Lachs gibt es allerlei Gemüse und reichlich Eis, sodass ich überhaupt nicht klagen kann.
Bei meinem letzten Besuch in Weimar, auch zur Adventszeit, habe ich den Weihnachtsmarkt besucht. Dummerweise bei gutem Wetter und vorallem tagsüber. Heute soll sich das ändern und so geht es in weiser Voraussicht bei Dunkelheit mit dem Taxi in die Innenstadt von Weimar. Der Taxifahrer ist froh, klagt er sonst unter der Woche mangels Fahrgästen mache ich direkt mit ihm aus, dass er uns gern wieder holen darf und gibt mir seine Handynummer. Servicewüste ist das jedenfalls keine.