Archiv der Kategorie 'Spanien'

ist ja wirklich asozial

Nach einem Bier – ich fühle mich sofort besoffen – und einer Brezel machen wir uns auf zum Boarding, beim Sicherheitscheck greife ich noch einen schnellen Handjob ab und dann geht es auch schon in den Flieger. Eine Boeing-737 von der Tuifly soll uns nach Palma bringen und macht das auch ganz fabelhaft, zusammen mit dem Sonnenaufgang kommen wir an und machen uns sogleich auf den langen Weg durch den Aeropuerto de Son San Juan.

Im Preis enthalten ist zwar auch ein Bustransfer zum Hotel, aber die paar Kilometer sind es nun wirklich nicht wert zu warten oder gar diesen knattrigen Bus zu suchen. Also steigen wir in ein Taxi und nach einem kurzen Ritt stehen wir schon vor unserem Hotel. Einchecken können wir noch nicht, dafür gibt es aber Sekt und anschließend ein Frühstück, dass kaum der Rede wert ist. So ist das halt mit billigen All-In-Angeboten. So beschließen wir, einfach mal das Meer aufzusuchen und das klappt nach ein paar Metern auch schon ganz wunderbar. Bis zu den Knien traue ich mich hinein, mein Thermometer aber sagt dass das keine so gute Idee sei und so machen wir einfach das, das man am Ballermann eben so macht. Im Bierkönig sitzend trinken wir ein Bier und beschließen direkt den Tag einfach mal hier zu verbringen.

Ein grober Fehler, denn wir verbringen den gesamten Aufenthalt auf der Schinkenstraße, feiern ganz ausgelassen und die Nächte werden wahnsinnig lang. Ist aber überhaupt nicht gut – verstehe nicht wieso es da seit so vielen Jahren alle hinzieht. Die Musik ist kaum auszuhalten, es wimmelt von Asozialen und das Essen sowie die Getränke sind furchtbar. Einen Abend verbringen wir noch an der Promenade, spazieren und schlagen uns die Mäuler voll – nach Alkohol ist uns längst nicht mehr, die Schinkenstraße wird gemieden und wir lassen unseren kurzen Aufenthalt in einem Restaurant am Meer ausklingen, ehe es am frühen Morgen in den Flieger geht. Diesmal haben wir leider etwas Pech, denn das Flugzeug ist voller Kinder und der Lärmpegel lässt einen verzweifeln
In Stuttgart angekommen ist Herr M. so nett uns abzuholen und ich bin froh endlich weg zu sein. Spaß hat es gemacht, es war ein lustiger Ausflug, aber brauchen tu ich das so schnell nicht wieder, sei es noch so lächerlich günstig.

aber wirklich nur einmal

Vor ein paar Wochen verlief ich mich mit Herrn B. in unserer Reiseplanung. Denn Zeit ist ein Faktor, den der werte Herr im Moment nicht besitzt. So wurde aus Budapest irgendwann Balaton und aus Balaton irgendwann eine Pauschalreise aus dem Reisebüro. Spart uns eine Menge Fahrerei, geflogen ist er noch gar nie und ich habe irgendwie auch ein wenig Bock, mal wieder in so einen Vogel zu steigen. Das letzte mal ist schon locker 15 Jahre her oder so.

Im Reisebüro machten wir einen recht einfachen Eindruck. Ein Bett, zwei Flüge und etwas Sonne täten uns genügen. Reisepass-pflichtige Länder fielen leider aus, da Herr B. keinen besitzt und Griechenland flog wegen der wahnwitzigen Preise direkt aus dem Rennen. Nächster Versuch: Mallorca.
Siehe da, kriegt man quasi geschenkt und wir buchen es, was soll schon schief gehen? Ist nichtmal eine ganze Woche und Mallorca habe ich in guter Erinnerung. Da waren wir allerdings nicht am Ballermann.

So prügelt mich heute um 02.00 Uhr der Wecker aus dem Bett, ich bewege mich mehr tot denn lebendig in Richtung des roten Opel und hole Herrn B. ab. Als sei das nicht genug, geht es den ganzen Weg wieder Retour. Schließlich soll der Opel auch wieder nach Hause. Das übernimmt gnädigerweise Frau J. für uns und nimmt etwas mürrisch auf der Rückbank platz. Am Stuttgarter Flughafen angekommen übergebe ich das Steuer, wir schnappen unsere Rucksäcke und schauen mal wo man denn um 04.30 Uhr morgens ein Bier bekommt. Wenn Mallorca, dann authentisch.

hinter uns: spanien

Mautfrei geht es für uns in Küstennähe weiter, weiter, ja immer weiter. Einen ganzen Tag sitzen wir im Auto und schlagen dann unser Nachtlager umgeben von Kühen auf.

Die Nacht is ruhig, die Rindviehcher dösen und der morgen frolockt mit ganz viel Sonne. Fix den Krempel zusammengepackt & schon geht es weiter. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer bis Andorra, wollt ich schon immer mal hin. Die Grenze passieren wir ohne Kontrolle und online schaue ich mich nach einer Duschgelegenheit um.
Fündig werden wir schließlich in einem Hallenbad, wo wir direkt ein paar Bahnen schwimmen können. Der Eintritt allerdings ist unverschämt teuer und es gilt auch eine Bademützchenpflicht, diese dürfen dann auch teuer erworben werden.

Hygienisiert gehen wir in eine Bar & essen uns pappsatt um anschließend ein wenig in die Berge zu gehen.

halbinselflucht

Mit dem Auto in Gibraltar ist es so eine Sache. Es ist einfach kein Platz! Hier hat es beinahe soviele Autos wie Einwohner und dementsprechend einfach findet man Parkplätze. Gut dass mir die Lust inzwischen vergangen ist, also fahren wir einfach weiter. Gibraltar abgehakt, nun hab ich das auch mal gesehen. Die 30£ für die Seilbahnfahrt und was auch immer die Höhlen und Tunnel gekostet hätten haben wir uns löblich gespart und wir rollen gen Spanien.

Ich bin etwas verwundert! Keine Schlange bei der Ausreise, absolut nichts. Vermutlich ist das Abends anders. Die Gibraltarer möchten die Pässe sehen und die Spanier winken einfach nur durch. Ist doch ganz locker, vonwegen schikanöse Kontrollen und unendliche Wartezeiten.

Nun essen wir etwas & möchten dann heute noch einige Kilometer machen. Ich hab da schon ein neues Ziel auserkoren.

europa hat uns wieder

Die gestrige Nacht haben wir in Tarifa verbracht, sind noch etwas durch eine Lagune spaziert und fuhren heute schon weiter ins nächste Land. Gibraltar!

In Gibraltar war ich noch nie und die letzten Unstimmigkeiten mit Spanien sowie die Horrorgeschichten von der Grenze sollten einen eigentlich davon abhalten mit dem Auto hinzufahren. Mir egal – ich habe Zeit! Also reihen wir uns in die lange Schlange und nun heißt es Warten. Tatsächlich dauert es nur eine halbe Stunde! Später werden wir aber sehen, dass die Schlange inzwischen fünfmal so lang ist.

Abgesehen von den Pässen keine Kontrollen, weder von Spanien noch von den Briten. Und schon fahren wir über die Start- & Landebahn! Einen Start hätte ich ja auch gern gesehen, man kann wohl aber nicht alles haben. Wir fahren bis zum Europa Point, starren aufs Meer und ich überlege was man hier noch sehen sollte? Die Höhlen? Die Affen? Die Seilbahn? Ich habe garkeine Lust dazu aber eine Seilbahnfahrt täte mich sicher erheitern! Dort angekommen staune ich über den Preis. 15£ pro Nase. Und Frau M. hat noch immer Höhenangst.
Ich zwinge sie einfach! Ist aber heute ihr Glückstag, da sind nämlich ekelhaft laute Schulklassen und warten gerade darauf dort hoch gefahren zu werden. Schon habe ich es mir anders überlegt.

rauher wind

Nun stehen wir und warten darauf dass die Fähre zurückkommt. Immerhin Poleposition! Es gibt Nudeln mit Tomatensauce und anschließend vertrödele ich mir die Zeit mit Lesen, bis irgendwann die Fähre einfährt und nur ein paar wenige Autos ausspuckt.

Als erster fahre ich in hinein und bekomme sogar einen fantastischen Platz zugewiesen. Wir verziehen uns direkt an Deck, stopfen einen Donut in unsere Münder und beobachten dann den Kleinkrieg bei der Einfahrt der Hoffnungslosen.
Nun geht’s los, die Schnellfähre beschleunigt binär, der Wind pfeift und das Meer schlägt hohe Wellen. Wir werden ganz schön durchgeschauckelt und ich bin saufroh dass das nach einer halben Stunde bereits endet.

Nun beginnt aber wieder das ätzende Schlangestehen mit den Idioten. Allesamt drängeln, hupen und motzen sie so doll sie nur können. Grauenhaft! Ich bleibe cool. Vorallem natürlich weil wir bedingt durch den guten Platz die Fähre früh verlassen haben und recht zügig in den Schengenraum einreisen können. Nun ist der Tag aber zu Ende. Rund 11 Stunden hat uns der Spaß gekostet und ich fühle mich furchtbar ausgelaugt.