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hinter uns: spanien

Mautfrei geht es für uns in Küstennähe weiter, weiter, ja immer weiter. Einen ganzen Tag sitzen wir im Auto und schlagen dann unser Nachtlager umgeben von Kühen auf.

Die Nacht is ruhig, die Rindviehcher dösen und der morgen frolockt mit ganz viel Sonne. Fix den Krempel zusammengepackt & schon geht es weiter. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer bis Andorra, wollt ich schon immer mal hin. Die Grenze passieren wir ohne Kontrolle und online schaue ich mich nach einer Duschgelegenheit um.
Fündig werden wir schließlich in einem Hallenbad, wo wir direkt ein paar Bahnen schwimmen können. Der Eintritt allerdings ist unverschämt teuer und es gilt auch eine Bademützchenpflicht, diese dürfen dann auch teuer erworben werden.

Hygienisiert gehen wir in eine Bar & essen uns pappsatt um anschließend ein wenig in die Berge zu gehen.

halbinselflucht

Mit dem Auto in Gibraltar ist es so eine Sache. Es ist einfach kein Platz! Hier hat es beinahe soviele Autos wie Einwohner und dementsprechend einfach findet man Parkplätze. Gut dass mir die Lust inzwischen vergangen ist, also fahren wir einfach weiter. Gibraltar abgehakt, nun hab ich das auch mal gesehen. Die 30£ für die Seilbahnfahrt und was auch immer die Höhlen und Tunnel gekostet hätten haben wir uns löblich gespart und wir rollen gen Spanien.

Ich bin etwas verwundert! Keine Schlange bei der Ausreise, absolut nichts. Vermutlich ist das Abends anders. Die Gibraltarer möchten die Pässe sehen und die Spanier winken einfach nur durch. Ist doch ganz locker, vonwegen schikanöse Kontrollen und unendliche Wartezeiten.

Nun essen wir etwas & möchten dann heute noch einige Kilometer machen. Ich hab da schon ein neues Ziel auserkoren.

europa hat uns wieder

Die gestrige Nacht haben wir in Tarifa verbracht, sind noch etwas durch eine Lagune spaziert und fuhren heute schon weiter ins nächste Land. Gibraltar!

In Gibraltar war ich noch nie und die letzten Unstimmigkeiten mit Spanien sowie die Horrorgeschichten von der Grenze sollten einen eigentlich davon abhalten mit dem Auto hinzufahren. Mir egal – ich habe Zeit! Also reihen wir uns in die lange Schlange und nun heißt es Warten. Tatsächlich dauert es nur eine halbe Stunde! Später werden wir aber sehen, dass die Schlange inzwischen fünfmal so lang ist.

Abgesehen von den Pässen keine Kontrollen, weder von Spanien noch von den Briten. Und schon fahren wir über die Start- & Landebahn! Einen Start hätte ich ja auch gern gesehen, man kann wohl aber nicht alles haben. Wir fahren bis zum Europa Point, starren aufs Meer und ich überlege was man hier noch sehen sollte? Die Höhlen? Die Affen? Die Seilbahn? Ich habe garkeine Lust dazu aber eine Seilbahnfahrt täte mich sicher erheitern! Dort angekommen staune ich über den Preis. 15£ pro Nase. Und Frau M. hat noch immer Höhenangst.
Ich zwinge sie einfach! Ist aber heute ihr Glückstag, da sind nämlich ekelhaft laute Schulklassen und warten gerade darauf dort hoch gefahren zu werden. Schon habe ich es mir anders überlegt.

rauher wind

Nun stehen wir und warten darauf dass die Fähre zurückkommt. Immerhin Poleposition! Es gibt Nudeln mit Tomatensauce und anschließend vertrödele ich mir die Zeit mit Lesen, bis irgendwann die Fähre einfährt und nur ein paar wenige Autos ausspuckt.

Als erster fahre ich in hinein und bekomme sogar einen fantastischen Platz zugewiesen. Wir verziehen uns direkt an Deck, stopfen einen Donut in unsere Münder und beobachten dann den Kleinkrieg bei der Einfahrt der Hoffnungslosen.
Nun geht’s los, die Schnellfähre beschleunigt binär, der Wind pfeift und das Meer schlägt hohe Wellen. Wir werden ganz schön durchgeschauckelt und ich bin saufroh dass das nach einer halben Stunde bereits endet.

Nun beginnt aber wieder das ätzende Schlangestehen mit den Idioten. Allesamt drängeln, hupen und motzen sie so doll sie nur können. Grauenhaft! Ich bleibe cool. Vorallem natürlich weil wir bedingt durch den guten Platz die Fähre früh verlassen haben und recht zügig in den Schengenraum einreisen können. Nun ist der Tag aber zu Ende. Rund 11 Stunden hat uns der Spaß gekostet und ich fühle mich furchtbar ausgelaugt.

schiffchen fahren

Rechtzeitig kommen wir am Hafen an und reihen uns ein – nun heißt es warten. Wegen des Sturmes ist Tarifa gesperrt und entsprechend voll ist es hier.
Auf der Fähre lernen wir Herrn P. samt seiner besseren Hälfte kennen. Die beiden wollen auch etwas Zeit in Marokko vergehen lassen und so stehen wir erst einmal an um unsere Pässe stempeln zu lassen, die Schlange ist lang.

Danach gehen wir auf der sturmgeschützten Seite an Deck und beobachten das Treiben auf dem Meer. Das Schiff schauckelt recht ordentlich und ich wäre so froh über eine Mahlzeit. Der Salon ist aber hoffnungslos überfüllt und ich hoffe derweil auf eine zügige Einreise.

In Tanger Med dauert es natürlich einige Zeit bis sich das heillose Chaos lichtet und wir rausfahren können. Mit Herrn P. verabreden wir uns auf einem Campingplatz bei Martil – weiter fahren möchte keiner von uns und das Einreisen macht uns da ohnehin einen Strich durch die Rechnung. Dadurch, dass Tarifa geschlossen ist, ist hier die Hölle los. Das ganze – eigentlich simpel geregelte – Prozedure dauert drei Stunden. Und dabei wurde nicht mal in die Autos geguckt – nichts. Abfertigung wie am Fließband und schlussendlich drin in Marokko!

am horizont rechts

Einmal quer durch Spanien – da kommt richtig Freude auf. Das Wetter nämlich ist ganz wunderbar und der Norden weiss landschaftlich zu begeistern.
So geht das den ganzen Tag und irgendwie auch die ganze Nacht, nur sieht man nix mehr. Manchmal schließe ich meine Augen auf einem Rasthof und powernappe dann für kurze Zeit, sodass es im Morgengrauen nur noch 300km bis Algeciras sind.

Auf den letzten Kilometern stürmt es ganz furchtbar – der kleine, windschnittige Kadett wird ordentlich durchgeschüttelt.
In Algeciras dann verfahre ich mich auf die Schnelle und stehe dann vor Carlos‘ Büro.
Wegen des Sturmes fährt heute nur noch eine Fähre, allerdings in einer Stunde. Wir sollten dann also direkt los, meint er. Ehe ich überlege, ob ich mir das auch noch antun möchte, nehme ich das Angebot an.

So geht es von Algeciras nach Tanger MED & Retour nach Tarifa (open return). 1 Opel Kadett + 2 Menschenwesen kosten dann 200,-€ & bei Carlos bekommt man direkt das Fahrzezg für Marokko registriert (D16TER) und die Zettelchen für die Einreise. Als sei das nicht genug, bekommen wir noch Wein sowie Kuchen.
Nun aber schnell zum Fährhafen, wenn sie nämlich pünktlich ist, wird es knapp!