Archiv der Kategorie 'Slowenien'

zum anderen ufer

Das Wetter mag hier einfach nicht schlechter werden und so beschließe ich, dass wir ja an’s andere Ufer könnten. Sinnigerweise stehen wir an einer Lagune und das Gegenüber scheint so nah – zu Fuß jedoch ist es ein Stück und noch vor dem Frühstück nehmen wir dieses Vorhaben in Angriff. Schweissgebadet erreichen wir Portoroz und ich merke recht fix, dass hier sich alles um den Touristen dreht. Wirklich Sehenswertes gibt es nicht, auch wenn sich mancher Erbauer von Hotels und Casinos Mühe gab – im Endeffekt aber ist es und bleibt es nicht wirklich schön.

Dort werden mir zur Mittagsmahlzeit herrliche Cevapcici serviert und mit vollem Magen geht es den ewig weiten Weg zurück. Übrigens schmückt Portoroz ein kleines Handtaschen-Museum – dieses finde ich jedoch auf Anhieb nicht und so bleibt es mir wohl oder übel für immer verwährt.

mehr meer

Der hießige Campingplatz erweist sich als hervorragend. Er ist nicht übermäßig überfüllt, die Preise sind sehr human und uns begegnen nur wenige lautstarke Kindereien. Da es hier quasi keinen Strand gibt, wurde kurzerhand ein Küstenabschnitt betoniert und mit Treppen ins erfrischende Nass versehen. Auch ist das Gebotene für den Ottonormal-Camper wohl eher nichts – allzu sauber ist es nicht und auch sonst gibt es eher wenig bis nix – ideal also für mich.

Diesen Betonstrand müssen wir uns erfreulicherweise auch mit nur wenigen Leuten teilen und so macht sich endlich Entspannung breit. Hin und wieder Springe ich in die hohe See, lese nebenbei jede Menge und schlafe erschreckend oft. Mit zunehmender Körperröte mangelt es mir auch an Lust mich selbst um das Essen zu kümmern und so gehen wir desöfteren Essen. Die Preise sind selbst hier an der Küste vertretbar, das Angebotene sehr fein und ich werde stets satt.

italienflucht

Das Dachzelt ist seit Tagen offen – Freiluftbett quasi. So stehe ich heute zeitig auf, wasche mich in Katzenmanier und baue gemählich die Behausung ab. Das nächste Ziel steht bereits fest und ich freue mich.

Mein Navi speise ich mit der Zieladresse und bitte um eine möglichst sinnfreie Route – das kriegt es auch wunderbar hin und so fahren wir auf öden Landstraßen nach Triest. Weil das Navi einfach kein Depp is, gondeln wir natürlich direkt durch die Innenstadt zu Beginn der Siesta – es ist die Hölle los und wir kommen Dank einer Straßensperrung auch in den Genuss Triest in all seinen Winkeln zu sehen.

Durch das Wirrwarr aus Stau und Chaos schaffen wir es dann wider Erwarten doch und finden uns urplötzlich an der Grenze zu Slowenien – auf einem Feldweg. Es geht einige Kilometer mitten durch die Pampa mit herrlichen Ausblicken auf die Küste bis wir schließlich das Ziel erreichen.
Ein Campingplatz direkt an der Miniaturküste Sloweniens. Meine Erwartungen sind groß, nach Lignano kann es quasi nicht schlimmer werden und voller Vorfreude befahre ich den Platz.

wurzenspaß

Einfach so auf‘m Campingplatz gammeln und versauern war ja noch nie meins – so haben wir das Nötigste zusammengepackt und begaben uns mit den drei Youngtimern zu‘m nahegelegenden Wurzenpass.

Seit Eröffnung des Karawankentunnels hat der Wurzenpass quasi keine Bedeutung mehr. Es zieht überwiegend Touristen an und manch Einheimische zum Einkaufen – so auch uns.
An der ehemaligen Grenze genießen wir ein fantastisches Drei-Gänge Menü auf österreichischer Seite und sind dann tatsächlich dämlich genug wieder umzukehren, anstatt den Pass bis Slowenien abwärts zu fahren.

Der slowenische Teil soll wohl spektakulärer sein – ich war schon etwas enttäuscht, der Aufstieg von Kärnten aus war ein Kinderspiel.

Mach ich ja oft & gern – Gründe lassen um wieder zu kommen.

karawankenritt

Nach erfolgreichem Sonnenbad haben wir die Adria wieder verlassen. Es ging zurück an den Wörthersee – das Vortreffen findet langsam sein Ende und wir verbringen noch einige Tage in Kärnten.

Der Weg dorthin gestaltet sich normalerweise recht trist und einfach – man fährt über die Autobahn über Udine nach Villach und ist quasi schon da. Diesesmal entschied ich mich für den schöneren Weg.

Man kann den Wörthersee auch über die Luftlinie erreichen – einfach durch die Karawanken. Es locken wunderschöne Passstraßen, endlose Weite und das Frühjahrserwachen der Natur. Rund 60km Passstraße gilt es zu bewältigen – worüber ich übrigens noch nie gelesen habe. Wenn man von Pässen in Europa spricht hört man immerzu Österreich und Frankreich – von den slowenischen kein Wort – obwohl sie beinahe schöner sind. Kaum Verkehr, touristisch nicht erschlossen, keine Hinweistäfelchen und Fernguck-Rohre.

Begeisterung machte sich auch bei‘m Kadett breit – völlig außer Atem kochte er kurz vor‘m Scheitelpunkt auf und verlangte nach einer kurzen Pause. Über 30km unentwegt Steigung und das mit Hänger und voller Beladung fordern eben ihren Tribut.

Auf die Schnelle Wasser nachgekippt und weiter ging’s. Sicher ist – dort muss ich wieder hin! Aber ohne Hänger und vielleicht mit dem Cabrio.