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ljubelj – welcome to austria

In mir macht sich mal wieder vollkommene Verblödung breit – irgendwo im Hinterstübchen weiss ich dass es drei Möglichkeiten gibt nach Österreich zu kommen. Da gibt es den Karawankentunnel – kostet Geld dafür aber keine Zeit. Zeit habe ich und so kommt nur der Wurzenpass oder der Loiblpass in Frage.

Nun denn, Loiblpass bin ich noch nie gefahren, also soll er es werden. So recht klar ist mir jedoch nicht, wo ich diesen denn finde und fahre einfach mal in die Ecke, wo ich ihn denn vermute. Klappt soweit auch wunderbar, kurz vorm Ziel ist er sogar ausgeschrieben. Nur ein Symbol macht mich etwas stutzig, ist damit etwa der Tunnel gemeint? Ich folge der Beschilderung und wähne mich richtig, bis zu dem Moment, wo ich vor dem Tunnel stehe. Verfluchter Dreck. Wir halten, glotzen etwas herum, unten werfe ich auch einen Blick auf das Denkmal für die Opfer des Bau’s während der NS-Zeit und fahre anschließend durch diesen pissöden Tunnel.

Die Grenzposten zu Österreich stoppen mich natürlich uns es gibt ein kleines Drama wegen der ungültigen Papiere meiner Begleitung. Wir mögen doch bitte warten solange die Personalien geklärt werden. 100,-€ Strafe soll es kosten, die uns aber erlassen werden. Anschließend gibt es eine Belehrung über die viel zu hohe Anzahl meiner Vignetten und ich komme wie immer mit dem Versprechen meinen etwas eigenwilligen Sonnenblendstreifen zu entfernen davon. Verzähhlt hat er sich auch – ich weise ihn jedoch nicht darauf hin. Er prüft noch schnell ungläubig die gültige Hauptuntersuchung samt Fahrzeugpapiere und wünscht anschließend eine gute Fahrt – wieder einmal eine angenehme Erfahrung und die Angst jemals tatsächlich ordentlich Strafe zahlen zu müssen, ist etwas gelindert.

gemuesefetisch

Orientierung macht sich breit und so finden wir nach einigen Kilometern tatsächlich wieder zurück zum Stadtkern – laut Stadtplan haben wir nun einen rießigen Bogen um Ljubljana gelaufen und treffen praktisch nun wieder den Punkt, von dem wir aus gestartet sind – herrlich!

Zufällig kommen wir an einem Markt vorbei, welcher seiner Bezeichnung auch wirklich gerecht wird. Tonnenweise Gemüse wird neben noch viel mehr Obst hier feilschgeboten und es sieht alles so verdammt köstlich aus. Stände mit Klamotten und anderem Geraffel gibt es zwar auch, die sind aber alle etwas abseits in den Nebengassen. Was nicht gerade allzu verderblich ist, lasse ich mir eintüten und nehme einiges für daheimige Kochorgien mit, während mir ununterbrochen der Sabber im Munde zusammenläuft.

Am Ende des Marktplatzes findet zu alledem auch noch eine Art Streetfoodmarkt statt – ähnlich wie bei den trendigen Foodtrucks, nur eben ohne LKW und weniger langweilig. Insgeheim bin ich froh vor kurzem erst einen wahnsinnig großen Burger in einem Pitabrot vernascht zu haben, denn sonst hätte ich mir hier nicht nur Diabetes angefressen sondern auch sämtliches Budget verprasst.

Randvoll – die Einkaufstüten sowie ich selbst – gehen wir zurück zum Kadetten und nehmen weiter Fahrt auf in Richtung Heimat.

ljubljana / laibach

Im Zentrum angekommen parkiere ich den Kadetten beinahe neben der Philharmonie und so befinden wir uns direkt am Beginn einer kleinen Erkundungstour durch Ljubljana. In einem kleinen Souvenirshop erbettle ich einen Stadtplan und kaufe direkt einen Kofferkleber für meine Motorhaube.

Der Weg führt uns an Rathaus und Philharmonie vorbei zur Promenade der Ljubljanica, wo es sich recht prächtig aushalten lässt. Unzählige Brücken, eine schöner als die andere, ermöglichen es den Fluss zu überqueren und so machen wir das auch recht oft, sehen uns Häuser, Geschäfte und die Menschenmassen an.

Mangels Orientierung verlaufen wir uns recht angenehm, kommen durch diverse Viertel, wo sich offenbar sonst kein Tourist verirrt und man bekommt ein neues Bild der Stadt zu Gesicht, fernab von den Flaniermeilen rund um die Altstadt. Unterwegs stolpere ich über einen Friseursaloon, lese etwas von 8,99€ und flitze hinein – bis zu einer Stunde müsse ich warten, Termine gäbe es keine. Ist mir zu lange nun bei der Hitze und so bleibt meine wilde Mähne eben wild wie sie ist.

auf zur metropole

Bei Zeit stehe ich auf, packe das ganze Geraffel beisammen und nehme noch eine schnelle Dusche. Welch Erfrischung bei 30 Grad am frühen Morgen! Dem Navi befehle ich mich auf schnellstem Wege nach Ljubljana zu geleiten und auf halber Strecke verlasse ich die Autobahn um einkaufen zu gehen. Einige Dinge sind in Slowenien tatsächlich noch günstiger als bei uns und so fülle ich sämtliche Ritzen im Kadett – in erster Linie natürlich um etwas Abwechslung zu Hause zu haben.

Zurück auf der Autobahn geht es dann recht fix, wir erreichen Ljubljana und man merkt sofort – Slowenien ist ein Dorf. Die Größte Stadt fasst gerademal 250.000 Einwohner und rundherum ist alles sehr sehr ländlich. Lediglich die Sprache & Kennzeichen erinnern einen daran, dass man sich nicht in Österreich befindet.

a/c is off

Sekunden vor dem Hitzetod schaffe ich es in den Schatten neben dem Kadett, erhole mich ein wenig von der langen Wanderung und springe dann recht zeitnah ins gesalzene Nass. Daraufhin wird wieder kräftig am Sonnenbrand gearbeitet und ich schlafe erneut viel. Heute scheint etwas mehr los zu sein, einige Seelen plantschen im Meer und in mir macht sich wieder Hunger breit.

Pappsatt harren wir den Sonnenuntergang aus und beschließen den Campingplatz dann in Bälde zu verlassen. Die Nacht jedoch soll’s noch sein und so komme ich mit etwas Glück mal wieder in den Genuss der beschissenen Tecnomusik der Partys in Ufernähe.

zum anderen ufer

Das Wetter mag hier einfach nicht schlechter werden und so beschließe ich, dass wir ja an’s andere Ufer könnten. Sinnigerweise stehen wir an einer Lagune und das Gegenüber scheint so nah – zu Fuß jedoch ist es ein Stück und noch vor dem Frühstück nehmen wir dieses Vorhaben in Angriff. Schweissgebadet erreichen wir Portoroz und ich merke recht fix, dass hier sich alles um den Touristen dreht. Wirklich Sehenswertes gibt es nicht, auch wenn sich mancher Erbauer von Hotels und Casinos Mühe gab – im Endeffekt aber ist es und bleibt es nicht wirklich schön.

Dort werden mir zur Mittagsmahlzeit herrliche Cevapcici serviert und mit vollem Magen geht es den ewig weiten Weg zurück. Übrigens schmückt Portoroz ein kleines Handtaschen-Museum – dieses finde ich jedoch auf Anhieb nicht und so bleibt es mir wohl oder übel für immer verwährt.