Archiv der Kategorie 'Oesterreich'

energieträger erschöpfen

Auf ins Ötztal? Das ist leichter gesagt als getan. Nördlich von Graz nämlich hat vor Kurzem ein LKW in einem Tunnel gebrannt. Dieser muss nun saniert werden und dafür ist er gesperrt. Die Umfahrung kostet Zeit und auch der Weg bis Salzburg zieht sich enorm. Zu allem Pech müssen wir auch durch das deutsche Eck und müssen durch die noch immer aktive Grenzkontrolle zu Deutschland. Hat dieses dämliche Bayern noch immer nicht kapiert, dass ihr affiges Getue nichts weiter bringt, außer dass ich ständig hier im Stau stehe?! Freie Fahrt für freie Bürger, ihr Hinterweltler!

Wie wir irgendwann durchkommen geht es direkt wieder südwärts nach Innsbruck und dann nach Längenfeld. Seit einigen Jahren lebt Herr O. samt Freundin J. hier und seit meinem letzten Besuch ist es sehr viel ernster geworden. In Kürze beziehen die beiden ihre Eigentumswohnung und Herrn O. verstehe ich beinahe nicht mehr. Der Dialekt lässt keinen Zweifel – das ist kein Deutscher mehr! Der ist nun in Österreich vollintegriert und kann nie mehr zurück.

Gemeinsam gehen wir zum Italiener, haben uns einiges zu erzählen und futtern ganz vorzüglich. Im Anschluss ist auch noch etwas Zeit für einen Verdauungsspaziergang und so finden wir uns auf der Längenfelder Hängebrücke wieder, gucken ein wenig ins Tal und gehen dann zurück zum Auto. Ein Stück weiter steht bereits die neue Wohnung, schon bald bezugsfertig und wird nun von uns besichtigt. Nun auch mit Gästezimmer, sodass wir in Zukunft öfter kommen können!
In der alten Wohnung gibt’s dann noch Kaffee – ich trinke sogar einen Espresso – und dann verabschieden wir uns auch schon wieder. Vor uns liegt nun noch der Fernpass und ein wenig Autobahn, sodass wir planmäßig am späten Abend in unser heimisches Bett fallen können.

graziös

Vollgestopft überqueren wir wieder die Mur und schlendern durch die Innenstadt, betreten so manches Geschäft, ich knabbere an einer Pita und wir gucken auf die vielen hübschen Fassaden.
Am Abend schließlich wollen wir nochmal lecker Essen gehen und blöde wie ich bin, schaue ich online nach einem guten Lokal. Natürlich kann man dem ollen Internet mal wieder nicht trauen, denn das Essen schmeckt nicht besonders, die Bedienungen kriegen auch nichts auf die Reihe und der Spaß kostet auch noch ein kleines Vermögen.

Am frühen Abend dann fahren wir mit den Öffentlichen zurück in unser Hotel, lassen den Abend ausklingen und gehen zeitig zu Bett. Morgen nämlich möchten wir meinen Wanderführer im Ötztal besuchen. Wie ich das mit ihm ausmachte, habe ich versäumt mal auf die Landkarte zu blicken. Österreich ist schließlich ein kleines Land, wie weit kann das Ötztal schon von Graz entfernt sein?!
Wie sich dann herausstellte, – weit genug um dafür 7 Stunden Fahrtzeit einzuplanen. Der Umweg nach Hause ist zwar überschaubar, aber mit so viel Fahrerei hatte ich nicht gerechnet.

Am Morgen dann klingelt der Wecker, wir packen zusammen und plündern ein letztes Mal das Buffet und sehen uns dann schon im Kadett wieder. Auf ins Ötztal!

steiermark

Wir waren gestern Abend noch eben in einem Einkaufszentrum, haben ein paar Besorgungen erledigt und sind dann hundemüde ins Bett gefallen.
Nun sitzen wir am Frühstückstisch, ergötzen uns am etwas mageren Buffet und fahren nun in die Innenstadt – Graz erkunden. Mit der S-Bahn geht es vom Hotel zum Hauptplatz und schon stehen wir vorm Schloßbergstieg. Den möchten wir aber nicht erklimmen und stattdessen mit der Schloßbergbahn hinauf fahren. An der Talstation dann die Ernüchterung – wegen Revidierung geschlossen. So ein Pech. Alternativ kann man auch mit dem Lift im Berg hinauffahren – aber das ist uns dann doch zu langweilig.

So erklimmen wir den Schloßbergstieg. 260 Stufen führen von unten hinauf zum Uhrturm, gebaut wurde er 1914-1918 von österreichischen Pionieren und russischen Gefangenen, weshalb man ihn weitläufig auch Russenstieg nennt. Oben angekommen bietet sich ein herrlicher Blick über die Dächer von Graz und die Sonne brennt uns auf den Kopf. Zeit für etwas Nahrung. Auf dem Schloßberg wollen wir nichts essen – ist schon sehr überlaufen hier oben und so stolzieren wir wieder hinab, überqueren die Mur und besichtigen die Mariahilferkirche.
Bei einem Italiener um die Ecke verköstigen wir Salat, Pasta und Profiterol – das sind italienische Windbeutel mit ungebührlich viel Schokolade!

ländereck

Der Balaton liegt hinter uns, auf nach Slowenien! Unser nächster Halt ist zwar erst in Österreich geplant, aber einen Stopp in Lendava kann ich mir nicht verkneifen. Wir brausen durch die Weinberge und kommen schließlich am Vinarium Tower an – den hat man einfach auf eine Anhöhe umgeben von Weinreben gestellt. Sicher hat man eine fantastische Aussicht von dort oben – uns ist das nun aber nicht sehr geheuer wegen der vielen laustarken Kinder. Muss nun nicht sein, also genießen wir das Panorama von unten und fahren nochmal ein Stück weiter.

Wir finden ein Schloss und die Front vom Tal aus sieht vielversprechend aus – oben angekommen entpuppt es sich als Galerie und auch weitaus weniger schön wie erwartet. Den Eintritt sparen wir uns jetzt, auf Kunst habe ich ohnehin keine Lust und endlich steuern wir unser eigentliches Reiseziel an.

Ein gutes Stück weiter kommen wir in Graz an und wir nutzen den schönen Nachmittag für einen Besuch beim Schloß Eggenberg. Das liegt nämlich etwas außerhalb von Graz und ist zu Fuß für unsere müden Beine nun nicht zu erreichen – unser Hotel nämlich liegt am anderen Rand der Stadt. Der schöne Schlosspark lädt ein zum verweilen und das tun wir jetzt auch. Ich bespaße die freilaufenden Pfauen, gucke auf Enten und allmögliches Grünzeug. Besonders das barocke Schloss gefällt mir sehr gut und so dauert es ein wenig bis ich mich sattgesehen habe. Nur das Archäologiemuseum ignorieren wir – bei dem herrlichen Wetter möchte ich nun nicht in den alten Gemäuern herumhängen und stattdessen spazieren wir durch den Park, bis wir schließlich unser Hotel aufsuchen.

hohensalzburg

Neulich waren wir ja in Karlsruhe bei der ältesten Standseilbahn auf deutschem Boden. Nun fahren wir mit der ältesten Österreichs und irgendwie sind sie sich schon sehr ähnlich. Die Salzburger Bahn ist nur weitaus moderner und wahnwitzig teuer. Zu zweit bezahlen wir für Berg- und Talfahrt beinahe 30,-€ und ich ärgere mich ein wenig über unsere Faulheit. Schließlich könnten wir auch laufen, – das aber sind wir inzwischen ja genug.

Mit 5m pro Sekunde kommen wir zügig oben auf dem Festungsberg an und gucken nun auf die alten Gemäuer, spazieren gemütlich durch die Anlage und gönnen uns kühle Getränke in einer Wirtschaft mit Blick auf Paul Wallachs „Down to the Ground“. Auf einem Areal von 40×45m hat Paul Wallach einen riesigen Stern in die Landschaft geworfen. Von hier oben mag er zwar recht klein aussehen, aber mit 320m Umfang entspräche der vertikalen Höhe des Eiffelturms. Wer es denn mal sehen oder gar erlaufen mag, möge sich beeilen – nur noch bis Ende September bleibt dieser Ort der Begegnungen und verschwindet dann – wohin? Keine Ahnung.

Wir verschwinden nun aber auch – zurück mit der Standseilbahn ins Städtchen. Nach einem Cocktail, neuen Schuhen und leckeren Burgern dann zurück in unser Hotel und nun schauen wir noch, was denn das hoteleigene Spa so kann.
Leider nicht allzu viel wie wir schnell merken. Immerhin sind wir die Einzigen und haben die Sauna, das Dampfbad und die Erlebnisdusche für uns ganz alleine. Es mangelt aber am Ambiente. Der gesamte Wellnessbereich wirkt wenig einladend und etwas trostlos. Ganz im Stile des gesamten Hotels.

historischer stadtkern

Den Kapuzinerberg haben wir hinter uns gelassen und sind nun in der Altstadt von Salzburg. Teile der Altstadt gehören zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg und wir sehen uns jetzt um. Zuerst stolpern wir zum Schloss Mirabell – das Schloss selbst wird vorallem von der Stadtverwaltung genutzt und der Prunksaal dient am heutigen Tag offensichtlich als Trauungssaal. Auch haben sich so einige asiatische Brautpaare hierher verirrt um ein paar schöne Fotos zu schießen – entsprechend voll ist der berühmte Mirabellgarten.

Die Gartenanlage in ihrer heutigen Form wurde so bereits im 17. Jahrhundert in Auftrag gegeben und ist gerade an einem Sommertag wie heute besonders sehenswert – wenn auch etwas öde, wenn man mit buntem Grünzeugs nicht allzu viel anfangen kann.
Nun laufen wir über die Salzach und schlendern ein Stück durch die Fußgängerzone, bis wir in einer Seitengasse ein Restaurant entdecken. Schnitzel soll es geben und gesättigt kommen wir am Geburtshaus von Mozart vorbei. Hier tummeln sich Milliarden Touristen und ich staune nicht schlecht, als ich den Eintrittspreis erblicke. Rund 12,-€ kostet der Spaß und zu meinem Glück können wir uns die sparen – ich interessiere mich noch immer nicht für Mozart und sein Schaffen.

Stattdessen widmen wir uns dem sehr viel interessanteren Salzburger Dom. Der Barockbau steht unter Denkmalschutz und wurde nach der Bombardierung 1944 aufwendig saniert. Das Hauptschiff ist rund 100m lang und die Vierungskuppel rund 80m hoch – überwältigend wenn man so nach oben blickt. Spätestens dann dürften einem auch die Segmentflächen der Kuppeln auffallen. Hier finden sich Darstellungen der vier Evangelisten und die Wappen der Erzbischöfe, die den Dom geweiht haben.