Archiv der Kategorie 'Oesterreich'

kuh sticht ziege

Mich treibt es heute schon ins Allgäu und ich habe mir horrend wenig vorgenommen. Vorallem möchte ich den Jochpass fahren, denn ich kann mich überhaupt nicht erinnern hier jemals rumgedüst zu sein. In Oberjoch angekommen stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß in Richtung der Iseler-Platz Hütte. Habe nun überhaupt keinen Plan ob die geöffnet ist. Macht aber nichts, denn irgendwann sehe ich mich am Grundbach wieder und weiß, dass ich sowieso falsch bin. Also marschiere ich noch ein wenig, gucke auf wildes Gestrüpp und komme nach rund 5km wieder am Auto an.

Nun ist der Hunger ordentlich groß und ich beschließe im Tannheimer Tal zu speisen. Ich fahre durch Schattwald, Katzensteig, Zöblen, Untergeschwend und fahre bishin zum Haldensee. Abgesehen von Hotels habe ich leider keinen urigen Biergarten oder irgendwas in der Art gefunden, sodass ich einfach weiterfahre. In Grän versuche ich ein letztes Mal mein Glück und werde auch hier enttäuscht, sodass ich mich wieder nach Deutschland begebe in Richtung Pfronten. Da wird’s schon was geben.

In Pfronten erwische ich dann tatsächlich einen Biergarten ganz nach meinem Geschmack, bekomme herrlichen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und viel zu viel des Specks. Mit einem Biermix spül ich das eben runter, bin herrlich satt und mach mich ganz gediegen auf den Rückweg nach Hause. Das war ein schöner Tag und es war so erstaunlich wenig los im Ferienparadies. Schade dass das nicht immer so ist.

klingt logisch

Die Hochzeit habe ich gut überstanden, es war ganz zauberhaft gewesen und auch Zeit für etwas Arbeit habe ich gefunden. Nun täten wir aber noch furchtbar gerne Sonne tanken und angesichts der Wettervorhersagen wird das ein verdammt schwieriges Unterfangen. Ich habe nun einen Haufen Zeit damit verbracht mir die Prognosen für diverse Regionen im Umkreis von 1.000km anzusehen und komme zu dem Entschluss – überall ist mieses Wetter. Für gutes Wetter müsste ich tatsächlich sehr weit in den Süden oder am besten direkt nach Afrika. Das scheint mir dann nun aber doch zu weit und ich entscheide mich dann einfach für die Toskana.
Mein Dachzelt befindet sich noch immer im Winterschlaf und angesichts der Temperaturen soll das auch jetzt so bleiben. So komme ich schon zum nächsten Problem – alles ist ausgebucht oder wahnsinnig teuer. Ich finde kein vernünftiges Hotel und so drifte ich ein wenig ab. In Kroatien werde ich schließlich fündig. Ein günstiges Hotel inmitten in der Altstadt von Rijeka ist gebucht. Dort war ich noch nie gewesen und es schadet sicher nicht, sich dort mal umzusehen. Programm für Regenwetter habe ich auch direkt gefunden.

Gegen Mitternacht steigen wir in den Kadett und nun soll es direkt nach Rijeka gehen. Die Idee scheinen aber viele gehabt zu haben, die Autobahnen sind nämlich rammelvoll, auf der Tauernautobahn herrscht Blockabfertigung und den Sonnenaufgang verbringen wir noch in Österreich. Slowenien dann ist schnell durchquert und nach zehn Stunden Fahrt kommen wir schließlich in Rijeka an. Auf den ersten Blick ganz nett hier und ehe wir zu unserem Hotel fahren, möchte ich mir noch fix zwei Dinge etwas außerhalb der Stadt ansehen.

bummelgang

Von Marc & Selena habe ich mich verabschiedet und versuche jetzt nach Österreich zu kommen – aber nicht ohne in Regensburg die Wallhalla-Gedenkstätte zu besuchen. Schon ewig nehme ich mir vor dort mal hin zu fahren! Nicht aber wegen der vielen Büsten, sondern wegen des doch recht imposanten klassizistischen Tempelbaus. Besonders von der Südseite wirkt der Bau unheimlich monumental, es fällt mir schwer mich sattzusehen und trotz meines immensen Zeitdrucks (höhö!) laufe ich die große Runde um die Gedenkstätte, kämpfe mich die unzähligen Stufen hoch und bezahle sogar Eintritt um in die Marmorgesichter von großen Deutschen zu blicken.

Nun könnte ich etwas zu Essen gebrauchen und beschließe bis Passau die Autobahn zu nehmen, um anschließend nach Norden abzudriften. Kurz vor Tschechien werde ich dann in einem Kuhdorf auch fündig und herrlich satt. Damit hat sich erledigt bei Tageslicht Ungarn zu erreichen, denn mit der Dämmerung komme ich in Linz an und überlege kurz allen Ernstes ob ich hier nächtigen soll. Die Vernunft siegt schließlich und ich starte durch bis zu den Toren Wiens. Hier schneit es ganz fürchterlich und ich gönne mir jenseits der Autobahn ein Abendmahl und verwöhne den Kadett mit Benzin. Das Gegurke macht sich auch richtig bemerkbar, 5,5l/100km lassen die Reisekasse jubeln.

Auf Wien habe ich so überhaupt keinen Bock, müde bin ich noch lange nicht aber bis zu meinem nächsten Ziel ist es noch ein Stück, jedoch nicht weit genug um die Nacht durchzufahren. Also höre ich auf zu überlegen und lass den Kadett einfach mal rollen und schon bin ich in Ungarn. Auch hier schneit es ununterbrochen bis es schließlich in Eisregen übergeht und mich zwingt alle 5km zu stoppen, um die Scheiben freizukratzen. Nun bereue ich auch ein klein wenig die Wahl der Jahreszeit für diese Tour. Irgendwie bescheuert.

blödes bergfestival

Um 14.30 spielen heute wieder Liedfett – nun ist sicher auch jedem klar, warum ich hier bin. Wenn die schon zweimal spielen, dürfen wir nicht fehlen! Nun ist es 12.00 Uhr und während eines Toilettenganges posten die Veranstalter des Festivals ganz munter, dass Liedfett auf 12.30 vorvorlegt wird. Vonwegen Wetterbedinungen und so. Dass es in 30min. kein Mensch zur neuen Location auf den Berg schafft und Schneefall in den Alpen öfter vorkommt, scheinen die einfach nicht zu wissen. Aber ist egal – ich mache Stress, bin sofort angezogen und startklar. In der Bar möchte ich ein Taxi organisieren und staune nicht schlecht, dass es abgesehen von einem Lift keine Möglichkeit gibt, dort hinzukommen. Also marschieren wir los und schon einige Meter weiter stehen plötzlich die Jungs von Liedfett neben uns. Die wissen von nichts und der Gig ist hiermit nun abgesagt, tolle Wurst.

Gemeinsam gehen wir dann zum Lift und wollen zu Monsters of Liedermaching, auf dem Weg dorthin haben wir eine menge Spaß, die Gondel ertrinkt in Konfetti und der viele Schnee tut der Stimmung erstmal keinen Abbruch. Mit Herrn B. verkürze ich die Wartezeit in einem Schirmpavillon, wir süffeln manchen Absacker und gehen dann rüber zur Band, tanzen ein wenig im Schnee, treiben Unfug und genießen Monsters of Liedermaching, ehe wir vollkommen verfroren das Weite suchen. Im Hotel gibt es warme Füße, einigen Schnaps und dann gehen wir noch zum Italiener um die Ecke.

Ausklingen lassen wir den Abend bei den Broilers auf der Hauptbühne, ich sehe mir einige Lieder vom Rand aus an, denn mein großer Zeh wurde bei Drunken Masters in Mitleidenschaft gezogen – denke der muss zeitnah einfach ab. Ich verschwinde dann ganz alleine in mein Hotel, hoffe auf ein paar ruhige Stunden und werde natürlich enttäuscht. Die Whatabuscrew ist aufgetaucht und wir lassen unseren letzten Abend ganz entspannt angehen, trinken die letzten Kaltgetränke leer und plaudern bei guter Musik bis in die Nacht hinein. Am Morgen geht es dann ganz schnell, ich brauche eine halbe Stunde um das Auto von Schnee & Eis zu befreien, verabschiede mich und dann schauen wir noch eben bei Marc und Selena vorbei, sagen ganz lieb tschüss und wünschen ihnen viel Vergnügen auf ihrer Wintertour.
Nach rund 8 Stunden haben wir es dann auch zurückgeschafft, das Schneechaos verfolgte uns die ganze Fahrt über und ich falle erstmal bedürftig ins Bett.

die holle dreht durch

Nach Prada Meinhoff und Liedfett soll es auf irgendeine Alm gehen. Scheint nicht weit weg zu sein und wir versuchen es einfach mal. Gondeln oder Lifte gibt es um diese Uhrzeit nicht mehr, also müssen wir den Berg nun irgendwie erklimmen. Auf der Skipiste geht es zu Fuß hinauf, neben uns noch viele anderen und kaum einer schafft es, sich auf den Beinen zu halten. Ein herrlicher Anblick. Oben angekommen spielt Jennifer Rostock gerade ihr DJ-Set. Zwei Mädels in der ersten Reihe quittieren das mit Mittelfingern und ich pflichte ihnen bei. Was für ein Mist und hoffentlich bald zu Ende!

Im Anschluss heizen die Jungs von Drunken Masters kräftig ein – ist auch bitternötig, denn es herrscht eine Schweinekälte! So tanzen wir bis spät in die Nacht, Drunken Masters wissen mal wieder voll zu überzeugen und dann heißt es diese verdammte Skipiste irgendwie hinter uns zu lassen. Anfangs beobachten wir das heitere Herunterpurzeln, lachen uns schief und wagen es dann endlich selbst. Wider Erwarten falle ich überhaupt nicht und bin im Tal schon etwas stolz auf mich. Frohen Mutes kapern wir noch eben ein Taxi, ergaunern uns drei freie Plätze und fahren von Hinterglemm zurück nach Saalbach. Dort verabschiede ich mich von den beiden, erwerbe einen Döner der seinen Namen nicht verdient und gehe mit meiner Knoblauchfahne in mein Bettchen.

Am Morgen dann großer Lärm in der Ferienwohnung. Herr B. saugt eben unser Schlafzimmer, überall wird geputzt und ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Herr B. und Ich sind uns einig – dieser waghalsige Stress wird sofort mit Whiskey & Gin dem Boden gleichgemacht. Auch unsere Laune verbessert sich schlagartig und zum Frühstück gibt es saure Gurken, etwas Brot und eine undefinierbare Wurst.

BERGFESTival

Viel Zeit haben wir nun nicht, denn ich habe mir fest vorgenommen ein paar Bands zu sehen. So trinken wir in Ruhe vor und zusammen mit den Whatabüssern gehen Herr B. und Ich dann essen. In einem Hotel werden wir fündig, satt und auch die Geschmacksnerven werden adäquat verwöhnt. Die Damen aus Berlin warten bereits an der Hauptbühne auf mich und so kommt es, dass ich tatsächlich Bands sehe. Zusammen feiern wir ein wenig bei Emil Bulls. Die Jungs aus München wissen live zu gefallen, auf Scheibe höre ich sie aber nie. Zuletzt habe ich sie vor 5 Jahren auf einem Festival im Schwarzwald gesehen. Verändert scheint sich nix zu haben, aber die Party im Schnee macht richtig Laune! Mit etwas Glühwein ist es sogar ganz erträglich.

Nach Emil Bulls soll es eigentlich zu Grossstadtgeflüster gehen. Die habe ich letztes Jahr schon versäumt und heuer müsste es eigentlich Pflichtprogramm sein. Nun habe ich aber folgendes Problem – Liedfett spielen heute Abend auch noch und das könnte verdammt stressig werden, vorallem weil die Konzertlocations in zwei Ortschaften überall verstreut liegen. Also entscheiden wir uns für eine kurze Verschnaufpause in unserer Ferienbude, tauschen die nassen Socken und saufen ein wenig Schnaps. Währenddessen steigt auch die Vorfreude auf Liedfett enorm und es wird langsam Zeit zu gehen. Rund 5km trennen uns jetzt von Liedfett, also bestelle ich uns ein Taxi. Auf Laufen oder Shuttlebusse hat irgendwie keiner Bock.

Angekommen ist es nicht mehr lange bis zum Konzert, wir feiern im Club schon mal etwas vor und Son of Polvo guckt recht fassungslos als er mich entdeckt. Uns scheint für Liedfett & Polvo einfach kein Weg zu weit. Das Konzert selbst übertrifft mal wieder sämtliche Erwartungen. Der Schweiß tropft von der Decke, die Menge ist am Toben und ich könnte direkt noch einmal! Der Rest unserer Crew zieht weiter und ich bleibe mit den Berlinerinnen noch ein wenig da. Wir gucken uns ein paar Songs von Prada Meinhoff an, schnapseln an der Bar und beschließen, noch weitere Acts zu genießen.