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hohensalzburg

Neulich waren wir ja in Karlsruhe bei der ältesten Standseilbahn auf deutschem Boden. Nun fahren wir mit der ältesten Österreichs und irgendwie sind sie sich schon sehr ähnlich. Die Salzburger Bahn ist nur weitaus moderner und wahnwitzig teuer. Zu zweit bezahlen wir für Berg- und Talfahrt beinahe 30,-€ und ich ärgere mich ein wenig über unsere Faulheit. Schließlich könnten wir auch laufen, – das aber sind wir inzwischen ja genug.

Mit 5m pro Sekunde kommen wir zügig oben auf dem Festungsberg an und gucken nun auf die alten Gemäuer, spazieren gemütlich durch die Anlage und gönnen uns kühle Getränke in einer Wirtschaft mit Blick auf Paul Wallachs „Down to the Ground“. Auf einem Areal von 40×45m hat Paul Wallach einen riesigen Stern in die Landschaft geworfen. Von hier oben mag er zwar recht klein aussehen, aber mit 320m Umfang entspräche der vertikalen Höhe des Eiffelturms. Wer es denn mal sehen oder gar erlaufen mag, möge sich beeilen – nur noch bis Ende September bleibt dieser Ort der Begegnungen und verschwindet dann – wohin? Keine Ahnung.

Wir verschwinden nun aber auch – zurück mit der Standseilbahn ins Städtchen. Nach einem Cocktail, neuen Schuhen und leckeren Burgern dann zurück in unser Hotel und nun schauen wir noch, was denn das hoteleigene Spa so kann.
Leider nicht allzu viel wie wir schnell merken. Immerhin sind wir die Einzigen und haben die Sauna, das Dampfbad und die Erlebnisdusche für uns ganz alleine. Es mangelt aber am Ambiente. Der gesamte Wellnessbereich wirkt wenig einladend und etwas trostlos. Ganz im Stile des gesamten Hotels.

historischer stadtkern

Den Kapuzinerberg haben wir hinter uns gelassen und sind nun in der Altstadt von Salzburg. Teile der Altstadt gehören zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg und wir sehen uns jetzt um. Zuerst stolpern wir zum Schloss Mirabell – das Schloss selbst wird vorallem von der Stadtverwaltung genutzt und der Prunksaal dient am heutigen Tag offensichtlich als Trauungssaal. Auch haben sich so einige asiatische Brautpaare hierher verirrt um ein paar schöne Fotos zu schießen – entsprechend voll ist der berühmte Mirabellgarten.

Die Gartenanlage in ihrer heutigen Form wurde so bereits im 17. Jahrhundert in Auftrag gegeben und ist gerade an einem Sommertag wie heute besonders sehenswert – wenn auch etwas öde, wenn man mit buntem Grünzeugs nicht allzu viel anfangen kann.
Nun laufen wir über die Salzach und schlendern ein Stück durch die Fußgängerzone, bis wir in einer Seitengasse ein Restaurant entdecken. Schnitzel soll es geben und gesättigt kommen wir am Geburtshaus von Mozart vorbei. Hier tummeln sich Milliarden Touristen und ich staune nicht schlecht, als ich den Eintrittspreis erblicke. Rund 12,-€ kostet der Spaß und zu meinem Glück können wir uns die sparen – ich interessiere mich noch immer nicht für Mozart und sein Schaffen.

Stattdessen widmen wir uns dem sehr viel interessanteren Salzburger Dom. Der Barockbau steht unter Denkmalschutz und wurde nach der Bombardierung 1944 aufwendig saniert. Das Hauptschiff ist rund 100m lang und die Vierungskuppel rund 80m hoch – überwältigend wenn man so nach oben blickt. Spätestens dann dürften einem auch die Segmentflächen der Kuppeln auffallen. Hier finden sich Darstellungen der vier Evangelisten und die Wappen der Erzbischöfe, die den Dom geweiht haben.

salzburg ohne ende

Nach dem Frühstück im Hotel machen wir uns zu Fuß auf den Weg die Stadt zu erkunden. Als erstes Ziel steht der Sebastiansfriedhof auf dem Programm. Der Friedhof zählt zu den letzten gut erhaltenen frühneuzeitlichen Anlagen des Camposanto-Typs im deutschsprachigen Raum. Camposanto ist die italienische Bezeichnung für Friedhöfe, deren Bauweise an einen Hof mit nach innen offenen Bogengang erinnert.

Dass hier Familienangehörige Mozarts, Leopold Mozart selbst und Angehörige des Physikers Dopplers bestattet sind interessiert mich nicht allzu sehr – viel mehr fällt es mir schwer mich an den Arkaden und Gräbern sattzusehen. In den Gruftarkaden sieht man nämlich rund drei Jahrhunderte künstlerische Grabgestaltung – darunter auch vieles Bedeutsames. Die römisch-katholische Sebastianskirche selbst ist geschlossen und so ziehen wir einfach weiter.

In einem Antiquariat kaufen wir ein paar Postkarten, sodass wir auch die Verwandtschaft zuspamen können und dann mag ich gern auf den Kapuzinerberg marschieren. Der Kapuzinerberg – ehemals Imberg genannt – erhebt sich rund 200m über Stadtniveau und die wollen bewältigt werden. Über steile Treppen geht es hinauf und neben uns verliert ein Kleintransporter seine komplette Ladung. Den Anstieg hat er wohl unterschätzt und hat nun das Vergnügen neu zu beladen. Oben angekommen werfen wir einen Blick in die Klosterkirche und gehen halbwegs unbeeindruckt weiter. Auf dem Berg nämlich gibt es verschiedene Wanderwege und wir versuchen es mit der „Bayerischen Aussicht“. An einem Denkmal für Wolfgang Amadeus Mozart – hier komponierte er seine Zauberflöte – geht es weiter den Berg hinauf, bis wir schließlich eine weite Aussicht über Salzburg und hinüber nach Deutschland haben.

mozarts kugeln

Jetzt geht es auf direkten Wege nach Salzburg – das Hotel ist gebucht, der Kadett ist betankt und nach ein paar Stunden kommen wir auch schon an und ich brauche auch kaum lange um die Tiefgarageneinfahrt zu finden. Unser Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof und zur Feier der bestandenen Hauptuntersuchung durften es auch vier Sterne sein. Irgendwann muss ich mir angewöhnen, die Hotels vorher auch anzugucken. So besonders toll ist es nicht und der Preis irgendwie überhaupt nicht gerechtfertigt, aber sei’s drum – wir sind ja hier um Salzburg zu erkunden.

Viel ist für heute jedoch nicht mehr geplant, denn die Fahrt steckt uns noch in den Knochen und so spazieren wir lediglich ein wenig zur Salzach und sehen uns nach einem Restaurant um. Fündig werden wir leider nicht, sodass wir schließlich aufgeben und den Hunger irgendwann bei McDonald’s am Bahnhof stillen. Satt sind wir geworden, geschmeckt hat’s natürlich gar nicht und das Menschenvieh rund um den Bahnhof war auch beinahe unerträglich.

So verbringen wir den restlichen Abend im Hotel, gucken ein wenig fern, faulenzen herum und schlafen schon früh wohlverdient.

kuh sticht ziege

Mich treibt es heute schon ins Allgäu und ich habe mir horrend wenig vorgenommen. Vorallem möchte ich den Jochpass fahren, denn ich kann mich überhaupt nicht erinnern hier jemals rumgedüst zu sein. In Oberjoch angekommen stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß in Richtung der Iseler-Platz Hütte. Habe nun überhaupt keinen Plan ob die geöffnet ist. Macht aber nichts, denn irgendwann sehe ich mich am Grundbach wieder und weiß, dass ich sowieso falsch bin. Also marschiere ich noch ein wenig, gucke auf wildes Gestrüpp und komme nach rund 5km wieder am Auto an.

Nun ist der Hunger ordentlich groß und ich beschließe im Tannheimer Tal zu speisen. Ich fahre durch Schattwald, Katzensteig, Zöblen, Untergeschwend und fahre bishin zum Haldensee. Abgesehen von Hotels habe ich leider keinen urigen Biergarten oder irgendwas in der Art gefunden, sodass ich einfach weiterfahre. In Grän versuche ich ein letztes Mal mein Glück und werde auch hier enttäuscht, sodass ich mich wieder nach Deutschland begebe in Richtung Pfronten. Da wird’s schon was geben.

In Pfronten erwische ich dann tatsächlich einen Biergarten ganz nach meinem Geschmack, bekomme herrlichen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und viel zu viel des Specks. Mit einem Biermix spül ich das eben runter, bin herrlich satt und mach mich ganz gediegen auf den Rückweg nach Hause. Das war ein schöner Tag und es war so erstaunlich wenig los im Ferienparadies. Schade dass das nicht immer so ist.

klingt logisch

Die Hochzeit habe ich gut überstanden, es war ganz zauberhaft gewesen und auch Zeit für etwas Arbeit habe ich gefunden. Nun täten wir aber noch furchtbar gerne Sonne tanken und angesichts der Wettervorhersagen wird das ein verdammt schwieriges Unterfangen. Ich habe nun einen Haufen Zeit damit verbracht mir die Prognosen für diverse Regionen im Umkreis von 1.000km anzusehen und komme zu dem Entschluss – überall ist mieses Wetter. Für gutes Wetter müsste ich tatsächlich sehr weit in den Süden oder am besten direkt nach Afrika. Das scheint mir dann nun aber doch zu weit und ich entscheide mich dann einfach für die Toskana.
Mein Dachzelt befindet sich noch immer im Winterschlaf und angesichts der Temperaturen soll das auch jetzt so bleiben. So komme ich schon zum nächsten Problem – alles ist ausgebucht oder wahnsinnig teuer. Ich finde kein vernünftiges Hotel und so drifte ich ein wenig ab. In Kroatien werde ich schließlich fündig. Ein günstiges Hotel inmitten in der Altstadt von Rijeka ist gebucht. Dort war ich noch nie gewesen und es schadet sicher nicht, sich dort mal umzusehen. Programm für Regenwetter habe ich auch direkt gefunden.

Gegen Mitternacht steigen wir in den Kadett und nun soll es direkt nach Rijeka gehen. Die Idee scheinen aber viele gehabt zu haben, die Autobahnen sind nämlich rammelvoll, auf der Tauernautobahn herrscht Blockabfertigung und den Sonnenaufgang verbringen wir noch in Österreich. Slowenien dann ist schnell durchquert und nach zehn Stunden Fahrt kommen wir schließlich in Rijeka an. Auf den ersten Blick ganz nett hier und ehe wir zu unserem Hotel fahren, möchte ich mir noch fix zwei Dinge etwas außerhalb der Stadt ansehen.