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du schon wieder?

Der Wecker bimmelt heute schon wieder viel zu früh, ich hieve mich aus den Federn und hole Herrn B. ab. Auf den Autobahnen ist noch überhaupt nichts los und in Windeseile kommen wir in Landau an. Herr O. steigt zu und wir steuern eine Bäckerei an um uns die Magen zu füllen. Jetzt trennen uns nur noch drei Stunden Autobahn von Köln. Abgesehen von 15,-€ Strafe für die Polizei kommen wir auch recht schnell an und lümmeln noch draußen vor unserem Hotel herum, bis wir einchecken.

Im Hotel haben wir ein ganzes Stockwerk für uns und verlegen kurzerhand die Feierlichkeiten in den Flur, unterbrechen nur zur Essensaufnahme und wollen am Abend dann ins nahegelegene Palladium. Frau R. organisiert uns zwei Taxen und ich kümmere mich um dasselbe, sodass im Endeffekt ein Taxi leider leer ausgeht und wir kommen gerade noch rechtzeitig an. In Bierlaune haben wir vor einigen Monaten Tickets für das Trailerpark-Konzert hier gekauft, ich kann mich jedoch nicht so recht daran erinnern Trailerpark je besonders gut gefunden zu haben.
Die Vorband haben wir schon verpasst und wie das Konzert beginnt verlieren wir uns wie gewohnt sofort. Die Jungs auf der Bühne legen gleich richtig los und ich muss gestehen, dass es großen Spaß macht. Knapp zwei Stunden eskaliert die Meute, ich verliere ständig meine Schuhe und mein Körper ist um einige Verletzungen reicher – völlig erschöpft halte ich Ausschau nach dem Rest und als ich mich bereits an meine neuen Freunde gewöhne, erspähe ich plötzlich Herr O.
Das Abbleiben von Herrn B. klärt sich auch relativ fix, denn der ist bereits irgendwo in der Innenstadt und feiert eine ganz andere Party. So bleiben wir noch einige Stunden vorm Palladium, lernen finstere Gestalten kennen und fahren dann mit dem Taxi zurück zu unserer Unterkunft, snacken bei Burgerking noch etwas und treffen dann sogar auf Herrn B.

Beim Frühstück beschränke ich mich heute auf Tomaten und literweise Orangensaft, wir checken aus und fahren noch eben ans Rheinufer um einen Blick auf den Dom zu riskieren. Was wäre schon eine Fahrt nach Köln ohne ein Foto davon? Anschließend geht es über Landau zurück nach Hause und ich nehme direkt wieder meinen Kadett entgegen – der hatte die Tage nämlich frei und ich ihn schrecklich vermisst!

suchtgefahr

Nun bin ich ein paar Tage in der Heimat, gehe mit einigen Freunden ausgiebig feiern und verschwinde auch für einen Tag im Allgäu. Man möge meinen, dass ich heute gut erholt sei, das Gegenteil aber ist der Fall. Ehe ich jammere, steige ich besser ins Auto – nächster Halt: Kitzingen.
In Kitzingen steigt Frau R. zu, vor einiger Zeit haben wir in einer Bierlaune Tickets für ein Liedfettkonzert bestellt. Also erobern wir die Autobahn, halten lediglich für ein paar Burger und kommen dann recht fix in Köln an. Für die letzten Kilometer bis Ehrenfeld brauchen wir nun aber ewig, ich habe das Gefühl dass einfach jeder Arsch nach Köln fährt, um den hiesigen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Immerhin ergattere ich einen Parkplatz für wenige Taler ganz in der Nähe unserer Unterkunft.
Dort stehen wir vor verschlossenen Türen, ans Telefon geht auch kein Mensch und wir versuchen es in der Dönerbude nebenan. Was ein Glück – der Betreiber des Imbisses ist derselbe wie der des Hotels. Das Einchecken dauert leider relativ lange, der gute Mann nimmt alles sehr genau, hat eine Millionen Fragen und wirkt etwas überbemüht. Bis wir auf unserem Zimmer sind, ist es natürlich schon dunkel und wir tun das einzig Richtige. Beschallung aus den Boxen und Whiskey aus den Fässern – die Liedfettvorbereitung klappt ganz fabelhaft.

Irgendwann ist es dann soweit, wir stolpern langsam in Richtung des Jungle – irgendein Club unweit unserer Unterkunft. Die Zeit bis zum Konzert überbrücken wir mit neuen Bekanntschaften, trinken fleißig und feiern dann mal wieder Son of Polvo sowie Liedfett. Mal wieder ein gelungener Auftritt und leider auch der vorerst letzte – nun ist für die Band Pause angesagt und wir müssen uns derweil einen neuen Zeitvertreib suchen. Nach dem Konzert wird es leider etwas ungemütlich, ich verabschiede mich von der Band und der Türsteher beginnt die Leute herauszukehren. In Kürze ist hier wohl Party oder so. Wir beschließen kurzerhand direkt wieder reinzugehen, zahlen unverschämte 10,-€ pro Person und finden uns dann plötzlich auf einer Raverparty wieder. Die DJs sehen richtig bemüht aus, während mich das Publikum an einen verrückten Drogensumpf erinnert. In schwäbischer Manier sehen wir aber drüber hinweg, stürzen noch einige Drinks und tanzen, als seien wir die wirklich letzten Menschen auf unserer Erde.

Irgendwann in der Nacht geht es dann zurück, natürlich nicht ohne Halt an einer Dönerbude. Leider wissen die Kölner offenbar nicht, wie Döner funktioniert. Auf allen meiner unzähligen Döner finde ich Currysoße. Was soll das?! Der Hunger treibt es rein, ich falle ins Bett und blicke etwas verstört auf die Uhr, als ich aufwache. Draußen wird es schon wieder Dunkel und voller Stolz kann ich verkünden, dass wir den ganzen Tag verpennt haben. Also nutzen wir den Abend, Essen beim Italiener um die Ecke und spazieren noch etwas durchs Viertel, ehe wir schon wieder ins Bett fallen und am nächsten Morgen dann gemütlich zurück fahren.

dorfpogo & gute laune

Während Itchy spielen sitzen wir noch immer am Kadett & haben uns maßlos verquatscht. Als nächstes spielen ‚The Toten Crackhuren im Kofferraum“ – die habe ich vor vielen Jahren zufällig in Stuttgart gesehen und ich habe richtig Bock mir diese Party nochmal zu geben. Also raffen wir uns auf und erst jetzt kapieren wir, wie klein das Festival wirklich ist. Ich schätze mehr wie 300 Leute sind es hier nicht, vor der Bühne.

Die Crackhuren liefern eine verstörende Party, der Dorfpogo reisst alles mit, was sich ihm in den Weg stellt & ich habe eine ordentliche Portion Spaß. Ein tolles Konzert geht zu Ende, wir snacken noch etwas Pizza und wollen langsam ins Bett. Ein paar unserer neuen Freunde schauen noch vorbei & ehe wir völlig versumpfen, wünsche ich eine gute Nacht. Der Festivallärm hält sich auch sehr in Grenzen, ich kann super schlafen und am Morgen beobachten wir die Gäste beim Zusammenpacken. Wir hingegen lassen uns ne Menge Zeit und fahren erst spät davon. Unser Ziel: Bielefeld! Ich möchte endlich wissen ob es die Stadt tatsächlich gibt oder nicht. Nun, Ortsschilder finden wir, aber ob das nun echt ist oder nicht, kann ich beim besten Willen nicht sagen. In Bielefeld gehen wir noch essen und fahren dann wieder langsam in Richtung Heimat, denn das waren ein paar anstrengende Tage und Lust auf mehr davon haben wir beide nicht mehr.

festivalhopping

Anstatt Münster hatten wir geplant auf ein Festival nähe Hannover zu fahren, die Veranstalter jedoch haben mir davon abgeraten, da kaum noch Tickets verfügbar sind. Also schauten wir uns spaßeshalber nach Ersatz um. Fündig geworden sind wir nähe Bielefeld – also ab dafür, uns trennen noch drei Stunden Autobahn.

In Winsen (Luhe) werfe ich aber den Anker, denn was uns beiden mächtig gut tun würde, ist das Herstellen der Hygienestandards. Ab ins Hallenbad! Die Dusche tut unfassbar gut & das Kinderbecken ist mollig warm. Ist fast wie Therme und das Essen im Bad ist auch erstaunlich gut. Putzmunter sitzen wir wieder im Kadetten und steuern Schloß Holte-Stukenbrock an. Dort ist seit einigen Tagen das „Holter Meeting“. Ein kleines Festival, abgesehen von Campinggebühren kostet es nichts & wir haben erstaunlicherweise richtig Lust drauf.

Dort angekommen finden wir sogar noch einen Platz, breiten uns aus und haben urplötzlich ne Menge neuer Freunde. Keiner mag so recht fassen dass wirklich zwei Chaoten von so weit her auf dem Holter Meeting sind & allesamt sind entgegen unserer Befürchtung wahnsinnig nett und aufgeschlossen. Auf kaum einem Festival war die Dichte der korrekten Leute so groß wie dort, ich bin entzückt!

konfettiabriss

Die Parkplatzwächter sind sichtlich verwirrt, dass schon die ersten Gäste erscheinen. So kriegen wir natürlich auch den ersten Parkplatz zugewiesen und dieser befindet sich direkt am Eingang. Ideal! Schnell ist ein Wein entkorkt, die Musik dröhnt aus den Boxen und wir pflegen schon wieder die ersten Ruhrpottbekanntschaften. Schon wieder wird mir nahegelegt die Niederrheiner nicht mit den Ruhrpottlern zu verwechseln. Egal, meine Ohren sind taub. Als langsam Regen aufzieht, baue ich aus dem Dachzelt und einer Plane eine trockene Komfortzone mit herrlichen Blick auf die Gäste, die da mitten im Regen Schlangestehen. Ich kapier es nicht – warum stelle ich mich dort an, wenn das Konzert erst in gut fünf Stunden beginnt?

Den Leuten aber gefällts, schließlich versorgen wir sie alle mit guter Musik, leckerem Likör und die Damen mit Klopapier fürs Dixie. Selbst Mütter gehen bei uns nicht leer aus, denn deren Kinder versorgen wir stets mit Konfetti und den Worten dass sich die Mutti freut, wenn das in alle Ecken und Ritzen drängt. Höhö. Ein Riesenspaß und als wir dann zusammenpacken um auch auf das Konzert zu gehen, kommt richtig Stimmung auf. Wir haben glücklicherweise „Front-of-Stage“ Tickets und können uns dort im Pogorausch sämtliche Knochen zertrümmern. Deichkind spielt eine unglaublich grandiose Show, es macht wie immer Spaß ohne Kompromisse und Herrn K. verliere ich ganz anders als gewohnt erst nach der ersten Hälfte.

Nach dem Konzert wird mir erst die Tragweite unserer kleinen Pre-Parkplatzparty bewusst, denn beinahe jeder erkennt mich & ständig möchten die Leute sich für unserer Bewirtung revangieren. Ehe meine Leber explodiert suche ich dann das Weite und gehe wieder zum Auto. Auch dort warten bereits einige unserer neuen Freunde und wir sitzen noch ein paar Stündchen beisammen, bis schließlich auch wir zurück in unser Hotel wandern. Den Late-Checkout kosten wir dann natürlich bishin zur letzten Sekunde aus, Frühstücken ein wenig und dann heißt es schon Abschied nehmen. Die Autobahnen sind leider unfassbar voll und wir brauchen doch tatsächlich über 9 Stunden bis wir zu Hause ankommen & weil das Konzert so spitze war, reift in unseren Köpfen bereits der Gedanke auch auf das nächste zu fahren. Für Deichkind war noch nie ein Weg zu weit.

mönchendeichkind

Im Hotelzimmer stinkt es ganz fürchterlich nach Verwesung und es wird Zeit aufzustehen. Wir packen zusammen und haben doch Lust auf Frühstück. Im B&B-Hotel ist das aber eher ein ganz schlechter Witz, also lassen wir es. Stattdessen fahren wir geschwind in die Innenstadt – Herr K. bekommt nun endlich eine Jacke und dann fahren wir weiter in unsere Bleibe für diese Nacht. In unmittelbarer Umgebung zum Borussia Mönchengladbach-Stadion habe ich ein kleines Hotel gefunden, welches offenbar ganz familiär geführt wird und für uns heute Abend ideal ist. Wir checken ein, bekommen alles gezeigt und auf meine Frage, wo man denn gut Essen könnte wird uns die Sportsbar der Borussen nahegelegt.

Also geht’s zum Stadion. Von Fußball halte ich bekanntlich ja nix und merke auch überhaupt nicht, dass die erste Mannschaft von Mönchengladbach gerade unseren Weg kreuzt und nun trainiert. Das Essen in der Sportsbar ist tatsächlich hervorragend und dazu auch noch preiswert. Wir bekommen nach einiger Verwirrung sogar einen Heferuss kredenzt und mit vollen Mägen marschieren wir noch in den Fanshop. Wenn ich schon hier bin, muss schließlich auch ein Borussia-Aufkleber auf die Haube! Das Training der Mannschaft ist ein Öffentliches, also können wir zusehen. Als Herr K. jedoch die Mannschaft mit der des 1. FC Kölns verwechselt, schwappt uns eine unbändige Welle des Hasses entgegen und es ist Zeit zu verschwinden.

Nun fahren wir noch ein kleines Stück weiter zum ehemaligen Hockeystadion. Im Stadtsparkassen-Park spielt heute nämlich Deichkind und aus genau diesem Grund sind wir hier – wenn auch 7 Stunden zu früh. Mit der Zeit wissen wir aber für gewöhnlich ja umzugehen.