Archiv der Kategorie 'Niedersachsen'

weiter weg

Ich habe lang ersehnte Ersatzteile für den Kadett gefunden – nun mögen diese geholt werden und das erledige ich heute. Also geht es auf die Autobahn gen Norden. Sechs Stunden entspanne ich auf der rechten Spur und wühle mich durch den zähen Verkehr bis ich schließlich in Hannover ankomme. Bevor es weiter geht möchte ich mich hier etwas umsehen.

Als großer Fan von verlassenen Stätten steuere ich das ehemalige Expo-Gelände an. Vor 17 Jahren fand hier die Weltausstellung statt. Unzählige Gebäude wurden gebaut und eines war schöner als das andere. Nach der Expo2000 musste mit den Bauwerken irgendetwas geschehen. So recht geklappt hat das nicht, wenn ich mich so umsehe. Einige der Pavillons wurden abgebaut und andernorts wieder aufgebaut. Manche konnten verkauft werden und so tummeln sich heute einige Firmen in den Bauten. Dazwischen ist viel grün geblieben. Die abgerissenen und abgebauten Pavillons haben relativ viel Leere zurückgelassen.

Den Anfang mache ich am niederländischen Pavillon. Der ist im laufe der Zeit zum Symbol für das Gelände geworden. Zurückgelassen und nicht wirklich nutzbar wegen der offenen Bauweise. Nachdem halbstarke Vandalen das Gebäude mehr und mehr beschädigten wurde es doppelt eingezäunt und mit ganz ganz vielen Verbotsschildern versehen. Normalerweise hält mich ein Zaun nicht auf, aber so recht mag ich da garnicht rein. Man sieht von außen in sehr viele Ecken und bekommt ein gutes Bild von der Zerstörung durch diverse Vollidioten. So schlendere ich lieber außen herum – mit etwas Abstand sieht es ganz nett aus und wenn ich die Augen schließe kann ich die Menschenmassen auf den Treppen sehen. Schade dass ich im Jahre 2000 nicht dort war.

kilometerfressen

Nun befinden wir uns auf der Autobahn. Die Route ist simpel wie einfach. Auf die A7 und dann 1.000km geradeaus. Einen ersten Halt machen wir in Knüllwald zwischen Fulda und Kassel, hier warten bereits Herr. P und Herr J. aus dem Saarland, sehnsüchtigst. Den Unzuverlässigen und Unpünktlichen sei Dank dürften sie schon reichlich frieren.

Wir begrüßen und recht herzlich, pausieren ein wenig und steigen dann in die Autos. Unser erstes Etappenziel befindet sich in Dänemark – noch immer rund 600km entfernt. Das hört sich erstmal saulangweilig an – ist es auch! Da wir heuer relativ weit fahren habe ich beschlossen dass wir die ersten 1.000km Autobahn fahren und möglichst schnell vorankommen, dass anschließend genügend Zeit bleibt um durch Dänemark zu gondeln.

Ich führe die Kolonne an und sehe irgendwo in Niedersachsen die Polizei bereits von weitem. Natürlich verlassen sie sofort ihren Beobachtungspunkt und fahren uns hinterher, überholen in aller Ruhe Auto um Auto und verlassen dann die Autobahn. Glück gehabt! Und zu früh gefreut. Sie fahren direkt wieder drauf und winken dann Herrn F. raus zur allgemeinen Verkehrskontrolle. Es ist alles im Lot, wir warten an einem Rasthof und ich mitternachtssnacke Frau T’s. Lachsbrötchen und Dosenfisch. Zur Nachspeise gibt es neben Nikotin auch etwas RedBull. Wohl dem, der nicht neben mir sitzt!

altes in bad harzburg

Heute machen wir uns allmählich wieder Richtung Süden, der Heimathafen ruft und ich komme nicht drumrum noch einen kurzen Schlenker auf der Deutschlandkarte zu fahren.
So landen wir in Bad Harzburg, ganz in der Nähe von Goslar.

Hier findet nun zum 15. Mal in Folge auf der Galopprennbahn ein Oldtimertreffen statt – blöde, wie ich nunmal bin, parke ich draußen anstatt auf dem Veranstaltungsgelände unter den strengen Augen der Oldtimerfreunde. Wäre ich hinein gefahren, hätten wir uns den Eintritt sowie einige Gehminuten gespart.

Auf dem Gelände sind rund 150 Fahrzeuge aus allen Epochen – es steht tatsächlich die Schikeria neben Butterbrot-Youngtimern und allen scheint’s zu gefallen, wenn es doch nur immer so wäre.
Nachdem ich mich sattgesehen habe, nehme ich wieder die Autobahn unter die Räder und wir kommen am Abend zu Hause an. Erfreulicherweise schaffe ich all das mit einem Durchschnittsverbrauch von rund 5 L/100km – trotz Gepäck und vollgeladenem Dach. War ich wirklich so tiefenentspannt und gemütlich unterwegs? Irre.

maikäfers

Irgendwann haben wir es tatsächlich geschafft unser nächstes Etappenziel zu erreichen.

Die zwei Stunden bis Hannover kamen mir endlos vor – wie sich aber herausstellte ein lohnender Weg. Es schien als hätte sich jeder luftgekühlte Volkswagen aus vergangenen Tagen in Hannover eingefunden. Eine schier unendliche Anzahl an Fahrzeugen mit interessanten Geschichten dahinter. Natürlich hat die Zeit in keinsterweise ausgereicht.

So schlenderten wir, pizzaessend, ein Weilchen über das Messegelände, trafen Familie M. – angereist aus Heidenheim und bereiteten uns schon bald auf den Heimweg vor – wobei das nur bedingt passt, von zu Hause sollte es direkt weiter in den Süden gehen.


Neben meinem Kadett schaffte es ein weiterer Opel nach Hannover – Berti & Uschi hab‘ ich leider nicht entdeckt