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lombardei

Nun ist Aufbruch angesagt und wir kämpfen uns rund 150km in Richtung Norden – dort habe ich uns einen Platz am Ticino ausgemacht und den steuern wir nun an. Auf dem recht leeren Platz angekommen schlagen wir direkt das Dachzelt auf und springen dann in den Pool. So lässt es sich wunderbar aushalten, aber ehe wir nur noch herumgammeln, steht nun die Stadterkundung auf dem Plan.

Entlang des Ticino gibt es einen Wanderweg – nach nur drei Kilometern durch die schwüle Hitze erreichen wir die Innenstadt von Pavia und glotzen zuerst auf die Ponte Coperto. Die gotische Brücke aus dem 14. Jahrhundert wurde im Weltkrieg zerstört und in den 50er Jahren wieder aufgebaut – allerdings ein paar Meter weiter östlich, sodass noch heute einige Überreste der alten Brücke zu sehen sind.

Nun geht es zur Basilika San Michele Maggiore. Das beinahe 1000 Jahre alte Sandsteingebäude ist innen wie außen unbedingt sehenswert und so passiert es sogar, dass ich mal wieder eine Kirche betrete. Jedoch sind die Fassaden mit ihren Zwerggalerien, trotz Bemühungen den Verfall zu stoppen, in relativ schlechtem Zustand. Üblicherweise waren solche Gebäude in dieser Region aus Ziegelsteinen erbaut – Sandstein ist sehr witterungsanfällig und das sieht man dem Bau auch an.

Nun taumeln wir noch etwas durch die Innenstadt, snacken ein Eis und bewundern noch weitere Kirchen. Und wo wir schon in einer Stadt sind, nutze ich die Gunst der Stunde und kaufe mir eine neue kurze Hose sowie einen neuen Männerbikini. War beides bitternötig und ist nun endlich abgehakt. Nach erfolgreicher Sightseeing und Shoppingtour macht sich Hunger breit und auf unserer mühsamen Suche stolpern wir über ein winziges Restaurant am Rande der Stadt. Das Essen schmeckt fantastisch, der Wein mundet und auch die Preise sind fair. Mit der Dunkelheit sind wir schließlich zurück am Dachzelt und gehen völlig kaputtgestochen zu Bett.

glamping

Nun haben wir alles zusammengepackt, sind frisch geduscht und pflanzen uns in den Kadetten. Weg von diesem furchtbaren Platz und ab in die Berge. An Genua vorbei geht es zur Grenze an das Piemont. Wir fahren eine Stunde durch die Berge, halten in Stella um die Vorräte aufzufüllen und gehen in Pontinvrea Essen – es schmeckt herrlich! Mitten im Nirgendwo nahe Squaneto finden wir dann schließlich den angepeilten Campingplatz und ich bin direkt verliebt. Große, wilde Stellplätze, superfreundliches Personal und ein Restaurant sowie ein Pool sind auch vorhanden. Zuerst springen wir in den Pool und gammeln dann den restlichen Tag in der Sonne herum.
Abends koche ich uns Pasta mit Tomatensauce und zaubere einen leckeren Tomatensalat, sodass wir wohl genährt ins Bett fallen können.

Am nächsten Tag hole ich uns Frühstück, wir knabbern ein wenig und machen uns dann auf für eine Wanderung durch die Umgebung. Die Wälder sind herrlich wild und schön, die Bäche voller Flusskrebse und anderem Getier. Ein paar Stunden später knallt dann auch schon die Sonne erbarmungslos vom Himmel und wir gehen zurück zum Platz. Dort liegt es sich so gut! Zwischendrin springen wir mal wieder in den Pool und mittags koche ich nochmal die Reste von gestern, sodass wir am Abend ins Restaurant können. Das Abendessen schmeckt fantastisch und die Entspannung kam nun wirklich nicht zu kurz. Die drei Tage haben sich ewig angefühlt, der Platz hat uns sehr gefallen – jedoch ist er mit 45,-€ die Nacht alles andere als günstig. Dafür gibt es aber eine Wohlfühlgarantie & das war es wert gewesen.

rummeldisco

Die erste Nacht hier in Marina di Massa war recht, öhm, gewöhnungsbedürftig. In Italien sind wohl schon Ferien und entsprechend laut geht es hier an der Küste zu. Kindergeschrei, Disco und allerlei Firlefanz bis spät in die Nacht. Wir schmieden schon erste Pläne schnell wieder zu verschwinden, entscheiden uns dennoch für einen Tag am Meer. Bewaffnet mit Sonnenschirm, Lesestoff und anderen Krimskrams laufen wir an den Strand, platzieren unsere Astralkörper in der Sonne und brutzeln so vor uns hin.
Auch ins Nass bewegen wir uns und liegen ansonsten den ganzen Tag nur so rum, bis wir rotgebrannt das Weite suchen. Zum Akklimatisieren verweilen wir etwas am Kadetten und laufen am Nachmittag dann los ins Städtchen.

Einige Kilometer später sind wir angekommen und halten direkt Ausschau nach etwas zu Essen. Nicht gerade günstig hier an der Küste und sowieso stark touristisch. Irgendwann finden wir ein nett dreinblickendes Restaurant und werden leider völlig enttäuscht. Die bestellten Gerichte lösen spontanen Kotzreiz aus und ich wundere mich dass die Bedienung sich nicht schämt.
Mit so was ähnlichem wie einem Sättigungsgefühl marschieren wir zurück, dem Sonnenuntergang entgegen und genießen das Treiben am Meer bis wir schließlich zurück an den Campingplatz sind. Hier erwerben wir eine Flasche Wein und verbringen den lautstarken Abend mit etwas Uno und dem lieblichen Saft.

Am Morgen steht nun aber fest – nichts wie weg hier. Meer hatten wir schließlich jetzt genug und im Hinterland ists ohnehin sehr viel schöner! Für einen ligurischen FFK-Platz konnte ich Frau J. nicht gewinnen, aber unweit davon habe ich einen wunderschönen Platz zwischen Piemont und Ligurien entdeckt – der wird nun angesteuert.

bella ciao

Vom Motorradtreffen abgereist geht es querfeldein nach Göppingen und dann mit einem Sprung auf die A8. Leider sind die Autobahnen hoffnungslos verstopft und wir kommen nur zäh voran. Es geht gemütlich an der Heimat vorbei, dann durch das Allgäu und wir streifen auch den Bodensee. In Österreich verweilen wir nur kurz und hopsen dann rüber in die Schweiz, kratzen an Liechtenstein herum und haben Italien vor der Nase.

In Italien läuft der Verkehr auch direkt besser, ganz ohne Stau kommen wir an Mailand vorbei und sehen uns ein paar Stunden später schon in der Toskana. Frau J. täte gern ans Meer – mir ist dabei nicht so wirklich wohl – aber ihr Wunsch sei mir Befehl. Am späten Abend kommen wir in Marina di Massa an und sämtliche Campingplätze an der Küste sind natürlich überfüllt, sodass wir eine Querstraße weiter einen Platz bekommen und ich mich freue nicht mehr fahren zu müssen. Zuerst bauen wir unsere Bleibe auf und streunern dann durch das Städtchen auf der Suche nach einem Restaurant. Schnell werden wir fündig, essen uns satt und gehen dann duschen und lesend falle ich in den Schlaf.

Das Wetter ist herrlich, Regen ist für nächste Zeit nicht angesagt und das Meer direkt vor der Haustüre. Ich glaube, jetzt können wir uns wirklich erholen, auch wenn der Campingplatz unfassbar mies ist. Aber das lässt sich ja problemlos ändern.

auf eigener achse ins ziel

Mit Blick auf die Uhr wird mir ganz anders. Der Tag neigt sich langsam dem Ende und wir sind noch immer ganz in der Nähe von Florenz. So beginnt dann das ersehnte Kilometerfressen. Am Gardasee vorbei, auf dem Brenner gönnen wir uns mal wieder eine deftige Mahlzeit und verabschieden uns bei der Gelegenheit direkt von den lieben Saarländern. Wir fahren zwar dieselbe Route, aber Herrn P. krampft der Gasfuss. Ich kann es verstehen – immerhin haben sie es noch ein gutes Stück weiter als wir.

Auf dem Fernpass kommt es mir beinahe hoch – ich sehe nichts, es schneit wie von allen Sinnen. Spaß hab ich plötzlich keinen mehr. Hinzu kommt, dass das merkwürdige Geräusch schon wieder schlimmer geworden ist. Inzwischen bekomme ich auch viel Feedback aufs Lenkrad und hoffe inständig, dass wir ankommen. Die A7 fahren wir dann noch ganz gemütlich durch und in Heidenheim werfe ich Herrn M. raus. Eine Straße weiter hat sich das Geräusch in ein übles Schlagen entwickelt. In Schrittgeschwindigkeit geht es weiter. Wie ich in meine Straße einbiege, tut es einen Schlag. Ach du Scheiße! Sofort is klar – mir ist die Antriebswelle weggebrochen. Ich fass‘ es nicht! Frau T. steigt mit aus und wir schieben die Karre bis vors Haus. Feierabend, soll sich der Zukunftsalex um den Dreck kümmern. Ich verabschiede Frau T. – sie muss nun noch nach Ludwigsburg – und gehe dann einfach mal ins Bett.

arrivederci, firenze!

Herrje, diese Nacht kam mir jetzt aber besonders kurz vor. Was tut man nicht alles in jungen Jahren. Die meisten sind bereits wach und machen sich auf den Weg nach San Marino. 7 Leute – ich gehöre dazu – haben sich spontan gegen San Marino entschieden. Ich habe einfach keinen Bock und dieses merkwürdige Geräusch vom Auto ist noch immer präsent, da schadet es sicher nicht wenn ich mir 400km spare.

Also machen wir gemütlich, packen in Ruhe und spazieren zum Auto. 10km entfernt von Florenz treffen wir uns, befreien den BMW vom Schmutz und gehen dann auf große Shoppingtour. In einem großen Supermarkt decken wir uns mal wieder mit Lebensmitteln ein und denken dabei natürlich auch an unser baldiges Autobahnpicknick.

Schon nach einigen Kilometern Autobahn findet dieses dann statt, denn Herrn R. muss ich mittels Lichthupe zum Halten zwingen. Er verteilt all seine Kühlflüssigkeit auf der Strecke und wie wir dann stehen, merke ich erst wie ungeeignet dieser Platz für eine Panne ist. Brücke, tiefer Abgrund, keine Möglichkeit sich in Sicherheit zu bringen und verblödete Trucker, die viel zu oft erst in letzter Sekunde den Standstreifen verlassen. Am nächsten Parkplatz wird dann repariert und gegessen, das haben wir uns nun wirklich verdient!