Archiv der Kategorie 'Italien'

kulinarisches debakel

Das Frühstück hat längst seine Pforten geschlossen und wir liegen noch immer im Bett. Offenbar wird heute ausgeschlafen, ist mir aber durchaus recht. Schaden tut das schließlich nicht. Jetzt haben wir allerdings allesamt tödlichen Hunger, das Wetter ist noch immer recht bescheiden und wir beschließen einfach mit dem Auto in eine Stadt ein paar Kilometer außerhalb zu fahren. Wir versuchen es erst in den umliegenden Dörfchen, jedoch haben sämtliche Restaurants geschlossen und so landen wir in Borgomanero. In einem Pennymarkt versorge ich mich mit Flüssigobst und dann möchten wir nun wirklich etwas Essen. Wir durchqueren die gesamte Stadt und alles hat geschlossen bis wir schließlich in einer kleinen Gasse an einem Restaurant landen. Es ist zwar geöffnet, mir aber machen die vielen Tripadvisor-Schildchen und wie sie alle heißen Sorgen. Das kann ja nichts sein.

Eine Ewigkeit vergeht bis wir unser Essen bekommen und die Portionen sind wie erwartet sehr winzig und dafür umso teurer. Man erwartet ja dann auch eine gehobene Qualität angesichts der horrenden Preise, Ich jedoch würge es halt so herunter, kann überhaupt nicht sagen was ich da esse und in der kommenden Nacht soll mich diese undefinierbare Pampe noch lange wach halten. Etwas enttäuscht geht es also in ein Bistro und dort jage ich ein paar Pommes & Cola hinterher, nix besonderes aber immerhin werde ich doch noch satt.

Nun gehen wir in einen großen Supermarkt, denn sämtliche Vorräte möchten aufgefüllt werden. Von Wein über Käse bishin zu Kleiderbügeln landet alles mögliche im Wagen und frohen Mutes fahren wir zurück ins Hotel. Wir pflanzen uns direkt in das Restaurant und speisen ganz köstliche Pasta und Omeletten sowie einigen Wein. Den Abend runden wir gewohnt an der Bar ab und gehen dann schließlich zu Bett, denn morgen möchten wir schon wieder ganz unspektakulär nach Hause fahren.

dort gibt es wein

Das Frühstück ist heute sehr italienisch, nämlich etwas mager und zu meinem Bedauern gibt es überhaupt kein Gemüse, finde ich immer sehr schade. Satt werde ich aber trotzdem und werde anschließend sehr ungeduldig, denn ich möchte runter an den See. Sicher gibt es dort eine nette Atmosphäre, Wein und den ein oder anderen Happen Pizza. Also packen wir alles nötige beisammen, ich schenke mir und Frau J. einen Vodka ein und wir marschieren einfach mal drauf los. Vorbei an unzähligen Villen – viele davon sind schon seit längerem verlassen, geht es permanent bergab und nach rund zwei Stunden kommen wir in Orta San Giulio an. Das Städtchen liegt schön gelegen auf einer Halbinsel am Ortasee und wir schlendern durch die Gassen. Noch etwas außerhalb blicken Herr B. und Ich in die Küche eines Restaurantes und sind uns ganz sicher, dass wir dort nun sofort essen müssen. Drinnen finden wir platz, bestellen Pizza und Hauswein und werden nicht enttäuscht. Die Pizzen schmecken fantastisch und auch der Vino Bianco weiss voll zu überzeugen.

Wir stolpern weiter durch die Stadt, blicken in manche Läden, erfreuen uns der schönen Architektur und erspähen am Ende des Weges ein kleines Lokal. Hier kann man ganz alleine und ruhig im Wasser sitzen und Cocktails schlürfen. Für uns das genau richtige. Wir verhocken schon wieder ein Weilchen, raffen uns dann auf zum Eisessen und marschieren wieder zu unserem neuen Lieblingsrestaurant. Die Küche hat geschlossen, was uns aber völlig kalt lässt. Wir sind wegen des Weines da. Stunde um Stunde sitzen wir hier bis wir schließlich 4l Wein getrunken haben und die Weißweinkarte nichts mehr hergibt. Nun heißt es angetrunken den Weg zum Hotel zu finden und das ganze trotz einiger Steigung auch zu schaffen, denn das Abendessen wartet und sicher noch mancher Wein und andere Kaltgetränke.

partypaket

Neulich war ich unter anderem in Zwickau und dann war mir so überhaupt nicht danach, darüber zu berichten. War nämlich ganz fürchterlich. Schon beim Check-In im Hotel überkam mich der pure Ekel und auch sonst hat diese eigenartige Stadt in Sachsen nichts zu bieten. Immerhin fand ich das Horchmuseum ganz nett – ändert aber auch nichts und so war ich verdammt froh als ich weitergezogen bin. In der Rhön hatte ich im Anschluss noch einen schönen Tag mit der Familie und fand mich dann in der Heimat wieder, wo ich in der Zwischenzeit Winterräder auf den Kadett geworfen habe und nun ganz feierlich packe.

Frau E. reist aus dem fernen Berlin an, am Bahnhof schiebe ich sie in den Kadetten und dann geht es nach einer kurzen Nacht weiter zu den Eheleuten J. und B. Wir halten fix am Rewe, kaufen poppige Getränke und einige Snackereien und ich steuere sanft in Richtung Süden. In einer Bier & Wurstbrotlaune haben Frau J. und Ich vor einiger Zeit eine günstige Reise nach Italien an den Ortasee gebucht. Jetzt wo der Sommer weg ist, sind die Zimmer lächerlich günstig und im Preis enthalten ist sogar eine Halbpension für vier hungrige Mäuler. So schippern wir gemütlich am Bodensee vorbei, brausen durch den Pfändertunnel und schon in der Schweiz ist die Rückbank betrunken. Ich spreche ein Alkoholverbot aus und nach einem Fastfood-Stop ist es plötzlich schön ruhig. Die Kinder schlafen ganz sanft und ich fahre in Ruhe weiter über die Grenze nach Italien und drifte ab nach Osten zum Ortasee. Angekommen zahlen sich meine Scheuklappen mal wieder aus, am Hotel nämlich fahre ich vorbei und wir quälen uns durch das kleine Dörfchen, wo es ganz bittereng ist.

Auf dem Parkplatz blicke ich in drei verkaterte Gesichter, erfreue mich meines Wohlbefindens und gönne mir wie es sich für echte Idioten gehört, einen Longdrink. Wir checken ein und ich verbiete den Kids eine Pause, verlange nach einer Wanderung in die Untiefen der Berge und möchte nun das wenig löbliche Wetter genießen. Abgesehen von Herrn H. finden meine ermutigenden Worte Anklang und wir marschieren los in Richtung eines Cafés. Irgendwann kommen wir an, ich trinke einen alkoholischen Eistee während die Frauen meiner Begierde sich strikt an Wasser halten. Zur guten Laune soll nun ein „Peter Pan“ dienen. Ich dachte da an einen Shot. Nun bekommen wir drei Kannen Tee serviert und ich gucke recht doof, lasse mir aber nur wenig anmerken. In einem Dorfladen kaufen wir noch Wasser und Bier und finden uns rechtzeitig zum Abendessen im Hotel ein. Es gibt drei Gänge, Wein und später an der Bar noch einige Longdrinks, bis wir allesamt ganz erschöpft ins Bett fallen.

italienflucht

Das Dachzelt ist seit Tagen offen – Freiluftbett quasi. So stehe ich heute zeitig auf, wasche mich in Katzenmanier und baue gemählich die Behausung ab. Das nächste Ziel steht bereits fest und ich freue mich.

Mein Navi speise ich mit der Zieladresse und bitte um eine möglichst sinnfreie Route – das kriegt es auch wunderbar hin und so fahren wir auf öden Landstraßen nach Triest. Weil das Navi einfach kein Depp is, gondeln wir natürlich direkt durch die Innenstadt zu Beginn der Siesta – es ist die Hölle los und wir kommen Dank einer Straßensperrung auch in den Genuss Triest in all seinen Winkeln zu sehen.

in Triest

Durch das Wirrwarr aus Stau und Chaos schaffen wir es dann wider Erwarten doch und finden uns urplötzlich an der Grenze zu Slowenien – auf einem Feldweg. Es geht einige Kilometer mitten durch die Pampa mit herrlichen Ausblicken auf die Küste bis wir schließlich das Ziel erreichen.
Ein Campingplatz direkt an der Miniaturküste Sloweniens. Meine Erwartungen sind groß, nach Lignano kann es quasi nicht schlimmer werden und voller Vorfreude befahre ich den Platz.

geile gammelei

Nach all dem Stress sehne ich mich nach noch mehr Erholung, also suchen wir am Morgen lediglich den Pool auf und ich lese einige Seiten ehe ich mal wieder in einen tiefen Schlaf falle. Eine Kombination aus Sonne und Wasseraerobic wecken mich dann schließlich und ich halte es kaum aus. Fix aufgestanden und zurück auf den einsamen Campingplatz. Hier macht sich jedoch Hunger breit, also latschen wir zum Supermarkt und ich kaufe tonnenweise Zeugs um äußerst merkwürdige Burger zuzubereiten.

Der Grill läuft schnell auf Hochtouren, die Burger schmecken fantastisch und erneut falle ich in einen tiefen Schlaf. Dieser dauert erschreckend lange an und es ist eigentlich auch schon wieder Zeit zu essen.
Wir leihen uns Fahrräder und möchten zum Hafen, die Entfernung ist eigentlich überschaubar, jedoch verreckt ausgerechnet am Ziel eines der Fahrräder und nun heißt es Schiebung – tolle Wurst.
Das havarierte Rad tauschen wir um und fahren in Richtung Stadtkern – an einem Schnellimbiss futtere ich einen Burger – hatte heute ja nicht genug – und das Diätprogramm runden wir mit einer Portion Eis ab.
Im Anschluss besuchen wir erneut das Hotel in dem meine Familie untergebracht ist, trinken manches aus der Hotelbar und verabschieden uns gegen später dann, denn ich will hier weg.

Lignano ist eine an sich eine schöne Ecke und in der Vorsaison unbedingt empfehlenswert – jetzt allerdings kaum erträglich. Mir geht es unfassbar auf die Nüsse und ich bin wahnsinnig glücklich dass ich nun endlich abhauen kann.
Per Pedes geht es dann zurück zum Campingplatz, ich dusche gründlich und es geht in’s Bett.

gewässerverstopfung

Noch garnicht am Meer gewesen, obwohl das gerademal 300m vom Kadett entfernt ist – soll sich nun ändern. Liegen und Sonnenstühle gibt es hier am Strand – mir aber zu teuer und so liegen wir uns in den Sand. Der Überfüllungsgrad ist kaum auszuhalten – wohin das Auge reicht Touristen, schreiende Kinder und werkelnde Rentner. Zur Ruhe kommt hier jedenfalls keiner und so gehen wir recht zeitnah zurück auf den Campingplatz. Der dortige Pool überrascht mit ähnlichen Verhältnissen und ich nutze das Chaos für einen erholsamen Schlaf. Mein Schnarchen fällt bei all dem Krach auch so gut wie nicht auf.

Nach dem vielen Laufen mieten wir nach dem Sonnenbad Fahrräder und gehen alle gemeinsam Essen – zweit Stadtteile entfernt gibt es ein tolles Restaurant und ich bestelle mir eine Fischorgie samt einigem Wein.
Zu später Stund zurück an dem Kadett werfe ich mein Open-Air Kino an, wir schauen einen Film und irgendwann bekomme ich meinen wohlverdienten Schlaf.