Archiv der Kategorie 'Hessen'

point alpha

Ich steuere den Besucherparkplatz an und bin glücklich, als ich den völlig leer vorfinde. Keine Schulklassen und keine Schwönwetterfanatiker. Perfekte Voraussetzungen für einen Rundgang durch den ehemaligen US Army Observation Post. Ich bezahle den Eintritt und bin schon gespannt was mich erwartet.

Tatsächlich nicht so viel – was durch Vandalen und Umbauten im Laufe der Zeit kaputtging wurde rekonstruiert und sonst stehen da einige Militärfahrzeuge. Dass hier weder die innerdeutsche Grenze noch der eiserne Vorhang behandelt wird war mir schon vorher klar, aber etwas mehr oder besser gesagt etwas anderes habe ich schon erwartet – ganz ohne drüber nachgedacht zu haben.
Als anständiger Gast lese ich natürlich trotzem alles, sehe mir US Army-Zeugs an und verstehe garnicht wozu überhaupt. Immerhin weiss ich jetzt wie deren Alltag hier ausgesehen hat und wie langweilig es wohl gewesen sein muss.

Ich habe tatsächlich weniger als 60 Minuten gebraucht mir alles anzusehen und habe auch nicht ein geschriebenes Wort vergessen. Nun habe ich große Hoffnung in das, das sich außerhalb des Stützpunktes befindet.

ddr vs. grossstadt

Gestern stand ich schon vor einer schwierigen Entscheidung. Ich hatte die Wahl zwischen einem Grossstadtgeflüster-Konzert und einen Besuch in den neuen Bundesländern. Also tauschte ich den Kadett kurzerhand gegen einen neuen Opel Zafira und finde mich nun auf der Autobahn wieder.

Der Zafira trumpft mit sämtlichen Schnickschnack und ich teste unterwegs natürlich jedes noch so sinnlose Gimmick. Wenn man’s denn richtig anstellt, kann man hunderte Kilometer zurücklegen, ganz ohne etwas zu tun. Die Zeiten, wo es ein einfacher Tempomat tut, haben mittlerweile ausgedient. Das Fahrzeug beschleunigt und bremst völlig selbstständig und macht das tatsächlich absolut zuverlässig. Alle Situationen meistern die Systeme – teilweise sogar bis zu einer Geschwindigkeit von 190km/h. Nur eine Sache bleibt – das Lenken. Zum Glück!
Nachdem ich alles erforscht habe wird mir natürlich furchtbar schnell langweilig und ich beginne den Kadetten zu vermissen. Wäre ich doch nur besser damit gefahren.

Mein erstes Ziel ist schon beinahe in Sicht und Freude kommt auf. In der Rhön, gerade noch so in Hessen findet sich heute der Point Alpha, ein ehemaliger Beobachtungsstützpunkt an der innerdeutschen Grenze.

flugobjekte

Nun haben wir nicht mehr allzu viel Zeit und ich schlage vor, dass wir uns noch ein paar Landungen am Airport ansehen könnten. Einen netten Platz dafür gibt es an der A5 nahe Zeppelinheim. Man kann kostenlos parken und läuft nur wenige Minuten zur Einflugschneise.

So starren wir ein Weilchen in den Himmel und gucken den Vögeln beim Landen zu. Anschließend möchte ich noch in das naheliegende Zeppelinmuseum. Frau J. aber macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Die beiden haben genug Literatur für heute und möchten gern nach Hause gefahren werden. Da keiner von uns heute wirklich gegessen hat steuern wir noch eine Fastfoodkette an, schlagen uns die Bäuche voll und dann geht es 300km zurück in die Heimat.

offenbach?

Nachdem wir genug durch den Nebel geguckt haben geht es weiter. Ich brauche mal wieder Socken. In Frankfurt war ich schon wahnsinnig oft und mir gefällt es auch nicht sonderbar dort – Großstadt eben. Also entscheide ich mich für Offenbach. Dort war ich noch nie und Socken gibt es da bestimmt.

So fahren wir die paar Kilometer bis Offenbach, stellen den Mokka im Zentrum in ein Parkhaus und marschieren drauflos. Abgesehen von etwas Mozart scheint Offenbach aber nichts zu können. Die Innenstadt ist wahnsinnig unschön und ich kann anfangs auch nirgends Socken finden. In einer Shoppingmall kaufe ich mir dann eine Holzkiste zur Aufbewahrung von Tee und später tatsächlich Socken. In schwarz. Hoffentlich verschleißfrei.

Bei einem Syrer bleibe ich kurz mit leuchtenden Augen stehen, Manakish – die Pizza Syriens – haben sie aber leider nicht. Damit hat es sich Offenbach endgültig bei mir verspielt. Zurück in den Mokka und Abfahrt.

goetheturm > buchmesse

Die J.’s möchten auf die Buchmesse nach Frankfurt und ich bin so nett sie dorthinzufahren. Natürlich nicht nur aus Nächstenliebe sondern auch damit ich wieder rauskomme. So lade ich ganze drei Mädels an der Zahl in den Opel Mokka und fahre gen Frankfurt. An der Messe leert sich das Auto und ich fahre mit Frau D. an den Stadtrand von Frankfurt, wo der Goetheturm steht. Die Buchmesse möchte ich auch dieses Jahr wieder auslassen, denn nach einem Besuch dort hat man eine endlos lange Liste mit Büchern, die man noch lesen muss. Damit es nicht ausartet, gehe ich einfach nur alle paar Jahre und habe so keine unendliche to-read-Liste.

Am Fuße des in den 30er-Jahren gebauten Goetheturm gibt es neben einer herrlichen Kürbissuppe auch leckere Getränke. Eine ideale Stärkung vor dem mühsamen Aufstieg. Rund 40m und 200 Stufen sind zu bewältigen – der Lohn ist dann eine grandiose Aussicht auf das Maingebiet und die Skyline von Frankfurt – gutes Wetter vorausgesetzt.

keine ruhe und einseitige ernährung

Die Tage verbringe ich quasi ununterbrochen im Hotel, es gibt jede Menge zu tun und ich falle meist sehr spät ins Bett um dann besonders früh aufzustehen.
Glücklicherweise frühstücke ich generell nur wenig bis garnicht, denn das Buffet im Hotel ist kaum der Rede wert und das Restaurant am Mittag & Abend geschlossen. So gehe ich mindestens zweimal täglich zum Italiener um’s Eck und kann es nun wirklich nicht mehr sehen.

Nachdem ich meinen Soll erfüllt habe, bezahle ich meine Zeche und verlasse endlich das Hotel um anschließend den ganzen Abend im Stau vor mich hinzuschimmeln. Zu Hause verschiebe ich das Entladen des Mokkas auf unbestimmte Zeit und falle ins Bett.