Archiv der Kategorie 'Hessen'

reize verarbeiten & mehr

Das Werksgelände von Opel verlassen wir vorerst nicht, denn der Shuttleservice bringt uns direkt zum Adam-Opel-Haus. Headcenter von Opel und heute im Foyer unsere Lounge für den Hessentag. Der Hessentag startet heute mit gleich vier Bands auf dem Openair-Gelände und direkt daneben sitzen wir in der gemütlichen Lounge, bekommen Apfel-Secco serviert und können uns am reichhaltigen Buffet mit hessischen Spezialitäten vollstopfen.

Geklärt ist bis dato noch nicht ob wir das Konzertgelände jederzeit verlassen und wieder Betreten können oder nicht, also warten Herr A. und Ich einfach mal bei gutem Essen und Secco auf bessere Zeiten. Das Essen schmeckt fantastisch und auch der Apfelsecco fließt in Strömen. Die Band „Tonbandgerät“ sehen wir damit nicht sondern hören sie nur im Hintergrund, ist aber okay, denn meinen Geschmack treffen sie ohnehin nicht so wirklich.
Anschließend gehe ich mit Herrn A. zu Andreas Bourani. Wir haben Plätze auf der Tribüne und eine gute Sicht – glücklicherweise habe ich schon das ein oder andere Dutzend Apfelsecco intus, sodass ich mir diesen furchtbaren Mist antun kann. Ich freue mich für die vielen Leute, denen der Dreck gefällt und bin dann unendlich froh als Bourani endlich still ist. Die Bühne wird umgebaut und wir nutzen die Chance uns schnell an den Vodkastand zu verziehen. Der ist ganz hinten am Ende des Geländes und so hören wir zumindest Silbermond von dort. Silbermond können rein musikalisch zumindest ein wenig was, gefallen werde ich trotzdem nie daran finden. Der Vodkastand zahlt sich dann aus – es schmeckt herrlich und einen Hagelschauer überstehen wir geschützt und stets mit Nachschub.

Nach dem Konzert geht es mit dem Shuttle zurück in das 5-Sterne Hotel, die Bar hat noch geöffnet und wir lassen den Abend ausklingen, stoßen nochmal an und verabschieden uns dann. Ich habe mir fest vorgenommen auszuschlafen und morgen dann gemütlich nach Hause zu fahren. Eigentlich hätte meine Tour durch Deutschland von hier aus weitergehen sollen, jedoch zwingen mich besondere Umstände das vorerst zu verschieben. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

zu gast bei opel

Meinen Kadett habe ich heute gegen einen neuen Opel Astra Sportstourer getauscht und schippere in aller Frühe gemütlich nach Wiesbaden. Aus dem Radio poltert gute Musik und wie ich ankomme bleibt mir noch viel Zeit übrig. Also gehe ich Frühstücken und lümmle etwas in Wiesbaden herum, ehe ich mein Hotel aufsuche. Die Zimmerkarte geholt und schon werfe ich mich in Schale – der Anzug sitzt, den Krawattenknoten kriege ich gerade noch so hin und anschließend finde ich mich im Hotelrestaurant wieder.

Opel lädt ein zum gemütlichen Beisammensein, das Buffet weiß zu gefallen und mit vollen Mägen geht es dann noch in einen düsteren Tagungssaal wo eine kurze Ehrung stattfindet. Anschließend lege ich meinen Dress ab und streife mir wieder gemütliche, luftige Kleidung über gehe hinaus wo bereits ein Shuttleservice auf uns wartet. Auf direkten Wege geht es nach Rüsselsheim, wo wir heute einige besondere Einblicke erhalten werden.

Wir gondeln durch das Werksgelände und unser erster Halt ist das Testzentrum für elektromagnetische Verträglichkeit. Hier werden diverse Einflüsse von Elektrogeräten, Strahlung usw. auf und aus einem Fahrzeug gemessen und erforscht. Der Abteilungsleiter gibt uns interessante Einblicke in sein Tun, beantwortet geduldig sämtliche Fragen und tut das auch so, dass wir auch verstehen, was er uns da sagt. Dann geht es auch schon direkt weiter in das Entwicklungszentrum für Antriebssysteme. Das Gebäude wurde erst vor kurzem gebaut, alles ist ganz neu und zuerst nehmen wir in einem Besprechungsraum platz. Wir bekommen eine kleine Einführung darüber, was hier genau gemacht wird und wie die Abläufe sind und gehen dann gemeinsam zu den Motorenprüfständen um uns auch ein Bild davon zu machen. Der Wissenshunger lässt nicht nach und so gehen wir noch in das Akustik-Zentrum. Hier werden sämtliche Geräusch in und an einem Fahrzeug erprobt, optimiert und kreiert. Der Abteilungsleiter steht wieder allen Fragen Rede und Antwort und führt uns durch sein Reich.
Als Opelfreund seit Kindheitstagen war das für mich natürlich ein ganz besonderer Tag, denn selbst ranghohe Opelaner haben nur selten oder garnicht die Möglichkeit in die heiligen Hallen von Entwicklung und Forschung bei Opel zu kommen.

die tour nimmt kein ende

Ein paar Stunden habe ich geschlafen und nun räume ich etwas Krempel aus dem Kadetten um anschließend direkt weiterzufahren. Frau G. und Herr R. waren so frei mir nicht so recht eine Wahl zu lassen und der Einladung von Herrn W. zu folgen. In Wetzlar feiert er seinen Runden und ich bequeme mich auf die Autobahn.
Vier Stunden später erreiche ich Wetzlar und sage meinen Gastgebern ganz lieb Hallo. Seit Sylvester haben wir uns nicht mehr gesehen und es gibt natürlich wie immer viel zu erzählen. Bis die weiteren Gäste eintrudeln vergeht eine Weile und so kommt, was kommen muss – Wein macht die Runden und wir feiern ganz ausgelassen bis spät in die Nacht hinein. Ein tolles Fest mit vielen tollen Leuten – Danke für die Einladung! In einer Art Wandschrank habe ich auch einen Schlafplatz gefunden, sodass ich das Dachzelt geschlossen lassen kann.

Am Morgen frühstücken wir ausgiebig und gehen später dann noch in die Innenstadt. Dort riskieren wir einen Blick in den Wetzlarer Dom und bekommen sogar den Schlüssel zum romanischen Teil des Baus ausgehändigt. Der Dom zu Wetzlar ist heute eine der ältesten Simultankirchen, Katholiken und Evangelisten nutzen zusammen die Kirche ganz ohne sich die Köppe einzuhauen. Anschließend gibt es für alle noch ein leckeres Eis und wir schlendern zurück, wo ich mich dann auch schon wieder verabschiede – nun fahre ich nach Hause und glaube die Tour damit endgültig beendet zu haben. Natürlich ein Irrtum.

neues jahr in wetzlar

Für Sylvester haben wir uns dieses Jahr mit Herrn W. samt Familie und Herrn R. mit Frau G. verabredet. Kennengelernt haben wir uns vor einigen Jahren in Hachenburg beim DZG-Treffen. Die Norddeutschen sind bereits gestern angereist und ich starte erst jetzt den Kadetten und fahre in atemberaubender Geschwindigkeit nach Wetzlar. Sehr viel früher als gedacht kommen wir an und unsere Gastgeber sind natürlich gerade nicht da.

Halb so wild – so bleibt etwas Zeit um Wetzlar zu erkunden. Ich fahre den Kadetten direkt in die Altstadt und zu Fuß geht es dann durch die Fußgängerzone, entlang der Lahn zum Goethebrunnen und zuguterletzt noch an den Dom. Pünktlich zur eintreffenden Kälte in den Beinen ruft auch schon Frau G. an und meint, sie seien nun da. Vor Ort ein herzliches Wiedersehen, Kaffee und Kuchen und ehe wir fertig sind bereiten wir auch schon das Abendessen vor. Vegane Pizza soll es geben – natürlich blechweise. Nebenbei entkorken wir manchen Wein und lassen es uns besonder gut gehen.

Die Zeit bis Mitternacht vergeht mit guter Pizza und einigen wahnwitzigen Gesellschaftsspielen wie im Fluge und pünktlich zum Jahreswechsel versammeln wir uns draußen und schauen uns das Feuerwerk an, ehe wir im Warmen noch bis in die Morgenstunden beisammen sitzen, spielen und trinken. Nach einigen Stunden Schlaf erfreut uns das neue Jahr mit einem reichhaltigen Frühstück und anschließend einem Spaziergang durch das verschneite Wetzlar. Die Pflicht ruft und so kommt es, dass wir uns bereits am Nachmittag verabschieden und ich den Kadetten gen Heimat steuere. Bei Würzburg lichthupt es ganz fürchterlich hinter mir und ehe ich eine Hasstirade schwingen kann, kapiere ich dass es Herr F. ist. Der ist gerade auch auf dem Weg nach Heidenheim. Auf einem Rastplatz quatschen wir etwas und fahren die restlichen zwei Stunden dann im Konvoi zurück nach Heidenheim. Die Welt beweist auch heute wieder wahre Größe.

wasserburg friedewald

Nun tuckere ich durch die Rhön, vermeide die Hauptstraßen und gondel über Stock und Stein. Obwohl mitten unter der Woche, kommt es mir so vor als sei Sonntag und Heiligabend aufeinandergefallen. Die Straßen sind wie ausgestorben und keinerlei Restaurants oder Bäcker haben geöffnet.

Irgendwann, noch immer oder besser gesagt wieder auf hessischen Boden komme ich an einem Schild vorbei. Es wirbt für eine Burgruine und ich fackel nicht lange. So finde ich mich in Friedewald wieder. Hier steht die Ruine der Wasserburg Friedewald und sie ist erfreulicherweise frei zugänglich beziehungsweise geöffnet. Eintritt soll sie einen Euro kosten und den gebe ich dann auch gern aus. Ich habe die gesamte Anlage für mich alleine und belächel all die Touristen, die sich im Sommer wohl hier tummeln.

Von der Burg steht noch relativ viel und man kann tatsächlich beinahe alles frei erkunden. Sämtliche Türen und Tore sind geöffnet, alles ist frei begehbar und nichts ist wie so oft üblich lächerlich aufgehübscht und verschlimmbessert. Ich verlaufe mich kurz in den Kellerräumen, wische mir Spinnenweben von der Stirn und suche vergebens Lichtschalter. Was ein Spaß!

Selbst der Aboterker – hier machte man früher seine Notdurft in luftiger Höhe durch ein Loch direkt in das Gewässer um die Burg – ist noch erhalten und frei zugänglich. Für eine Sekunde überlege ich sogar… lasse es dann aber doch. Vernunft pur! Ich genieße noch etwas die Atmosphäre und mache mich dann wieder in Richtung Auto. Ich habe hunger! Hoffentlich kommt bald was am Straßenrand.

point alpha

Ich steuere den Besucherparkplatz an und bin glücklich, als ich den völlig leer vorfinde. Keine Schulklassen und keine Schwönwetterfanatiker. Perfekte Voraussetzungen für einen Rundgang durch den ehemaligen US Army Observation Post. Ich bezahle den Eintritt und bin schon gespannt was mich erwartet.

Tatsächlich nicht so viel – was durch Vandalen und Umbauten im Laufe der Zeit kaputtging wurde rekonstruiert und sonst stehen da einige Militärfahrzeuge. Dass hier weder die innerdeutsche Grenze noch der eiserne Vorhang behandelt wird war mir schon vorher klar, aber etwas mehr oder besser gesagt etwas anderes habe ich schon erwartet – ganz ohne drüber nachgedacht zu haben.
Als anständiger Gast lese ich natürlich trotzem alles, sehe mir US Army-Zeugs an und verstehe garnicht wozu überhaupt. Immerhin weiss ich jetzt wie deren Alltag hier ausgesehen hat und wie langweilig es wohl gewesen sein muss.

Ich habe tatsächlich weniger als 60 Minuten gebraucht mir alles anzusehen und habe auch nicht ein geschriebenes Wort vergessen. Nun habe ich große Hoffnung in das, das sich außerhalb des Stützpunktes befindet.