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rumbitchen in frankreich

Beinahe ausgeschlafen blicke ich so aus dem Fenster und wir sind uns recht schnell einig, dass wir ja etwas nach Frankreich könnten. Immerhin wettert es relativ angenehm und draußen stehen zwei vollgetankte Kadetten herum. Mit dem Neuerwerb geht es dann schließlich los. Zuerst an die Tanke, denn das größte Manko an dem Fahrzeug ist, dass es aufgrund des Umbaus keine Tankanzeige besitzt und der Tank auch nur rund 30 Liter fasst. Erfahrungsgemäß werde ich in Zukunft damit oft am Straßenrand stehen und dumm dreinblicken.

Mit frischem Benzin geht es dann nach Frankreich, ich habe mir für das Städtchen Bitche entschieden. Da war ich noch nie und es ist bestimmt einen kurzen Besuch wert. So richtig nach Städtegucken ist uns aber heute beiden nicht und so marschieren wir nach oben zur Zitadelle, umrunden sie ganz gemütlich und gucken in die Ferne. Wirklich schön hier und das mitgebrachte Obst ein Hochgenuss. Im Anschluss geht es noch etwas zu Fuß durch Bitche und dann schließlich zurück zum Auto.
In Philippsbourg stoppen wir erneut, grasen ein wenig auf den Wiesen und starren auf einen Teich, ehe es wieder über die Grenze geht. Nach einem kurzen Stopp am Deutschen Weintor sind wir schließlich zurück und die nächsten Tagen werden geprägt von Fressorgien, Freunden und Familie bis wir schließlich genug haben und zurückfahren.

Mit dem neuen Kadett geht es zurück, den heißgeliebten Bestandskadetten lasse ich vorerst mal zurück und wie wir angekommen sind, erstaunt mich der Verbrauch von rund 6,0 Litern auf 100km. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Sobald ich dann mal Zeit habe hole ich meinen Kadetten aus Landau und kümmere mich dann um den Neuen. Da gibt es einiges zu tun und vorallem sollte ich zeitnah entscheiden was ich noch damit vorhabe.

nasses nass

Der Morgen überrascht mit Neuschnee – alles ist ganz weiss und mein Gefallen daran scheint verschwunden.
Also fix in den Kadetten und weiter in Richtung Frankreich.
Es geht mautfrei bis Millau, denn ich möchte einen Blick auf das Viadukt werfen. Hierfür verlasse ich rechtzeitig die A75 und wir schlengeln uns auf Feldwegen bis zu einem Berg, von wo wir einen ganz tollen Blick auf die Brücke haben.

Anschließend geht es weiter in die Stadt hinein zu einem Supermarkt, den Hunger darf man keinesfalls vernachlässigen!
Nun regnet es aber nach wie vor und die Vorhersagen sehen überhaupt nicht rosig aus. Auf unserer gesamten Strecke ist Regen oder auch Schnee gemeldet. Meine geplanten Wanderungen fallen also ins Wasser und wir beschließen nach Deutschland zu fahren. 1.000km sind in einem Rutsch ja locker zu schaffen.
Wegen des Geizes dauert es aber halt lange, denn Maut möchte ich keine zahlen!

Morgens um 05.00Uhr erreichen wir den Heimathafen und verschwinden sofort im Bett.

nur noch ein stück

Ich wache auf & es ist fürchterlich kalt. Wundern tut es mich nicht – ich habe micht nicht zugedeckt.
Wenn ich schon wach bin, können wir auch direkt weiterfahren. Eine Stunde Schlaf sollte genügend.

Nun geht es auf mautfreier Autobahn weiter in Richtung Bordeaux bis sich Hunger ankündigt. Auf einem Parkplatz bereite ich dann schnell Reis mit Tomatensoße vor & wie man das von mir erwartet, fällt mir ausversehen ein Kilo Pfeffer in den Topf. Irgendwie ungenießbar aber sicher verdaubar. Also hinein damit.

Wir kommen schließlich in Spanien an und gondeln durch das schöne Baskenland bis Burgos. In der Stadt hoffe ich auf einen Supermarkt. Fündig werde ich nicht, dafür blicke ich auf hunderte leerstehende Häuser und eine Stadt, deren Charme längst die Toilette hinuntergespült wurde. Einige Kilometer weiter ist schön am Hang ein Dorf gelegen. Auch hier steht beinahe alles leer und Lebensmittel gibt es keine. So bleiben wir direkt hier – beim Zubereiten von Bratkartoffeln ruiniere ich unseren einzigen Topf & bin sehr stolz auf mich.

abgefahren

Nun sind wir unterwegs. Ziel Marokko. Route – frei Schnauze. So quälen wir uns über die verstopfte A8 bis in den Schwarzwald. In einem Dorf gibt es Döner für mich und eine Tankfüllung für den Kadett. Nun nach Frankreich. Mangels Lust Straßenbenutzungsgebühren zu zahlen geht es auf die Landstraße.

Kreisverkehr um Kreisverkehr zieht an uns vorbei und nach 11 Stunden Fahrt macht sich Müdigkeit breit. Ein paar Feldwege später finde ich ein verlassenes Haus und parke, wohlwissend dass ich diesen Lostplace in der Morgendämmerung besuchen möchte. Ich putze mir die Zähne und plötzlich fängt ein Hund an derart laut zu Bellen, dass mir schlecht wird. Er bellt sich die Seele aus dem Leib und ich wundere mich warum ihn um 04.00 Nachts keiner ruhig stellt. Etwas angewidert steige ich zurück ins Auto und fahre weiter, bis ich einen schönen ruhigen Nachtplatz finde.

wasser marsch

Auf dem Weg nach Landau erwischt uns wieder ein kleines Unwetter, es eimert wie aus Kübeln und die ersten Straßen sind überflutet. Glücklicherweise hört es recht schnell wieder auf und ich freue mich, dass nun endlich der viele Matsch vom Kadetten gewaschen wird.

In Landau angekommen kümmern wir uns sogleich um Nahrung und gehen gemeinsam ins Green – hier schmeckt’s in der Regel wahnsinnig gut und Getränke kann man auch in 1,5l Gläsern bestellen.

klein ist die welt

Kaum haben wir die Grenze zu Deutschland passiert, sehe ich in einiger Entfernung einen Kadetten am Straßenrand stehen. Voller Freude zücke ich die Kamera und merke erst am Vorbeifahren, dass das nicht irgendein Kadett ist, sondern der vom Herrn K.
So halte ich fix an, freue mich tierisch und wir beschließen noch zusammen ein Stück weiter auf ein kleines Oldtimertreffen zu fahren.

Herrn K. wollte ich schon lange mal besuchen, doch irgendwie klappt das ja nie so recht, drum empfiehlt es sich einfach ins Elsass zu fahren, man trifft sich schon irgendwo.
Als wir in St. Germanshof ankommen, stehen da nicht sonderbar viele Oldtimer, angesichts der angekündigten Wetterkapriolen auch nicht weiter verwunderlich.

Wir schlendern ein wenig durch die Reihen, wundern uns dass ausschließlich französische Gäste vor Ort sind und verabschieden uns dann auch wieder. Nun aber wirklich zurück nach Landau, Hunger kündigt sich an.