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auf nach brussels

Genug Gent für heute – es geht weiter. Eigentlich wollte ich an einem Stellplatz mit Strom nächtigen, jedoch stellte sich nun heraus, dass dieser in der völlig falschen Richtung liegt. Mangels Lust zu irgendwas steuer ich einfach einen Campingplatz in einem Vorort von Brüssel an.

Nach unaufregenden 70km erreichen wir diesen, der Campingplatzbetreiber fragt ungläubig wo ich denn den Kadetten noch gefunden habe und wir checken ein. Kurzer Aufbau und dann wird erstmal etwas flaniert. Die Ruhe wird lediglich von unzähligen Flugzeugen gestört, die just in Brüssel abfliegen.

geh durch gent

Noch immer Lust auf Gent geht es zu Fuß weiter durch die Stadt – Gent bietet unzählige alte Gemäuer aus vielen Hundert Jahren Geschichte und ist auch sonst wahnsinnig sehenswert. Irgendwann steuere ich das alte Grafenschloß an, welches relativ zentrumsnah einfach so da steht, sehr imposant. Bei 10,-€ Eintritt pro Person muss ich allerdings etwas schlucken und schaue es mir dann eben nur von außen an.

Ess ich halt was – etliche Seitensträßchen später kommen wir an einem kleinem Resturant vorbei und ich komme nicht umhin, mir ein belegtes Baguette servieren zu lassen. Es schmeckt fantastisch und ist auch lächerlich günstig, ich könnte direkt noch eines verputzen. Schlau wie ich aber bin, lass ich das sein und bin umso fröhlicher, als zwei Straßen weiter eine kleine Suppenbar auf uns wartet. So recht komme ich mit der Speisekarte nicht zurecht und bitte die Bedienung mir doch einfach zu servieren, was ihr auch schmecken täte. Sie beweist glücklicherweise guten Geschmack und ich bekomme eine fantastische Tomatensuppe mit allerlei Zugaben.

gent von oben

Der Eintritt in den Belfried kostet stolze 8,-€ pro Person und ist mir normalerweise dafür zu teuer, aber heute habe ich nunmal so richtig Lust auf ein paar Treppen.

Der Belfried hat heute keinen Nutzen mehr, mal abgesehen davon Touristen anzulocken und sein berühmtes Glockenspiel zum Besten zu geben. Die zahlreichen Glocken kann man auch allesamt bewundern und live erleben, wenn man denn zur rechten Zeit dort ist.

Oben angekommen – ich frage mich zwischenzeitlich wie das denn Übergewichtige machen sollen – die Gänge sind selbst für mich teilweise fast zu eng – werden wir mit einer wundervollen Aussicht auf und über Gent belohnt. Ein herrlicher Wind pfeift durch die Gemäuer und mir wird auch beantwortet, wie es denn andere nach oben schaffen. Nämlich per Lift. Haben die doch glatt mitten in den Belfried ein Lift gebaut, einfach so. Wir hingegen nehmen den Rückweg auf der Wendeltreppe und kommen sicheren Fußes unten auch wieder an.

nichts wie weg

Nach gefühlten drei Tagen Schlaf wird es Zeit zu gehen, wir packen beisammen, ich gönne mir mal wieder eine schnelle Dusche und einen Blick auf die Landkarte. Auf nach Gent!

Brügge lassen wir schnell hinter uns und fahren auf direktem Wege nach Gent. Dort angekommen parkiere ich den Kadetten mangels Lust allzuviel zu laufen direkt im Stadtkern und stürze mich auf den erstbesten Souvenirshop. Hier erstehe ich wie so oft einen Motorhaubenaufkleber und eine Stadtkarte und dann kann es auch schon losgehen. Am Stadthaus vorbei geht es weiter zum Belfried – den möchte ich heute noch besteigen.

die füße werden schwer

Nach der Bootsfahrt bleibt die Seekrankheit schließlich aus und ich habe Hunger. So entfernen wir uns ein wenig vom Trubel, den unglaublich vielen Touristen und suchen etwas außerhalb nach etwas Essbarem. So recht fündig werde ich nicht und gehe dann in einen Schnellimbiss – es liest sich ganz angenehm, auf den Bildern sieht es fantastisch aus und das Servierte schmeckt dann natürlich unfassbar schlecht. Aber halb so wild, satt werde ich trotzdem und habe glücklicherweise unverschämt viel dafür bezahlt.

Nun stehen uns nur noch einige Kilometer bevor, denn ich beschließe dass wir den Rückweg auf den Campinglatz am Wasser entlang laufen und dann abbiegen um die vier Windmühlen zu sehen, welche am Stadtwall stehen. Nach rund 20 Kilometern heute ist dann aber Schluss, ich falle in meinen Stuhl und lese noch ein Buch, gehe zeitig zu Bett und freue mich über die angenehmen Temperaturen und die wohltuende Matratze.

neuer tag, neues glück

Nach einer erholsamen Nacht nehme ich direkt nocheinmal eine Dusche und dann geht es erneut nach Brügge – wieder zu Fuß und natürlich wieder an der Katzenkneipe vorbei. Ich trete ein, werde herzlichst begrüßt und verabschiede mich aber schnell wieder, schließlich steht heute Brügge auf dem Programm.

Im Stadtkern lassen wir uns von den vielen architektonischen Perlen begeistern, kommen immer wieder dem Mittelalter sehr nahe und besuchen nach und nach alle sehenswerte und auch weniger sehenswerte Ecken der Stadt. Auch stehen einige Schaupläze des Filmes auf dem Programm und so starten wir, wie solle es auch anders sein, ebenfalls eine Bootstour über die vielen Kanäle durch Brügge. Der Steuermann hat einiges zu erzählen und tut dies erfreulicherweise gleich auf drei Sprachen gleichzeitig. Es ist wirklich sehr schön da unten auf dem Wasser, man kommt an sehr vielen der wichtigen Ecken rund um Brügge vorbei und hat nochmal einen völlig anderen Blick auf all das.