Archiv der Kategorie 'Bayern'

allgäuer gammel

Ich genieße gerade den schönen Sommertag im Allgäu – hier gibt es nämlich wahrlich nicht mehr viel für mich, das ich noch nicht gesehen habe. In Ottobeuren aber war ich noch nie – ist nur ein Steinwurf entfernt und so düse ich fix mit meinem alten Schweden rüber.
Ottobeuren kennt man vor allem von dem Kloster. Die Benedikterabtei Ottobeuren wurde schon 764 nach Christus gegründet und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Die spätbarocke Basilika wurde im 18. Jahrhundert erbaut und erfreut sich heute an meinen lüsternen Blicken. Es findet sich eine Menge Stuck, Fresken, Altarbilder und zwei barocke Chororgeln.

Das Museum im Kloster ist leider gerade geschlossen und so spaziere ich ein wenig durch die Anlage, bis es mich schließlich in die Innenstadt zieht. Hier verköstige ich knackigen Salat mit allerlei Pilzen und mache mich dann auf den Weg nach Hause.

Bei der letzten Fahrt mit dem schwarzen Volvo ging ja einiges kaputt, wurde zwischenzeitlich repariert und hat sich nun beweisen dürfen. Jetzt steht unserer baldigen Fahrt nach Schweden hoffentlich nichts mehr im Wege.

wenig rast, wenig ruh

Heute schlafe ich ungewöhnlich lange, bin noch immer völlig K.O. und fürchte mich tierisch vor dem weiteren Programm. Gegen Mittag baue ich gemütlich ab und verabschiede mich schon wieder von Nürnberg, Der Triathlon geht weiter und ich frage mich, ob diese Tour wirklich eine gute Idee war? auf schnellstem Wege geht es zurück nach Heidenheim, im Stau täte ich am liebsten sterben und zu Hause wasche ich schließlich ein wenig Wäsche und gehe dann meiner lieben Frau auf die Nerven. Die freut sich garantiert über mein kurzes Gastspiel.

Am Morgen nämlich werfe ich die Wäsche wieder in den Kadetten und vor meinem Haus taucht Herr R. auf. Der hat letztes Jahr meinen behindertengerechten Kadett gekauft, ihn zum Camper ausgebaut und nun ist auch er Teil des Triathlons. Rund 400km trennen uns von unserem heutigen Ziel, die Müdigkeit bekomme ich kaum los und auch ein Tramper bei Würzburg kriegt mich nicht munterer. Der Kerl kommt gerade von einem Yogatanz-Festival und ist nun auf dem Weg nach Erfurt. Ein Stück davor verlässt er den Kadetten und wir die Autobahn.

In Breitungen nämlich warten bereits der Konfettiben und die Whatabüsser auf uns. Konfettiben erträgt dasselbe Schicksal wie ich, der war nämlich genauso blöd und ist direkt von Rock im Park angereist. Ich war immerhin noch klug genug und habe mich zu Hause sehen lassen. Nun möchten wir zwei Tage hier auf einem Campingplatz verbringen und uns in Ruhe auf das nächste Festival vorbereiten.

geschichten ausm biergarten

Nach Adam Angst stärken wir uns mal wieder im Biergarten und ich nutze die Gunst der Stunde, um meine Schuhwerk grundlegend zu überdenken. Es kommen wieder meine ausgelutschten Slipper zum Einsatz – in denen tanzt es sich so toll! Und schon machen wir uns auf den Weg aufs Gelände und finden uns am Bierstand wieder. Zu Tenacious D feiern wir recht ausgelassen, trinken fassweise Gerstensaft und ich treffe sogar einige Freunde nach langer Zeit mal wieder. Bei dieser wahnsinnigen Menschenmasse durchaus unüblich.

Tenacious D war nun nichts, das ich unbedingt sehen musste – aber schnell kapierte ich, dass die Jungs der Liveact schlechthin sind. Wir hatten eine ansehnliche Portion Spaß und nun graut es mir schon vor dem heutigen Headliner. In Kürze spielen Slipknot und meine müden Beine haben so gar keine Lust. Aber schon während des ersten Songs ist das völlig vergessen und wir genießen eine erstaunlich gute Show, einen ganz akzeptablen Sound und wär hätte es gedacht – Slipknot hat auf der Bühne nun tatsächlich überzeugt. Ist auch besser so – denn in meinem Handschuhfach liegen noch Slipknot-Tickets.

Nach dem Konzert bin ich noch völlig angefixt und täte gern zu Eagles of Death Metal – die Mucke fand ich schon immer hervorragend, wenn auch die Band selbst etwas ööhm, doof ist. Die Veranstalter von Rock im Park aber verändern permanent die Wege und ich checke überhaupt nicht durch, sodass wir plötzlich vor der anderen Bühne stehen, Hier spielen im Moment Marteria & Casper – habe ich garkein Bock zu und so futtern wir ein wenig Handbrot. Schmeckt eigentlich nur nach Sodbrennen und so beschließe ich, dass es Zeit ist für ein Bett. An einem DJ-Pult komme ich leider aber nicht ungestreift davon, tanze noch ein wenig und finde mich dann etwas später am Biergarten wieder. Wie das so ist, schaffe ich es heute auch nicht mehr ins Dachzelt. Jeder meiner Knochen schmerzt, ich bestehe nur noch aus Muskelkater und mache es mir mangels Energie dann im Erdgeschoss bequem.

triathlon

Nach all der Erwerbstätigkeit ist es nun endlich an der Zeit das Weite zu suchen. Mein Dachzelt ziert den Kadett schon völlig nutzlos seit Wochen und so kann es sich nun wieder nützlich machen. Einiger Unrat landet im Kadett und schon geht es nach Nürnberg. Unser alljährliches Rock im Park steht mal wieder vor der Tür und anders als sonst reise ich heuer erst am Freitag an. So kam es dass ich nur ein Tagesticket ohne Campingberechtigung gekauft habe. Mit einer List komme ich trotzdem an den Stammparkplatz, wo es direkt ein paar Kaltgetränke gibt. Den Zeltaufbau verschiebe ich auf die dunkle Nacht – denn schon wie letztes Jahr ist das Campieren hier strikt verboten.

So verbringen wir den ganzen Abend entweder am Kadetten bei viel zu lauter Musik oder in unserem liebgewonnen Biergarten. Man kann sich natürlich gut an uns erinnern, das Eis ist schnell wieder gebrochen und wir feiern bis tief in die Nacht. Entsprechend glorreich fiel dann auch der Aufbau meiner Behausung auf und am Morgen wundere ich mich kaum über das abenteuerliche Bett.

Den neuen Tag begrüßen wir direkt mit Kaltgetränken, hängen mit den Nachbarn herum und empfangen Besuch im Biergarten. Erst am späten Nachmittag schaffen wir es schließlich zu Adam Angst – feinster Punkrock, leider in der Halle und somit eine ätzende Hitze. Da fällt kaum auf, dass ich Einzeller nur mit Badelatschen ausgerüstet bin. Das Konzert genießen wir trotzdem bis zum Schluss und verlassen völlig ausgepowert das Festivalgelände. Adam Angst habe ich nun zum ersten Mal gesehen und bin restlos begeistert, Ein tolles Konzert mit einer wunderbaren Stimmung in einer höllenwarmen Halle.

ausflügelei

Heute möchten wir einen kleinen Ausflug unternehmen und finden uns auf der A7 wieder. Nach einem kurzen Stück stehen wir Stoßstange an Stoßstange im Stau und beschließen dann diesen zu verlassen. Den Einfall haben natürlich auch all die anderen und so canceln wir unseren Trip nach Memmingen. Nun stehen wir kurz vor Illertissen und bleiben einfach hier. Wo nun die ersten Sonnenstrahlen auf unsere Köpfe prasseln ist schließlich egal.

In Illertissen verköstigen wir Gebäck und spazieren ein wenig umher, bis wir dann hoch zum Vöhlinschloss marschieren. Das Schloß ließ im Laufe der Zeit viele Besitzerwechseln über sich ergehen und beherbergt heute zwei Museen sowie ein Tageszentrum für Hochschulen. Bei diesem herrlichen Wetter möchten wir aber nun wirklich keine Zeit damit verplempern und Spazieren stattdessen weiter.
Passend zum Sonnenschein gibt es auch Eis in Illertissen und so fahren wir am Nachmittag wieder zurück in die Heimat und irgendwann schaffen wir es bestimmt auch einmal nach Memmingen.

ruine hochhaus

Die Weihnachtsfeiertage sind überstanden, die Waage ächzt unter der Last und wir fahren jetzt nach Bayern – ein wenig Ruinengucken. In der nähe von Nördlingen findet man im Wald die Burgruine Hochhaus. Man muss nur den Berg erklimmen und steht dann inmitten des Palas. Um 1200 wurde die Burg als Stammsitz einer Seitenlinie der edelfreien Familie von Hürnheim angelegt und 1347 an die Grafen von Oettingen-Oettingen verkauft. Sie wurde dann als Amtssitz genutzt, im 15. und 16. Jahrhundert modernisiert bis sie schließlich von den Schweden geplündert und niedergebrannt wurde. Um 1839 wird die Burg und deren Überreste endgültig verlassen und Dem Verfall preisgegeben.

So stehen heute die Überreste dort im Wäldchen und ein paar Schilder warnen vor Einsturzgefahr. Wir aber bleiben unbeeindruckt und sehen uns um, bis die Kälte uns schließlich zurück zum Auto geleitet. Dort treffen wir direkt auf die nächste Ruine. Den Kadett. Der mag nämlich nicht mehr anspringen. Perfektes Timing, so kurz vor Sylvester.
Mangels Handyempfang und Internet bin ich etwas ratlos und beschließe direkt, den ADAC nicht zu kontaktieren. Wie soll ich denen nun erklären auf welchem Feldweg genau ich hier stehe?
Also rufe ich Herrn D. herbei – mit Hilfe Googlemaps findet er die Ruine und kommt angebraust. Der Kadett ist schnell an der Abschleppstange und dann geht es direkt in die Werkstatt und für uns mit einem anderen Fahrzeug nach Hause.