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bayern feiern

Vergangenes Wochenende habe ich in München verbracht, denn Herr T. ist vor einiger Zeit wieder hierhin gezogen und so konnten wir mal wieder die Stadt unsicher machen. Ganz wie in alten Zeiten. Vom Biergarten über Kneipen und Discotheken war alles dabei was das Herz begehrt. Am Sonntag bekam ich dann auch zu spüren, dass ich vor einigen Jahren doch erheblich jünger war und umso mehr graut es mir vor dem heutigen Tag.

Ich finde mich nun auf dem Weg nach Bamberg zu Herrn O. – der ist inzwischen hier wohnhaft und schon seit Langem wollen wir einen Montag auf der hiesigen Schwof verbringen. Ehe ich aber Bamberg ansteuere, muss ich noch eben einen Schlenker über Schweinfurt fahren und Herrn O. einsammeln. Der ist nämlich aufm Autobahnzubringer liegengeblieben und hat kurzerhand die Karre einfach abgestellt. Möge er sich doch endlich ein vernünftiges Fahrzeug kaufen, mit seinen BMW bleibt er ja doch nur ständig liegen. Angekommen gibt es Kaltgetränke auf dem Balkon und beinahe versemmeln wir unsere Essenspläne, kommen dann aber 5 Minuten vor Schluss noch im Restaurant an und stopfen uns mit zünftigen Mahlzeiten voll.

Die Innenstadt platzt aus allen Nähten, sämtliche Studenten der Region scheinen hier Montag für Montag feiern zu gehen und abgesehen der ganz angenehmen Partys ist auch die Altstadt wahrlich sehenswert. Dafür bleibt nun aber eher keine Zeit, denn wir tanzen bis spät in die Nacht. Oder bis zur Sperrstunde. Bamberg scheint da nämlich recht rigoros. Um Punkt 02.00 Uhr ist Ende, alles schließt und man bekommt nicht mal mehr etwas zu Essen. Echt traurig, aber montags kann ich das irgendwie auch verstehen. Mit dem Sonnenaufgang fall ich schließlich zu Bett und fahre dann Mittags nach Hause – genug von Bayern und genug der Party, nun bin ich müde.

fliegender start

Eigentlich wollte ich ja schon etwas länger unterwegs sein, aber der eisige Winter hat mich doch glatt verharren lassen. So habe ich mich in Süddeutschland noch bei einigen Freunden blicken lassen und sprichwörtlich auf besseres Wetter gewartet.

Die Prognosen schauen ganz gut aus und Jonson lässt verlauten, dass ich gerne vorbeischauen könnte. Beinahe zeitgleich kommt noch eine Einladung von Whatabus hinterher und ich nehme dankend an. So geht es von München nach Niederalteich an die Donau, wo der Jonson es sich bequem gemacht hat. Ein schönes Plätzchen an der Donau, jedoch sitzen wir die Kälte im Wohnhänger aus und haben natürlich viel zu erzählen. Jonson kam gerade zurück von seiner Spanientour und ich befinde mich jetzt endlich auf meiner, öhm, recht eigensinnigen Wintertour. Noch ehe ich seinen Kühlschrank plündere verabschiede ich mich und fahre – das geht jetzt schon seit Tagen so – zurück. Undzwar nach Regensburg zu Marc & Selena.

Auch hier ein freudiges Wiedersehen, die beiden sind auch jetzt erst zurück von ihrer Wintertour und schon wieder gibt es ganz viel zu erzählen. Kurzerhand runden wir das ganze beim Italiener ab, lassen es uns schmecken und gönnen uns dann noch eine Sauna ehe es zu Bett geht. Ich schlafe wie während der Liedfetttour im Gästegemach und bin am Morgen dann schon etwas stürmig. Schon fast 1.000km gefahren und noch immer in Bayern, es wird wirklich Zeit zu gehen!

bildungsreise

Den Jahreswechsel haben wir gut über die Bühne gebracht – es gab neben Filmen ganz viel Pizza und eine Menge Gelassenheit. Heute verabrede ich mich spontan mit Herrn R. – der ist noch immer in der Gegend und hat einfach viel zu viel Zeit. Also gehen wir lecker Essen und beschließen dann in der Kneipe unseres Vertrauens, dass wir morgen ein Museum besuchen. Die Wahl fällt auf das im letzten Jahr eröffnete Mazda-Museum in Augsburg. Herr P. kommt auch noch mit und zu dritt düsen wir los, ich erfreue mich des Beifahrerseins und knabbere Unfug auf der Rückbank.

Angekommen stehen wir auf einem ehemaligen Betriebshof der elektrischen Straßenbahn, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts. Ein toller Bau und ideale Heimat für das Automuseum. 2011 hat die Familie Frey das Gebäude erworben, es restauriert und umgebaut zum Museum bis es schließlich 2017 eröffnet wurde. Nun blicken wir auf ca. 40 Exponate aus dem Hause Mazda der vergangenen Jahrzehnte. Neben Young- und Oldtimern für den europäischen Markt gibt es auch einige Leckerbissen von Übersee zu sehen, die Auswahl ist perfekt und gerade bei den Designikonen aus den 80er Jahren fällt es recht schwer sich satt zu sehen. Mit 5,-€ Eintritt [2,50€ ermäßigt] ist man dabei – lohnenswert wie ich meine.
Als wir dann genug gesehen haben, ist es Zeit für einige Burger, die wir uns in Dasing bei Mrs Pepper einverleiben. Von dort wäre es auch nicht mehr weit bis Schrobenhausen – hier hat Herr W. seinen Heimathafen und wann immer ich in der Nähe bin, habe ich entweder keine Zeit oder vergesse es einfach. Heute aber nicht, schnell ist ausgemacht dass wir uns in seiner heiligen Halle treffen und dort wieder auf ein paar alte Autos gucken. Neben einem Opel Manta i3000 schlummern etliche Volkswagen in den vier Wänden und warten auf besser Wetter.

Wir plaudern bis die Beine frieren und treten dann die Heimreise an – es schlummert sich ganz herrlich auf der Rückbank und unseren abendlichen Kneipenbesuch sparen wir uns heute – stattdessen falle ich dann einfach ins Bett.

rennen der tausend weine

Nun ist es soweit – meine alljährliche Rallye steht an. Die Grobplanung hat vor rund einem Jahr gestartet und wie ich das immer so mache, planen wir Details kurz vor Abfahrt. So waren die letzten Tage natürlich mal wieder etwas stressig. Aufkleber mussten her, die Logos designed werden, der Kadett brauchte einige Liebe und die Route stand auch noch nicht so recht. In einsamen Stunden habe ich die Route verfeinert, Treffpunkte und Nachtplätze gesucht sowie die Roadbooks gedruckt.

Dieses Jahr haben sich acht Fahrzeuge und 17 Leute angemeldet – darunter mein Opel Kadett, ein Opel Senator, Opel Calibra, BMW E34, VW Passat, VW Golf II, VW Golf III und ein BMW E36. Keiner jünger als 20 Jahre alt und die Hoffnung ganz arg groß, dass sie alle halten! Wie ich mein Auto belade, irgendwie versuche Platz zu schaffen für meine Copiloten, habe ich ein eher mulmiges Gefühl. Seit Ingolstadt ist mein Vertrauen ein klein wenig gesunken. Die Werkstatt hat nichts gefunden und ich befürchte dass es die Antriebswellen sind. Also habe ich mich auf die Suche nach neuen gemacht und diese jetzt im Kofferraum gebunkert. Sicher ist sicher. Werkzeug habe ich zwar keines, aber das wird schon werden!

Frau T. aus Ludwigsburg reist an, parkiert ihr Fahrzeug vor meiner Tür und dann holen wir noch Herrn M. um anschließend den Treffpunkt anzufahren. Wir treffen uns mit den meisten an der Autobahn 7 in Fahrtrichtung süd. Die Stimmung ist super, wir bekleben die restlichen Fahrzeuge und machen uns dann in Kollone auf zu Treffpunkt Nummer 2. In Memmingen stoßen noch die Münchner sowie die Saarländer dazu. Vor Ort überbrücke ich die Wartezeit mit etwas Kinderpunsch und ehe wir uns die Beine abfrieren, geht es auch schon los. Uns steht eine lange Nacht bevor und mit etwas Sorge gucke ich auf den fallenden Schnee. Acht überladene Altwagen, Alpen und die Nacht können tückisch sein.

lebenserhaltende maßnahmen

Die Liedfettour ist vorbei – oder besser gesagt – sie pausiert nun ein wenig. So halte ich mich nun gerade in der Heimat auf & habe Besuch aus dem fernen Osten. Das Wochenende verbringen wir mit ein paar Freunden, der Familie, aber vorallem auf dem Sofa. Netflix und Amazon Prime runden das Wellnesswochenende ab, bis am Montag schließlich Zeit ist, die faulen Ärsche zu bewegen. Bei dem recht untröstlichem Wetter bietet sich ein Museumsbesuch geradezu an, sodass wir nach Ingolstadt fahren. Das Audimuseum schiebe ich schon lange vor mir her.

Während die meisten über den Montag schimpfen, liegen wir viel zu lange in den Federn und mein Navi spricht von 130km. Das hatte ich viel kürzer in Erinnerung. Sei’s drum. Kurz vor Ingolstadt meldet sich der Kadett zu Wort – es scheppert ganz fürchterlich, das Lenkrad schlägt Purzelbäume und ich rolle mit den Augen. Muss das sein? So kurz vor unserer Tour nach Italien kommt mir das jetzt eher ungelegen. Ich halte an, stelle nichts fest, fahre weiter und nach zwei Kilometern ist alles beim Alten. Wenig später geht es wieder los und ich mache mich auf den Weg zu einer Werkstatt. Plötzlich ist wieder alles im Lot, ich bin genervt und entscheide, dass schon alles gut werden wird. Ab ins Museum, ich lass mich doch nicht verarschen.

Das Audi Forum beherbergt unter anderem ein kleines Museum, das die gesamte Geschichte der Marke(n) zum Besten gibt. Zwei Euro kostet der Eintritt und wie erwartet ists recht überschaubar, einige schöne Exponate gibt es zu bestaunen und das wars auch schon. Ich lese ganz eifrig, werde aber ganz automatisch daran erinnert, dass ich mit Audi und Konsorten einfach nix anfangen kann. Also sehen wir uns noch in Ingolstadt um, mangels gutem Wetter bleibt es aber bei einem Spaziergang durch die Altstadt und einem Döner für uns Hungerleidenden.
Beim Rückweg macht der Kadett keine Zicken mehr, ich werde nicht schlau draus und in Nördlingen hält mich noch eben die Polizei an. Die immerselben Fragen nach Drogen, TÜV und ob die Aufkleber das Auto zusammenhalten. Eine erfrischende Abwechslung war das ja nun nicht gerade.

A7 oder A96

Um 09.00 schrecken meine Augen auf, um mich herum wird kräftig geschnarcht und ich bin mir ganz sicher, diese irrsinnige Tour heute einfach abzubrechen. Mit letzter Kraft hieve ich mich aus dem Bett, lass eine Stange Wasser ab und packe mein Hab zusammen. Herr B. wirkt auch völlig zertrümmert und wir fallen in den Kadett. Ab an den Bodensee! Problemlos geht es aus München raus und ab auf die A96. Bei Memmingen bin ich wirklich hin- und hergerissen. Bis Heidenheim wäre es nicht mehr weit, ich vermisse mein Bett wirklich. Naja, sei es drum. In Lindau fahren wir direkt die Jugendherberge an. Im Internet beworben als Youth Hostel, kein Wort der DHJ und natürlich bin ich kein verdammtes Mitglied. Die Dame an der Rezeption, auf die wir immerhin nur eine Stunde gewartet haben, verkauft uns dann ganz selbstlos eine Eintagesmitgliedschaft. Nun ist mir auch klar warum die Jugendherbergen aussterben und warum ich nie in einer war. Was für ein Mist. Im Endeffekt ist unsere Nacht in einer Jugendherberge die mit Abstand teuerste.

Während dem Duschen stell ich mir noch eben ein Biermischgetränk ins Gesicht und bin urplötzlich wieder frohen Mutes, habe Bock auf Liedfett und so richtig Lust auf einen ausgeprägten Parkplatzrave. Also fahren wir an den Club Vaudeville zu den Whatabüssern, mixen einige Kaltgetränke und bügeln einfach mal ordentlich rein. Gegen später gönnen wir uns noch einen Besuch beim Italiener ums Eck, ich snacke Pizza mit Wein und mache ganz große Augen bezüglich des herrlichen Geschmackes. Zurück vorm Club besucht uns dann noch Son of Polvo, bringt ganz wohl erzogen Bier mit und wir glühen noch etwas vor, ehe er dringend auf die Bühne sollte. Natürlich gehen wir direkt nach, denn seinen Gig zu verpassen kommt überhaupt nicht in Frage. Im Anschluss mal wieder Liedfett – die Eskalation ist ziemlich angenehm weil das Konzert nicht sonderbar gut besucht ist, im Club ist reichlich Platz und ich frage mich auch hier, welcher Hornochse dafür verantwortlich ist, dass kurz nach der Bühne der Teppichboden in einen aalglatten Fließenboden übergeht. Im Moshpit natürlich tierisch deplatziert, manch einer fällt häufig zu Boden, Todesopfer gibt es aber keine zu beklagen.

Nach dem Konzert stehen wir wieder eine Weile beisammen, befeuchten unsere Kehlen und hohlen noch einmal tief Luft, bevor es morgen an das Finale geht. Herr M. fährt uns dann noch eben in unsere Herberge, mit letzter Kraft schleppe ich mich unter die Dusche und Herr B. macht sich derweil auf den Weg uns etwas Pizza oder Döner zu besorgen. Ob das eine gute Idee ist, sei einfach mal dahin gestellt, ich jedoch bin froh über etwas Ruhe. Knapp zwei Stunden später kommt er auch, mit zwei völlig durchweichten Pizzen. Nunja, in der Not frisst der Teufel Fliegen.