Archiv der Kategorie 'Bayern'

blöde aber glücklich

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich mich frage, was denn mit mir nicht stimmt?! Ich bruzzle so in der Sonne, genieße ein Buch und fasse einen Entschluss. Mit dem Reisen wird’s gerade nichts – mangels Freizeit und blöder Umstände. Aber verlängerte Wochenenden sind immer drin. Das schreit ja regelrecht danach, weitere Festivals zu besuchen. Früher habe ich das gern gemacht und dieses Jahr sogar wieder Spaß daran gefunden. Also beschließe ich auch heuer wieder auf das Taubertalfestival zu fahren. Das ist aber seit einiger Zeit ausverkauft und ich begebe mich in dieses Internet, um mal zu gucken wo die Preise liegen. Die liegen Jenseits von Gut & Böse. Also lege ich mir eine Grenze fest, schreibe einige Verkäufer an und habe nach einiger Zeit das Festival bereits abgeschrieben, als plötzlich eine junge Dame bei mir anruft.

Sie hätte Tickets – sogar der Preis passt. Ohne zu wissen, wo sie überhaupt wohnt sage ich spontan zu sofort zu kommen. Da gerät sie ins Stottern und frägt ganz kleinlaut, ob es mir etwas ausmache das Ticket bei der Polizei zu holen. Da bleibt selbst mir kurz die Spucke weg. Was? Warum zum Teufel bei der Polizei? Sie erklärt mir dann, dass ihr Freund bei der Bereitschaftspolizei arbeitet und die Tickets bei sich hat. Ich sehe da kein Problem und möchte direkt losfahren. Wie sich herausstellt ist es auch nicht weit – mit Rückweg komme ich auf 230km. Die Tickets sind fix geholt und ich düse zurück, sehe im Rückspiegel einen Landrover mit Dachzelt. Gemeinsam fahren wir im Konvoi über die A8, der Tacho stets bei 140/150 und ich finde es ganz unverantwortlich, mit einem Dachzelt so schnell zu fahren! Bei den Steigungen aber zeigen wir beide wahre Größe, weder der Kadett noch der Landrover knacken die 120 – vorbildlich!

festivalqueen

Es ist gerade Donnerstag und ich gammle so vor mich hin, als Marc von Whatabus ganz unverblümt fragt, ob ich Bock auf‘n Liedfett-Konzert in Rosenheim habe. Die Frage verstehe ich nicht so ganz, aber Zeit habe ich nicht wirklich. Samstag nämlich muss ich auf einen Geburtstag und so fällt die Wahl ganz einfach auf das Freakinout Festival in Nandlstadt.
Eine Nacht später sitze ich schon im Kadetten und wühle mich durch die Staus rund um München, treffe bei besten Wetter auf dem Minifestival ein und warte nur noch wenige Minuten bis Marc & Selena auch aufschlagen.

Wie die beiden ankommen steht auch schon im Nu unser Camp, gute Musik kommt aus den blechernden Kadettboxen und ich bekomme meinen ersten wohlverdienten Wein. Als plötzlich ein weisser Opel mit Heidenheimer Kennzeichen angefahren kommt, staune ich nicht schlecht! Die beiden haben auch den weiten Weg auf sich genommen und kennen genauso wie wir keine einzige Band, die hier so spielen. Ideale Voraussetzungen also für einen gelungenen Tag. Gemeinsam hören wir gute Musik, trinken manchen Quatsch und werden mit Pizza versorgt. Rundum wunderbar.

Am Abend – die erste Band haben wir bereits verpasst – machen wir uns auf und gucken uns die folgenden zwei Bands an. Bis gestern kannte ich die nicht, aber in „The Weight“ hatte ich mich am Vorabend noch spontan verliebt. Die Konzerte sind spitze, die Stimmung völlig ausgelassen und es macht einen Riesenspaß. Anschließend versammeln sich diverse Feierwütige um Whatabus und den Overlandkadett und ich entfache endlich das Holz zu einem kleinen Lagerfeuerchen, das ich seit 15.000km durch die Gegend fahre. Wurde endlich mal Zeit. Mit der Morgendämmerung verschwinde auch ich in mein Dachzelt und halte es schon ein Weilchen später nicht aus – Hitze! Garnicht mal so klug, ständig so spät zu Bett zu gehen. Erzählungen zufolge habe ich anschließend noch ein Nickerchen im Klappstuhl gehalten, woran mich abgesehen von einem aufgemalten Glied auf der Backe nix erinnert. Ich kann es nicht oft genug sagen – es wird Zeit erwachsen zu werden! Nicht aber heute – denn zu späterer Stunde sitze ich im Kadetten und fahre zu meinem Bruder. Der feiert Geburtstag und wie das so ist, gerät alles aus den Fugen. Statt bei ihm oder im Kadetten, trampe ich in den frühen Morgenstunden nach Hause und bin ganz froh, dass nun erstmal wieder Ruhe einkehrt. Den Biorhythmus freuts!

mission ready

Frau J. nimmt heute mal wieder im Kadett platz – unser Ziel ist Giebelstadt nähe Würzburg. Vor ewigen Zeiten haben wir uns Tickets für das Mission Ready-Festival gekauft und nun ist es endlich soweit. Über die Autobahn geht es nur zäh voran und als wir schließlich ankommen, hat Frau J. bereits eine Flasche Sekt getrunken. Ich bin fast etwas neidisch. Vor Ort fix das Dachzelt aufgebaut und schon genieße ich kalten Wein und freue mich dann umso mehr als die Wohnmöbse auftauchen. Kurze Zeit später trudeln auch die Whatabüsser samt Herrn B. ein und unsere kleine Wagenburg steht im Nu.

Bands spielen heute keine und so können wir uns ganz locker der Geselligkeit hingeben. Wie das manchmal so ist – gerade wenn man sich jung fühlt – kann ein solcher Tag ganz schön lange andauern. So kommt es dass ich erst morgens um 06.00 Uhr mein Dachzelt aufsuche und etwas irritiert bin, weil dort Frau J. vor sich hinschläft. Die letzten Quadratcentimeter ergaunere ich und versuche zumindest ein bisschen zu schlafen. Ein paar Stunden später ist jedoch an Schlaf nicht mehr zu denken, ich krabbele hinaus und gönne mir ein Frühstück aus Reis und Tomatensoße. Dass mein Magen mit Purzelbäumen antwortet brauche ich vermutlich nicht erwähnen. Beruhigung schafft dann Wodka in rauhen Mengen und wir sitzen erneut herum, uns besuchen viele neue Bekanntschaften und auch Chaoten die man von vergangenen Festivals so kennt. Der Tag ist ganz herrlich schön und gegen Mittag verschwinden wir zu Rantanplan – eine Hamburger Band die ich schon immer sehr mochte und irgendwie nie live sah. Das Konzert war spitze, der Sound unerwartet gut und nun gefallen mir sie direkt wieder ein Stück besser. Nun verziehen wir uns zurück in die Wagenburg und ich köpfe noch fix einen guten Morio Muskat um später dann das Konzert von Me first & the Gimme Gimmes anzusehen. Zusammen mit Herrn B. poge ich um die Wette und merke erst reichlich spät, dass es schon die ganze Zeit regnet. Nach dem Konzert möchte ich mich nur kurz aufwärmen… heize den Kadetten auf 40 Grad und lege mich im Adamskostüm hinein. Mit jeder Sekunde wird klar – so verpasse ich Flogging Molly. Die Wärme aber tut so herrlich gut. Also beschließe ich mir das Konzert von hier aus anzuhören, sehe mich schon im Auto schlafen und als schließlich Frau J. kommt raffe ich mich auf und schlafe elend lange bis zum nächsten Morgen im Dachzelt.

Während die meisten Besucher recht eifrig verschwinden, üben wir uns weiter in Geselligkeit, Frühstücken ein wenig und packen erst gegen Mittag zusammen um uns dann ganz herzlich zu verabschieden. Es war – ganz im Ernst – wohl eines der besten Festivals auf dem ich je war. Unser Anarchiecamp hat ganz toll harmoniert, die Nachbarn waren auch nicht von schlechten Eltern & an der Organisation sowie am Lineup des Festivals, gibt’s nichts auszusetzen. Gerne komme ich wieder!

uv-vollbelastung

Herr R. aus Würzburg hat uns heute schon abgeholt und zum gemütlichen Trinken entführt. Wir stolpern von Kneipe zu Kneipe und spät in der Nacht sprechen wir plötzlich über Markisen. Daraufhin werfe ich ein dass gerade die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen stattfindet. Herr R. wollte ohnehin mal mit auf ein Globetrottertreffen und so schlage ich vor dass wir da doch fix hinfahren können, allzu weit ist es tatsächlich nicht.

Also ab nach Hause, ich penne vier Stunden und dann klingelt auch schon der Wecker. Ich sammle Herr R. ein und wir brettern nach Bad Kissingen, parkieren den Kadett in Nähe der Camparea und schauen zuerst am DZG-Stand vorbei. Dort versumpfen wir direkt ein Weilchen, man hat sich wie immer viel zu erzählen und dann geht es weiter. Wir sind schließlich hier um uns die Fahrzeuge anzusehen. Bei unserem Rundgang über den Platz lerne ich endlich Herrn B. kennen, der gerade um seinen Unimog herumlungert und auch Herrn S. aus Düsseldorf treffe ich nach langer Zeit mal wieder. Unterwegs kommt mir der Traumtänzer entgegen und wir verabreden uns noch für später, wo dann ganz ungeplant ein kleines Steinwald-Treffen Revival stattfindet. Wir alle haben uns viel zu erzählen und verquatschen uns sehr viel länger als gewollt, bis wir uns endlich lösen und verabschieden können.
Ich war nun das erste mal auf der Abenteuer & Allrad und wir haben uns bewusst gegen den Besuch der eigentlichen Messe entschieden. Die interessanteren Fahrzeuge findet man nunmal auf der Camparea und dort will einem auch keiner etwas verkaufen. Ich bin total geplättet von den unglaublich vollen Wiesen rund um die Saale und auch von den vielen netten Gesichtern. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und unser kleiner Spontanausflug hat sich unbedingt gelohnt!

Bilder von Bad Kissingen findet ihr auf meiner Facebookseite „Overlandkadett“

Ehe wir nach Hause fahren, donnern wir noch eben in ein Dorf ein Stückchen entfernt. Herr F. nämlich hat spitz bekommen dass wir in Bad Kissingen sind und uns einen Besuch bei einem nie fertiggestellten Autohaus empfohlen. Gerade mir wird es da sicher gut gefallen. Natürlich behält er recht – der Ausstellungsraum ist voller alter Opel. Einige scheinen tatsächlich Neuwagen zu sein – zumindest scheinen die meisten nie bewegt geworden zu sein. Auch hinter dem Haus findet sich ein gutes Dutzend alter Opel, darunter sogar einige Opel Kadett E. Lediglich meine gute Erziehung hält mich gerade so davon ab mir direkt alle mitzunehmen. Ein toller Tipp, Danke dafür! Jetzt aber nach Hause – es ist schon wieder reichlich spät.

rock im park #6

Herr T. ist heute schon in aller Frühe in Richtung Bahnhof gelaufen um nach Hause zu kommen. Mangels Rückbank konnte ich ihn leider nicht mitnehmen und so blieb ihm nichts anderes übrig. Wir hingegen genießen noch eine Mütze Schlaf und anschließend das wilde Aufbrechen der Abertausenden. Den Stress ersparen wir uns und warten bis in die Mittagsstunden, packen dann zusammen und quälen uns durch den horrenden Verkehr in Richtung Heimat.

Ich bin gottfroh als ich dann endlich zu Hause bin, freue mich unendlich auf eine vernünftige Dusche, eine Couch und darauf keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Nach einigen Jahren Abstinenz fällt mein Fazit doch recht positiv aus. Es hat Spaß gemacht! Es ist halt wie immer bei großen Veranstaltungen – die Getränke und Essenspreise sind angesichts der miesen Qualität eine Frechheit. Dass sich darüber viele aufregen kann ich gut verstehen, mir hingegen ist es völlig egal, weil ich mich nie allzu lange auf dem eigentlichen Veranstaltungsgelände aufgehalten habe. Da hänge ich lieber am Auto rum, lümmle im Biergarten und lerne tolle Menschen kennen, habe ne Menge Spaß und bin nie genervt von Menschenmassen, wie man sie wohl sonst nirgends findet. Zu meinem Erstaunen waren wir uns sogar alle einig, dass wir nächstes Jahr wieder gehen und das genauso handhaben wie heuer.

rock im park #5

Die Nacht haben wir überwiegend in oder unter dem Dachzelt verbracht. Denn es regnet seit einigen Stunden und meine Laune hat es dadurch natürlich auch weggespült. Herr F. verabschiedet sich und macht sich langsam auf den Rückweg nach Österreich. Also marschieren wir heute nur zu dritt in den Biergarten und treffen natürlich erneut unsere drei alten Freunde. Ich bestelle mir Rührei und Cola, – statt Bier ist das eine gelungene Abwechslung und vorallem spiele ich mit dem Gedanken auch abzureisen. Mit jedem Bissen festigt sich mein Entschluss – ab nach Hause!

Nun gehe ich zur Toilette und wie ich zurückkomme bestelle ich ganz spontan ein Hefeweizen und es wird klar – wir bleiben! Wie wir so im Biergarten sitzen bessert sich auch das Wetter, der Regen hört auf und wir starten anschließend wieder am Kadetten durch, trinken all unsere Reste, feiern dass wir noch da sind und gehen anschließend zu den Bands. Rammstein soll es heute werden – als wir ankommen beginnen sie gerade zu spielen und das Gelände platzt aus allen Nähten. So von ganz hinten ists ja auch blöd – der Ton ganz mies und sehen tut man sowieso nix. Also drängen wir nach ganz vorn links! Da ist nämlich der Jack Daniels Truck. Hier sind nicht nur die Preise fair, sondern auch der Blick auf die Bühne weiß zu überzeugen.

Das Spektakel ist nett anzusehen, Rammstein jedoch nicht so meins. Großer Spaß kommt dann nach dem Konzert auf, denn die Massen stürmen zu Marteria und wir machen es uns am Smoothie-Stand gemütlich, werden angeheuert dafür zu werben und bekommen dafür freie Verköstigung. Ein fairer Deal und eine ganze Portion Spaß für uns beide. Danach besuchen wir wieder unseren Kiosk, bekommen als Stammkunden natürlich ein Bier ausgegeben und machen uns dann allmählich in Richtung Bett.