Archiv der Kategorie 'Baden-Württemberg'

wellness auf‘m spielplatz

Schon vor längerer Zeit kamen wir auf die Idee, dass man ja mal wieder auf das Motorradtreffen nach Buhlbronn könnte. Meine Tante wohnt dort und das Treffen findet seit Jahrzehnten statt. Irgendwann hörte man auf das Treffen zu bewerben, weil einfach zu viele Teilnehmer gekommen sind. Den Veranstaltern ist das über den Kopf gewachsen und seither findet das Treffen im unbeworbenen, kleinen Rahmen statt. Zuletzt dürfte ich 2011 hier gewesen sein und ich kann mich an ein paar schöne Treffen erinnern.

Also mobilisieren wir meine Tante, meinen Bruder, meine Eltern sowie Frau T. aus Ludwigsburg und die Whatabus-Crew. Im laufe des Mittags trudeln alle ein und wir schlagen unsere Camper und Zelte direkt am Spielplatz auf der Wiese neben der Kelter auf. Gemeinsam verbringen wir den Tag bei herrlichem Wetter, guter Stimmung und super leckerem Essen zu fairen Preisen. Natürlich schrecken wir auch nicht davor zurück auf manchen Geburtstag anzustoßen und genießen am Abend das große Lagerfeuer und lauschen der (leider etwas) schlechten Band, bis wir schließlich zu Bette fallen. Das war ein geselliger Tag und für meine Frau Mutter eine Premiere in Sachen Camping. Zuvor hat sie glaube ich nie eine Nacht im Zelt verbracht. Und das in ihrem Alter!

Am Morgen decken wir uns mit belegten Semmeln ein, packen in Ruhe zusammen und ich studiere beiläufig den Europaatlas. Auf der Suche nach noch mehr Erholung. Die Richtung ist schnell klar, jetzt muss nur noch entschieden werden, wohin genau. Wir verabschieden uns herzlich und mein Navi palavert irgendwas von 800km. Wird wohl ein langer Tag – Erholung aber hat seinen Preis.

mission ready #1

Nachdem uns das Mission Ready Festival letztes Jahr so gut gefallen hat, haben wir uns schon vor Monaten Tickets für die diesjährige Auflage gekauft und nun ist es soweit. Aber zuerst bringen wir noch eben dem Gatten von Frau J. ein Auto vorbei, sodass er während unserer Abwesenheit mobil bleibt. Nicht gerade der kürzeste Weg und auch noch die falsche Himmelsrichtung, aber es macht ja nichts.
So folge ich nun Frau J. unauffällig bis nach Ravensburg, wo wir bei Ankunft leider nicht auf Herrn F. treffen und stattdessen eben einen saftigen Döner vertilgen. Wie er eintrifft werfen wir geschwind unsere Schlafseligkeiten in das Wohnzimmer und köpfen fix eine Flasche Prosecco, ehe es dann auf eine Studentenparty geht. Weiter geht es noch zu einer zweiten Party und nach ein paar Stunden Feierei haben wir schließlich genug und gehen zu Bett.

Am Morgen klingelt schon recht zeitig der Wecker und wir müssen nun recht widerwillig los aufs Festival. Schnell ist klar – eine Preparty direkt vor einem Festival ist absolut grober Unfug und macht einem nur das Leben schwer. Muss ich mir unbedingt für die Zukunft merken. Etwas müde, verkatert und lustlos düsen wir nun also von Ravensburg nach Würzburg auf das Festival und kommen sogar pünktlich zur Eröffnung dort an. Ein paar Bekanntschaften von vergangenen Festivals sind auch schon da, uns ist aber im Moment überhaupt nicht nach Reden und Gesellschaft. Also liegen wir recht verwahrlost im Schatten herum, bis auch der Whatabus eintrifft.
Bändchen sind schnell geholt und dann machen wir uns auf dem Wohnmobilplatz breit um direkt unser Camp für die nächsten Tage aufzubauen.

Mit literweise Brand-Wasser gelingt der Aufbau auch ganz hervorragend und wir können direkt eine Premiere feiern. Ein Festivalstart ganz ohne Alkohol – stattdessen Wasser – gab es so glaube ich noch nie. Das Camp steht und dann trudelt auch schon Frau T. ein – mühsam hat sie ihre Habseligkeiten hergeschleppt und baut nun ihr Zelt auf. Ich hingegen sterbe im Schatten vor mich hin und Herr M. überzeugt uns endlich zum Schnaps, sodass die Party starten kann.

rumgärtnern

Vergangenes Wochenende hatte ich Teilnehmer unserer Quatschrallye zu Besuch und zum ersten Mal dieses Jahr konnte der Grill benutzt werden. Wenn auch das Grillgut reichlich schwarz geworden ist und keiner so wirklich satt. Macht aber nichts, schließlich hatten wir viel mehr Freude an der Sonne und den vielen Kaltgetränken. Den Abend haben wir dann noch ausgiebig in den Kneipen der Stadt verbracht um den Sonntag über schließlich in der Sonne zu vegetieren. So gefällt der Sommer.

Für heute hat sich ein Paar aus Australien angekündigt. Die tingeln seit geraumer Zeit in einem alten Hymermobil durch Europa und Asien. Nun sind sie ganz in der Nähe und am Hymer sollte man nach etwas gucken. Für das Wohnmobil ist erst morgen Zeit und so verbringen wir den Tag im Garten, sonnenbranden so gut es geht und am Abend erscheinen die Lieben von Whatabus. Zusammen geht’s zum Essen und natürlich bleibt ein obligatorischer Kneipenbesuch nicht aus. Die beiden Australier haben sich inzwischen in meinem Wohnzimmer eingenistet und ich schaue heute mal nach dem ollen Hymer. Der ist schon 20 Jahre alt und hat rund 160.000km gelaufen. Schnell steht fest – eine Reparatur ist auf die Schnelle nicht möglich und auch ziemlich kostspielig. Unter anderem muss nämlich der Motor raus und ich kann absolut keine Werkstatt finden, die dafür mal eben Zeit hätte.

So verbringen wir noch einen weiteren Abend bei mir, es gibt schwäbische Maultaschen und wir sitzen eine weitere Nacht lange beisammen. Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege, die beiden versuchen nun ihr Glück in England wo das Wohnmobil ohnehin in Bälde verkauft werden soll. Bis auf die Insel drücke ich die Daumen und hoffe dass sie es schaffen und derweil begrüße ich Frau J. bei mir – Freizeitstress ist ätzend.

energieaustausch

Manch einer von uns hat sich einen Mittagsschlaf gegönnt und andere wiederum haben einfach weitergefeiert. Ich hoffe inständig, dass wir hier nicht direkt wieder rausfliegen und ehe es soweit ist, wird es Zeit für unser Konzert. Mit Herrn H. stolpere ich vorher noch eben in eine Bar, denn ohne Vorglühen geht man schließlich auf kein Konzert. Dumm nur, dass wir quasi schon den ganzen Tag Vorglühen und mich schon jetzt nach dem Bett sehne.

Irgendwann raffen wir uns auf und das Konzert beginnt dann auch schon – vollzählig starten wir durch und verlieren uns natürlich sofort, das Konzert aber entschädigt für alles. Russkaja, die Wiener Möchtegern-Russen liefern eine ziemlich geniale Show und wir tanzen uns eben die Füße wund. Zum Ende des Konzerts habe ich natürlich alle verloren, irre umher und verquatsche mich mit anderen merkwürdigen Leuten, bis ich schließlich auf Herrn O. treffe. Alle wollen sie ins Bett und ich werde es ihnen gleichtun, vorher aber dürstet es mir noch nach einem Döner. Den finde ich auch ganz schnell und in meinem Suff werden es drei Döner – so müssen sich Schwangere fühlen.

Weil wir allesamt so unglaublich vernünftig früh im Bett waren, stehe ich nun schon um 07.00 Uhr auf, finde Dönerreste auf meinen Schuhen und wir kümmern uns um die Körperhygiene. Mit Herrn H. gehe ich Frühstücken. Das Frühstück ist nicht nur wahnwitzig teuer, sondern auch garnichtmal so gut. Immerhin gibt es Sekt, also lassen wir es uns gut gehen. Nach dem Frühstück checken wir aus, verladen unsere Habe im Auto und stürzen noch einmal in das Freiburger Getümmel. Heute ist es so richtig schlimm, denn der Freiburgmarathon findet statt. Es ist die Hölle los, überall spielen Livebands und durch die Straßen joggen 10.000 Leute. Wir hingegen schauen nur zu, lümmeln herum und genießen nochmal in einem Café das schöne Treiben, ehe wir schließlich nach Hause fahren. Nach nur einer Polizeikontrolle und vielen vergangenen Stunden komme ich zu Hause an und freue mich auf den morgigen Ruhetag. Immer wieder schön, so ein Chaoswochenende.

breisgau, ahoi

Nun ist mal wieder Zeit für ein anständiges Chaoswochenende. Für heuer habe ich uns Karten für ein Konzert in Freiburg bestellt und so hole ich in aller Herrgottsfrühe schon Herrn H. bei seiner Magd ab und ab geht’s auf die Autobahn. Rund zwei Stunden brauchen wir in die Südpfalz und werfen Frau D. aus den Federn. Nun fehlt nur noch Herr W. und es kann weiter gehen. Nächster Halt Supermarkt.
Chips, Alkohol und allerlei Unfug landen im Einkaufswagen und dann geht es endlich in Richtung Süden.

In Freiburg angekommen wird der Kadett im Parkhaus abgestellt und aus den Untiefen des Kofferraumes verwöhnt guter Wodka unsere trockenen Kehlen. Bis zum Check-in in unserem Hotel dauert es noch ein Weilchen, also überbrücken wir die Zeit bis dahin mit einer ausgiebigen Schlenderei durch Freiburg und ich staune nicht schlecht – waren die vielen Hipster früher auch schon hier? Freiburg ist wahrlich ein schmuckes Städtchen, aber irgendwie ist es uns hier viel zu voll und so flüchten wir in einen Biergarten, vergessen ein wenig die Zeit und trinken recht unvernünftig um die Wette. Was gibt es besseres bei strahlenden Sonnenschein?

Am späten Nachmittag beziehen wir unser Hotel – ein 4-Sterne Tempel direkt am Stadtrand mit allmöglichen Schnickschnack. Nicht weil das unser Ding ist, sondern weil das Jazzhaus nur 150m entfernt ist. Kurze Wege nach dem Konzert sind uns wichtig.

noch ein museum

Den R. wird man einfach nicht los – der gammelt noch immer hier rum und seine Zeit wird einfach nicht weniger. Umso besser, denn ich muss heute ohnehin nach Göppingen und könnte einen Chauffeur gebrauchen. So holt er mich wie vereinbart ab, wir steuern einen Bäcker an und gondeln dann in aller Gelassenheit nach Göppingen. Mit dem navigieren klappt es nicht so recht und so dauert es ein wenig, bis wir an meinem Ziel stehen. Herr Z. verlangt nach einem neuen Auto und ist dort bei einem Audihändler fündig geworden – natürlich ein gebrauchter Opel. Den hole ich nun fix, unterschreibe die Übergabe, überzeuge mich vom guten Erhalt der Kiste und montiere die Schilder.

Wie immer haben wir Zeit im Überfluss und so schlage ich vor, dass wir noch ins nahegelegene Märklin-Museum könnten. Ist tatsächlich gleich ums Eck und wie wir eintreten, kapiere ich erst garnicht dass wir schon mitten im Museum sind. Eintritt kostet es nicht und das ganze Gebäude wirkt eher wie ein Shop. Es gibt einiges an Spielzeug aus der rund 160 Jahre langen Firmengeschichte und allen voran natürlich haufenweise Modelleisenbahn sowie unendlich viele Möglichkeiten sich mit den Produkten einzudecken. Ein kurzweiliger Besuch, aber besser denn draußen in der Kälte zu frieren.