Archiv der Kategorie 'Baden-Württemberg'

keine macht der deeskalation

Wie ich erwache, wird mir fast etwas übel – überall Pizzareste und Bier. Pfui Teufel, am liebsten täte ich einige Wochen durchschlafen. Wenn da nicht unser Finale wäre. Also ab nach Ulm, wir checken aus und der Kadett rollt so vor sich hin. Am Club Schilli angekommen hupen wir eben die Whatabusser aus den Federn und verabreden uns anschließend am Münsterplatz. Den Kadett stelle ich an den Bahnhof und wir checken in unser Hotel ein und gönne mir wieder ein leckeres Bier unter der Dusche. Langsam gewöhnt man sich daran. Dann machen wir uns auf in die Innenstadt, Marc und Selena kommen auch angetrottet und nach einem Schnellselfie soll es in ein Café gehen, denn draußen herrscht eisige Kälte und Sturm.

Im Café fix die Tische umgestellt, negativ aufgefallen und keine zwei Minuten später schlägt die Alarmanlage des Whatabus an. Bestellt haben wir noch nix und sprinten los in Richtung des Busses. Aufgrund Starkregen, Hagel und Sturm glaube ich nicht so recht an einen Einbruch. Viel logischer erscheint mir ein offenes Fenster, herabfallendes Geäst oder Hagelkörner in Fußballgröße. Am Bus angekommen ist das Dachfenster schnell entlarvt – also alles im grünen Bereich. Wir dafür sind klitschnass, ich streife mir alles ab und sitze halt nun in Boxershort bekleidet herum. Die Heizung im Bus läuft auf Hochtouren und mit etwas Vodka ist der Fauxpas schnell vergessen. Dann gehen wir uns noch eben neu einkleiden und warten nun nur noch auf Herrn B. und Frau L.

Beim Türke um die Ecke gibt es ganz wunderbares Essen, zusammen stopfen wir uns die Mägen und gehen dann langsam in Richtung Konzert, glühen noch etwas im Whatabus vor und nun kann die Show beginnen. Heute ist Sonntag und entsprechend wenig ist los – ideale Voraussetzung für einen gelungenen Abend. Son of Polvo begeistert mal wieder, diesmal sogar vor einem großen Publikum und Liedfett eskalieren wieder maßlos. Heute bleiben wir sogar besonders lange beisammen, packen auch beim Equipment mit an und verbringen den Abend bei Kaltgetränken mit der Band, ehe es für uns alle weitergeht. Frau L. fährt uns noch eben ins Hotel, wo wir uns Suppenbrühe und Bier gönnen. Damit ist unsere Tour dann (vorerst) beendet – es war ganz herrlich wunderbar, ein Riesenspaß für alle. Ich vermisse den Haufen jetzt schon ein bisschen, der Abschied hat richtig schwer gefallen – in Hinblick auf ein baldiges Wiedersehen schmerzt es aber nur halb so doll.

so ein deutscher orden

Heute steht zum Glück kein Liedfett-Konzert auf dem Plan und so kommt es dass wir nach Bad Mergentheim fahren. In der Innenstadt kostet heute das Parken nichts und wir marschieren zielgerichtet in das Deutschordenmuseum. Für den Deutschen Orden interessiere ich mich quasi überhaupt nicht, aber das Schloss in dem das Museum untergebracht ist, könnte mir durchaus gefallen. Also hinein dort – mit 6,-€ Eintritt ist es nicht ganz günstig, aber okay für rund 3000qm Fläche. Schon kurz nach der Kasse ein erstes Highlight – die Berwart-Treppe. Die Wendeltreppe wurde im 16. Jahrhundert erbaut und lässt einem das Herz ein klein wenig höher schlagen. Oben angekommen geht es los mit der Geschichte rund um Bad Mergentheim – hier und da interessant, aber wirklich mitnehmen kann es mich nicht. Auch von der umfangreichen Aufarbeitung und Sammlung des Deutschen Ordens wird mir nicht sonderlich warm und selbst die Puppenstubensammlung löst bei mir kein großes Erstaunen aus. Ist nett anzusehen, manch neue Erkenntnis frisst sich sicher in mein Hirn, aber ansonsten kann ich nicht allzu viel damit anfangen.

Viel mehr Beachtung finden die klassizistischen Räumlichkeiten, man kann sich überhaupt nicht sattsehen und offenbar wurde vor rund 30 Jahren mit bedacht restauriert. Ein wirklich sehr schöner Rundgang durch die alten Gemäuer, aber nun wird es Zeit etwas zu Essen. Ursprünglich war das Schloss eine Wasserburg und so marschieren wir noch einmal drum herum, bis wir schließlich wieder in der Altstadt ankommen. Wir setzen unseren Weg fort, finden im Stadtkern aber kein Restaurant, das geöffnet hätte. Also ab in den Kadett und rüber nach Markelsheim – ein kleiner Weinort vor den Toren Bad Mergentheims. Ein Hotel hat geöffnet und die Küche lockt mit zünftigem Vesper – schmeckt auch ganz wunderbar, ich überfresse mich regelrecht. Wird Zeit wieder nach Hause zu fahren, denn langsam ist wieder Zeit für Konzerte, nicht dass sich mein Körper noch erholt von den Strapazen.

reinbügeln

Wir hatten nun etwas wenig Zeit uns von Dresden zu erholen, denn heute steht ein weiteres Liedfett-Konzert an. Diesmal geht es nach Stuttgart, der Wecker klingelt und ich zaubere uns ein schmackhaftes Pizzafrühstück, dessen Schärfe einem die Tränen in die Augen treibt. Gestärkt setzen wir uns in den Kadetten und über die Landstraßen geht es nach Stuttgart – verkehren tut es zum Glück heute nur wenig und so kommen wir zeitig an, checken in unser Hotel ein und ich bin recht überrascht. Das Hotel ist trotz des günstigen Preises ganz gut, das Zimmer mehr als geräumig und es ist sauber. Nur ein Kühlschrank fehlt mir, sodass wir unsere Getränke ganz einfach sofort verköstigen.

Nun soll es zum Konzert gehen, auf Laufen habe ich so gar keine Lust und bestelle uns ein Taxi. Das bringt uns auch ganz schnell ins Universum, den Club wo heute Liedfett spielen. Bevor es losgeht haben wir noch einige Zeit und genehmigen uns manchen Drink an der Bar und flippen dann standesgemäß aus während Liedfett die Bühne abreißen. Das Konzert war noch einen Tick besser als in Dresden, offenbar muss sich die Band erst warmspielen – macht aber nichts, in den nächsten Tagen stehen noch einige Konzerte an und der Tank vom Kadett ist voll.

Nach dem Konzert suche ich noch eine Bar, in der Herr W. und Ich früher oft zu Gast waren und finde sie schließlich dank eines netten Polizisten. Ich muss allerdings feststellen, dass dort damals deutlich weniger los war und nun auch geraucht werden darf. Nichts wie weg – ich brauche einen Döner. Kein Konzert ohne Döner! Etwas traurig blicke ich drein, als der Dönermann meinem Verlangen nach Peperoni nicht nachkommen kann und beiße in den faden aber sehr leckeren Döner.
Nun aber ins Bett – ein Taxi bringt uns ins Hotel, wir duschen brav und gehen ins Bett bis uns das Nachbarpaar weckt. Denen Hirntoten scheint nichts besseres einzufallen, als um 03.00 Uhr in der Nacht eine mittelgroße Kriese lauthals auszutragen.

aber wirklich nur einmal

Vor ein paar Wochen verlief ich mich mit Herrn B. in unserer Reiseplanung. Denn Zeit ist ein Faktor, den der werte Herr im Moment nicht besitzt. So wurde aus Budapest irgendwann Balaton und aus Balaton irgendwann eine Pauschalreise aus dem Reisebüro. Spart uns eine Menge Fahrerei, geflogen ist er noch gar nie und ich habe irgendwie auch ein wenig Bock, mal wieder in so einen Vogel zu steigen. Das letzte mal ist schon locker 15 Jahre her oder so.

Im Reisebüro machten wir einen recht einfachen Eindruck. Ein Bett, zwei Flüge und etwas Sonne täten uns genügen. Reisepass-pflichtige Länder fielen leider aus, da Herr B. keinen besitzt und Griechenland flog wegen der wahnwitzigen Preise direkt aus dem Rennen. Nächster Versuch: Mallorca.
Siehe da, kriegt man quasi geschenkt und wir buchen es, was soll schon schief gehen? Ist nichtmal eine ganze Woche und Mallorca habe ich in guter Erinnerung. Da waren wir allerdings nicht am Ballermann.

So prügelt mich heute um 02.00 Uhr der Wecker aus dem Bett, ich bewege mich mehr tot denn lebendig in Richtung des roten Opel und hole Herrn B. ab. Als sei das nicht genug, geht es den ganzen Weg wieder Retour. Schließlich soll der Opel auch wieder nach Hause. Das übernimmt gnädigerweise Frau J. für uns und nimmt etwas mürrisch auf der Rückbank platz. Am Stuttgarter Flughafen angekommen übergebe ich das Steuer, wir schnappen unsere Rucksäcke und schauen mal wo man denn um 04.30 Uhr morgens ein Bier bekommt. Wenn Mallorca, dann authentisch.

italienische wochen

Kaum komme ich in der Heimat an, erreicht mich schon eine Nachricht von den Siedlern des Whatabus. Mit den beiden habe ich morgen ein Date und sie kommen auch gerade von Italien. Am Morgen dann bringe ich noch Frau E. zum Bahnhof und gehe dann doch tatsächlich arbeiten und empfange kurz darauf Marc und Selena in meiner Firma. Ihr Kastenwagen benötigt ein wenig Zuneigung und eine Hauptuntersuchung und wenn ich schon da bin, wird sich hier natürlich bestens darum gekümmert. Während die Crew am Fahrzeug zugegen ist, flaniere ich mit den beiden bei Kaffee und Wasser und wir warten bis zum Abend auf das OK vom TÜV. Alles in Ordnung, zwei Jahre Segen für das dynamische Trio und wir machen uns sofort weiter zum nächsten Kürbisverkauf. Dass Marc was vom Kochen versteht, ist nichts neues und so gibt es heute Pasta mit Kürbis und etwas Salat dazu. Schmeckt ganz fantastisch und auch der Wein weiß zu überzeugen.

Lange haben wir aber allesamt nicht durchgehalten und wir verschwinden schon früh im Bett, wo ich am Morgen erstmal ausschlafe und später dann nochmal kurz auf der Arbeit vorbeischaue. Dort wird am Whatabus nochmal eine Kleinigkeit repariert und anschließend sehe ich schon wieder Marc in meiner Küche stehen, denn wir haben uns kurzerhand gestern ganz spontan bei Frau S. zu einer kleinen Wohnungseinweihung eingeladen. Mit köstlicher Lasagne bewaffnet fahren wir ins Bachtal und verköstigen dort diese, stoßen an auf die neue Wohnung und sitzen beisammen, bis schließlich alle Augenlieder schwer werden. Marc fährt mich noch eben nach Hause und dann verabschieden wir uns auch schon wieder, nun ist wieder Zeit für etwas Alltag und viel zu wenig von diesem Marc in meiner Küche.

montagmorgen

Wenn ich schon nicht wegkomme, könnte ich ja hemmungslos mit Freunden feiern. Klingt erstmal vernünftig. Wie ich dann heute zu früher Stunde nach Amstetten fahre, sehe ich bereits alle Vernunft dahinschwinden. Herr K. steigt zu und wir parkieren den Kadetten am örtlichen Bahnhof und trinken ausversehen zwei Flaschen Wein. Anschließend stolpern wir in die Bahnhofskneipe, welche garkeine Kneipe ist, sondern ein ganz gutes Restaurant. Also gibt es für uns Bier & Schnaps, sowie zwei Portionen Kroketten zum Mitnehmen. Unser Zug kommt nämlich bald. Mit etwas Verspätung kommt dieser auch und schon befinden wir uns auf dem Weg nach Ulm.

Die Ulmer feiern heute „Schwörmontag“ und sind allesamt außer Rand und Band. Aber ehe wir uns ins Getümmel stürzen, kaufe ich mir fix noch einen Pullover, gegen die Kälte. Was es mit dem Schwörmontag auf sich hat, weiss ich nicht – ist mir irgendwie auch egal. Ich freue mich nur über Schnapsstände mitten auf der Straße und ganz ausgelassene Stimmung. Zu späterer Stunde stößt noch Frau E. zu uns und wir feiern bis spät in die Nacht, bis ich die beiden schließlich verliere und nicht mehr wieder finde. So komme ich natürlich auch nicht in unser Hotel und lasse mich einfach mitten in der Nacht abholen, um mich am Morgen zu fragen, wie zum Teufel wir nun nach Amstetten kommen um unsere Autos wiederzufinden. So ein Sommer in der Heimat ist ganz schön, wenn man denn lauter Unvernünftige um sich herum hat.