Archiv der Kategorie 'Baden-Württemberg'

rumgärtnern

Vergangenes Wochenende hatte ich Teilnehmer unserer Quatschrallye zu Besuch und zum ersten Mal dieses Jahr konnte der Grill benutzt werden. Wenn auch das Grillgut reichlich schwarz geworden ist und keiner so wirklich satt. Macht aber nichts, schließlich hatten wir viel mehr Freude an der Sonne und den vielen Kaltgetränken. Den Abend haben wir dann noch ausgiebig in den Kneipen der Stadt verbracht um den Sonntag über schließlich in der Sonne zu vegetieren. So gefällt der Sommer.

Für heute hat sich ein Paar aus Australien angekündigt. Die tingeln seit geraumer Zeit in einem alten Hymermobil durch Europa und Asien. Nun sind sie ganz in der Nähe und am Hymer sollte man nach etwas gucken. Für das Wohnmobil ist erst morgen Zeit und so verbringen wir den Tag im Garten, sonnenbranden so gut es geht und am Abend erscheinen die Lieben von Whatabus. Zusammen geht’s zum Essen und natürlich bleibt ein obligatorischer Kneipenbesuch nicht aus. Die beiden Australier haben sich inzwischen in meinem Wohnzimmer eingenistet und ich schaue heute mal nach dem ollen Hymer. Der ist schon 20 Jahre alt und hat rund 160.000km gelaufen. Schnell steht fest – eine Reparatur ist auf die Schnelle nicht möglich und auch ziemlich kostspielig. Unter anderem muss nämlich der Motor raus und ich kann absolut keine Werkstatt finden, die dafür mal eben Zeit hätte.

So verbringen wir noch einen weiteren Abend bei mir, es gibt schwäbische Maultaschen und wir sitzen eine weitere Nacht lange beisammen. Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege, die beiden versuchen nun ihr Glück in England wo das Wohnmobil ohnehin in Bälde verkauft werden soll. Bis auf die Insel drücke ich die Daumen und hoffe dass sie es schaffen und derweil begrüße ich Frau J. bei mir – Freizeitstress ist ätzend.

energieaustausch

Manch einer von uns hat sich einen Mittagsschlaf gegönnt und andere wiederum haben einfach weitergefeiert. Ich hoffe inständig, dass wir hier nicht direkt wieder rausfliegen und ehe es soweit ist, wird es Zeit für unser Konzert. Mit Herrn H. stolpere ich vorher noch eben in eine Bar, denn ohne Vorglühen geht man schließlich auf kein Konzert. Dumm nur, dass wir quasi schon den ganzen Tag Vorglühen und mich schon jetzt nach dem Bett sehne.

Irgendwann raffen wir uns auf und das Konzert beginnt dann auch schon – vollzählig starten wir durch und verlieren uns natürlich sofort, das Konzert aber entschädigt für alles. Russkaja, die Wiener Möchtegern-Russen liefern eine ziemlich geniale Show und wir tanzen uns eben die Füße wund. Zum Ende des Konzerts habe ich natürlich alle verloren, irre umher und verquatsche mich mit anderen merkwürdigen Leuten, bis ich schließlich auf Herrn O. treffe. Alle wollen sie ins Bett und ich werde es ihnen gleichtun, vorher aber dürstet es mir noch nach einem Döner. Den finde ich auch ganz schnell und in meinem Suff werden es drei Döner – so müssen sich Schwangere fühlen.

Weil wir allesamt so unglaublich vernünftig früh im Bett waren, stehe ich nun schon um 07.00 Uhr auf, finde Dönerreste auf meinen Schuhen und wir kümmern uns um die Körperhygiene. Mit Herrn H. gehe ich Frühstücken. Das Frühstück ist nicht nur wahnwitzig teuer, sondern auch garnichtmal so gut. Immerhin gibt es Sekt, also lassen wir es uns gut gehen. Nach dem Frühstück checken wir aus, verladen unsere Habe im Auto und stürzen noch einmal in das Freiburger Getümmel. Heute ist es so richtig schlimm, denn der Freiburgmarathon findet statt. Es ist die Hölle los, überall spielen Livebands und durch die Straßen joggen 10.000 Leute. Wir hingegen schauen nur zu, lümmeln herum und genießen nochmal in einem Café das schöne Treiben, ehe wir schließlich nach Hause fahren. Nach nur einer Polizeikontrolle und vielen vergangenen Stunden komme ich zu Hause an und freue mich auf den morgigen Ruhetag. Immer wieder schön, so ein Chaoswochenende.

breisgau, ahoi

Nun ist mal wieder Zeit für ein anständiges Chaoswochenende. Für heuer habe ich uns Karten für ein Konzert in Freiburg bestellt und so hole ich in aller Herrgottsfrühe schon Herrn H. bei seiner Magd ab und ab geht’s auf die Autobahn. Rund zwei Stunden brauchen wir in die Südpfalz und werfen Frau D. aus den Federn. Nun fehlt nur noch Herr W. und es kann weiter gehen. Nächster Halt Supermarkt.
Chips, Alkohol und allerlei Unfug landen im Einkaufswagen und dann geht es endlich in Richtung Süden.

In Freiburg angekommen wird der Kadett im Parkhaus abgestellt und aus den Untiefen des Kofferraumes verwöhnt guter Wodka unsere trockenen Kehlen. Bis zum Check-in in unserem Hotel dauert es noch ein Weilchen, also überbrücken wir die Zeit bis dahin mit einer ausgiebigen Schlenderei durch Freiburg und ich staune nicht schlecht – waren die vielen Hipster früher auch schon hier? Freiburg ist wahrlich ein schmuckes Städtchen, aber irgendwie ist es uns hier viel zu voll und so flüchten wir in einen Biergarten, vergessen ein wenig die Zeit und trinken recht unvernünftig um die Wette. Was gibt es besseres bei strahlenden Sonnenschein?

Am späten Nachmittag beziehen wir unser Hotel – ein 4-Sterne Tempel direkt am Stadtrand mit allmöglichen Schnickschnack. Nicht weil das unser Ding ist, sondern weil das Jazzhaus nur 150m entfernt ist. Kurze Wege nach dem Konzert sind uns wichtig.

noch ein museum

Den R. wird man einfach nicht los – der gammelt noch immer hier rum und seine Zeit wird einfach nicht weniger. Umso besser, denn ich muss heute ohnehin nach Göppingen und könnte einen Chauffeur gebrauchen. So holt er mich wie vereinbart ab, wir steuern einen Bäcker an und gondeln dann in aller Gelassenheit nach Göppingen. Mit dem navigieren klappt es nicht so recht und so dauert es ein wenig, bis wir an meinem Ziel stehen. Herr Z. verlangt nach einem neuen Auto und ist dort bei einem Audihändler fündig geworden – natürlich ein gebrauchter Opel. Den hole ich nun fix, unterschreibe die Übergabe, überzeuge mich vom guten Erhalt der Kiste und montiere die Schilder.

Wie immer haben wir Zeit im Überfluss und so schlage ich vor, dass wir noch ins nahegelegene Märklin-Museum könnten. Ist tatsächlich gleich ums Eck und wie wir eintreten, kapiere ich erst garnicht dass wir schon mitten im Museum sind. Eintritt kostet es nicht und das ganze Gebäude wirkt eher wie ein Shop. Es gibt einiges an Spielzeug aus der rund 160 Jahre langen Firmengeschichte und allen voran natürlich haufenweise Modelleisenbahn sowie unendlich viele Möglichkeiten sich mit den Produkten einzudecken. Ein kurzweiliger Besuch, aber besser denn draußen in der Kälte zu frieren.

keine macht der deeskalation

Wie ich erwache, wird mir fast etwas übel – überall Pizzareste und Bier. Pfui Teufel, am liebsten täte ich einige Wochen durchschlafen. Wenn da nicht unser Finale wäre. Also ab nach Ulm, wir checken aus und der Kadett rollt so vor sich hin. Am Club Schilli angekommen hupen wir eben die Whatabusser aus den Federn und verabreden uns anschließend am Münsterplatz. Den Kadett stelle ich an den Bahnhof und wir checken in unser Hotel ein und gönne mir wieder ein leckeres Bier unter der Dusche. Langsam gewöhnt man sich daran. Dann machen wir uns auf in die Innenstadt, Marc und Selena kommen auch angetrottet und nach einem Schnellselfie soll es in ein Café gehen, denn draußen herrscht eisige Kälte und Sturm.

Im Café fix die Tische umgestellt, negativ aufgefallen und keine zwei Minuten später schlägt die Alarmanlage des Whatabus an. Bestellt haben wir noch nix und sprinten los in Richtung des Busses. Aufgrund Starkregen, Hagel und Sturm glaube ich nicht so recht an einen Einbruch. Viel logischer erscheint mir ein offenes Fenster, herabfallendes Geäst oder Hagelkörner in Fußballgröße. Am Bus angekommen ist das Dachfenster schnell entlarvt – also alles im grünen Bereich. Wir dafür sind klitschnass, ich streife mir alles ab und sitze halt nun in Boxershort bekleidet herum. Die Heizung im Bus läuft auf Hochtouren und mit etwas Vodka ist der Fauxpas schnell vergessen. Dann gehen wir uns noch eben neu einkleiden und warten nun nur noch auf Herrn B. und Frau L.

Beim Türke um die Ecke gibt es ganz wunderbares Essen, zusammen stopfen wir uns die Mägen und gehen dann langsam in Richtung Konzert, glühen noch etwas im Whatabus vor und nun kann die Show beginnen. Heute ist Sonntag und entsprechend wenig ist los – ideale Voraussetzung für einen gelungenen Abend. Son of Polvo begeistert mal wieder, diesmal sogar vor einem großen Publikum und Liedfett eskalieren wieder maßlos. Heute bleiben wir sogar besonders lange beisammen, packen auch beim Equipment mit an und verbringen den Abend bei Kaltgetränken mit der Band, ehe es für uns alle weitergeht. Frau L. fährt uns noch eben ins Hotel, wo wir uns Suppenbrühe und Bier gönnen. Damit ist unsere Tour dann (vorerst) beendet – es war ganz herrlich wunderbar, ein Riesenspaß für alle. Ich vermisse den Haufen jetzt schon ein bisschen, der Abschied hat richtig schwer gefallen – in Hinblick auf ein baldiges Wiedersehen schmerzt es aber nur halb so doll.

so ein deutscher orden

Heute steht zum Glück kein Liedfett-Konzert auf dem Plan und so kommt es dass wir nach Bad Mergentheim fahren. In der Innenstadt kostet heute das Parken nichts und wir marschieren zielgerichtet in das Deutschordenmuseum. Für den Deutschen Orden interessiere ich mich quasi überhaupt nicht, aber das Schloss in dem das Museum untergebracht ist, könnte mir durchaus gefallen. Also hinein dort – mit 6,-€ Eintritt ist es nicht ganz günstig, aber okay für rund 3000qm Fläche. Schon kurz nach der Kasse ein erstes Highlight – die Berwart-Treppe. Die Wendeltreppe wurde im 16. Jahrhundert erbaut und lässt einem das Herz ein klein wenig höher schlagen. Oben angekommen geht es los mit der Geschichte rund um Bad Mergentheim – hier und da interessant, aber wirklich mitnehmen kann es mich nicht. Auch von der umfangreichen Aufarbeitung und Sammlung des Deutschen Ordens wird mir nicht sonderlich warm und selbst die Puppenstubensammlung löst bei mir kein großes Erstaunen aus. Ist nett anzusehen, manch neue Erkenntnis frisst sich sicher in mein Hirn, aber ansonsten kann ich nicht allzu viel damit anfangen.

Viel mehr Beachtung finden die klassizistischen Räumlichkeiten, man kann sich überhaupt nicht sattsehen und offenbar wurde vor rund 30 Jahren mit bedacht restauriert. Ein wirklich sehr schöner Rundgang durch die alten Gemäuer, aber nun wird es Zeit etwas zu Essen. Ursprünglich war das Schloss eine Wasserburg und so marschieren wir noch einmal drum herum, bis wir schließlich wieder in der Altstadt ankommen. Wir setzen unseren Weg fort, finden im Stadtkern aber kein Restaurant, das geöffnet hätte. Also ab in den Kadett und rüber nach Markelsheim – ein kleiner Weinort vor den Toren Bad Mergentheims. Ein Hotel hat geöffnet und die Küche lockt mit zünftigem Vesper – schmeckt auch ganz wunderbar, ich überfresse mich regelrecht. Wird Zeit wieder nach Hause zu fahren, denn langsam ist wieder Zeit für Konzerte, nicht dass sich mein Körper noch erholt von den Strapazen.