treiben wir uns rum

Anlässlich eines Besuches vergammeln wir gerade in der Pfalz und versuchen recht erfolglos der Hitze zu trotzen. Nun soll es nach Hause gehen, jedoch nicht ohne einen kleinen Umweg. Wenn wir schon hier sind, könnten wir nämlich direkt einen Blick auf den jüdischen Friedhof in Obergrombach werfen. Obergrombach ist ein Dörfchen südlich von Bruchsal und nahe des Truppenübungsplatzes im Wald kann man den jüdischen Friedhof finden. Schon im Jahre 1632 wurde der Friedhof angelegt und vermutlich während der Novemberprogrome verwüstet, bis nach dem Krieg der Landrat von Bruchsal eine schnelle Wiederherstellung dies Friedhofes anordnete.

Viele Grabsteine wurde unter anderem für Wasserrinnen in der Region verwendet, deren Bergung bis in das Jahr 2004 andauerte. Nach der Bergung und Restaurierung wurden viele der Grabsteine für ein Mahnmal verwendet, während kleinere Fragmente wieder vergraben wurden. Heute ist der Friedhof wie üblich für jüdische Begräbnisstätten ungepflegt, naturbelassen und leider aber eingezäunt und verschlossen. Für eifrige Kletterer nun wirklich kein Problem – ob man aber Hausfriedensbruch bei einem Friedhof betreibt, sollte jedem selbst überlassen bleiben.

Als nächstes Ziel steht Karlsruhe-Durlach auf dem Plan – dort bin ich über eine kleine Bergbahn gestolpert, welche heute keinesfalls ohne uns fahren sollte. Die sog. Turmbergbahn ist eine Standseilbahn, die von Karlsruhe-Durlach auf den Turmberg führt. Im Jahre 1888 eröffnet, ist sie heute die älteste fahrbereite Standseilbahn in Deutschland. Auf über 300m Länge überwindet sie knapp 100 Höhenmetern mit einer Steigung von über 36%.
Von der ursprünglichen Infrastruktur und den Wagen ist heute natürlich nichts mehr da – alles wurde umfassend modernisiert. Die Wagen fahren heute anstelle von Schwerkraft und Wasserballast mit elektrischen Antrieb und die Stationen wurden durch Neubauten ersetzt. Nichtsdestotrotz bereitet es einen herrlichen kleinen Spaß mit der Bahn den Berg hinauf zu fahren und auch die Aussicht von dort oben über die nahe Umgebung weiß zu gefallen.
Von der Bergstation geht es nach ein paar Meter weiter nach oben auf den Turmbergturm. Von oben blickt man auf den Pfälzerwald und die Rheinebene.
Mit 3€ pro Fahrt ist man dabei, jedoch ist zu beachten dass keine Barrierefreiheit gegeben ist – hier soll aber in den nächsten Jahren nachgebessert werden. Bis dahin verabschieden wir uns, futtern noch einen Wurstsalat im Restaurant von Sören Anders und fahren dann gemütlich nach Hause.


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