Archiv für September 2018

echt traumhaft

Das komische Hotel und Salzburg haben wir nun nach dem Frühstück hinter uns gelassen. Am Grenzstau habe ich mich vorbeigemogelt und bin nach ein paar Metern wieder runter von der A8 gefahren. In Anger nämlich findet man das Traumwerk – ein Museum welches die grandiose Sammlung von Hans-Peter Porsche beherbergt. Der moderne Bau beherbergt neben einigen Sportwagen von Porsche vor allem eines – Spielzeug! H-P Porsche nennt eine allumfassende Blechspielzeugsammlung sein Eigen und hier hat man die Gelegenheit, alles genau unter die Lupe zu nehmen. In weitläufigen Räumen wird das Spielzeug aus allen Epochen ausgestellt und schnell ist das Kind im Manne wieder voll da. Sich sattzusehen fällt sehr schwer.

Neben dem Spielzeug und den Autos gibt es im Museum auch eine rund 400 Quadratmeter große Modellbahnanlage mit der Spurweite H0, die mit Hilfe neuster Technik durch verschiedene Landschaften durch Deutschland, Österreich und der Schweiz führt. Unglaublich schön anzusehen und sofort wünscht man sich einen Hobbykeller mit einer Modelleisenbahn – geht vermutlich jedem Mann so.

Nachdem wir das Museum in allen Facetten erlebt haben, lümmeln wir noch etwas im hauseigenen Restaurant herum und glotzen auf die Echtdampflok. Eine 1:5 Miniatur einer LAG64 fährt hier – betrieben mit Kohle und Wasser – durch den Garten und kann bis zu 8 vollbesetzte Waggons ziehen. Mit 2,-€ pro Fahrt ist man dabei und wir verkneifen uns das besser – ist dann doch wohl eher für Kinder und wir vergnügen uns damit dem einfach vom Rande beizuwohnen.

Das Museum verlassen fahren wir noch eben zum Schloss Staufeneck in Piding – das ist aber in Privatbesitz, bewohnt und nicht frei zugänglich, sodass wir uns in der Nachbarschaft mit einem Kneippbecken begnügen und anschließend gemütlich nach Hause fahren.

hohensalzburg

Neulich waren wir ja in Karlsruhe bei der ältesten Standseilbahn auf deutschem Boden. Nun fahren wir mit der ältesten Österreichs und irgendwie sind sie sich schon sehr ähnlich. Die Salzburger Bahn ist nur weitaus moderner und wahnwitzig teuer. Zu zweit bezahlen wir für Berg- und Talfahrt beinahe 30,-€ und ich ärgere mich ein wenig über unsere Faulheit. Schließlich könnten wir auch laufen, – das aber sind wir inzwischen ja genug.

Mit 5m pro Sekunde kommen wir zügig oben auf dem Festungsberg an und gucken nun auf die alten Gemäuer, spazieren gemütlich durch die Anlage und gönnen uns kühle Getränke in einer Wirtschaft mit Blick auf Paul Wallachs „Down to the Ground“. Auf einem Areal von 40×45m hat Paul Wallach einen riesigen Stern in die Landschaft geworfen. Von hier oben mag er zwar recht klein aussehen, aber mit 320m Umfang entspräche der vertikalen Höhe des Eiffelturms. Wer es denn mal sehen oder gar erlaufen mag, möge sich beeilen – nur noch bis Ende September bleibt dieser Ort der Begegnungen und verschwindet dann – wohin? Keine Ahnung.

Wir verschwinden nun aber auch – zurück mit der Standseilbahn ins Städtchen. Nach einem Cocktail, neuen Schuhen und leckeren Burgern dann zurück in unser Hotel und nun schauen wir noch, was denn das hoteleigene Spa so kann.
Leider nicht allzu viel wie wir schnell merken. Immerhin sind wir die Einzigen und haben die Sauna, das Dampfbad und die Erlebnisdusche für uns ganz alleine. Es mangelt aber am Ambiente. Der gesamte Wellnessbereich wirkt wenig einladend und etwas trostlos. Ganz im Stile des gesamten Hotels.

historischer stadtkern

Den Kapuzinerberg haben wir hinter uns gelassen und sind nun in der Altstadt von Salzburg. Teile der Altstadt gehören zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg und wir sehen uns jetzt um. Zuerst stolpern wir zum Schloss Mirabell – das Schloss selbst wird vorallem von der Stadtverwaltung genutzt und der Prunksaal dient am heutigen Tag offensichtlich als Trauungssaal. Auch haben sich so einige asiatische Brautpaare hierher verirrt um ein paar schöne Fotos zu schießen – entsprechend voll ist der berühmte Mirabellgarten.

Die Gartenanlage in ihrer heutigen Form wurde so bereits im 17. Jahrhundert in Auftrag gegeben und ist gerade an einem Sommertag wie heute besonders sehenswert – wenn auch etwas öde, wenn man mit buntem Grünzeugs nicht allzu viel anfangen kann.
Nun laufen wir über die Salzach und schlendern ein Stück durch die Fußgängerzone, bis wir in einer Seitengasse ein Restaurant entdecken. Schnitzel soll es geben und gesättigt kommen wir am Geburtshaus von Mozart vorbei. Hier tummeln sich Milliarden Touristen und ich staune nicht schlecht, als ich den Eintrittspreis erblicke. Rund 12,-€ kostet der Spaß und zu meinem Glück können wir uns die sparen – ich interessiere mich noch immer nicht für Mozart und sein Schaffen.

Stattdessen widmen wir uns dem sehr viel interessanteren Salzburger Dom. Der Barockbau steht unter Denkmalschutz und wurde nach der Bombardierung 1944 aufwendig saniert. Das Hauptschiff ist rund 100m lang und die Vierungskuppel rund 80m hoch – überwältigend wenn man so nach oben blickt. Spätestens dann dürften einem auch die Segmentflächen der Kuppeln auffallen. Hier finden sich Darstellungen der vier Evangelisten und die Wappen der Erzbischöfe, die den Dom geweiht haben.

salzburg ohne ende

Nach dem Frühstück im Hotel machen wir uns zu Fuß auf den Weg die Stadt zu erkunden. Als erstes Ziel steht der Sebastiansfriedhof auf dem Programm. Der Friedhof zählt zu den letzten gut erhaltenen frühneuzeitlichen Anlagen des Camposanto-Typs im deutschsprachigen Raum. Camposanto ist die italienische Bezeichnung für Friedhöfe, deren Bauweise an einen Hof mit nach innen offenen Bogengang erinnert.

Dass hier Familienangehörige Mozarts, Leopold Mozart selbst und Angehörige des Physikers Dopplers bestattet sind interessiert mich nicht allzu sehr – viel mehr fällt es mir schwer mich an den Arkaden und Gräbern sattzusehen. In den Gruftarkaden sieht man nämlich rund drei Jahrhunderte künstlerische Grabgestaltung – darunter auch vieles Bedeutsames. Die römisch-katholische Sebastianskirche selbst ist geschlossen und so ziehen wir einfach weiter.

In einem Antiquariat kaufen wir ein paar Postkarten, sodass wir auch die Verwandtschaft zuspamen können und dann mag ich gern auf den Kapuzinerberg marschieren. Der Kapuzinerberg – ehemals Imberg genannt – erhebt sich rund 200m über Stadtniveau und die wollen bewältigt werden. Über steile Treppen geht es hinauf und neben uns verliert ein Kleintransporter seine komplette Ladung. Den Anstieg hat er wohl unterschätzt und hat nun das Vergnügen neu zu beladen. Oben angekommen werfen wir einen Blick in die Klosterkirche und gehen halbwegs unbeeindruckt weiter. Auf dem Berg nämlich gibt es verschiedene Wanderwege und wir versuchen es mit der „Bayerischen Aussicht“. An einem Denkmal für Wolfgang Amadeus Mozart – hier komponierte er seine Zauberflöte – geht es weiter den Berg hinauf, bis wir schließlich eine weite Aussicht über Salzburg und hinüber nach Deutschland haben.

mozarts kugeln

Jetzt geht es auf direkten Wege nach Salzburg – das Hotel ist gebucht, der Kadett ist betankt und nach ein paar Stunden kommen wir auch schon an und ich brauche auch kaum lange um die Tiefgarageneinfahrt zu finden. Unser Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof und zur Feier der bestandenen Hauptuntersuchung durften es auch vier Sterne sein. Irgendwann muss ich mir angewöhnen, die Hotels vorher auch anzugucken. So besonders toll ist es nicht und der Preis irgendwie überhaupt nicht gerechtfertigt, aber sei’s drum – wir sind ja hier um Salzburg zu erkunden.

Viel ist für heute jedoch nicht mehr geplant, denn die Fahrt steckt uns noch in den Knochen und so spazieren wir lediglich ein wenig zur Salzach und sehen uns nach einem Restaurant um. Fündig werden wir leider nicht, sodass wir schließlich aufgeben und den Hunger irgendwann bei McDonald’s am Bahnhof stillen. Satt sind wir geworden, geschmeckt hat’s natürlich gar nicht und das Menschenvieh rund um den Bahnhof war auch beinahe unerträglich.

So verbringen wir den restlichen Abend im Hotel, gucken ein wenig fern, faulenzen herum und schlafen schon früh wohlverdient.

unsern segen gib uns heute

Der neue Kadett ist zugelassen und in neuen Händen, also widme ich mich heute meinem Kadetten. In der Werkstatt ist kaum Fluchen zu vernehmen, die Abgasuntersuchung ist schnell bestanden und ansonsten sind nur zwei Kleinigkeiten zu machen. Auf der rechten Seite sind mal wieder Scheinwerferhalterungen gebrochen und der Motor sifft Öl umher wie man es von ihm gewohnt ist. Einen gebrauchten Scheinwerfer habe ich noch liegen, der wird direkt verbaut und dann geht es noch der Ventildeckeldichtung an den Kragen. Mit 3,-€ ist das Ersatzteil auch recht erschwinglich.

Nun wird der Motor noch etwas gereinigt, sodass der TÜV-Prüfer keinen Herzkollaps bekommt und dann fahre ich auch schon zur KÜS-Stelle meines Vertrauens. Mittlerweile kennt man den Kadetten schon und wie üblich gibt es nichts zu beanstanden. Der Prüfer meint, dass ein Auto mit diesen „Bewegungsprofil“ nur mängelfrei sein kann und recht soll er haben.

Nun ist wieder rund zwei Jahre Ruhe und ich kann guten Gewissens umherfahren. Zur Feier des Tages habe ich uns nun für die nächsten Tage ein Hotel gebucht und der Kadett bekommt direkt wieder ein wenig Freigang.