Archiv für Juli 2018

mission ready #2

Irgendwann hat es auch Herr B. zu uns geschafft und wir grillen gemeinsam, ehe es dann zur offiziellen Pre-Party an die Festivalschänke geht. Der DJ verwöhnt uns mit guter Musik, Likör und Bier fließen in Strömen und wie das so üblich ist, verlieren wir uns allesamt reichlich zügig. Zu späterer Stunde wackle ich schließlich zu meinem Dachzelt und falle in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Am Morgen starten wir heroisch durch, vergnügen uns mit Trinkenspielen, allerlei Unfug und zu Mittag gibt es dann mal wieder selbstgemachte Käsespätzle. Und dann starten auch schon die Konzerte – im Wechsel werden zwei Bühnen bespielt und den kröhnenden Abschluss machen heute die Jungs von Wizo. Für mich ist dieses Jahr leider nicht allzu viel dabei – eigentlich möchte ich nur Pennywise und Wizo sehen. Zwei Bands, die ich vor vielen vielen Jahren gehört habe und nun einmal in den Genuss komme, sie live zu erleben. Der Rest ist nun nichts, was ich unbedingt sehen muss und so verbringe ich beinahe den ganzen Tag in unserem Camp. Mit vielen Trinkspielen, Spiel & Spaß vergeht die Zeit wie im Fluge und pünktlich zu Pennywise sind wir dann vorne an der Bühne – oder besser gesagt am Bierstand. Von dort aus gönnen wir uns die Band und es macht auch ordentlich Spaß. Allerdings nichts, das ich mir in Zukunft nochmal ansehen muss. Danach gehen wir zur Hardcorestage, hören uns zur Überbrückung Sick Of It All an und freuen uns nun wahnsinnig auf Wizo. In jungen Jahren habe ich die rauf und runter gehört und sehe sie nun zum ersten Mal.
Das Konzert ist auch ganz fabelhaft – eine geile Stimmung weht über den Platz, der Sound ist großartig und wir Tanzen so in die Nacht hinein.

Nach dem Konzert machen sich wieder die Mängel des Mission Ready bemerkbar – es gibt nämlich nichts zu Essen, Toiletten sind auch Mangelware und so stolpere ich zurück zu unserem Camp und gehe einfach schlafen. Am Morgen bauen wir dann gemütlich ab, die Securities erinnern uns an eine pünktliche Abreise und wir verabschieden uns. Bis zum nächsten Mal – aber nicht mehr auf dem Mission Ready. Nach der gelungenen Premiere 2017 hatte ich dieses Jahr den Eindruck, dass viel zu viele Womotickets für den kleinen Platz verkauft worden sind, zu Essen gab es für mich auch mal wieder nichts und auch sonst hat es dieses Jahr kaum überzeugen können.

mission ready #1

Nachdem uns das Mission Ready Festival letztes Jahr so gut gefallen hat, haben wir uns schon vor Monaten Tickets für die diesjährige Auflage gekauft und nun ist es soweit. Aber zuerst bringen wir noch eben dem Gatten von Frau J. ein Auto vorbei, sodass er während unserer Abwesenheit mobil bleibt. Nicht gerade der kürzeste Weg und auch noch die falsche Himmelsrichtung, aber es macht ja nichts.
So folge ich nun Frau J. unauffällig bis nach Ravensburg, wo wir bei Ankunft leider nicht auf Herrn F. treffen und stattdessen eben einen saftigen Döner vertilgen. Wie er eintrifft werfen wir geschwind unsere Schlafseligkeiten in das Wohnzimmer und köpfen fix eine Flasche Prosecco, ehe es dann auf eine Studentenparty geht. Weiter geht es noch zu einer zweiten Party und nach ein paar Stunden Feierei haben wir schließlich genug und gehen zu Bett.

Am Morgen klingelt schon recht zeitig der Wecker und wir müssen nun recht widerwillig los aufs Festival. Schnell ist klar – eine Preparty direkt vor einem Festival ist absolut grober Unfug und macht einem nur das Leben schwer. Muss ich mir unbedingt für die Zukunft merken. Etwas müde, verkatert und lustlos düsen wir nun also von Ravensburg nach Würzburg auf das Festival und kommen sogar pünktlich zur Eröffnung dort an. Ein paar Bekanntschaften von vergangenen Festivals sind auch schon da, uns ist aber im Moment überhaupt nicht nach Reden und Gesellschaft. Also liegen wir recht verwahrlost im Schatten herum, bis auch der Whatabus eintrifft.
Bändchen sind schnell geholt und dann machen wir uns auf dem Wohnmobilplatz breit um direkt unser Camp für die nächsten Tage aufzubauen.

Mit literweise Brand-Wasser gelingt der Aufbau auch ganz hervorragend und wir können direkt eine Premiere feiern. Ein Festivalstart ganz ohne Alkohol – stattdessen Wasser – gab es so glaube ich noch nie. Das Camp steht und dann trudelt auch schon Frau T. ein – mühsam hat sie ihre Habseligkeiten hergeschleppt und baut nun ihr Zelt auf. Ich hingegen sterbe im Schatten vor mich hin und Herr M. überzeugt uns endlich zum Schnaps, sodass die Party starten kann.

kuh sticht ziege

Mich treibt es heute schon ins Allgäu und ich habe mir horrend wenig vorgenommen. Vorallem möchte ich den Jochpass fahren, denn ich kann mich überhaupt nicht erinnern hier jemals rumgedüst zu sein. In Oberjoch angekommen stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß in Richtung der Iseler-Platz Hütte. Habe nun überhaupt keinen Plan ob die geöffnet ist. Macht aber nichts, denn irgendwann sehe ich mich am Grundbach wieder und weiß, dass ich sowieso falsch bin. Also marschiere ich noch ein wenig, gucke auf wildes Gestrüpp und komme nach rund 5km wieder am Auto an.

Nun ist der Hunger ordentlich groß und ich beschließe im Tannheimer Tal zu speisen. Ich fahre durch Schattwald, Katzensteig, Zöblen, Untergeschwend und fahre bishin zum Haldensee. Abgesehen von Hotels habe ich leider keinen urigen Biergarten oder irgendwas in der Art gefunden, sodass ich einfach weiterfahre. In Grän versuche ich ein letztes Mal mein Glück und werde auch hier enttäuscht, sodass ich mich wieder nach Deutschland begebe in Richtung Pfronten. Da wird’s schon was geben.

In Pfronten erwische ich dann tatsächlich einen Biergarten ganz nach meinem Geschmack, bekomme herrlichen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und viel zu viel des Specks. Mit einem Biermix spül ich das eben runter, bin herrlich satt und mach mich ganz gediegen auf den Rückweg nach Hause. Das war ein schöner Tag und es war so erstaunlich wenig los im Ferienparadies. Schade dass das nicht immer so ist.

fuhrparkmanagement

Ist ja nun schon wieder ein wenig Zeit vergangen seit ich meinen neuen Kadett gekauft habe. Und nun ist mir auch noch ein Opel Agila über den Weg gelaufen, welchen ich überhaupt nicht ungekauft lassen konnte. Beim Rock am Berg Festival hat Herr L. auch sein Interesse an dem Hochdachkadett bekundet, sodass ich ihn nun gutes Gewissens weiterverkaufen kann.
Zusammen haben wir ihn nun schließlich genauer inspiziert und freudig konnten wir feststellen, dass er in weitaus besserem Zustand ist als ich erwartet habe. Kaum Rost, keine nennenswerten Mängel. Noch eben die Scheibe tauschen und ein Bett reinzimmern und schon hat Herr L. einen Highendcamper.

So ist der Hochdachwagen nun verkauft und ich kann mich dem Agila widmen. Der ist zwar penibel gepflegt, verfügt aber über einen ansehnlichen Heckschaden. Ich lege direkt los, beule aus, biege neu, klopfe rum und lackiere dann. Nun sieht man den Schaden nicht mehr und dem Leben als Overlandagila steht nichts mehr im Wege. Fahren wird ihn überwiegend meine Gattin, aber wer weiß – vielleicht darf er mit uns ja auch mal auf große Tour?

Wie geschaffen wäre er dafür – schließlich ist es ein Opel, er hat einen ollen Panzermotor und keinerlei Ausstattung. Selbst mein Kadett ist besser ausgestattet. Immerhin hat er ein Radio – das hat der Agila werksseitig nie gehabt und nachgerüstet wird natürlich auch keines. Ebenso sucht man vergebens eine Zentralverriegelung und sonstigen Firlefanz. Ein Auto ganz nach meinem Geschmack – willkommen in der Familie.

wampentreff

Schon seit geraumer Zeit möchte T. dass ich mal auf einem Kuhle Wampe Treffen vorbeikomme und heute soll es endlich so weit sein. Der Motorradclub Kuhle Wampe unterscheidet sich von anderen Motorradvereinigungen vorallem darin, dass sich der Club schon seit seiner Gründung in den 70er Jahren politisch engagiert und ganz klar antifaschistisch ist. Schonmal eine gute Sache und ich bin schon gespannt auf die netten Gesichter.
Dieses Wochenende lädt der MC Kuhle Wampe Augsburg ein zu einem kleinen treffen nähe Zusmarshausen und ich befinde mich bereits auf der Autobahn.

Wie ich ankomme sitzt da eine recht gesellige Runde, ich begrüße die Leute und frage ganz beiläufig, wo sich denn T. aufhält. Liegt noch um Zelt. Und das um 12.30 Uhr. Ohweia. Das Wecken geht recht fix und schon gibt es Frühstück. Dazu gehört neben Omelett natürlich einiger Pfefferminzlikör und gegen später finden wir uns am Kadetten wieder. Die Mopedfahrer nämlich sind gerade auf einer Ausfahrt und ich nutze die Gunst der Stunde um mein Dachzelt auf dem benachbarten Wanderparkplatz aufzuschlagen. Nebenbei hören wir erstklassige Musik und vergreifen uns an der Kühlbox. Eben eine ganz normale Parkplatzparty.

Gemeinsam unternehmen wir noch eine kleine Wanderung durch das umliegende Gestrüpp und kommen dann rechtzeitig zum Essen auf dem Campingplatz zurück. Gesättigt geht es ans Lagerfeuer und ich merke recht schnell, dass ich heute nicht mehr allzu alt werde. Die Müdigkeit steckt mir tief in den Knochen, ich lasse die Mannschaft wissen dass ich morgen zur Verabschiedung nicht mehr da sein werde und gehe schlafen. Wie erwartet bin ich zeitig wach, die Sonne sauniert das Dachzelt und ich baue gemütlich zusammen. Drüben schläft noch alles und ich verschwinde wie angekündigt so leise wie ich gekommen bin. Das war ein nettes Treffen mit noch viel netteren Leuten und mein Versprechen nach Leipzig zu kommen versuche ich 2019 dann auch wirklich einzuhalten!

rockamberg #3

Nach einer kurzen Mütze Schlaf geht es auch schon wieder weiter. Die Whatabussies bereiten wieder ein schmackhaftes Frühstück zu, ich koche mir ein paar Erbsen und Herr L. wirkt noch nicht so frisch. Scheint so als habe er schlecht geschlafen. Für heute steht glücklicherweise nichts auf dem Programm und abgesehen von Turbostaat wollen auch keine weiteren Bands gesehen werden. So beginnt der Tag mal wieder mit Schnaps, einiger Musik und zum Mittag gibt es selbstgemachte Kässpätzle. Luxuscamping neu definiert.

Nach dem gelungenen Essen feiern wir mal wieder weiter, lümmeln viel bei diversen Nachbarn herum und ich übe mich weiter im Bierdosenstechen. Meine Bemühungen daraus eine deutsche Meisterschaft zu machen, werden quasi im Keime erstickt. Live zugeschalten per Videoanruf ist uns nämlich Herr B. und zeigt kurzerhand in der heimischen Badewanne, wie das echte Kerle machen. Da kann ich überhaupt nicht mithalten. Selbst Nachbarin M. zeigt mir wo der Hammer hängt und resigniert schreibe ich das Dosenstechen einfach ab. Sollen andere das machen, ich kann es wohl nicht.

Am Abend geht es dann zu Turbostaat und nach ein paar Liedern verziehe ich mich an den Rand, lümmle in der Wiese und schau mir das Konzert einfach so an. Gefallen finde ich nur wenig an den immer gleich klingenden Liedern und so suche ich anschließend das Weite und gehe sogar relativ zeitig zu Bett.
Am Morgen ist dann auch schon wieder Aufbruchsstimmung. Der Platz leert sich langsam und auch wir verabschieden uns von den neu gefundenen Freunden und uns selbst. Noch 300km und dann ist erstmal Erholung angesagt – absolut nötig nach einem solch schönem Wochenende.