Archiv für Juni 2018

is ja nett hier

Es ist mal wieder Mitternacht und ich bugsiere mich in den Kadetten. Mit einem Schlenker über Ludwigsburg fahren wir heute Nacht nach Gifhorn, denn da spielen morgen Abend die Herrschaften von Liedfett ein Konzert. Natürlich dürfen wir da nicht fehlen. Die Fahrt zieht sich elendig lange und am frühen Morgen sind wir schließlich in Gifhorn angekommen. Erster Anlaufpunkt ist ein schnelles Frühstück und dann gehen wir noch in einen Baumarkt. Dort kaufen wir uns neue Klappstühle und fahren dann mal in Richtung unseres Hotels.
Das ist recht günstig gelegen, denn gleich nebenan ist ein netter Wanderparkplatz mit einem Bach im Nacken. Hier lässt es sich ganz gut aushalten und so verharren wir bei schönstem Wetter an diesem tollen Stück Erde. Bei guter Musik und herrlichen Kaltgetränken aus der Kühlbox vergessen wir sogar beinahe einzuchecken.

Ehe es dann zum Konzert geht checken wir doch noch ein und fragen uns einmal quer durch die Stadt nach einer Dönerbude. Klappt soweit ganz gut, der Döner aber schmeckt leider nicht so toll. Nunja, man kann wohl einfach nicht alles haben. Dann geht es zum Konzert, da müssen wir einmal querfeldein durch den Wald marschieren und finden den Kultbahnhof dann beinahe auf Anhieb. Ein paar Leute sind auch schon dort, wir verquatschen uns ein wenig und ordern uns ein wenig Bier an der Bar.
Schon nach dem ersten Lied ist uns klar, dass wir das vermutlich nicht überleben. Trotz der wahnsinnig wenigen Leuten ist es hier im Club unglaublich stickig und unerträglich heiß. Tut der Party jedoch keinen Abbruch und die Jungs von Liedfett hauen mal wieder ordentlich auf den Putz. Auch wenn die Stimmung, der Ton und das Drumherum nicht ganz an die letzte Tour herankommen, macht es wieder tierisch Spaß und nach dem Konzert versorgt uns der Kultbahnhof noch ein Weilchen mit Kaltgetränken und Pizza, bis wir schließlich das Weite suchen.

Tags drauf plündern wir so gut es geht das erstaunlich fabelhafte Frühstücksbuffet und fahren anschließend gemütlich nach Braunschweig, wo wir schon erwartet werden. Wir sitzen ein wenig im Garten, genießen kalte Getränke und so endet unser Kurzbesuch auch wieder recht schnell, denn ich habe noch etwas in Heilbronn zu erledigen und die Sehnsucht nach einer Ruhepause ist auch ganz groß.

nur aufs meer glotzen

Das Wetter ist so wunderbar hier in Slowenien, jedoch nervt mich unser Hotel ganz fürchterlich. Denn in der Hotelbeschreibung war die Rede von einem Pool direkt am Meer mit einer großen Liegewiese und ganz gern wären wir einfach ein paar Tage rumgelegen. Ganz ohne Programm, Bewegung und all den Firlefanz. Der Pool jedoch ist eingezäunt und abgeschlossen und die tolle Wiese am Meer ist zwar vorhanden aber nicht mit Liegestühlen und Schirmen ausgestattet. Das nervt natürlich und auch das Frühstücksbuffet im Vier-Sterne Palast ist nur schwer bekömmlich. Alles schmeckt nach nix und sieht dabei auch noch recht unappetitlich aus.

So machen wir uns heute auf den Weg nach Piran – zu Fuß am Meer entlang kommen wir schließlich an, marschieren den Berg hinauf zur alten Stadtmauer und glotzen ansonsten nur auf alte Häuser und das Meer. Den ganzen Tag verbringen wir in irgendwelchen Cafés und Restaurant, genießen das Essen und Kaltgetränke und fallen stets erschöpft zu Bett. So verbringen wir nun unseren restlichen Urlaub eben in der Gastronomie, blicken permanent aufs Meer und lassen die Bücher links liegen. Ist ja auch mal ganz nett und vorallem sehr entspannend.

rumrentnern

Wir haben so richtig Lust drauf am Meer herumzuliegen und nichts zu tun. Also fahren wir heute nach Slowenien an die Adria und hoffen auf entspannte Tage. Am Abend geht es los und nach 8 Stunden Fahrt ist nicht nur der neue Tag angebrochen, sondern das Meer bereits in Sichtweite. Für ne schmale Mark haben wir uns in einem Hotelkomplex direkt am Meer eingekauft und warten nun aber noch ein wenig mit dem Einchecken. Die Zeit bis dahin überbrücken wir damit den Kadett zu parken und setzen uns dann nach einem kurzen Spaziergang durch die Hotelanlage auf ein Mäuerchen direkt am Meer. Ein Baum spendet Schatten, das Handy den passenden Soundtrack und aus unseren Taschen zaubern wir Kaltgetränke und beginnen uns selbst zu feiern.

Wie wir dann einige Stunden später einchecken schäme ich mich fast ein bisschen für unser jugendliches Verhalten, schließlich scheinen wir die einzigen fernab des Seniorenalters zu sein. In meinem Zimmer angekommen muss ich zuerst die Klimaanlage abschalten, denn es ist furchtbar kalt und wie sich später herausstellen soll, startet das doofe Ding immer wieder von ganz allein. Ansonsten ist das Zimmer aber halbwegs in Ordnung, nichts besonderes aber für den Preis und mit dem Meer vor der Tür bin ich zufrieden. Weil der Tag nun schon ein wenig fortgeschritten ist und wir keine Lust mehr haben etwas zu unternehmen, setzen wir uns einfach in das Restaurant neben unserem Hotel und stopfen uns mit Spaghetti voll. Der Wein mundet auch ganz vorzüglich und so verhocken wir bei einigen Karaffen bis in die Nacht hinein um dann in einen komatösen Schlaf zu fallen. Erstaunlich was mein inzwischen altgewordener Körper noch alles verkraftet, so ganz ohne Schlaf, viel Sonne und noch mehr Wein.

rumbitchen in frankreich

Beinahe ausgeschlafen blicke ich so aus dem Fenster und wir sind uns recht schnell einig, dass wir ja etwas nach Frankreich könnten. Immerhin wettert es relativ angenehm und draußen stehen zwei vollgetankte Kadetten herum. Mit dem Neuerwerb geht es dann schließlich los. Zuerst an die Tanke, denn das größte Manko an dem Fahrzeug ist, dass es aufgrund des Umbaus keine Tankanzeige besitzt und der Tank auch nur rund 30 Liter fasst. Erfahrungsgemäß werde ich in Zukunft damit oft am Straßenrand stehen und dumm dreinblicken.

Mit frischem Benzin geht es dann nach Frankreich, ich habe mir für das Städtchen Bitche entschieden. Da war ich noch nie und es ist bestimmt einen kurzen Besuch wert. So richtig nach Städtegucken ist uns aber heute beiden nicht und so marschieren wir nach oben zur Zitadelle, umrunden sie ganz gemütlich und gucken in die Ferne. Wirklich schön hier und das mitgebrachte Obst ein Hochgenuss. Im Anschluss geht es noch etwas zu Fuß durch Bitche und dann schließlich zurück zum Auto.
In Philippsbourg stoppen wir erneut, grasen ein wenig auf den Wiesen und starren auf einen Teich, ehe es wieder über die Grenze geht. Nach einem kurzen Stopp am Deutschen Weintor sind wir schließlich zurück und die nächsten Tagen werden geprägt von Fressorgien, Freunden und Familie bis wir schließlich genug haben und zurückfahren.

Mit dem neuen Kadett geht es zurück, den heißgeliebten Bestandskadetten lasse ich vorerst mal zurück und wie wir angekommen sind, erstaunt mich der Verbrauch von rund 6,0 Litern auf 100km. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Sobald ich dann mal Zeit habe hole ich meinen Kadetten aus Landau und kümmere mich dann um den Neuen. Da gibt es einiges zu tun und vorallem sollte ich zeitnah entscheiden was ich noch damit vorhabe.

kaufrausch

Frau J. ist zu Besuch und wir müssen die Tage wegen eines Geburtstages in die Pfalz. Das trifft sich ganz gut, denn Herr R. hat mir neulich ein Inserat geschickt mit einem Auto, das ich irgendwie schon immer ganz cool fand. Preislich werden wir uns schnell einig und so fahren wir heute einfach mal dahin. Mit dem Kadett geht es nach Landau. Geparkt ist er schnell und ich lümmle mich auf den Beifahrersitz eines anderen Autos. Rund 200 Kilometer trennen uns nun noch von dem Objekt der Begierde.

Angekommen schaue ich mir die Kiste etwas genauer an, bin recht erstaunt über den eigenwilligen Umbau und weiß nicht so recht, was ich damit überhaupt anfangen soll. Schließlich ist mein Kadett noch gut und soll noch lange lange fahren. Diesen Kombi mit Hochdach finde ich aber auch ziemlich cool, der Zustand ist halbwegs in Ordnung und technisch macht er einen fitten Eindruck. Also fackle ich nicht lange und kaufe ihn einfach. Umgebaut wurde er als er noch neu war von einer Firma in Hessen. Diverse Eingriffe an der Karosserie erlauben es nun Rollstühle samt Mensch zu transportieren und bequem einzuladen. Genauere Informationen zum Hersteller und dem Um- sowie Ausbau konnte ich bisher nicht auftreiben.

Nun bringen wir ihn nach Landau, das Fahrgefühl überzeugt und mit dem 75-PS Motor ist er auch ausreichend motorisiert. Ich bin halbwegs zufrieden, doch auch während der Fahrt mag mir nicht einfallen, warum ich das Ding überhaupt gekauft habe. Umso erfreulicher dann, dass mir auf der Autobahn ein Stein in die Windschutzscheibe fliegt und sie direkt reißt. Immerhin ein Argument das Auto vorerst zu behalten, denn ein gutes Verkaufsargument ist dieser Riss auf keinen Fall. In Landau angekommen geht es ins Bett, Zeit zu Grübeln ist ja noch genug.

rumgärtnern

Vergangenes Wochenende hatte ich Teilnehmer unserer Quatschrallye zu Besuch und zum ersten Mal dieses Jahr konnte der Grill benutzt werden. Wenn auch das Grillgut reichlich schwarz geworden ist und keiner so wirklich satt. Macht aber nichts, schließlich hatten wir viel mehr Freude an der Sonne und den vielen Kaltgetränken. Den Abend haben wir dann noch ausgiebig in den Kneipen der Stadt verbracht um den Sonntag über schließlich in der Sonne zu vegetieren. So gefällt der Sommer.

Für heute hat sich ein Paar aus Australien angekündigt. Die tingeln seit geraumer Zeit in einem alten Hymermobil durch Europa und Asien. Nun sind sie ganz in der Nähe und am Hymer sollte man nach etwas gucken. Für das Wohnmobil ist erst morgen Zeit und so verbringen wir den Tag im Garten, sonnenbranden so gut es geht und am Abend erscheinen die Lieben von Whatabus. Zusammen geht’s zum Essen und natürlich bleibt ein obligatorischer Kneipenbesuch nicht aus. Die beiden Australier haben sich inzwischen in meinem Wohnzimmer eingenistet und ich schaue heute mal nach dem ollen Hymer. Der ist schon 20 Jahre alt und hat rund 160.000km gelaufen. Schnell steht fest – eine Reparatur ist auf die Schnelle nicht möglich und auch ziemlich kostspielig. Unter anderem muss nämlich der Motor raus und ich kann absolut keine Werkstatt finden, die dafür mal eben Zeit hätte.

So verbringen wir noch einen weiteren Abend bei mir, es gibt schwäbische Maultaschen und wir sitzen eine weitere Nacht lange beisammen. Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege, die beiden versuchen nun ihr Glück in England wo das Wohnmobil ohnehin in Bälde verkauft werden soll. Bis auf die Insel drücke ich die Daumen und hoffe dass sie es schaffen und derweil begrüße ich Frau J. bei mir – Freizeitstress ist ätzend.