euromaidan

Nun bin ich am Euromaidan, der große Platz in der Kiewer Innenstadt, der 2014 auf so traurige Weise berühmt wurde. Sicher können wir uns alle an die Tage erinnern, wo sich die Ereignisse hier überschlagen haben. Rund 100 Menschen starben während der Proteste auf diesem Platz und ich kann noch heute kaum fassen, wie das passieren konnte. Da schießen Scharfschützen auf die Zivilbevölkerung, der Präsident Janukowytsch flieht, die Oppositionen scheinen dem Rechtsruck nichts entgegenwirken zu haben und in all dem Chaos holt sich Putin mal eben die Krim zurück und marschiert stillheimlich im Osten der Ukraine ein, während die restliche Welt einfach zuschaut, Diplomaten große Reden schwingen und man dem Russen minimale Sanktionen auferlegt. Eine turbulente Zeit und ich habe bis heute den Eindruck, dass sich nicht vieles getan hat. Die Bevölkerung ist nach wie vor gespalten in der Frage ob man sich der EU nähert oder den Russen, die Krim ist noch immer besetzt und die Ostukraine kommt nicht zur Ruhe.

Immerhin ist auf dem Maidanplatz wieder Ruhe eingekehrt. Das Haus der Gewerkschaften ist abgedeckt – es brannte während der Unruhen vollständig aus – und sonst ist alles renoviert und die gesamte Umgebung gleicht einem Totenschrein. Allen toten Helden der Revolution wird gedenkt, ein Meer aus Kerzen, Bildern, Blumen und Andenken. Am Platz der Unabhängigkeit kann man sich über die letzten beiden Revolutionen informieren und auf dem gesamten Platz läuft es einem eiskalt den Rücken herunter, wenn man sich an die Bilder und Videos von vor vier Jahren erinnert.
Nun verkrieche ich mich im Hotel und schalte vorerst mal wieder ein bisschen ab, genug der Reize.


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