stufenlos ballern, bügeln, feiern

Es ist bereits Mittag, ich wache auf und verfluche den Ruhetag. Was für eine herrlich dämliche Idee. Aber es hilft ja nichts, wir müssen da durch und heute Abend irgendwie fit sein. Noch im Bett werden wir nach Frühstück gefragt und die Wahl fällt auf Pommes aus dem Backofen samt Fischstäbchen und mit meiner letzten Kraft zaubere ich noch einen halbwegs genießbaren Salat. Schmeckt alles genau so wie ich es mir vorgenommen habe – nämlich ungesund. Frau S. und Ich gucken anschließend einige Dokus über Deutschlands Südwesten, lernen erschreckend viel dabei und fühlen uns ganz pudelwohl. Als wir dann vollzählig sind und ich merke, dass meinem Körper nur noch Schlaf oder eine Portion Schnaps hilft, lasse ich mir schnell ein Trinkspiel einfallen.

Die schlechtesten Fernsehsendungen benutzen wir für unseren jugendlichen Leichtsinn und trinken wann immer sich eine Assoziation zu Liedfett, Anzüglichkeiten oder Alkohol finden lassen. Klappt ganz gut, wir muntern langsam auf und meine Hoffnung diese (Tor)Tour zu überstehen steigt. Nachdem die Getränke leer sind wird es Zeit sich in den Kadett zu schwingen. Auch heute übernimmt Herr M. wieder das Chauffeurdasein, ich fühle mich schrecklich eigenartig auf den Beifahrersitz. So sieht also das Paralleluniversum aus.

Angekommen übernehme ich kurz das Einparken, ohne Servolenkung scheint die Jugend einfach verloren… Vor der Mälze in Regensburg treffen wir dann auf Frau S. die auch bei Liedfett in Dresden war und Frau P. von irgendwo aus dem nördlichen Bayern. Gemeinsam starten wir durch, begrüßen viele Gesichter, kapern die Bar und spielen einige Runden Tischtennis, ehe Son of Polvo die Bühne betritt. Er begeistert schon wieder ganz heftigst und um mich ist es Geschehen. Liedfett ist egal – Son of Polvo ist der neue Star! Im Anschluss bügeln Liedfett wieder ordentlich rein und abgesehen von einer Stufe inmitten des Lovemoshpits haben wir rießig Spaß. Welcher Hirnakrobat auch immer auf die Idee kam, den Bühnenvorbereich mit einer Stufe zu trennen, den möge Genitalherpes heimsuchen. Ich habe selten eine solche Gefahr für Leib und Leben gesehen, man ist immerzu damit beschäftigt nicht zu fallen und kann die Show überhaupt nicht in vollen Zügen genießen.
Nach der Show stehen wir wie immer noch ein wenig beisammen, wann immer ich an der Bar vorbeigehe bekomme ich einen Jackcola gereicht und es wird langsam Zeit für einen Döner. Den bekommen wir dann auch und er schmeckt fantastisch. Vermutlich einer der besten, die ich jemals essen durfte.


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