Archiv für Oktober 2017

ist ja wirklich asozial

Nach einem Bier – ich fühle mich sofort besoffen – und einer Brezel machen wir uns auf zum Boarding, beim Sicherheitscheck greife ich noch einen schnellen Handjob ab und dann geht es auch schon in den Flieger. Eine Boeing-737 von der Tuifly soll uns nach Palma bringen und macht das auch ganz fabelhaft, zusammen mit dem Sonnenaufgang kommen wir an und machen uns sogleich auf den langen Weg durch den Aeropuerto de Son San Juan.

Im Preis enthalten ist zwar auch ein Bustransfer zum Hotel, aber die paar Kilometer sind es nun wirklich nicht wert zu warten oder gar diesen knattrigen Bus zu suchen. Also steigen wir in ein Taxi und nach einem kurzen Ritt stehen wir schon vor unserem Hotel. Einchecken können wir noch nicht, dafür gibt es aber Sekt und anschließend ein Frühstück, dass kaum der Rede wert ist. So ist das halt mit billigen All-In-Angeboten. So beschließen wir, einfach mal das Meer aufzusuchen und das klappt nach ein paar Metern auch schon ganz wunderbar. Bis zu den Knien traue ich mich hinein, mein Thermometer aber sagt dass das keine so gute Idee sei und so machen wir einfach das, das man am Ballermann eben so macht. Im Bierkönig sitzend trinken wir ein Bier und beschließen direkt den Tag einfach mal hier zu verbringen.

Ein grober Fehler, denn wir verbringen den gesamten Aufenthalt auf der Schinkenstraße, feiern ganz ausgelassen und die Nächte werden wahnsinnig lang. Ist aber überhaupt nicht gut – verstehe nicht wieso es da seit so vielen Jahren alle hinzieht. Die Musik ist kaum auszuhalten, es wimmelt von Asozialen und das Essen sowie die Getränke sind furchtbar. Einen Abend verbringen wir noch an der Promenade, spazieren und schlagen uns die Mäuler voll – nach Alkohol ist uns längst nicht mehr, die Schinkenstraße wird gemieden und wir lassen unseren kurzen Aufenthalt in einem Restaurant am Meer ausklingen, ehe es am frühen Morgen in den Flieger geht. Diesmal haben wir leider etwas Pech, denn das Flugzeug ist voller Kinder und der Lärmpegel lässt einen verzweifeln
In Stuttgart angekommen ist Herr M. so nett uns abzuholen und ich bin froh endlich weg zu sein. Spaß hat es gemacht, es war ein lustiger Ausflug, aber brauchen tu ich das so schnell nicht wieder, sei es noch so lächerlich günstig.

aber wirklich nur einmal

Vor ein paar Wochen verlief ich mich mit Herrn B. in unserer Reiseplanung. Denn Zeit ist ein Faktor, den der werte Herr im Moment nicht besitzt. So wurde aus Budapest irgendwann Balaton und aus Balaton irgendwann eine Pauschalreise aus dem Reisebüro. Spart uns eine Menge Fahrerei, geflogen ist er noch gar nie und ich habe irgendwie auch ein wenig Bock, mal wieder in so einen Vogel zu steigen. Das letzte mal ist schon locker 15 Jahre her oder so.

Im Reisebüro machten wir einen recht einfachen Eindruck. Ein Bett, zwei Flüge und etwas Sonne täten uns genügen. Reisepass-pflichtige Länder fielen leider aus, da Herr B. keinen besitzt und Griechenland flog wegen der wahnwitzigen Preise direkt aus dem Rennen. Nächster Versuch: Mallorca.
Siehe da, kriegt man quasi geschenkt und wir buchen es, was soll schon schief gehen? Ist nichtmal eine ganze Woche und Mallorca habe ich in guter Erinnerung. Da waren wir allerdings nicht am Ballermann.

So prügelt mich heute um 02.00 Uhr der Wecker aus dem Bett, ich bewege mich mehr tot denn lebendig in Richtung des roten Opel und hole Herrn B. ab. Als sei das nicht genug, geht es den ganzen Weg wieder Retour. Schließlich soll der Opel auch wieder nach Hause. Das übernimmt gnädigerweise Frau J. für uns und nimmt etwas mürrisch auf der Rückbank platz. Am Stuttgarter Flughafen angekommen übergebe ich das Steuer, wir schnappen unsere Rucksäcke und schauen mal wo man denn um 04.30 Uhr morgens ein Bier bekommt. Wenn Mallorca, dann authentisch.

italienische wochen

Kaum komme ich in der Heimat an, erreicht mich schon eine Nachricht von den Siedlern des Whatabus. Mit den beiden habe ich morgen ein Date und sie kommen auch gerade von Italien. Am Morgen dann bringe ich noch Frau E. zum Bahnhof und gehe dann doch tatsächlich arbeiten und empfange kurz darauf Marc und Selena in meiner Firma. Ihr Kastenwagen benötigt ein wenig Zuneigung und eine Hauptuntersuchung und wenn ich schon da bin, wird sich hier natürlich bestens darum gekümmert. Während die Crew am Fahrzeug zugegen ist, flaniere ich mit den beiden bei Kaffee und Wasser und wir warten bis zum Abend auf das OK vom TÜV. Alles in Ordnung, zwei Jahre Segen für das dynamische Trio und wir machen uns sofort weiter zum nächsten Kürbisverkauf. Dass Marc was vom Kochen versteht, ist nichts neues und so gibt es heute Pasta mit Kürbis und etwas Salat dazu. Schmeckt ganz fantastisch und auch der Wein weiß zu überzeugen.

Lange haben wir aber allesamt nicht durchgehalten und wir verschwinden schon früh im Bett, wo ich am Morgen erstmal ausschlafe und später dann nochmal kurz auf der Arbeit vorbeischaue. Dort wird am Whatabus nochmal eine Kleinigkeit repariert und anschließend sehe ich schon wieder Marc in meiner Küche stehen, denn wir haben uns kurzerhand gestern ganz spontan bei Frau S. zu einer kleinen Wohnungseinweihung eingeladen. Mit köstlicher Lasagne bewaffnet fahren wir ins Bachtal und verköstigen dort diese, stoßen an auf die neue Wohnung und sitzen beisammen, bis schließlich alle Augenlieder schwer werden. Marc fährt mich noch eben nach Hause und dann verabschieden wir uns auch schon wieder, nun ist wieder Zeit für etwas Alltag und viel zu wenig von diesem Marc in meiner Küche.

kulinarisches debakel

Das Frühstück hat längst seine Pforten geschlossen und wir liegen noch immer im Bett. Offenbar wird heute ausgeschlafen, ist mir aber durchaus recht. Schaden tut das schließlich nicht. Jetzt haben wir allerdings allesamt tödlichen Hunger, das Wetter ist noch immer recht bescheiden und wir beschließen einfach mit dem Auto in eine Stadt ein paar Kilometer außerhalb zu fahren. Wir versuchen es erst in den umliegenden Dörfchen, jedoch haben sämtliche Restaurants geschlossen und so landen wir in Borgomanero. In einem Pennymarkt versorge ich mich mit Flüssigobst und dann möchten wir nun wirklich etwas Essen. Wir durchqueren die gesamte Stadt und alles hat geschlossen bis wir schließlich in einer kleinen Gasse an einem Restaurant landen. Es ist zwar geöffnet, mir aber machen die vielen Tripadvisor-Schildchen und wie sie alle heißen Sorgen. Das kann ja nichts sein.

Eine Ewigkeit vergeht bis wir unser Essen bekommen und die Portionen sind wie erwartet sehr winzig und dafür umso teurer. Man erwartet ja dann auch eine gehobene Qualität angesichts der horrenden Preise, Ich jedoch würge es halt so herunter, kann überhaupt nicht sagen was ich da esse und in der kommenden Nacht soll mich diese undefinierbare Pampe noch lange wach halten. Etwas enttäuscht geht es also in ein Bistro und dort jage ich ein paar Pommes & Cola hinterher, nix besonderes aber immerhin werde ich doch noch satt.

Nun gehen wir in einen großen Supermarkt, denn sämtliche Vorräte möchten aufgefüllt werden. Von Wein über Käse bishin zu Kleiderbügeln landet alles mögliche im Wagen und frohen Mutes fahren wir zurück ins Hotel. Wir pflanzen uns direkt in das Restaurant und speisen ganz köstliche Pasta und Omeletten sowie einigen Wein. Den Abend runden wir gewohnt an der Bar ab und gehen dann schließlich zu Bett, denn morgen möchten wir schon wieder ganz unspektakulär nach Hause fahren.

dort gibt es wein

Das Frühstück ist heute sehr italienisch, nämlich etwas mager und zu meinem Bedauern gibt es überhaupt kein Gemüse, finde ich immer sehr schade. Satt werde ich aber trotzdem und werde anschließend sehr ungeduldig, denn ich möchte runter an den See. Sicher gibt es dort eine nette Atmosphäre, Wein und den ein oder anderen Happen Pizza. Also packen wir alles nötige beisammen, ich schenke mir und Frau J. einen Vodka ein und wir marschieren einfach mal drauf los. Vorbei an unzähligen Villen – viele davon sind schon seit längerem verlassen, geht es permanent bergab und nach rund zwei Stunden kommen wir in Orta San Giulio an. Das Städtchen liegt schön gelegen auf einer Halbinsel am Ortasee und wir schlendern durch die Gassen. Noch etwas außerhalb blicken Herr B. und Ich in die Küche eines Restaurantes und sind uns ganz sicher, dass wir dort nun sofort essen müssen. Drinnen finden wir platz, bestellen Pizza und Hauswein und werden nicht enttäuscht. Die Pizzen schmecken fantastisch und auch der Vino Bianco weiss voll zu überzeugen.

Wir stolpern weiter durch die Stadt, blicken in manche Läden, erfreuen uns der schönen Architektur und erspähen am Ende des Weges ein kleines Lokal. Hier kann man ganz alleine und ruhig im Wasser sitzen und Cocktails schlürfen. Für uns das genau richtige. Wir verhocken schon wieder ein Weilchen, raffen uns dann auf zum Eisessen und marschieren wieder zu unserem neuen Lieblingsrestaurant. Die Küche hat geschlossen, was uns aber völlig kalt lässt. Wir sind wegen des Weines da. Stunde um Stunde sitzen wir hier bis wir schließlich 4l Wein getrunken haben und die Weißweinkarte nichts mehr hergibt. Nun heißt es angetrunken den Weg zum Hotel zu finden und das ganze trotz einiger Steigung auch zu schaffen, denn das Abendessen wartet und sicher noch mancher Wein und andere Kaltgetränke.

partypaket

Neulich war ich unter anderem in Zwickau und dann war mir so überhaupt nicht danach, darüber zu berichten. War nämlich ganz fürchterlich. Schon beim Check-In im Hotel überkam mich der pure Ekel und auch sonst hat diese eigenartige Stadt in Sachsen nichts zu bieten. Immerhin fand ich das Horchmuseum ganz nett – ändert aber auch nichts und so war ich verdammt froh als ich weitergezogen bin. In der Rhön hatte ich im Anschluss noch einen schönen Tag mit der Familie und fand mich dann in der Heimat wieder, wo ich in der Zwischenzeit Winterräder auf den Kadett geworfen habe und nun ganz feierlich packe.

Frau E. reist aus dem fernen Berlin an, am Bahnhof schiebe ich sie in den Kadetten und dann geht es nach einer kurzen Nacht weiter zu den Eheleuten J. und B. Wir halten fix am Rewe, kaufen poppige Getränke und einige Snackereien und ich steuere sanft in Richtung Süden. In einer Bier & Wurstbrotlaune haben Frau J. und Ich vor einiger Zeit eine günstige Reise nach Italien an den Ortasee gebucht. Jetzt wo der Sommer weg ist, sind die Zimmer lächerlich günstig und im Preis enthalten ist sogar eine Halbpension für vier hungrige Mäuler. So schippern wir gemütlich am Bodensee vorbei, brausen durch den Pfändertunnel und schon in der Schweiz ist die Rückbank betrunken. Ich spreche ein Alkoholverbot aus und nach einem Fastfood-Stop ist es plötzlich schön ruhig. Die Kinder schlafen ganz sanft und ich fahre in Ruhe weiter über die Grenze nach Italien und drifte ab nach Osten zum Ortasee. Angekommen zahlen sich meine Scheuklappen mal wieder aus, am Hotel nämlich fahre ich vorbei und wir quälen uns durch das kleine Dörfchen, wo es ganz bittereng ist.

Auf dem Parkplatz blicke ich in drei verkaterte Gesichter, erfreue mich meines Wohlbefindens und gönne mir wie es sich für echte Idioten gehört, einen Longdrink. Wir checken ein und ich verbiete den Kids eine Pause, verlange nach einer Wanderung in die Untiefen der Berge und möchte nun das wenig löbliche Wetter genießen. Abgesehen von Herrn H. finden meine ermutigenden Worte Anklang und wir marschieren los in Richtung eines Cafés. Irgendwann kommen wir an, ich trinke einen alkoholischen Eistee während die Frauen meiner Begierde sich strikt an Wasser halten. Zur guten Laune soll nun ein „Peter Pan“ dienen. Ich dachte da an einen Shot. Nun bekommen wir drei Kannen Tee serviert und ich gucke recht doof, lasse mir aber nur wenig anmerken. In einem Dorfladen kaufen wir noch Wasser und Bier und finden uns rechtzeitig zum Abendessen im Hotel ein. Es gibt drei Gänge, Wein und später an der Bar noch einige Longdrinks, bis wir allesamt ganz erschöpft ins Bett fallen.