Archiv für September 2017

fleischkäse & currywurst

Mein Iphone ist leider mal wieder kernschrott und ich habe einen Termin zur Reparatur in Augsburg. Als der nette Applemensch mir gerade verklickert, dass das Handy irreparabel zerstört ist und ich mir ein neues kaufe, steht plötzlich Frau G. neben mir. Sie hat dasselbe Problem und auch denselben Termin & ich lache über die doch recht winzige Welt. Geübt richte ich mir mein neues Telefon ein und gehe dann Fleischkäse frühstücken und lasse den Kadett prombt hier stehen.

Einen Fußmarsch weiter komme ich an der Fuggerei an. Das ist die älteste bestehende Sozialbausiedlung der Welt. Der horrend reiche Fugger stiftete die Siedlung im 16. Jahrhundert und seither ist sie bewohnt. Allerdings nur von Katholiken, die unter anderem jeden Tag das Vaterunser sprechen. Ob das überprüft wird weiss ich nicht, ich aber würde bei einer Kaltmiete von 0,88€ liebendgern ein Vaterunser, das Ave Maria und anderen Mist auswendig lernen. Die 0,88€ entsprechen dem Rheinischen Gulden – damals die Miete für eine Wohnung in der Siedlung. Inflation hat man außer Acht gelassen und so sind die Wohnungen heute doch recht erschwinglich. Hinzu kommen lediglich die Nebenkosten, welche die Mieter selbst tragen.

Für Besucher ist die „Stadt in der Stadt“ natürlich auch zugänglich. Die hübsch restaurierten Gebäude kann man zwar nicht von innen sehen, schließlich wohnen hier Menschen, aber auf dem Gelände befindet sich das Fuggermuseum, ein Luftschutzbunker und zwei Wohnungen.
Die beiden Wohnungen zeigen einmal den Zustand von vor hunderten Jahren und einmal das aktuelle Aussehen. Ganz nett anzusehen, aber richtig interessant wird es erst im Luftschutzbunker. Der wurde 1943 erbaut und dient heute uns Besuchern als Information, wie denn die Bombardierung im Weltkrieg aussah, der Wiederaufbau und das Leben in der Fuggerei zu dieser Zeit. Im Fuggereimuseum hingegen geht es in erster Linie um die Stifter und deren Geschichte. Nicht so meins und drum schlendere ich nun noch ein wenig durch die Gassen und gönne mir im Anschluss eine ziemlich eklige Currywurst.

enkirch hat ein ende

Der Abend zog sich gestern noch ein wenig in die Länge. Zum einen war es uns ein wichtiges Anliegen, sämtliches Feuerholz zu verbrennen und zum anderen versiegte die Weinquelle irgendwie nicht. Erst spät krochen wir zu Bett und ich schlief heute sogar ungewöhnlich lange. Pünktlich zum Frühstück schaffte ich es aber hinaus, Herr M. samt Frau sind bereits auf dem Rückweg nach Berlin und auch ich habe mir fest vorgenommen heute zeitig abzureisen.

Das Zusammenpacken funktioniert nur schleppend, ich habe nicht so recht Lust und könnte gern noch etwas bleiben. Die Sache mit dem Alltag und so zwingt mich aber in Richtung Heimat. So verabschiede ich mich von all den netten Gesichtern, es war mir ein inneres Blumenpflücken dass wir uns mal wieder gesehen haben!

Nächster Halt in Landau! Ich schnorre eine Dusche, lehne dankend eine Mahlzeit ab und döse stattdessen noch ein wenig, ehe ich nun aber wirklich das Weite suche. Gefühlt zieht sich die Fahrt ewig, mancher Stau löst bei mir Unverständnis aus und am Abend komme ich zu Hause an.
Nun habe ich wirklich genügend Zeit auf irgendwelchen Ackern und Wiesen verbracht und zu Hause fällt mir auch schon ein vernünftiges Kontrastprogramm ein.

noch mehr enkirch

Der Tag beginnt wie gewohnt mit Frühstück und im Anschluss macht sich die Hälfte der Truppe an eine Platzrunde. Währenddessen keimt in mir der Wunsch auf eine Dusche, möglichst in der Mosel. Soll wohl wegen Blaualgen nur wenig ratsam sein, ist aber halb so wild – denn das Wetter trägt plötzlich von ganz alleine dazu bei, mich von der Mosel fernzuhalten.

Stattdessen können wir einen Supermarkt aufsuchen, vernünftiges Essen hat von uns nämlich keiner mehr am Start und um einfach nur Tag um Tag aufm Acker rumzusitzen, mangelt es mir ohnehin an Motivation. Rund 5km und eine Moselüberquerung trennen uns jetzt noch vom nächsten Konsumtempel. Also entkorke ich zwei Flaschen Wein & die Weinwanderung kann beginnen. So zwischen Mosel & Weinhängen lässt es sich ganz angenehm Laufen und kurz vorm Ziel regnet es dann noch kurz.
Die Hände voller Lebensmittel und neuen Weinflaschen geht es zurück, nun aber den längeren Weg. Ist wegen des Regens zwar irgendwie doof, aber besser als später an der Moselfähre zu stehen, von der wir nicht wissen ob sie noch fährt.
Am Abend sind wir schließlich zurück & ich bleibe ausversehen noch bei Rudi von der DZG hängen, wir verquatschen uns ein wenig und erst bei Dunkelheit komme ich dazu, meine heißgeliebten ‚German-Döner‘ zu vertilgen.

enkirch #2

Entgegen unserer Erwartung hält das Wetter und bessert sich sogar, also genießen wir zuerst die aufkeimende Wärme und anschließend gehe ich mit Herrn J. duschen. Tut gut & war auch ein wenig nötig.
Nun haben wir noch einige Zeit und starten eine kleine Platzrunde. Das Fernreisemobiltreffen ist zum Fahrzeugegucken natürlich ideal und zwischendrin trifft man sogar ein paar Bekannte. Wir schaffen es sogar fast über den Platz, bis schließlich die Hessen ankommen. Ich steige geschwind im Steyr zu und führe sie zu unserem Platz, die Komfortzone steht sofort und ansonsten ist für heute nichts mehr geplant.

So sitzen wir stundenlang in der Sonne und genießen es ganz fürchterlich, bis wir am Abend aufbrechen um den Dorfplatz unsicher zu machen. Dort stopfen wir uns an der Pommesbude die Bäucher & trinken sogar einige Gläser des von den Veranstaltern spendierten Freibieres. Mit der Nacht kehren wir zurück und können Dank Herrn W.’s mitgebrachten Holzes sogar mein Minilagerfeuerchen entfachen.
Schon vor Mitternacht zieht es uns dann in die Schlafgemächer, ich verkünde meinen Stolz über die neue Vernunft & erhoffe mir vom wolkenbehangenen Himmel eine warme Nacht.

auf nach enkirch

Der gesamte Sommer stand völlig ungeplant und unerwartet im Zeichen von Konzerten – nun wo er sich dem Ende neigt, muss ich gestehen: Das war leider exzessiv! Wir haben nichts anbrennen lassen, ich habe viel Zeit mit alten und auch neuen Freunden verbracht und ganz nebensächlich Deutschland das ein oder andere mal durchquert. Im Ausland hingegen war ich seit Bratislava nicht mehr & auch das Reisen kam völlig zu kurz. So schön es war, ist es nun Zeit für Normalität. Alltag und son Zeugs.

Nicht jedoch heute! Denn zumindest ein Globetrottertreffen möchte ich dieses Jahr noch mitnehmen & Herr S. lässt mir quasi keine Wahl. Er möchte mal auf so ein Treffen, diese Woche hätte er Zeit und ich bin kurz davor loszutigern. Das Zeitmanagement habe ich nun völlig durcheinandgebracht, so kommt es dass ich anders als geplant ohne Beifahrerin nach Enkirch düse. Die hängt nämlich noch am Flughafen rum, während Herr J. und auch Herr S. längst unterwegs sind. Ich organisiere ihr kurzerhand eine Mitfahrgelegenheit ab Hessen und düse fix nach Enkirch. Wie ich ankomme wartet der J. bereits am Eingang und wir suchen uns dann ein schönes Plätzchen zum Verweilen. Kurz darauf trudelt auch Herr M. ein, das Wiedersehen ist ganz wunderbar und wir zelebrieren das bis spät in die Nacht.

Wie ich in mein Dachzelt steige, bereue ich es fast nur wenig getrunken zu haben. Denn es ist bitterkalt, der Himmel sternenklar & mein Schlafsack zu Hause. Manchmal endet der Sommer einfach viel zu abrupt! Mit zwei Decken, dicker Kleidung und warmen Gedanken finde ich aber schließlich Schlaf und freue mich schon auf den kommenden Tag.

dorfpogo & gute laune

Während Itchy spielen sitzen wir noch immer am Kadett & haben uns maßlos verquatscht. Als nächstes spielen ‚The Toten Crackhuren im Kofferraum“ – die habe ich vor vielen Jahren zufällig in Stuttgart gesehen und ich habe richtig Bock mir diese Party nochmal zu geben. Also raffen wir uns auf und erst jetzt kapieren wir, wie klein das Festival wirklich ist. Ich schätze mehr wie 300 Leute sind es hier nicht, vor der Bühne.

Die Crackhuren liefern eine verstörende Party, der Dorfpogo reisst alles mit, was sich ihm in den Weg stellt & ich habe eine ordentliche Portion Spaß. Ein tolles Konzert geht zu Ende, wir snacken noch etwas Pizza und wollen langsam ins Bett. Ein paar unserer neuen Freunde schauen noch vorbei & ehe wir völlig versumpfen, wünsche ich eine gute Nacht. Der Festivallärm hält sich auch sehr in Grenzen, ich kann super schlafen und am Morgen beobachten wir die Gäste beim Zusammenpacken. Wir hingegen lassen uns ne Menge Zeit und fahren erst spät davon. Unser Ziel: Bielefeld! Ich möchte endlich wissen ob es die Stadt tatsächlich gibt oder nicht. Nun, Ortsschilder finden wir, aber ob das nun echt ist oder nicht, kann ich beim besten Willen nicht sagen. In Bielefeld gehen wir noch essen und fahren dann wieder langsam in Richtung Heimat, denn das waren ein paar anstrengende Tage und Lust auf mehr davon haben wir beide nicht mehr.