Archiv für August 2017

kadett allroad

Seit langer langer Zeit schon mache ich mir Gedanken, wie ich den Kadett denn sinnvoll und tüvkonform nach oben bekomme. Allrad brauchte ich schließlich noch nie, aber Bodenfreiheit ist eben durch nichts zu ersetzen. Mit dem aktuellen Fahrwerkssetup bin ich nicht unzufrieden, aber da muss doch noch mehr gehen. Seit einigen Monaten machen sich auch meine Stoßdämpfer vorn bemerkbar. Das sind nämlich noch die ersten und haben nun 348.000km gelaufen. Eine Undichtigkeit konnte ich bisher nicht feststellen, was schlicht und ergreifend daran liegen dürfte, dass da schon lange kein Öl mehr drin ist. Bei jeder Bodenschwelle und jedem Hindernis schüttelt sich das ganze Auto und es ist horrend unangenehm. Zeit also, sich der Sache zu widmen.

Ich selbst – ja richtig gelesen – entkerne die Vorderradaufhängung, zerlege alles und komme richtig ins Schwitzen. Um den Rest kümmert sich nun mein Haus- und Hofmechaniker und verpasst den müden Federbeinen vorn zwei neue Öldruckdämpfer, sowie neue Domlager. Die Federn fliegen auch raus und werden ersetzt durch Federn aus einem anderen Fahrzeug. In der Theorie sollte er damit straffer sein und auch ein gutes Stück höher. Bei der Gelegenheit tauschen wir auch die Antriebswellenmanschette rechts und weil die Bremsbeläge demnächst ersetzt werden müssten, entscheide ich mich für neue Bremsscheiben und neue Beläge. Kostet ja nix beim Kadett. Nun geht es an die Hinterachse, da sind ja schon länger andere Federn drin, der Kadett lässt aber bauartbedingt den Arsch immer hängen und dem möchte ich nun entgegensteuern. Es wird ein Höherlegungskit um drei Centimeter verbaut und als wir das Fahrzeug von der Hebebühne lassen, staunen wird nicht schlecht.

Vorn ist er nun quasi unendlich hoch und hinten dürfte es gern noch etwas mehr sein. Eine Probefahrt später bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis und bin mir sicher – an der Hinterachse muss noch etwas geschehen. Dort darf er gern nochmal 3cm in die Höhe schießen. Beim TÜV werde ich wider Erwarten nicht direkt vom Hofe gejagt und bekomme für nächste Woche einen Termin mit der Aussicht, dass es möglich ist, das nun so einzutragen. Wunderbar, ich bin sehr zufrieden!

montagmorgen

Wenn ich schon nicht wegkomme, könnte ich ja hemmungslos mit Freunden feiern. Klingt erstmal vernünftig. Wie ich dann heute zu früher Stunde nach Amstetten fahre, sehe ich bereits alle Vernunft dahinschwinden. Herr K. steigt zu und wir parkieren den Kadetten am örtlichen Bahnhof und trinken ausversehen zwei Flaschen Wein. Anschließend stolpern wir in die Bahnhofskneipe, welche garkeine Kneipe ist, sondern ein ganz gutes Restaurant. Also gibt es für uns Bier & Schnaps, sowie zwei Portionen Kroketten zum Mitnehmen. Unser Zug kommt nämlich bald. Mit etwas Verspätung kommt dieser auch und schon befinden wir uns auf dem Weg nach Ulm.

Die Ulmer feiern heute „Schwörmontag“ und sind allesamt außer Rand und Band. Aber ehe wir uns ins Getümmel stürzen, kaufe ich mir fix noch einen Pullover, gegen die Kälte. Was es mit dem Schwörmontag auf sich hat, weiss ich nicht – ist mir irgendwie auch egal. Ich freue mich nur über Schnapsstände mitten auf der Straße und ganz ausgelassene Stimmung. Zu späterer Stunde stößt noch Frau E. zu uns und wir feiern bis spät in die Nacht, bis ich die beiden schließlich verliere und nicht mehr wieder finde. So komme ich natürlich auch nicht in unser Hotel und lasse mich einfach mitten in der Nacht abholen, um mich am Morgen zu fragen, wie zum Teufel wir nun nach Amstetten kommen um unsere Autos wiederzufinden. So ein Sommer in der Heimat ist ganz schön, wenn man denn lauter Unvernünftige um sich herum hat.

ulm und so

Frau H. lädt heute zu einer Stadtführung durch Ulm ein und anschließend soll es zum Italiener gehen. Jedoch wache ich soeben im Bus von Herrn B. auf und fühle mich gerädert. Vielleicht hätten wir doch etwas weniger feiern sollen. Zu Hause angekommen lege ich mich dann fix aufs Ohr und verschlafe natürlich die Stadtführung, komme aber rechtzeitig zum Essen in Ulm an.

Gemeinsam speisen wir ganz hervorragend und schon trennen sich all unsere Wege wieder. Zusammen mit meinen Geschwistern geht es weiter in die Innenstadt. Hier findet heute im Zuge der Schwörwoche die Lichterserenade statt. An der Donau entlang trampeln sich Hunderttausende auf die Füße und mit Anbruch der Dunkelheit genießen sie alle das Lichtermeer & Feuerwerk. Ganz nett anzusehen, aber die Menschenmassen sind das nun wirlich nicht wert. Nach einem Cocktail werde ich dann nach Hause chauffiert und kann endlich ins Bett, der Schwörmontag steht mir schließlich auch noch bevor.