Archiv für April 2017

am horizont rechts

Einmal quer durch Spanien – da kommt richtig Freude auf. Das Wetter nämlich ist ganz wunderbar und der Norden weiss landschaftlich zu begeistern.
So geht das den ganzen Tag und irgendwie auch die ganze Nacht, nur sieht man nix mehr. Manchmal schließe ich meine Augen auf einem Rasthof und powernappe dann für kurze Zeit, sodass es im Morgengrauen nur noch 300km bis Algeciras sind.

Auf den letzten Kilometern stürmt es ganz furchtbar – der kleine, windschnittige Kadett wird ordentlich durchgeschüttelt.
In Algeciras dann verfahre ich mich auf die Schnelle und stehe dann vor Carlos‘ Büro.
Wegen des Sturmes fährt heute nur noch eine Fähre, allerdings in einer Stunde. Wir sollten dann also direkt los, meint er. Ehe ich überlege, ob ich mir das auch noch antun möchte, nehme ich das Angebot an.

So geht es von Algeciras nach Tanger MED & Retour nach Tarifa (open return). 1 Opel Kadett + 2 Menschenwesen kosten dann 200,-€ & bei Carlos bekommt man direkt das Fahrzezg für Marokko registriert (D16TER) und die Zettelchen für die Einreise. Als sei das nicht genug, bekommen wir noch Wein sowie Kuchen.
Nun aber schnell zum Fährhafen, wenn sie nämlich pünktlich ist, wird es knapp!

nur noch ein stück

Ich wache auf & es ist fürchterlich kalt. Wundern tut es mich nicht – ich habe micht nicht zugedeckt.
Wenn ich schon wach bin, können wir auch direkt weiterfahren. Eine Stunde Schlaf sollte genügend.

Nun geht es auf mautfreier Autobahn weiter in Richtung Bordeaux bis sich Hunger ankündigt. Auf einem Parkplatz bereite ich dann schnell Reis mit Tomatensoße vor & wie man das von mir erwartet, fällt mir ausversehen ein Kilo Pfeffer in den Topf. Irgendwie ungenießbar aber sicher verdaubar. Also hinein damit.

Wir kommen schließlich in Spanien an und gondeln durch das schöne Baskenland bis Burgos. In der Stadt hoffe ich auf einen Supermarkt. Fündig werde ich nicht, dafür blicke ich auf hunderte leerstehende Häuser und eine Stadt, deren Charme längst die Toilette hinuntergespült wurde. Einige Kilometer weiter ist schön am Hang ein Dorf gelegen. Auch hier steht beinahe alles leer und Lebensmittel gibt es keine. So bleiben wir direkt hier – beim Zubereiten von Bratkartoffeln ruiniere ich unseren einzigen Topf & bin sehr stolz auf mich.

abgefahren

Nun sind wir unterwegs. Ziel Marokko. Route – frei Schnauze. So quälen wir uns über die verstopfte A8 bis in den Schwarzwald. In einem Dorf gibt es Döner für mich und eine Tankfüllung für den Kadett. Nun nach Frankreich. Mangels Lust Straßenbenutzungsgebühren zu zahlen geht es auf die Landstraße.

Kreisverkehr um Kreisverkehr zieht an uns vorbei und nach 11 Stunden Fahrt macht sich Müdigkeit breit. Ein paar Feldwege später finde ich ein verlassenes Haus und parke, wohlwissend dass ich diesen Lostplace in der Morgendämmerung besuchen möchte. Ich putze mir die Zähne und plötzlich fängt ein Hund an derart laut zu Bellen, dass mir schlecht wird. Er bellt sich die Seele aus dem Leib und ich wundere mich warum ihn um 04.00 Nachts keiner ruhig stellt. Etwas angewidert steige ich zurück ins Auto und fahre weiter, bis ich einen schönen ruhigen Nachtplatz finde.

wir sind dann mal weg

Abfahrtbereit steht der Kadett vor der Türe. Vor kurzem habe ich das Dachzelt montiert und mir anschließend Gedanken gemacht, wie all der Krempel für zwei Personen unterkommen soll. Alleine ist und war es nie ein Problem. Aber eine größere Tour mit zwei Personen in einem solch kleinen Auto? Wird schon werden. Den gesamten Versorgungskofferraum habe ich neu durchdacht und war erschrocken darüber, was sich in all den Jahren dort angesammelt hat. Manches habe ich neu angeschafft und grundlegend neu verräumt – gefühlt habe ich nun doppelt so viel Platz.

Anschließend ging es an die Sandbleche – meine alten kommen nicht in Frage. Die haben sich früher wunderbar auf dem Dach gemacht – nun ist da aber ein Zelt. Mit knapp 2m Länge und ca. 40kg Gewicht mussten sie nun endlich sehr viel besseren Alusandblechen weichen. Das Paar wiegt nur 12kg und passt wider Erwarten unter das Dachzelt. Dafür habe ich extra zwei weitere Querträger montiert und nun können sie bequem mittels drei Schellen einsatzbereit sein. Im Inneren des Fahrzeuges habe ich nun auch endlich Platz geschaffen. Ein lustiges Ordnungssystem aus lächerlich billigen Kisten hat Einzug erhalten und nun ist da wahnsinnig viel Platz. Dafür schläft es sich im Erdgeschoss nun sicher nicht mehr so gut.

Den Termin habe ich bewusst gewählt – uns erwarten sicher hochsommerliche Temperaturen, der Frühling zeigt sich in voller Pracht und Schnee werden wir in den Bergen bestimmt nur noch wenig entdecken. Auch sind die Scharen Überwinterer längst weg und wir haben das schöne Marokko fast für uns ganz alleine.
Den Hinweg nehmen wir über die Nordroute bis Südspanien und fähren dann fix über die Straße von Gibraltar um uns anschließend ein paar Wochen durch Marokko treiben zu lassen. Irgendwo in der Westsahara kehren wir dann um und schlendern gemütlich zurück, machen sicher einen Abstecher in Portugal um dann noch manches in Spanien und Frankreich anzusehen. Soweit der Plan, der wie so oft ohnehin zeitnah über Bord geworfen wird.
Laptop nehme ich heuer keinen mit – ich stelle die Reiseberichte dann hinterher online, melde mich von unterwegs aber bestimmt mal zu Wort.

Bis bald!