bavarian nowhere

Nun sitze ich im Auto. Das Navi habe ich zwar an, aber keine Zieladresse eingespeichert und die Karte schön weit herausgezoomt. So gondle ich überwiegend durch Wälder, Schotterwege und über winzige Landsträßchen. nach rund 20 Kilometern komme ich an einem Edeka vorbei. Das hier ein Dorf ist, nehme ich garnicht wahr. Alles so kompakt. Hier decke ich mich mit Fressalien ein und Frühstücke gemütlich auf dem Parkplatz.
Der Parkplatz dient nebenbei auch als Dorfplatz, so scheint es mir. Die ganze Dorfgemeinschaft ist beisammen, es wird geplaudert und gelacht. Der komische Fremde mit dem eigenartigen Auto wird ganz misstrauisch beäugt. Wo bin ich hier?

Ehe es mir zu bunt wird, setze ich meine Fahrt fort. Weit komme ich nicht, schon nach ein paar wenigen Kilometern werfe ich den Anker. Ich staune nicht schlecht. Unter einer Kirche ist ein Kellersystem. Die Tür steht offen. Ein schüchternes Hallo bleibt unbeantwortet und ich trete hinein. Es ist müffig und dunkel. Meine Handytaschenlampe funktioniert nicht, so wundert es kaum dass ich überhaupt nichts sehe.

Nun fahre ich auf einem Schotterweg – nur einige Kilometer entfernt vom geographischen Mittelpunkt Bayerns. Das Auto stelle ich in die Wiese und wandere ein Stück zu einem Kieswerk. Das schwere Gerät ist ganz schön am Schuften und es staubt wie die Hölle. Nichts wie weg! Das Handy klingelt. Frau J. verkündet dass der Flieger Verspätung hat. Gut für mich, denn rechtzeitig nach Nürnberg hätte ich es nicht mehr geschafft.
Wieder fahre ich einige Kilometer bis sich am Horizint plötzlich eine Burgruine auftut. Kurzer Blick in den Himmel – das Wetter hält. Den Kadett stelle ich an den Friedhof, sollen die Toten darauf aufpassen und ich laufe los. Die Ruine „Rumburg“ liegt hoch oben auf dem Berg, im Laufe der Jahre sind aber nur einige Mauern übriggeblieben. Ich wähle, wie mir später auffällt, den wohl dümmsten Weg. Nämlich direkt durch den Wald auf direktem Wege nach oben. Die Steigung bringt mich fast um und oben muss ich erstmal sämtliche Körperfunktionen überprüfen. Ich genieße ein wenig die schöne Aussicht – direkt auf die A9 samt Bahntrasse – und nehme dann den ausgeschriebenen Wanderweg zurück zum Kadett.
Nun direkt nach Nürnberg & dann fahre ich die beiden Romreisenden nach Hause.


1 Antwort auf „bavarian nowhere“


  1. 1 der Muger 26. März 2017 um 19:34 Uhr

    In Hohenbuch (Stadt Kirchenlamitz, Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) kann man sogar den Mittelpunkt der Welt besuchen. Odr so…
    Schau mal hier: http://dermuger.blogspot.ch/2012/05/baltikum-bluhende-landschaften-in.html

    liebe Grüsse vom Muger

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