Archiv für März 2017

steinwaldtreffen

Dieses Wochenende ruft das Steinwaldtreffen und ich stehe heute schon elend früh auf, werfe ein wenig Zeugs ins Auto und fahre los. In einem Rutsch geht es in die Oberpfalz und ich schlage noch Vormittags auf, parkiere meinen Kadetten und begrüße Freunde sowie Veranstalter. Kennengelernt habe ich die Steinwaldinitiatoren letztes Jahr auf dem Willistreffen und so stand natürlich schnell fest, dass ich zumindest vorbeigucke. Aus Vorbeigucken werden mal wieder drei Tage, aber so ist das nunmal.

Den ersten Tag verbringen wir lange unter der Sonne und anschließend am Ofen in der Reithalle. Mal abgesehen vom Jonson haben wir uns schließlich lange nicht gesehen! So wird es auch recht spät bis ich ins Bett krieche. Apropos Bett – gestern habe ich mein Dachzelt montiert. Dabei ist es geblieben. Das Bett nicht bezogen, das Zelt nicht probeaufgebaut – die Faulheit hat gesiegt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es dann sogar eine gute Idee auf der Gästeranch zu schlafen, anstatt im Dachzelt.
Das Zimmer und die sanitären Einrichtungen der Ranch sind aber stark verbesserungswürdig – tatsächlich wird wohl gerade auch gebaut, es ist also Besserung in Sicht. Der Preis – 15€ für die Nacht – ist dafür dann aber durchaus in Ordnung.

Den neuen Tag lassen wir ruhig angehen. Zusammen mit Jonson und Christine ziehe ich los und wir schauen uns Wiesau an. Ich denke nicht, dass ich jemals eine unschönere Stadt gesehen habe. Wer dort ist, dem rate ich unbedingt die naheliegenden Naturparks anzusehen und keinesfalls Wiesau. Vergeudete Lebensmüh! Wir stärken uns in einem Café und marschieren dann auch schon wieder zurück um den restlichen Tag in der Sonne zu sitzen. Wir haben uns viel zu erzählen, Frau Z. war so lieb und hat mir marokkanische Dirham mitgebracht und so vergeht der Tag wie im Fluge.
Am Abend stehen wir alle gemeinsam bis spät in die Nacht am Lagerfeuer. So kommt es wie es kommen muss – ich schlafe aus. Erst gegen Mittag packe ich zusammen, frühstücke noch schnell und verabschiede mich, ehe der Kadett mich drei Stunden behutsam nach Hause fährt.
Das Treffen war sehr schön, was in erster Linie natürlich an den Leuten lag. Mittlerweile sind da richtige Freundschaften entstanden und es hat mich sehr gefreut, einige Gesichter wieder zu sehen und auch neue kennenzulernen. Organisatorisch ist vieles verbesserungswürdig und wenn das beim nächsten Mal umgesetzt wird, wird’s ein rundum gelungenes Treffen.

bavarian nowhere

Nun sitze ich im Auto. Das Navi habe ich zwar an, aber keine Zieladresse eingespeichert und die Karte schön weit herausgezoomt. So gondle ich überwiegend durch Wälder, Schotterwege und über winzige Landsträßchen. nach rund 20 Kilometern komme ich an einem Edeka vorbei. Das hier ein Dorf ist, nehme ich garnicht wahr. Alles so kompakt. Hier decke ich mich mit Fressalien ein und Frühstücke gemütlich auf dem Parkplatz.
Der Parkplatz dient nebenbei auch als Dorfplatz, so scheint es mir. Die ganze Dorfgemeinschaft ist beisammen, es wird geplaudert und gelacht. Der komische Fremde mit dem eiegenartigen Auto wird ganz misstrauisch beäugt. Wo bin ich hier?

Ehe es mir zu bunt wird, setze ich meine Fahrt fort. Weit komme ich nicht, schon nach ein paar wenigen Kilometern werfe ich den Anker. Ich staune nicht schlecht. Unter einer Kirche ist ein Kellersystem. Die Tür steht offen. Ein schüchternes Hallo bleibt unbeantwortet und ich trete hinein. Es ist müffig und dunkel. Meine Handytaschenlampe funktioniert nicht, so wundert es kaum dass ich überhaupt nichts sehe.

Nun fahre ich auf einem Schotterweg – nur einige Kilometer entfernt vom geographischen Mittelpunkt Bayerns. Das Auto stelle ich in die Wiese und wandere ein Stück zu einem Kieswerk. Das schwere Gerät ist ganz schön am Schuften und es staubt wie die Hölle. Nichts wie weg! Das Handy klingelt. Frau J. verkündet dass der Flieger Verspätung hat. Gut für mich, denn rechtzeitig nach Nürnberg hätte ich es nicht mehr geschafft.
Wieder fahre ich einige Kilometer bis sich am Horizint plötzlich eine Burgruine auftut. Kurzer Blick in den Himmel – das Wetter hält. Den Kadett stelle ich an den Friedhof, sollen die Toten darauf aufpassen und ich laufe los. Die Ruine „Rumburg“ liegt hoch oben auf dem Berg, im Laufe der Jahre sind aber nur einige Mauern übriggeblieben. Ich wähle, wie mir später auffällt, den wohl dümmsten Weg. Nämlich direkt durch den Wald auf direktem Wege nach oben. Die Steigung bringt mich fast um und oben muss ich erstmal sämtliche Körperfunktionen überprüfen. Ich genieße ein wenig die schöne Aussicht – direkt auf die A9 samt Bahntrasse – und nehme dann den ausgeschriebenen Wanderweg zurück zum Kadett.
Nun direkt nach Nürnberg & dann fahre ich die beiden Romreisenden nach Hause.

neuburg an der donau

Frühmorgens fahre ich heute schon nach Neuburg an der Donau. Ich war dort nie gewesen und so wird es Zeit sich mal ein wenig umzusehen. Auf Landstraßen fahre ich hin und parkiere dann ganz nah an der Donau. Mit den Füßen in der Hand gehe ich ein gutes Stück der Donau entlang und lasse mich anschließend durch die recht überschaubare Altstadt treiben.
Auf dem Marktplatz ist, mich wundert das nur wenig, heute Markt. Also decke ich mich etwas mit Gemüse ein und schleppe die Einkäufe ins Auto.

Nun möchte ich mir noch die Burg ansehen und stelle alsbald fest, dass sie mir nicht wirklich gefällt. Alles so neu. Unschön restauriert. Nicht meine Welt. Ich spaziere noch um die Anlage herum und lasse mich dann auf einer Anhöhe nieder. Erstmal durchatmen und zur Ruhe kommen, soll ja schließlich nicht zu stressig werden. Ich lese ein wenig, checke e-Mails und lasse mir ein wenig Sonne auf die dicke Wampe scheinen. Nun muss ich aber weiter – bis Nürnberg ist es noch ein gutes Stück. Knapp 100km und ich habe nur noch vier Stunden Zeit.

merks motor museum

Ich verspüre ein leichtes Verlangen nach Frühstück und vorallem einer Toilette. Also halte ich geschwind an einem Fastfoodrestaurant. Dort fällt mir ein Schild auf. Merks Motor-Museum steht da geschrieben. Hört sich doch verlockend an. So fahre ich dort hin und stehe vor einem Oldtimermuseum. 6,-€ Eintritt werden fällig.

Das Museum ist recht leer. Der Besitzer selbst streift mit einigen Reportern durch die Gänge und sonst herrscht Totenstille. So kann ich in Ruhe durch die Gänge streifen und die rund 80 Fahrzeuge beliebäugeln. Als besonderes Schmankerl erweisen sich die unzähligen Geschichten der Herrn über seine Exponate.
Neben den Oldtimern befinden sich in der ehemaligen Fensterfabrik auch unzählige Hercules-Mopeds, Mofas, Fahrräder und sogar Fitnessgeräte. Auch hunderte Telefone, Schreibmaschinen und Faxgeräte aus längst vergessenen Zeiten haben hier einen Platz gefunden. Man kommt kaum aus dem Staunen heraus.

Besonders schön finde ich die Auswahl der Fahrzeuge. Es stehen die üblichen Klassiker herum, die man in wirklich jedem Museum findet. Dazwischen aber auch einige wirklich interessante Fahrzuge. Ja selbst ein Kadett D Prototyp hat es ins Museum geschafft und fristet nun hier sein Dasein.
So vergeht eine menge Zeit bis ich wieder hinausstolpere und fahre nun zum Ofenwerk nach Nürnberg. Eine alte Fabrik die heute für Oldtimerhändler, Firmen und Enthusiasten dient. Ich trete hinein und stehe urplötzlich vor einem großen Buffet. So recht sicher bin ich mir nicht, ob ich hier denn richtig bin. Also snacke ich kurz etwas Fingerfood und verschwinde dann so leise, wie ich gekommen bin.

menschenkurier

Noch vor Sonnenaufgang sitze ich im Kadetten. Frau J. & ihr Göttergatte täten gerne nach Nürnberg gebracht werden. Das erledige ich natürlich gern und bekomme zum Danke sogar eine beinahe menschengroße Flasche Sekt überreicht. Die Autobahnen sind wie ausgestorben und wir kommen pünktlich am Nürnberg Airport an. Die beiden fliegen nun nach Rom und möchten sich dort ein wenig umsehen, bis ich sie in wenigen Tagen dann wieder hier abhole. Ich winke ganz eifrig und setze dann die Fahrt fort.

Es ist noch wahnwitzig früh und ich befürchte, dass einfach noch nichts offen hat, das ich mir gerne ansehen täte. So stelle ich den Kadetten am Hauptbahnhof in Nürnberg ab und marschiere ein wenig durch die Altstadt. Außer ein paar betrunkenen Nachtschwärmern sehe ich jedoch nix und mache mich schnell wieder vom Acker. Ein paar Kilometer später finde ich mich am Dutzendteich wieder. Der liegt neben dem Reichsparteitagsgelände oder besser gesagt sogar auch ein wenig darunter. Hier war ich schon sehr oft, denn jedes Jahr findet hier eines der größten Rockfestivals statt. Heute aber ist hier kaum ein Mensch und auch keine Musik. Ja selbst die Seen beinhalten stellenweise nur wenig Wasser.

Ich streife zu Fuß durch den Park, entlang der Seen wo ich beinahe zehn Jahre in Folge gecampt und verantwortungslos gefeiert habe. Nach einigen Jahren Abstinenz haben wir für dieses Jahr wieder Tickets erstanden und werden im Sommer wieder diesen schönen Flecken Erde unsicher machen.

begegnungen

Vor einigen Tagen haben uns die Lieben von Whatabus besucht. Wie das mit mir anders kaum mögich ist, sind wir Essen gegangen. Mein Hunger war mal wieder präsent. So gab es neben Schnitzel, Flammkuchen und Maultaschen natürlich Freude über das Wiedersehen.

Und heute früh erreichte mich eine ähnliche Nachricht. Jonson lädt ein und ich fahre ein Stück weiter nach Bayern an den Rothsee. Hier am kostenlosen Stellplatz lassen wir die Fahrzeuge zurück und spazieren in Richtung des Main-Donau Kanals. Just in diesem Moment kommt gerade ein Schiff daher und möchte von oben nach unten geschleust werden. Mit rund 25m Fallhöhe müssen die Schiffe hier ein ganz schönes Stück überwinden. So wundert es kaum, dass die Schleusung eine halbe Stunde dauert. Solange laufen wir uns die Beine müde und sehen dann zu wie unten das Schiff ausgespuckt wird.

Am Kanal entlang laufen wir zurück und ich nehme im Unsinnhänger platz. Ehe ich mich versehe hat Frau C. furchtbar lecker gekocht und natürlich auch an mich gedacht. Da trudelt auch schon Frau H. ein. So dauert es nicht lange bis wir ein kleines Lagerfeuer entfachen und erst pünktlich mit den Minusgraden in den Fahrzeugen verschwinden.