Archiv für November 2016

landauer nächte

Wie das immer so ist, öffnen wir noch einen Wein und warten auf die Ankunft von Herrn M. aus Berlin. Traditionell verspätet der sich in der Regel um viele Stunden und so beschließen wir auf den Weihnachtsmarkt in Landau zu gehen. Es ist nur ein kurzes Stück zu Fuß. Ich kaufe Marmalade und ehe wir überhaupt dazukommen einen Glühwein zu trinken ruft auch schon der M. an. Er scheint recht pünktlich und steht vor verschlossener Türe. Also gehen wir zurück, begrüßen uns wieder herzlichst und öffnen weiteren Wein.

Bei Unfug aller Art wird es natürlich wieder sehr spät bis ich zu Bett komme und spätestens morgen wird sich das mit Sicherheit rächen – denn wir haben noch etwas vor.

longtimenosee

Heute schlafe ich unverschähmt lange, stehe dann wider Erwarten doch irgendwann auf und werf ein wenig Zeugs in den Kadetten. Ich erobere fix die A7 und möchte anschließend auf die A6. Ein kirmesbeklebter Mercedes macht mir da aber einen Strich durch die Rechnung. „Bitte Folgen“ leuchtet unaufhörsam auf und ich leiste keinen Widerstand. Auf einem Parkplatz hinter einem Busch – ich befürchte schon schlimmstes – findet mal wieder eine obligatorische Verkehrskontrolle statt. Wie immer ist alles in Ordnung, zur Sicherheit wird oft & ungläubig gefragt ob das Auto denn noch fährt und dann kann ich auch schon weiter. Nun geht es bis Heilbronn, wo ich auf Herrn P. treffe. Gemeinsam geht es weiter mit einem besonderen Ziel – die Pfalz! Ich war schon ewig nicht mehr hier gewesen, erschreckend.

Herr O., unser Gastgeber lässt verkünden dass er noch garnicht da ist. Also parkieren wir den Kadetten vorm Haus, lassen die Musik an und öffnen südafrikanischen Wein samt Vodka. Die Mischung macht’s!

Auf die Idee, dass Herr O. vielleicht ja doch schon da ist, kommt natürlich keiner und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass mir irgendwann auffällt, dass im Haus Licht brennt. Also sturmklingeln wir, begrüßen uns herzlichst und kommen direkt zu einem wundervollen Programmpunkt. Meine Weinbestellung wird direkt verladen, der Kadettkofferraum schluckt die Kisten nur so weg und wir gehen schnell in’s Warme.

gluehwein & abschleppservice

Auf dem Weg nach Heidenheim verabrede ich mich noch mit meinen Geschwistern auf einen Glühwein. Wir sind aber schon etwas eher da, trinken fix einen im Heidenheimer Winterdorf und ich kann nur empfehlen das Gebiet weiträumig zu meiden. Der Glühwein schmeckt wie erwartet fürchterlich. Offenbar scheint man in Heidenheim einfach froh zu sein überhaupt Glühwein serviert zu bekommen. Ob das nun Katzenpisse, Frostschutz oder tatsächlich Wein ist scheint keine Rolle zu spielen.

Nun haben wir ja noch Zeit und wollen Essen gehen – wir betreten gerade das Lokal, da klingelt auch schon mein Handy. Herr S. ist ganz in der Nähe liegengeblieben und es bedarf fachmännischer Hilfe. Kehrtwende und zurück in den Kadett – vor Ort können wir, Elektronik sei Dank, nichts machen und ich schleppe den ollen Bayer in die nächste Werkstatt. Ich kann schon nicht mehr sagen wieviele Autos bereits am Haken des Kadetten gehangen sind und denke an den damaligen Werbeslogan „Opel der Zuverlässige“.

Zurück im Restaurant esse ich einen schnellen Salat und dann geht es zurück in’s Winterdorf. Dort trinke ich noch eine Tasse des widerlichen Zeugs, wir quatschen ein Weilchen und dann geht es nach Hause in Richtung wohlverdienten Schlaf.

herumlümmeln

Unsere Autos parken wir effektvoll am Rathaus in Königsbronn – das Gebäude wirkt doch ein wenig arg kitschig, geht dann aber in Ordnung wenn man bedenkt dass es bereits im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Sogar noch heute lassen sich einige Deckenmalereien und jede Menge Stuck finden. Mit der farblichen Gestaltung werd ich trotzdem nicht warm, ob das vor 150 Jahren schon so war? Ich werde es wohl nie erfahren.

Nun lümmeln wir noch etwas am Brenztopf, gucken hinein und ich entdecke eine Höhle. Natürlich müssen Herr B. und Ich da jetzt sofort hochklettern. Außer einer Beatles-DVD und einem Spielzeugauto finden wir jeodch nix und so geht es wieder sicheren Fußes zurück.

Jetzt wäre Zeit für eine Mahlzeit und wir beschließen nach Heidenheim zu fahren – dort wird es schon was geben.

ruinen wohin das auge reicht

Das Cabrio scheint verkauft und so machen wir uns direkt wieder auf die Socken – nun geht es nach Königsbronn. Auch hier gibt es eine Burgruine und der Fußweg dorthin ist leider sogar ziemlich kurz.

Die Burg Herwartstein wurde im frühen elften Jahrhundert errichtet und bereits im Jahre 1310 wieder abgetragen – die Steine der Burg wurden für den Bau eines Klosters verwendet. Die Anlage ist frei zugänglich und die Mauerreste vermitteln einem ein Bild davon, wie es einst ausgesehen haben muss.

Neben alten Mauern gibt es auch eine tolle Aussicht, die Burg stand nämlich wie so viele auf einem Felssporn und man hat einen wunderbaren Blick über Königsbronn bishin zum Itzelberger See. Und weil das von weitem so toll aussieht fahren wir direkt noch runter ins Tal.

hurwang in furtheim

Heute soll es direkt wieder nach draußen gehen – Herr B. und Frau X. sind mit von der Partie und so fahren wir mit unseren Limousinen nach Bolheim. Vor einigen Jahren war ich schonmal hier auf der Suche nach einer Burgruine mitten im Wald. So genau wurde nicht überliefert wann sie erbaut wurde und wer denn eigentlich die Bauherren waren. Uneinigkeit herrscht auch darüber, wann sie aufgegeben wurde.

Heute jedenfalls zieren den Wald nur noch die Umrisse, Wälle und einige Mauerreste, die Anfang des 20. Jahrhunderts freigelegt wurden. Einige Jahre später nutzte die Wehrmacht auch einige der Kalksteine um eine Panzersperre gegen die Allierten zu errichten. Alles in allem also ziemlich schlechte Umstände für eine Erkundung.

Vor einigen Jahren habe ich die Mauerreste gefunden und kann mich dummerweise heute nicht mehr an die genaue Lage erinnern. Also geht es ab in den Wald wo ich sie vermute und plötzlich schreien die Frauen auf – drei Rehe kreuzen unseren Weg und verschwinden so schnell sie können – und wir gucken ihnen dabei gespannt zu.

Mit Herrn B. dringe ich tiefer in den Wald hinein – kann die Stelle aber einfach nicht mehr finden und so geht es zurück zu den Autos und schnell zu mir nach Hause. Da will doch glatt jemand mein Cabrio begutachten und hoffentlich direkt kaufen, brauchen tu ich es schließlich nicht mehr.