Archiv für September 2016

keine ruhe und einseitige ernährung

Die Tage verbringe ich quasi ununterbrochen im Hotel, es gibt jede Menge zu tun und ich falle meist sehr spät ins Bett um dann besonders früh aufzustehen.
Glücklicherweise frühstücke ich generell nur wenig bis garnicht, denn das Buffet im Hotel ist kaum der Rede wert und das Restaurant am Mittag & Abend geschlossen. So gehe ich mindestens zweimal täglich zum Italiener um’s Eck und kann es nun wirklich nicht mehr sehen.

Nachdem ich meinen Soll erfüllt habe, bezahle ich meine Zeche und verlasse endlich das Hotel um anschließend den ganzen Abend im Stau vor mich hinzuschimmeln. Zu Hause verschiebe ich das Entladen des Mokkas auf unbestimmte Zeit und falle ins Bett.

mach voll den mokka

Runter von der Autobahn bergrüßt mich ein Gewerbegebiet mit scheinbar allmöglichen Geschäften. Was ich suche ist natürlich nicht darunter, dafür aber ein Hornbach, es gibt schließlich immer was zu tun. Eigentlich wollte ich mir nur ein Kaltgetränk dort kaufen und weiterziehen, stolpere dann aber über ein paar Dinge, die ich direkt mitnehme.
Gedanken darüber, ob das überhaupt in den Opel Mokka hineinpasst mache ich mir reichlich spät und stehe dann mit einem Berg Einkäufen vor dem viel zu kleinen Fahrzeug. Ich stopfe und stopfe, zerlege teilweise die Einkäufe und auch den Mokka bis irgendwann schließlich alles verstaut ist.

Durchgeschwitzt und völlig aus der Puste geht es weiter – eigentlich wollte ich den Abend am Main ausklingen lassen, entscheide mich dann aber für eine Dusche und etwas Ruhe. Ich checke im Hotel ein und kann es kaum glauben als ich die Tür öffne und mir eine Wand aus heißer Luft in die Fresse haut.

Frisch geduscht verschwinde ich im Eiltempo aus dem Zimmer und setze mich draußen in den Schatten, lese ein wenig und werde dann vom Telefon gestört. Herr S. ist an der anderen Leitung und wir verabreden uns zum Abendessen. Die Welt beweist erneut ihre lächerliche Größe und so wundert es mich nicht weiter dass Herr S. – Schrauber & Retter des Kadetten – sich im Moment nur einige Kilometer weiter in einem Hotel aufhält.

Ich fahre fix dorthin und wir speisen auf der Terasse seines Hotels – es gibt zwar nur mittelprächtige Backofenpizza, dafür aber schmeckt das Radler köstlich und das trotz der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens und den damit verbundenen Höllenlärm. Anschließend düse ich zurück ins Hotel. Erwartungsvoll öffne ich die Türe und wundere mich eigentlich kaum darüber, dass es noch genauso heiß ist wie vorhin auch. Das Fenster lass ich über Nacht geöffnet und störe mich verhältnismäßig wenig an dem Verkehrslärm. Die Alternative wäre nunmal das Baden im eigenen Saft in einem fremden Bett. Vermutlich lasse ich das in Zukunft einfach bleiben und schlafe nur noch im Himmelbett des Kadetten – da ist wenigstens an Schlaf zu denken.

pfälzer metropole

Ich habe in Nähe Frankfurt zu tun und fahre schon etwas eher nach oben. In den Morgenstunden sattle ich den Opel Mokka und düse gen Nordwest. Die Umgebung rund um Frankfurt kenne ich mittlerweile ja doch schon recht genau und so entscheide ich mich für einen Besuch in Mainz, die Hauptstadt der Pfalz.

80km vor Mainz erreicht mich auf meinem Smartphone ein Bild von Herrn M. – offenbar steht er gerade am Moselrastplatz ein Stück weiter nördlich. Erst neulich in Österreich fuhren wir uns über den Weg und jetzt schon wieder? Klein ist die Welt. So treffen wir uns in Mainz, parkieren unsere Kisten am Stadtrand, laufen dann zu Fuß in die Altstadt und halten die Augen offen nach Nahrung.
In der Fußgängerzone werden wir auch schnell fündig, speisen ganz gut zu angenehmen Preisen und verhocken noch ein wenig in der Tropenhitze. Herr M. verabschiedet sich dann auch wieder, ich komme direkt mit zu den Autos, ganz ohne Mainz nun ernsthaft erkundet zu haben und frage das Internet nach Einkaufsmöglichkeiten.

Ein paar Dinge wollte ich heute noch erledigt haben, Google aber ist der Ansicht dass es, was ich so suche, hier einfach nicht gibt. Also quäle ich mich durch diesen fürchterlichen Brei bis Rüsselsheim, verlasse die Stautobahn und schau mal hier, wo ich denn meine Einkäufe erledigen könnte.

müde mopeds

Ich muss gerade vor wenigen Sekunden eingeschlafen sein, da scheppert und wackelt mein Zelt. Herr R. macht Weckrunde und ich bin mir absolut sicher, dass ich das nicht überleben werde. Aufgestanden präsentiert sich ein umfangreiches Frühstück und ich vergesse schnell den wenigen Schlaf, snacke ein wenig und kümmer mich dann um eine fixe Katzenwäsche.

Anschließend verabschieden sich die ersten während wir uns auch langsam auf die Socken machen. Im schiffsartigen Volvo 240 von Herrn N. geht es ins nahegelegene „Möchs“ – dort gibt es das „Brünners Motorradmuseum“. Nun auch Vergangenheit – der Besitzer schließt/hat eigentlich schon geschlossen und niemanden der das Museum weiterführt. Vermutlich wird diese kuriose Sammlung an Zweirädern in naher Zukunft in seine Bestandteile zerpflückt und alles einzeln verscherbelt. Wirklich schade drum.

Rund 300 Mopeds von 1920 bis heute stehen hier in Reih und Glied – laut Besitzer überwiegend fahrbereit. Trotz seines rüstigen Alters bewegt er tatsächlich seine Schätze regelmäßig und fährt damit auch in den Urlaub. Die kurze Führung vom Chef persönlich hat er mir sehr gut gefallen und ich wünsche mir für ihn, dass sich doch vielleicht etwas auftut, dass diese einzigartige Sammlung vielleicht erhalten bleibt.

Nach der Zweiradorgie harren wir noch etwas im Schatten aus und ich beginne mich zu verabschieden – denn später soll es in der Heimat noch zum Essen gehen, da nimmt man doch gern den direkten Weg nach Hause!

gefussel in oberfranken

Heute stehe ich mal wieder zeitig auf und werfe etwas Proviant in den Kadetten. Anschließend geht es auf die Autobahn und ich steuere Hiltpoltstein in Oberfranken, bei Forchheim, an. Herr R. hat zum gemütlichen Beisammensein eingeladen und einige Siegertypen erscheinen dann auch.

Der Großteil stammt aus dem Fusselforum und manches Gesicht kenne ich schon seit langem, andere hingegen sind mir neu und wie sich herausstellt kann ich auch die gut mögen. Herr R. nutzt meine frühe Anreise mir Haus und Hof zu zeigen & ich bin erstaunt wieviel Platz man denn haben kann. Manch altes Fahrzeug und viele alte Mopeds stehen hier und dort rum, wirklich schön anzusehen und fast schon zu beneiden. Es fehlen halt nur die Räder unter dem Grundstück.

So sitzen wir lange beisammen, bestaunen unsere tollkühnen Kisten, werfen den Grill an und so erschrecke ich dann frühmorgens in den Tod hinein, als die Uhr tatsächlich irgendwas von 05.00 Uhr verlauten lässt. Schnell verkrieche ich mich in mein Dachzelt, schließe die Augen und hoffe dass Herr R. mich beim morgendlichen Weckdienst einfach vergisst.

hoch hinaus

Heute ist es endlich soweit – der Kadett gewinnt an Bodenfreiheit. Seit einiger Zeit stauben die Ersatzteile so vor sich hin & ich kam einfach nicht dazu.
Nun ist etwas Zeit über und es geht ans Eingemachte. Die Federbeine vorn kommen raus und werden wieder verwendet. Leider keine so gut Idee, denn inzwischen haben die Dämpfer und auch die Domlager es völlig hinter sich. Mangels Ersatzteilen bleiben sie aber vorerst drin… also muss man in Bälde wieder ran. Bei der Gelegenheit kommt direkt der linke Stabilisator neu hinein. Der rechte wurde vor einem Jahr schon ersetzt.

Gebrauchte Federn vorn verrichten nun dort ihren Dienst und die neuen hinten sind natürlich schnell gewechselt, man öffnet lediglich die Schrauben vom Stoßdämpfer und schon kann man die Federn tauschen. Auch die Dämpfer hinten sind schon wieder völlig im Eimer und gehören streng genommen ersetzt. Bleiben aber drin, denn solang die nicht vom Rost zerfressen sind, halbwegs dämpfen und das Auto nicht nachschauckelt, sehe ich da nicht zwingend Handlungsbedarf.

Vor dem Umbau

Nach dem Umbau

Gewonnen habe ich nun nicht die Welt, es sind lediglich einige Centimeter, aber mir taugt es absolut, denn wirklich Probleme hatte ich nie und wenn fehlten meist nur Millimeter.