Archiv für August 2016

taubertal festival #1

Heute ist schon wieder richtig Stress angesagt – ich belade den Kadetten bis zum Maximum und düse ins nahegelegene Härtsfeld. Dort treffen wir uns so nach und nach, finden alle zusammen und haben noch lange nach geplanter Abfahrt allmöglichen Unfug zu erledigen – also alles wie immer.
Mit lächerlichen zwei Stunden Verspätung stürmen wir die A7 gen Norden und erreichen schließlich Rothenburg ob der Tauber. Ehe wir aber das Festivalgelände erreichen stehen die obligatorischen Polizeikontrollen an und ich bin mir fast sicher, dass ich diesmal nicht herausgezogen werde.

Natürlich wird daraus nix – ich werde freundlich zur Seite gewunken und gefragt ob ich schon etwas getrunken hätte. Ich lass es bleiben ihn zu fragen, was diese saudämliche Frage denn überhaupt soll. Nach dem Festival macht das wohl eher Sinn. Gleiches Spiel mit den Drogen – das erscheint mir immerhin noch sinnvoll. Ich hab allerdings garkeine bei mir und kann dem Beamten dann auch nichts verkaufen, muss er sich woanders beschaffen. Das lässt ihn allerdings derart kalt, dass er noch weitere sieben mal danach frägt. Ist sein Kurzzeitgedächtnis geschädigt oder ist das nun die neue Methode den Süchtigen ein Geständnis zu entlocken? „Man muss nur oft genug danach fragen!“
Nachdem ich ihm den Kofferraum öffne und ihn völlig entgeistert eine Friseurübungspuppe anstarrt verschlägt es ihm endlich die Sprache & er wünscht mir ein angenehmes Festival. Na geht doch, Danke & bis bald.

Nach dieser Kontrolle schaffe ich es keine 500m – ich fasse es kaum! Schon wieder werde ich herausgewunken. Unbeeindruckt davon dass ich sogar noch meine Papiere in den Händen halte und ich ihm versichere all meine harten Drogen beim Kollegen um die Ecke vertickt zu haben werde ich kontrolliert. Diesmal muss ich sogar Kaspertheater mit Händen und Augen machen, welch ein Spaß. Ich nehme all das wenig ernst, treibe Unfug und mache diese merkwürdigen Tanzübungen derart falsch, dass er mich einfach fahren lässt. So mag ich Polizeikontrollen – es ist immer wieder ein Spaß und es macht mich wirklich glücklich, dass die meisten Beamten angenehme Zeitgenossen sind. Darf man dann auch mal loben.

donaugammel

Es wettert heute erstaunlicherweise relativ gut und so fahren wir fix nach Erbach im Alb-Donau-Kreis. Direkt an der Donau lassen wir uns nieder, lesen ein wenig und genießen die hitzende Sonne. Irgendwann macht sich wie so oft Hunger breit, jedoch haben sämtliche Restaurants in der Umgebung geschlossen und so fahren wir eben hungrig wieder nach Hause, geht ja schließlich auch.

auf der ranch & zurück

Herr A. öffnet die Tür und wir treten ein – wir machen uns fix bekannt, Herr N. ist nämlich noch garnicht da und so stehen wir vor einigen fremden Gesichtern. Herzlichst werden wir willkommen geheißen und uns wird direkt die gesamte Ranch gezeigt. Neben Ziegen, Schweinen und Ponys gibt s auch Katzen und eine urgemütliche Sitzecke um all das zu genießen.

Bei von Herrn N. gebrautem Bier und einigem Grillfleisch plaudern wir bis in die Nacht hinein und trennen uns dann, schließlich steht uns noch der Rückweg bevor. Der Bierbrauer begleitet uns ein Stück und den Rest finden wir ganz alleine zurück ins Hostel. Dort genießen wir eine Mütze Schlaf und am Morgen heißt es Abschied nehmen. Tschüss Ruhrgebiet – wir fahren fix in die Heimat, denn mein Bruder läd zum Stelldichein. Wohnungseinweihung und Geburtstag warten darauf gefeiert zu werden.

mittagsschlaf im hostel

Vom Kreuzviertel geht es wieder zurück zum Hostel, aber nicht ohne noch durch ein Einkaufszentrum zu schlendern – abgesehen von einem Buch kaufe ich nix und, oh wunder, esse auch nichts.

Im Hostel angekommen lese ich wieder einige Bukowski-Kolumnen, döse etwas und futtere dann unten in der Lobby eine fantastische Pizza.
Herr N. hat mir die Adresse der kleinen Ranch von Herrn A. geschickt. Ist in etwa doppelt so weit wie zum Kreuzviertel und somit zu Fuß unbedingt machbar. Der Weg dorthin führt uns wieder ein Stück durch die Innenstadt, erneut durch das Kreuzviertel und dann in den Westen Dortmunds. Sonderbar schön ist es auch hier nicht – nichts als Reihenhäuser! Nach rund 40 Minuten sind wir auch schon da und ich linse etwas ungläubig über den Zaun.

kreuzviertel dortmund

Herr N. meinte, ich solle ins Kreuzviertel – schön ist es dort, es gäbe nette Cafés und soweit weg von der Innenstadt sei es nicht.
Nach dem gestrigen Ruhetag nach der Fahrt sind die Beine längst wieder erholt und wir marschieren los. Vorbei an den öden Fußgängerzonen geht es ins besagte Kreuzviertel. Soll wohl Dortmunds Szeneviertel sein – mächtig angesagte Gegend. Schön, schön.

Angekommen muss ich dem beipflichten, es lässt sich tatsächlich herrlich Flanieren hier, Block um Block ist urgemütlich, die Gehwege werden gesäumt von tollen Cafés und Kneipen und wir kommen nach den vielen Kilometern natürlich nicht umhin ein Tässchen Tee zu schlürfen. Hier erreicht mich wieder eine Nachricht von Herrn M. – wielange wir denn hier seien und ob wir Bock hätten auf einen „Männerabend“ auf der Miniranch. Ööööhm, hört sich doch gut an also fix zugesagt und somit steht das Abendprogramm auch schon fest.

willkommen in dortmund

Am Morgen erwache ich, bin etwas säuerlich wegen des unbequemen Bettes und mache mich fix frisch. Dann geht es los – Dortmund erkunden. Auf Dortmund fiel die Wahl, weil ich hier einfach noch nie war. Vom Hostel aus laufen wir in die Innenstadt, gehen Frühstücken und dann erreicht mich eine Nachricht von Herrn N.

Herr N. hat über eine Facebookgruppe spitz gekriegt, dass ich in Dortmund bin und mich direkt mit Tipps eingedeckt, wo ich denn hin solle und wo besser nicht. Die Innenstadt solle ich meiden, sagt er. Glücklicherweise bin ich mitten drin & muss ihm beipflichten. Schön geht anders. Dortmund hat nach dem großen Krieg irgendwie verpasst sich attraktiv zu gestalten.