Archiv für Juli 2016

zum anderen ufer

Das Wetter mag hier einfach nicht schlechter werden und so beschließe ich, dass wir ja an’s andere Ufer könnten. Sinnigerweise stehen wir an einer Lagune und das Gegenüber scheint so nah – zu Fuß jedoch ist es ein Stück und noch vor dem Frühstück nehmen wir dieses Vorhaben in Angriff. Schweissgebadet erreichen wir Portoroz und ich merke recht fix, dass hier sich alles um den Touristen dreht. Wirklich Sehenswertes gibt es nicht, auch wenn sich mancher Erbauer von Hotels und Casinos Mühe gab – im Endeffekt aber ist es und bleibt es nicht wirklich schön.

Dort werden mir zur Mittagsmahlzeit herrliche Cevapcici serviert und mit vollem Magen geht es den ewig weiten Weg zurück. Übrigens schmückt Portoroz ein kleines Handtaschen-Museum – dieses finde ich jedoch auf Anhieb nicht und so bleibt es mir wohl oder übel für immer verwährt.

mehr meer

Der hießige Campingplatz erweist sich als hervorragend. Er ist nicht übermäßig überfüllt, die Preise sind sehr human und uns begegnen nur wenige lautstarke Kindereien. Da es hier quasi keinen Strand gibt, wurde kurzerhand ein Küstenabschnitt betoniert und mit Treppen ins erfrischende Nass versehen. Auch ist das Gebotene für den Ottonormal-Camper wohl eher nichts – allzu sauber ist es nicht und auch sonst gibt es eher wenig bis nix – ideal also für mich.

Diesen Betonstrand müssen wir uns erfreulicherweise auch mit nur wenigen Leuten teilen und so macht sich endlich Entspannung breit. Hin und wieder Springe ich in die hohe See, lese nebenbei jede Menge und schlafe erschreckend oft. Mit zunehmender Körperröte mangelt es mir auch an Lust mich selbst um das Essen zu kümmern und so gehen wir desöfteren Essen. Die Preise sind selbst hier an der Küste vertretbar, das Angebotene sehr fein und ich werde stets satt.

italienflucht

Das Dachzelt ist seit Tagen offen – Freiluftbett quasi. So stehe ich heute zeitig auf, wasche mich in Katzenmanier und baue gemählich die Behausung ab. Das nächste Ziel steht bereits fest und ich freue mich.

Mein Navi speise ich mit der Zieladresse und bitte um eine möglichst sinnfreie Route – das kriegt es auch wunderbar hin und so fahren wir auf öden Landstraßen nach Triest. Weil das Navi einfach kein Depp is, gondeln wir natürlich direkt durch die Innenstadt zu Beginn der Siesta – es ist die Hölle los und wir kommen Dank einer Straßensperrung auch in den Genuss Triest in all seinen Winkeln zu sehen.

in Triest

Durch das Wirrwarr aus Stau und Chaos schaffen wir es dann wider Erwarten doch und finden uns urplötzlich an der Grenze zu Slowenien – auf einem Feldweg. Es geht einige Kilometer mitten durch die Pampa mit herrlichen Ausblicken auf die Küste bis wir schließlich das Ziel erreichen.
Ein Campingplatz direkt an der Miniaturküste Sloweniens. Meine Erwartungen sind groß, nach Lignano kann es quasi nicht schlimmer werden und voller Vorfreude befahre ich den Platz.

geile gammelei

Nach all dem Stress sehne ich mich nach noch mehr Erholung, also suchen wir am Morgen lediglich den Pool auf und ich lese einige Seiten ehe ich mal wieder in einen tiefen Schlaf falle. Eine Kombination aus Sonne und Wasseraerobic wecken mich dann schließlich und ich halte es kaum aus. Fix aufgestanden und zurück auf den einsamen Campingplatz. Hier macht sich jedoch Hunger breit, also latschen wir zum Supermarkt und ich kaufe tonnenweise Zeugs um äußerst merkwürdige Burger zuzubereiten.

Der Grill läuft schnell auf Hochtouren, die Burger schmecken fantastisch und erneut falle ich in einen tiefen Schlaf. Dieser dauert erschreckend lange an und es ist eigentlich auch schon wieder Zeit zu essen.
Wir leihen uns Fahrräder und möchten zum Hafen, die Entfernung ist eigentlich überschaubar, jedoch verreckt ausgerechnet am Ziel eines der Fahrräder und nun heißt es Schiebung – tolle Wurst.
Das havarierte Rad tauschen wir um und fahren in Richtung Stadtkern – an einem Schnellimbiss futtere ich einen Burger – hatte heute ja nicht genug – und das Diätprogramm runden wir mit einer Portion Eis ab.
Im Anschluss besuchen wir erneut das Hotel in dem meine Familie untergebracht ist, trinken manches aus der Hotelbar und verabschieden uns gegen später dann, denn ich will hier weg.

Lignano ist eine an sich eine schöne Ecke und in der Vorsaison unbedingt empfehlenswert – jetzt allerdings kaum erträglich. Mir geht es unfassbar auf die Nüsse und ich bin wahnsinnig glücklich dass ich nun endlich abhauen kann.
Per Pedes geht es dann zurück zum Campingplatz, ich dusche gründlich und es geht in’s Bett.

gewässerverstopfung

Noch garnicht am Meer gewesen, obwohl das gerademal 300m vom Kadett entfernt ist – soll sich nun ändern. Liegen und Sonnenstühle gibt es hier am Strand – mir aber zu teuer und so liegen wir uns in den Sand. Der Überfüllungsgrad ist kaum auszuhalten – wohin das Auge reicht Touristen, schreiende Kinder und werkelnde Rentner. Zur Ruhe kommt hier jedenfalls keiner und so gehen wir recht zeitnah zurück auf den Campingplatz. Der dortige Pool überrascht mit ähnlichen Verhältnissen und ich nutze das Chaos für einen erholsamen Schlaf. Mein Schnarchen fällt bei all dem Krach auch so gut wie nicht auf.

Nach dem vielen Laufen mieten wir nach dem Sonnenbad Fahrräder und gehen alle gemeinsam Essen – zweit Stadtteile entfernt gibt es ein tolles Restaurant und ich bestelle mir eine Fischorgie samt einigem Wein.
Zu später Stund zurück an dem Kadett werfe ich mein Open-Air Kino an, wir schauen einen Film und irgendwann bekomme ich meinen wohlverdienten Schlaf.

schwitzen auf zwei beinen

Erstmal eine Dusche – so kann der Tag beginnen. Nachdem die vielen Kilometer gestern einfach nicht genug waren, fällt am frühen Morgen schon die Entscheidung auf einen Markt zu gehen, zu Fuß versteht sich.

Dort aufgeschlagen merke ich recht fix dass sich im Laufe der Zeit einfach nix verändert hat. Vor vielen Jahren war ich schonmal hier und diese endlosen Stände mit immer demselben Müll machen mich fertig. Mit Markt hat das so garnichts am Hut aber die Touristen freut’s – die kaufen sich dumm & dämlich während ich armes Schwein nichtmal etwas Essbares finde.