Archiv für November 2015

mal wieder landau

Angekommen in Landau nimmt die übliche Prozedure ihren Lauf. Es wird Wein geöffnet, man trifft Freunde und geht gemeinsam zum Bingo spielen.

Nachdem wir erfolgreich der Geselligkeit gefröhnt haben ist es Zeit für Nahrung. Schnell ist ein Fastfood Restaurant ausfindig gemacht und unsere Mägen gefüllt. Anschließend verirren wir uns auf dem Landesgartenschaugelände der Stadt Landau, wo einige verlassene Häuser stehen. Erbaut irgendwann nach den Krieg von den Franzosen, der Zweck jedoch mir gänzlichst unbekannt. Leider sind einige Türen zugemauert worden, andere Teile der Häuser hingegen sind offen und zugänglich.

Es ist immer wieder schön solche Orte zu entdecken & noch besser wenn man zufällig eine Flasche Wein dabei hat, in der Pfalz meines Wissens aber üblich.

lorsches welterbe

Mit einer ordentlichen Portion Restzeit gondel‘ ich nach Lorsch, gelegen in Südhessen kenne ich jene Stadt eigentlich nur von der Autobahn, oder besser gesagt von ihrem Rasthof. Hier wurde ich früher mit meinem weissen Kombi permanent angehalten. Die Wachtmeisters fragten als‘ nach Drogen, vermutlich nicht mit meinen Preisen einverstanden verlangten sie stets nach einem Becher Urin zur sofortigen Kontrolle. Kostete immer Zeit und war meist recht amüsant – heute aber meide ich die Autobahn und fahre direkt nach Lorsch hinein.

Lorsch beeindruckt mit seiner steinalten Klosteranlage und einer malerischen Innenstadt. Ich nutze meinen Besuch die leider geschlossenen Gebäude des Macht-, Geistes- und Kulturzentrums anzusehen. Sehr schön, man hat sich hier offenbar viel Mühe gegeben das Areal im Einklang mit der Geschichte zu präsentieren und aktuell finden wiedermal rund um die Torhalle einige Ausgrabungen statt. Das Gesamte ist aber recht weitläufig, so bietet es sich an etwas früher zu kommen, vermutlich hat dann auch alles geöffnet.

Nachdem ich mich reichlich umgesehen habe steuere ich die Südpfalz an und werde von einem herbstlichem Sonnenuntergang begleitet.

kanalhafen frankenthal

Heute habe ich bereits fleißig Kilometer gemacht und bin in der Vorderpfalz angekommen.
Hier in Frankenthal stehen Überreste des alten Kanalhafens herum. Viel übrig geblieben ist ja nicht, lediglich das Hafenbecken und das auch noch lausig saniert.

Die Geschichte des Kanals geht bis ins Mittelalter zurück und erst nach erfolgreicher Zerstörung im zweiten Weltkrieg verlor er endgültig seine Daseinsberechtigung. Einst verband er die Stadt Frankenthal mit dem Rhein und ermöglichte so Handel aller Art. Jedoch erübrigte sich das dann wegen der Eisenbahn recht schnell und so wurde er kaum mehr benutzt und nach dem großem Krieg dem Erdboden gleichgemacht. Aus den Resten hat man nun ein Kulturdenkmal sowie Erholungsort in beschaulicher Größe errichtet.

affenberg

In Salem finde ich einen schönen Parkplatz und wir machen uns auf den Weg zum Affenberg.

Eigentlich halte ich ja generell nichts von tierischen Attraktionen, einem Zoo und ähnlichem Gedöns. Für mich persönlich ist das nix weiter als Tierquälerei. Der Affenberg in Salem aber hinterlässt bei mir einen etwas anderen Eindruck. Rund 200 Affen die sonst in Nordafrika beheimatet sind haben hier ihr Zuhause gefunden. In einem Freigehege von 20 Hektaren können sie sich immerhin vor den Besuchern zurückziehen und haben offenbar auch sonst alles, was sie brauchen.

Es ist ein kurzer Wanderweg angelegt, an dem man auf einige Affen trifft, die darauf warten gefüttert zu werden. Ich frage mich jedoch ob die Tiere es auch so toll finden, wenn scharenweise Touris durch ihr Wohnzimmer marschieren und sie mit Popcorn füttern.

Alles in allem aufjedenfall nett gemacht und definitiv besser als all die beschissenen Zoos, die es so gibt. Mit Gewissheit aber nicht das gelbe vom Ei und ich bin recht unentschlossen, was ich nun wirklich davon halten soll.

So neigt sich ein schöner Ausflug dem Ende entgegen und wir fahren wieder in die Heimat, begrüßt werden wir noch auf der Autobahn von Nebel und einem Herbst, der seinen Namen auch verdient.

meersburg

In Meersburg eingetroffen peilen wir ein Restaurant an, schlagen uns die Mägen mit Köstlichkeiten voll und planen den restlichen Verlauf unserer Tour.

Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite und wir beschließen nach Salem zu gehen, bis heute habe ich mich immer geweigert dorthin zu gehen und nun lasse ich mich überraschen.

rekonstruierte pfahlbauten

Der Bodensee ist unter anderem ja bekannt für seine Pfahlbauten, welche vor einigen Jahren einen Platz auf der Weltkulturerbe-Liste von UNESCO fanden.
Ich wollte schon lange mal hin, fand aber eigentlich nie Zeit oder Lust und heuer entschließen wir uns doch für anderes. Ein horrender Eintrittspreis lässt uns umdenken und wir ziehen weiter, natürlich nicht ohne mal über den Zaun gespäht zu haben. Der Museumskomplex mag sicher sein Eintrittsgeld wert sein, uns jeodch heute nicht.

So schlendern wir am See zurück zu unseren Fahrzeugen und ziehen gemütlich weiter.