Archiv für März 2015

retro classics

Die Palmbrezel lassen wir heute links liegen und fahren bewaffnet mit meinem Kadett Cabrio und einem VW T3 nach Stuttgart zu Europas größter Oldtimermesse.

2009 war ich zuletzt auf der Messe, damals noch in den Kinderschuhen und viel sympathischer, glänzt sie heute nur noch durch Yuppiekisten und dazugehöriger Spekulanten. Es mag sicher den Geschmack vieler treffen, aber mir persönlich kommt irgendwann nur noch Galle wenn ich an jedem Stand mindestens einen Sambabus und einen 300SL Gullwing sehe.

Streng genommen könnte man das „Oldtimer“ durch „Mercedes/Porsche“ ersetzen – würde keiner merken! Für den Ottonormal Young- & Oldtimerfan ist die Messe doch recht schwer verdaulich, abgesehen von überrestaurierten Prachtexemplaren jenseits des Erschwinglichem ist da leider nicht allzu viel.

Trotzdem ist ein Besuch natürlich keine Zeitverschwendung, wenn man sich der wenigen interessanten Fahrzeuge widmet.

Perfektes Beispiel hierfür ist dieser Ur-Kadett mit Wehrmachtshistorie. Eine Vollrstauration blieb ihm erspart, TÜV und Zulassung sind vorhanden und die Historie äußerst interessant – und all das muss nicht zwangsläufig 500.000€ kosten. Er bekam von der jury einen Sonderpokal verliehen – vermutlich aus oben genannten Gründen.

Sonst hat sich leider wenig getan – es sind immer dieselben Autos mit immer denselben Mondpreisen. Am interessantesten, wie so oft, fand ich den Besucherparkplatz.

Auf dem Heimweg kehren wir noch in Lauterstein im „Ställe Motorradtreffpunkt“ ein – nix los bei dem widerlichem Wetter & das Essen ausgesprochen gut&günstig.

lost mototdrom

Längst vergessen und zugewachsen schlummert nahe Rüsselsheim die alte Opel-Rennbahn. Eingeweiht 1919 diente sie als Teststrecke für Opel sowie als Rennbahn für diverse Veranstaltungen. Seinerzeit war es die „schnellste Rennstrecke Europas“ – Geschwindigkeiten bis 140km/h wurden auf dem Oval gefahren.

Lange konnte sie nicht genutzt werden – die Autos wurden schon nach kurzer Zeit zu schnell für den Rundkurs. So geriet die Rennbahn nach und nach in Vergessenheit, wurde nach dem 2. Weltkrieg noch kurz für Testfahrten genutzt und dann endgültig der Natur überlassen.

Heute ist sie noch fast vollständig, lediglich die Start- und Zielgrade ist einer Landstraße gewichen. Schade auch ist, dass damals massiv aufgeforstet wurde. Das ehemalige Brachland wich einem artenreichen Wald und hat die Rennstrecke großteils unter sich begraben.

Ein kurzes Stück wurde freigelegt und mit einigen Infotafeln versehen – im Grunde traurig wenn man bedenkt welches Potential die Historie von Opel in Verbindung mit Rüsselsheim birgt – aus dem denkmalgeschütztem Altopelwerk und der Rennbahn könnte man so manches machen, schade dass das Opel bis dato völlig versäumt hat.

Am alten Opelwerk in der Innenstadt ein Denkmal von Adam Opel – inkl. des Adams!
Anschließend verlasse ich das Rhein-Main Gebiet & fahre zurück in die Heimat.

Mit Gewissheit nicht der letzte Besuch in Rüsselsheim, im Mai geht’s wieder hoch.

klassikstadt frankfurt

Angekommen in Frankfurt – keine Spur von Frühling, alles ist grau und nebelbehangen. Vielleicht sind es auch nur dagebliebene Rauchschwaden der Blockupy-Kasper.

In Frankfurt besuche ich die Klassikstadt – ein monumentaler Fabrikkomplex von 1910, welcher nicht nur zwei Kriege unbeschadet überstanden hat, sondern auch einen ständigen Wechsel verschiedener Firmen und Verwendungszwecke.
Das Gebäude lädt zum Flanieren ein, in jeder Ecke haben sich verschiedene Oldtimer und Sportwagenfirmen niedergelassen & bieten ihre Fahrzeuge und Dienstleistungen an.

Neben die unzähligen Oldtimern kann man auch Sportwagen aller Gattungen bestaunen und so manchem Mechaniker bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Auch mancher wirklicher Exot lässt sich finden und auch viele kommende Klassiker.

Der Eintritt ist kostenlos – neben der dauerhaften „Ausstellung“ sind jährlich auch einige Events.

raketenflug & mehr

Ich bin wieder unterwegs – auf dem Weg nach Frankfurt.
Dass bei mir Wege ins unermessliche ausarten können ist nichts neues – jedenfalls lass ich mir einen ausgiebigen Stop auf dem Weg nach Frankfurt nicht nehmen. Nach zwei Drittel Weg setze ich den Blinker und manövriere den Adam (ja, schon wieder.) auf den Parkplatz Friedensplatz in Mannheim.
Dieser versorgt die Gäste des Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (kurz Technomuseum) mit Parkmöglichkeiten.

Generell nicht ganz uninteressiert an Technik und Geschichte locken mich vorallem zwei besondere Exponate nach Mannheim.
Zum einen hängt dort das Opel Raketenflugzeug, welches von Julius Hatry geschaffen wurde. Gesponsort und auch geflogen wurde von Fritz von Opel selbst. Nach einigen Flügen und Fehlversuchen zerschellte das Fluggerät während eines missglückten Startes am Boden und wurde dann nie wieder aufgebaut. G. Bergmann sorgte dann 1989 dafür dass das Flugzeug nach Originalplänen nachgebaut wurde. Nach Fertigstellung hat die Landesbank Mannheim es dem Museum gestiftet.

Zweites für mich sehr interessantes Exponat ist die Opel Motoclub – ein Motorrad aus dem Hause Opel.
Nur die wenigstens wissen, dass Opel seinerzeit einer der ersten deutschen Motorradhersteller war. Das letzte Motorrad aus Rüsselsheim war die Motoclub – verfügbar in zwei Versionen als Tour oder Supersport. Sollte ich nicht völlig verblödet sein steht in Mannheim eine Tour mit 16PS.

Außerdem stehen noch zwei weitere Opel PKW und viele weitere beräderte Exponate in Mannheim. Einen Besuch ist das Technomuseum definitiv wert, man sollte aber Zeit mitbringen, klein ist das Museum nicht gestaltet :)

aufrüstung

Manchmal geschehen Wunder. Trotz unheilbarer Faul- und Trägheit meinerseits bekam der Kadett nun tatsächlich eine neue Kupplung spendiert. Natürlich inklusive Ausrücklager und Druckplatte.
Die alte Kupplungsscheibe hatte es völlig hinter sich – haben doch glatt die Nieten inzwischen für die Kraftübertragung gesorgt.

Dann kann die Reisesaison nun beginnen, los gehts im April.
Wir freuen uns!

shoppen fuer maenner

Die Carmania ruft – zweimal im Jahr findet in der Opelstadt Rüsselsheim ein großer Opel Oldtimerteilemarkt statt. Abgesehen von Fahrzeugen, Teilen und Automobilia gibt es nebenan eine große Modellautobörse – diese ist zwar „markenoffen“, allerdings findet man in erster Linie jede Menge Opel. Genau das richtige für mich.

Im Morgengrauen nehme ich die 350km in Angriff und bin pünktlich zum offiziellen Beginn vor Ort. Das Wetter dürfte für einen neuen Besucherrekord gesorgt haben, schon sehr früh sind die Parkplätze rammelvoll und es herrscht reges Treiben in allen Gassen des Parkhauses.

Auf 5 Stockwerken wird alles feilschgeboten, das in irgendeiner Form aus dem Hause Opel stammt. Leider bleibt mir zu wenig Zeit um alle Gänge zu durchforsten, denn man trifft permanent alte Bekanntschaften aus dem Opellager und verplappert sich rasch. Bereits um 13 Uhr geht es weiter nach Nauheim, Herr J. lädt zum Essen ein.

Noch ein schneller Rundgang über den sehenswerten Besucherparkplatz – viele Opelfreunde holen ihre Schmuckstücke zur Carmania aus dem Winterschlaf.

Der Kadett ist hoffnungslos überladen (& auch Ich – Danke Herr J.!), bringt mich dennoch pünktlich zum Sonnenuntergang nach Hause.
Es war ein herrliches Wochenende & es hat mich tierisch gefreut euch alle mal wieder zu sehen – und natürlich auch neue Gesichter kennengelernt zu haben.

Bis September.