italienische wochen

Kaum komme ich in der Heimat an, erreicht mich schon eine Nachricht von den Siedlern des Whatabus. Mit den beiden habe ich morgen ein Date und sie kommen auch gerade von Italien. Am Morgen dann bringe ich noch Frau E. zum Bahnhof und gehe dann doch tatsächlich arbeiten und empfange kurz darauf Marc und Selena in meiner Firma. Ihr Kastenwagen benötigt ein wenig Zuneigung und eine Hauptuntersuchung und wenn ich schon da bin, wird sich hier natürlich bestens darum gekümmert. Während die Crew am Fahrzeug zugegen ist, flaniere ich mit den beiden bei Kaffee und Wasser und wir warten bis zum Abend auf das OK vom TÜV. Alles in Ordnung, zwei Jahre Segen für das dynamische Trio und wir machen uns sofort weiter zum nächsten Kürbisverkauf. Dass Marc was vom Kochen versteht, ist nichts neues und so gibt es heute Pasta mit Kürbis und etwas Salat dazu. Schmeckt ganz fantastisch und auch der Wein weiß zu überzeugen.

Lange haben wir aber allesamt nicht durchgehalten und wir verschwinden schon früh im Bett, wo ich am Morgen erstmal ausschlafe und später dann nochmal kurz auf der Arbeit vorbeischaue. Dort wird am Whatabus nochmal eine Kleinigkeit repariert und anschließend sehe ich schon wieder Marc in meiner Küche stehen, denn wir haben uns kurzerhand gestern ganz spontan bei Frau S. zu einer kleinen Wohnungseinweihung eingeladen. Mit köstlicher Lasagne bewaffnet fahren wir ins Bachtal und verköstigen dort diese, stoßen an auf die neue Wohnung und sitzen beisammen, bis schließlich alle Augenlieder schwer werden. Marc fährt mich noch eben nach Hause und dann verabschieden wir uns auch schon wieder, nun ist wieder Zeit für etwas Alltag und viel zu wenig von diesem Marc in meiner Küche.

kulinarisches debakel

Das Frühstück hat längst seine Pforten geschlossen und wir liegen noch immer im Bett. Offenbar wird heute ausgeschlafen, ist mir aber durchaus recht. Schaden tut das schließlich nicht. Jetzt haben wir allerdings allesamt tödlichen Hunger, das Wetter ist noch immer recht bescheiden und wir beschließen einfach mit dem Auto in eine Stadt ein paar Kilometer außerhalb zu fahren. Wir versuchen es erst in den umliegenden Dörfchen, jedoch haben sämtliche Restaurants geschlossen und so landen wir in Borgomanero. In einem Pennymarkt versorge ich mich mit Flüssigobst und dann möchten wir nun wirklich etwas Essen. Wir durchqueren die gesamte Stadt und alles hat geschlossen bis wir schließlich in einer kleinen Gasse an einem Restaurant landen. Es ist zwar geöffnet, mir aber machen die vielen Tripadvisor-Schildchen und wie sie alle heißen Sorgen. Das kann ja nichts sein.

Eine Ewigkeit vergeht bis wir unser Essen bekommen und die Portionen sind wie erwartet sehr winzig und dafür umso teurer. Man erwartet ja dann auch eine gehobene Qualität angesichts der horrenden Preise, Ich jedoch würge es halt so herunter, kann überhaupt nicht sagen was ich da esse und in der kommenden Nacht soll mich diese undefinierbare Pampe noch lange wach halten. Etwas enttäuscht geht es also in ein Bistro und dort jage ich ein paar Pommes & Cola hinterher, nix besonderes aber immerhin werde ich doch noch satt.

Nun gehen wir in einen großen Supermarkt, denn sämtliche Vorräte möchten aufgefüllt werden. Von Wein über Käse bishin zu Kleiderbügeln landet alles mögliche im Wagen und frohen Mutes fahren wir zurück ins Hotel. Wir pflanzen uns direkt in das Restaurant und speisen ganz köstliche Pasta und Omeletten sowie einigen Wein. Den Abend runden wir gewohnt an der Bar ab und gehen dann schließlich zu Bett, denn morgen möchten wir schon wieder ganz unspektakulär nach Hause fahren.

dort gibt es wein

Das Frühstück ist heute sehr italienisch, nämlich etwas mager und zu meinem Bedauern gibt es überhaupt kein Gemüse, finde ich immer sehr schade. Satt werde ich aber trotzdem und werde anschließend sehr ungeduldig, denn ich möchte runter an den See. Sicher gibt es dort eine nette Atmosphäre, Wein und den ein oder anderen Happen Pizza. Also packen wir alles nötige beisammen, ich schenke mir und Frau J. einen Vodka ein und wir marschieren einfach mal drauf los. Vorbei an unzähligen Villen – viele davon sind schon seit längerem verlassen, geht es permanent bergab und nach rund zwei Stunden kommen wir in Orta San Giulio an. Das Städtchen liegt schön gelegen auf einer Halbinsel am Ortasee und wir schlendern durch die Gassen. Noch etwas außerhalb blicken Herr B. und Ich in die Küche eines Restaurantes und sind uns ganz sicher, dass wir dort nun sofort essen müssen. Drinnen finden wir platz, bestellen Pizza und Hauswein und werden nicht enttäuscht. Die Pizzen schmecken fantastisch und auch der Vino Bianco weiss voll zu überzeugen.

Wir stolpern weiter durch die Stadt, blicken in manche Läden, erfreuen uns der schönen Architektur und erspähen am Ende des Weges ein kleines Lokal. Hier kann man ganz alleine und ruhig im Wasser sitzen und Cocktails schlürfen. Für uns das genau richtige. Wir verhocken schon wieder ein Weilchen, raffen uns dann auf zum Eisessen und marschieren wieder zu unserem neuen Lieblingsrestaurant. Die Küche hat geschlossen, was uns aber völlig kalt lässt. Wir sind wegen des Weines da. Stunde um Stunde sitzen wir hier bis wir schließlich 4l Wein getrunken haben und die Weißweinkarte nichts mehr hergibt. Nun heißt es angetrunken den Weg zum Hotel zu finden und das ganze trotz einiger Steigung auch zu schaffen, denn das Abendessen wartet und sicher noch mancher Wein und andere Kaltgetränke.

partypaket

Neulich war ich unter anderem in Zwickau und dann war mir so überhaupt nicht danach, darüber zu berichten. War nämlich ganz fürchterlich. Schon beim Check-In im Hotel überkam mich der pure Ekel und auch sonst hat diese eigenartige Stadt in Sachsen nichts zu bieten. Immerhin fand ich das Horchmuseum ganz nett – ändert aber auch nichts und so war ich verdammt froh als ich weitergezogen bin. In der Rhön hatte ich im Anschluss noch einen schönen Tag mit der Familie und fand mich dann in der Heimat wieder, wo ich in der Zwischenzeit Winterräder auf den Kadett geworfen habe und nun ganz feierlich packe.

Frau E. reist aus dem fernen Berlin an, am Bahnhof schiebe ich sie in den Kadetten und dann geht es nach einer kurzen Nacht weiter zu den Eheleuten J. und B. Wir halten fix am Rewe, kaufen poppige Getränke und einige Snackereien und ich steuere sanft in Richtung Süden. In einer Bier & Wurstbrotlaune haben Frau J. und Ich vor einiger Zeit eine günstige Reise nach Italien an den Ortasee gebucht. Jetzt wo der Sommer weg ist, sind die Zimmer lächerlich günstig und im Preis enthalten ist sogar eine Halbpension für vier hungrige Mäuler. So schippern wir gemütlich am Bodensee vorbei, brausen durch den Pfändertunnel und schon in der Schweiz ist die Rückbank betrunken. Ich spreche ein Alkoholverbot aus und nach einem Fastfood-Stop ist es plötzlich schön ruhig. Die Kinder schlafen ganz sanft und ich fahre in Ruhe weiter über die Grenze nach Italien und drifte ab nach Osten zum Ortasee. Angekommen zahlen sich meine Scheuklappen mal wieder aus, am Hotel nämlich fahre ich vorbei und wir quälen uns durch das kleine Dörfchen, wo es ganz bittereng ist.

Auf dem Parkplatz blicke ich in drei verkaterte Gesichter, erfreue mich meines Wohlbefindens und gönne mir wie es sich für echte Idioten gehört, einen Longdrink. Wir checken ein und ich verbiete den Kids eine Pause, verlange nach einer Wanderung in die Untiefen der Berge und möchte nun das wenig löbliche Wetter genießen. Abgesehen von Herrn H. finden meine ermutigenden Worte Anklang und wir marschieren los in Richtung eines Cafés. Irgendwann kommen wir an, ich trinke einen alkoholischen Eistee während die Frauen meiner Begierde sich strikt an Wasser halten. Zur guten Laune soll nun ein „Peter Pan“ dienen. Ich dachte da an einen Shot. Nun bekommen wir drei Kannen Tee serviert und ich gucke recht doof, lasse mir aber nur wenig anmerken. In einem Dorfladen kaufen wir noch Wasser und Bier und finden uns rechtzeitig zum Abendessen im Hotel ein. Es gibt drei Gänge, Wein und später an der Bar noch einige Longdrinks, bis wir allesamt ganz erschöpft ins Bett fallen.

fleischkäse & currywurst

Mein Iphone ist leider mal wieder kernschrott und ich habe einen Termin zur Reparatur in Augsburg. Als der nette Applemensch mir gerade verklickert, dass das Handy irreparabel zerstört ist und ich mir ein neues kaufe, steht plötzlich Frau G. neben mir. Sie hat dasselbe Problem und auch denselben Termin & ich lache über die doch recht winzige Welt. Geübt richte ich mir mein neues Telefon ein und gehe dann Fleischkäse frühstücken und lasse den Kadett prombt hier stehen.

Einen Fußmarsch weiter komme ich an der Fuggerei an. Das ist die älteste bestehende Sozialbausiedlung der Welt. Der horrend reiche Fugger stiftete die Siedlung im 16. Jahrhundert und seither ist sie bewohnt. Allerdings nur von Katholiken, die unter anderem jeden Tag das Vaterunser sprechen. Ob das überprüft wird weiss ich nicht, ich aber würde bei einer Kaltmiete von 0,88€ liebendgern ein Vaterunser, das Ave Maria und anderen Mist auswendig lernen. Die 0,88€ entsprechen dem Rheinischen Gulden – damals die Miete für eine Wohnung in der Siedlung. Inflation hat man außer Acht gelassen und so sind die Wohnungen heute doch recht erschwinglich. Hinzu kommen lediglich die Nebenkosten, welche die Mieter selbst tragen.

Für Besucher ist die „Stadt in der Stadt“ natürlich auch zugänglich. Die hübsch restaurierten Gebäude kann man zwar nicht von innen sehen, schließlich wohnen hier Menschen, aber auf dem Gelände befindet sich das Fuggermuseum, ein Luftschutzbunker und zwei Wohnungen.
Die beiden Wohnungen zeigen einmal den Zustand von vor hunderten Jahren und einmal das aktuelle Aussehen. Ganz nett anzusehen, aber richtig interessant wird es erst im Luftschutzbunker. Der wurde 1943 erbaut und dient heute uns Besuchern als Information, wie denn die Bombardierung im Weltkrieg aussah, der Wiederaufbau und das Leben in der Fuggerei zu dieser Zeit. Im Fuggereimuseum hingegen geht es in erster Linie um die Stifter und deren Geschichte. Nicht so meins und drum schlendere ich nun noch ein wenig durch die Gassen und gönne mir im Anschluss eine ziemlich eklige Currywurst.

enkirch hat ein ende

Der Abend zog sich gestern noch ein wenig in die Länge. Zum einen war es uns ein wichtiges Anliegen, sämtliches Feuerholz zu verbrennen und zum anderen versiegte die Weinquelle irgendwie nicht. Erst spät krochen wir zu Bett und ich schlief heute sogar ungewöhnlich lange. Pünktlich zum Frühstück schaffte ich es aber hinaus, Herr M. samt Frau sind bereits auf dem Rückweg nach Berlin und auch ich habe mir fest vorgenommen heute zeitig abzureisen.

Das Zusammenpacken funktioniert nur schleppend, ich habe nicht so recht Lust und könnte gern noch etwas bleiben. Die Sache mit dem Alltag und so zwingt mich aber in Richtung Heimat. So verabschiede ich mich von all den netten Gesichtern, es war mir ein inneres Blumenpflücken dass wir uns mal wieder gesehen haben!

Nächster Halt in Landau! Ich schnorre eine Dusche, lehne dankend eine Mahlzeit ab und döse stattdessen noch ein wenig, ehe ich nun aber wirklich das Weite suche. Gefühlt zieht sich die Fahrt ewig, mancher Stau löst bei mir Unverständnis aus und am Abend komme ich zu Hause an.
Nun habe ich wirklich genügend Zeit auf irgendwelchen Ackern und Wiesen verbracht und zu Hause fällt mir auch schon ein vernünftiges Kontrastprogramm ein.



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