first aid & vegan food

Bratislava haben wir hinter uns gelassen und unterwegs kurz nach Salzburg noch Herrn M. getroffen. Der war auf dem Heimweg von Kärnten und die Erde bewies erneut ihre wahre Größe. Es folgte ein kurzer Schwatz aufm Rasthof und dann ging es nach Hause.
Nun bin ich auf dem Weg nach Augsburg – hier findet heute eine Fortbildung für Ersthelfer statt. Das schadet nicht und ich habe mal wieder Gelegenheit all das längst Erlernte aufzufrischen. Der Kurs verschlingt beinahe den ganzen Tag und anschließend düse ich fix zur Universität Augsburg und hole dort Frau J. ab.

Ich hatte sie beauftragt uns eine schöne Location zur Nahrungsaufnahme zu suchen – für die N8stallung hat sie sich entschieden und erntet viel Lob. Untergebracht ist das Restaurant in einem alten Schlachthof und bietet aber auch ganz viel Fleischfreies an. Es schmeckt fürchterlich hervorragend und am Abend fahre ich sie noch nach Hause um dann den Heimweg anzutreten.
Das war nun ein langer sowie lehrreicher Tag und ich bin ganz froh dass mich und mein Bett nur noch 100km Autobahn trennen.

randale im club

Neulich bin ich auf einen Club gestoßen, von dem ich mir sicher war, dass er mir gefallen täte. Und wie es der Zufall so will, treten dort heute drei Metalbands auf. Also nichts wie hin! Einen kurzen Fußmarsch später sind wir bereits da und die erste Band spielt auch schon. Trans-Carpathian Orchestra – natürlich noch nie gehört aber sie wissen zu gefallen. Guter Metal und super zum Einstimmen auf das, das noch folgen soll. Ich bekomme hier auch endlich mein gewünschtes slowakisches Bier und bin mir ganz sicher, dass das eine lange Nacht werden könnte.

Die zweite Band betritt die Bühne – Ravenhill. Den Namen gibt es mindestens zweimal. Die Logos beider Bands sind auch nahezu identisch. Dass es nicht die Bluesrocksband aus den Staaten ist, war mir irgendwie schon klar. Nun bekommen wir Melodic-Metal auf die Ohren und die Truppe spielt wirklich ganz hervorragend, eine ganze Menge Songs gefallen mir sehr und ich vergesse anschließend natürlich mir die Platte zu kaufen. Da ärgere ich mich sicher noch eine Weile drüber.

Die dritte Band ist aus Tschechien – und vor der Bühne tote Hose. Erst als die Band anfängt zu spielen, kommen ein paar Leute. Die meisten aber sind schon zu Hause oder umlagern die Bar. Warum das so ist kann mir keiner sagen, oder will es mir keiner sagen? Wie auch immer – nach zwei Songs möchte ich mir noch ein Bier holen und lerne am Tresen Herrn G. kennen. Der ist aus Bratislava und kann kaum fassen, dass meine Zigaretten tatsächlich so teuer waren. Das Konzert verpasse ich nun natürlich und unterhalte mich stattdessen mit diesem witzigen Slowake. Ich lerne viel über Sitten, das Land und die Stadt und ein kleiner Sprachkurs ist auch noch drin. Dummerweise stehen wir aber nach wie vor direkt am Tresen und ich probiere allmöglichen Mist, den man in der Slowakei offenbar trinkt. Das trägt natürlich dazu bei, dass ich mich an all die vielen neuen Worte überhaupt nicht erinnere und vieles vergesse. Dass ich dabei nun auch noch die Band verpasse, stört mich überhaupt nicht – ich fand sie nämlich überhaupt nicht gut.
Frau J. schafft es dann schließlich mich von Herrn G. und unserem Tresen zu trennen, wir verabschieden uns und dann geht es zurück zum Hotel. Es ist mal wieder furchtbar spät.

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Wieder geht es zu Fuß quer durch die Hauptstadt und wir merken plötzlich, dass wir ja überhaupt keine vermeindlichen Sehenswürdigkeiten mehr abgrasen müssen. Wozu denn auch? Meist ist es ohnehin nur halb so schön als man sich das vorgestellt hat und vorallem haben wir jetzt Lust auf ein Sonnenbad. So marschieren wir noch am Gebäude des slowakischen Rundfunks entlang, staunen auf den typisch kommunistischen Protzbau in Form einer kopfstehenden Pyramide und lassen uns dann in einem nahegelegenen Park nieder.

Hierher verirrt sich sicher kein Tourist. Die riesige Parkanlage war vor einigen Jahrzehnten sicher ganz arg schön – heute wirft der Wind im Minutentakt leere Bierflaschen um, man findet kaum ein Plätzchen ohne Graffiti und auch sonst ist alles recht siffig und vergessen. Mir gefällt es natürlich und ich erspähe auch sofort eine Bar. Dort sitzen wir einige Stunden, trinken Cocktails, Whiskey, Vodka und probieren uns durch die vielfältige Karte, bis es langsam Zeit wird zu gehen. Einen ausgeprägten Hunger darf man nunmal nicht warten lassen.

In der Nähe entdecke ich einen Italiener, freue mich auf Pizza und ehe wir uns versehen, wird das Essen auch schon serviert. Geschmacklich ist sie irgendwo zwischen ‚merkwürdig‘ und ’sehr gut‘ einzuordnen – mag wahrscheinlich aber auch daran liegen, dass sich auf meiner Pizza unter anderem Kartoffeln befinden. Nun wird es Zeit wieder das Hotel aufzusuchen – wir legen etwas die Füße hoch, trinken einen Flasche Wein und bereiten uns dann für das heutige Abendprogramm vor.

dobrý deň

Mal wieder ein neuer Tag, mal wieder die Überlegung was wir denn heute anstellen sollen. Ich möchte ja in das Verkehrsmuseum, ist sogar gleich um die Ecke. Frau J. hingegen ist hungrig und wir müssen feststellen, dass sämtliche Restaurants geschlossen haben. Slowaken scheinen Langschläfer zu sein, – kann man ihnen nicht verübeln. Also führt uns der Umweg zum Subway und wir futtern ganz fürchterliche Sandwiches. Eine Feinschmeckerreise scheint das heuer nicht zu werden.

Gesättigt laufen wir dann zum Verkehrsmuseum. Das wurde direkt im Bereich des Hauptbahnhofes eröffnet und bietet neben ollen Ostfahrzeugen auch diverse Zweiräder und Lokomotiven. Die alten Lagerhallen, in denen das Museum untergebracht ist, gefallen mir jedoch deutlich besser. Die stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind überwiegend unrestauriert und großteils belassen, ganz ohne Kitsch. Die untergebrachten Fahrzeuge stammen überwiegend aus osteuropäischer Produktion – so recht warm werde ich damit nicht und leider gibt es alle Informationen ausschließlich auf slowakisch. Eine Sprache die ich weder verstehe noch in Schrift herleiten kann – kein Plan was dort geschrieben steht!

Der Eintritt schlägt mit 4,00€ zu buche und ein jeder muss natürlich für sich selbst wissen, ob sich das lohnt. Spätestens als ich im Außenbereich einen Opel Blitz aus Weltkriegszeiten entdecke, hat sich für mich der Besuch selbstverständlich gelohnt. Schade dass der draußen steht und eingezäunt ist – irgendwann geht das gute Stück sicher vor die Hunde.
Wir haben nun genug von altem Eisen und marschieren wagemutig über die Gleise in Richtung des Hauptbahnhofes. Ich schlage vor spontan nach Wien zu fahren, bekomme aber überhaupt kein Feedback und finde mich kurz darauf mitten in Bratislava wieder.

nový most

Nun laufen wir zielstrebig in Richtung der Donau und mich überkommt die Lust das Ufo auf der Brücke des slowakischen Nationalaufstandes zu erklimmen. Am Fuße des sowjetischen Prachtbaus staune ich dann nicht schlecht. 7,00€ kostet der Eintritt für einen Erwachsenen – selbst wenn er im Kopfe noch viel jünger ist. Wir entscheiden uns schließlich, dass wir unser Geld gerne verprassen und die Aussicht von dort oben genießen möchten. Zu meinem Bedauern gibt es aber keine Treppe – also existent ist sie, aber als Besucher hat man den Aufzug zu benutzen. Verfluchte Langweiler!

Im Lift staune ich nicht schlecht über die Geschwindigkeit, binnen kürzester Zeit ist er nach oben gerast und schon befinden wir uns im Herzen des Ufos. Eine Treppe führt nach oben und ich werde beinahe seekrank – denn während die Treppe sich völlig normal nach oben schlängelt, sind sämtliche Wände und Decken bauartbedingt vollkommen schräg. Mein Hirn braucht einen Moment das zu verarbeiten und stellt schnell wieder das Gleichgewicht her.

Nun können wir die wirklich grandiose Aussicht über Bratislava, die Donau und die umliegenden Wälder genießen. Es fallen sogar ein paar wenige Regentropfen und entsprechend ruhig ist es hier oben. Die meiste Zeit sind wir unter uns und ich staune nicht schlecht als ich merke, dass wir inzwischen beinahe die ganze Stadt zu Fuß erkundet haben. Nunja, so groß ist Bratislava nicht, aber das kann man dann schonmal lobend erwähnen! In der Ufobar schlürfen wir noch fix einen Cocktail und haben dann aber genug und schlendern gemütlich zurück zum Hotel, ich freue mich wahnsinnig auf das Bett und erholsamen Schlaf.

altstadtgewirr

Nun wollen wir langsam in Richtung Donau vordringen – dazu müssen wir durch die Altstadt und passieren auch das Michaelertor. Das Gebäude ist das einzigst erhaltene der mittelalterlichen Stadtbefestigung und dürfte somit auch eines der ältesten Gebäude der Stadt sein. Gefallen tut es mir jedoch nicht sonderbar und in das beherbergte Museum möchte ich auch nicht ansehen. Stattdessen trampeln wir über die Kilometer-Null-Markierung und ich beobachte ein wenig die Touristen. In Reiseführern wird er nämlich als Sehenswürdigkeit angepriesen und alle machen sie ein schnelles Foto, gern auch einen Selfie und sind so schnell weitergerannt, wie sie aufgetaucht sind. Irgendwie absurd. In Zeiten von Instagram und so wohl anders einfach nicht mehr machbar. Reise viel, Reise schnell und verschwende bloß keine Zeit!

Wir hingegen setzen uns in einen urgemütlichen Pub und entspannen lieber. Slowakisches Bier gehört schließlich dazu. Serviert bekomme ich dann aber ein tschechisches Bier. Welch Frevel. So sitzen wir recht lange in dieser verrauchten, dunklen Bar und bekommen allmählich wirklich Hunger. Zu Essen gibt es hier leider nichts und wir stolpern einfach mal weiter. Die gesamte Altstadt scheint aber sehr touristisch. Glaubt also keinesfalls den vielen Bloggern und Reiseführern, die Bratislava selbst heute noch als Geheimtipp feiern, weil dort kaum Touristen seien und die Stadt niemand so recht auf dem Schirm hat. Ist natürlich absoluter Blödsinn und ich bin davon überzeugt, dass die allesamt entweder nie da waren oder abgesehen von ihrem Smartphone-Display nix gesehen haben.

Ehe wir verhungern – wir sind wirklich nah dran – setzen wir uns in das erstbeste Restaurant. Die Speisekarte ist ein Graus, die Preise recht abgehoben und wir bestellen nur ein wenig Beilagen – vorallem weil es außer den Beilagen auch nichts ohne Fleisch gibt.
Schmecken tut es leider überhaupt nicht, der Service ist auch unterirdisch und ich bekomme schon wieder tschechisches Bier. Was soll der Quatsch? Wir müssen unbedingt hier weg! Denn wenn noch eine dieser Junggesellen-Abschiedstruppen vorbeikommt, kriege ich ganz bestimmt einen Schlaganfall.



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