neuburg an der donau

Frühmorgens fahre ich heute schon nach Neuburg an der Donau. Ich war dort nie gewesen und so wird es Zeit sich mal ein wenig umzusehen. Auf Landstraßen fahre ich hin und parkiere dann ganz nah an der Donau. Mit den Füßen in der Hand gehe ich ein gutes Stück der Donau entlang und lasse mich anschließend durch die recht überschaubare Altstadt treiben.
Auf dem Marktplatz ist, mich wundert das nur wenig, heute Markt. Also decke ich mich etwas mit Gemüse ein und schleppe die Einkäufe ins Auto.

Nun möchte ich mir noch die Burg ansehen und stelle alsbald fest, dass sie mir nicht wirklich gefällt. Alles so neu. Unschön restauriert. Nicht meine Welt. Ich spaziere noch um die Anlage herum und lasse mich dann auf einer Anhöhe nieder. Erstmal durchatmen und zur Ruhe kommen, soll ja schließlich nicht zu stressig werden. Ich lese ein wenig, checke e-Mails und lasse mir ein wenig Sonne auf die dicke Wampe scheinen. Nun muss ich aber weiter – bis Nürnberg ist es noch ein gutes Stück. Knapp 100km und ich habe nur noch vier Stunden Zeit.

merks motor museum

Ich verspüre ein leichtes Verlangen nach Frühstück und vorallem einer Toilette. Also halte ich geschwind an einem Fastfoodrestaurant. Dort fällt mir ein Schild auf. Merks Motor-Museum steht da geschrieben. Hört sich doch verlockend an. So fahre ich dort hin und stehe vor einem Oldtimermuseum. 6,-€ Eintritt werden fällig.

Das Museum ist recht leer. Der Besitzer selbst streift mit einigen Reportern durch die Gänge und sonst herrscht Totenstille. So kann ich in Ruhe durch die Gänge streifen und die rund 80 Fahrzeuge beliebäugeln. Als besonderes Schmankerl erweisen sich die unzähligen Geschichten der Herrn über seine Exponate.
Neben den Oldtimern befinden sich in der ehemaligen Fensterfabrik auch unzählige Hercules-Mopeds, Mofas, Fahrräder und sogar Fitnessgeräte. Auch hunderte Telefone, Schreibmaschinen und Faxgeräte aus längst vergessenen Zeiten haben hier einen Platz gefunden. Man kommt kaum aus dem Staunen heraus.

Besonders schön finde ich die Auswahl der Fahrzeuge. Es stehen die üblichen Klassiker herum, die man in wirklich jedem Museum findet. Dazwischen aber auch einige wirklich interessante Fahrzuge. Ja selbst ein Kadett D Prototyp hat es ins Museum geschafft und fristet nun hier sein Dasein.
So vergeht eine menge Zeit bis ich wieder hinausstolpere und fahre nun zum Ofenwerk nach Nürnberg. Eine alte Fabrik die heute für Oldtimerhändler, Firmen und Enthusiasten dient. Ich trete hinein und stehe urplötzlich vor einem großen Buffet. So recht sicher bin ich mir nicht, ob ich hier denn richtig bin. Also snacke ich kurz etwas Fingerfood und verschwinde dann so leise, wie ich gekommen bin.

menschenkurier

Noch vor Sonnenaufgang sitze ich im Kadetten. Frau J. & ihr Göttergatte täten gerne nach Nürnberg gebracht werden. Das erledige ich natürlich gern und bekomme zum Danke sogar eine beinahe menschengroße Flasche Sekt überreicht. Die Autobahnen sind wie ausgestorben und wir kommen pünktlich am Nürnberg Airport an. Die beiden fliegen nun nach Rom und möchten sich dort ein wenig umsehen, bis ich sie in wenigen Tagen dann wieder hier abhole. Ich winke ganz eifrig und setze dann die Fahrt fort.

Es ist noch wahnwitzig früh und ich befürchte, dass einfach noch nichts offen hat, das ich mir gerne ansehen täte. So stelle ich den Kadetten am Hauptbahnhof in Nürnberg ab und marschiere ein wenig durch die Altstadt. Außer ein paar betrunkenen Nachtschwärmern sehe ich jedoch nix und mache mich schnell wieder vom Acker. Ein paar Kilometer später finde ich mich am Dutzendteich wieder. Der liegt neben dem Reichsparteitagsgelände oder besser gesagt sogar auch ein wenig darunter. Hier war ich schon sehr oft, denn jedes Jahr findet hier eines der größten Rockfestivals statt. Heute aber ist hier kaum ein Mensch und auch keine Musik. Ja selbst die Seen beinhalten stellenweise nur wenig Wasser.

Ich streife zu Fuß durch den Park, entlang der Seen wo ich beinahe zehn Jahre in Folge gecampt und verantwortungslos gefeiert habe. Nach einigen Jahren Abstinenz haben wir für dieses Jahr wieder Tickets erstanden und werden im Sommer wieder diesen schönen Flecken Erde unsicher machen.

begegnungen

Vor einigen Tagen haben uns die Lieben von Whatabus besucht. Wie das mit mir anders kaum mögich ist, sind wir Essen gegangen. Mein Hunger war mal wieder präsent. So gab es neben Schnitzel, Flammkuchen und Maultaschen natürlich Freude über das Wiedersehen.

Und heute früh erreichte mich eine ähnliche Nachricht. Jonson lädt ein und ich fahre ein Stück weiter nach Bayern an den Rothsee. Hier am kostenlosen Stellplatz lassen wir die Fahrzeuge zurück und spazieren in Richtung des Main-Donau Kanals. Just in diesem Moment kommt gerade ein Schiff daher und möchte von oben nach unten geschleust werden. Mit rund 25m Fallhöhe müssen die Schiffe hier ein ganz schönes Stück überwinden. So wundert es kaum, dass die Schleusung eine halbe Stunde dauert. Solange laufen wir uns die Beine müde und sehen dann zu wie unten das Schiff ausgespuckt wird.

Am Kanal entlang laufen wir zurück und ich nehme im Unsinnhänger platz. Ehe ich mich versehe hat Frau C. furchtbar lecker gekocht und natürlich auch an mich gedacht. Da trudelt auch schon Frau H. ein. So dauert es nicht lange bis wir ein kleines Lagerfeuer entfachen und erst pünktlich mit den Minusgraden in den Fahrzeugen verschwinden.

messewahnsinn

Ich hole Herrn R. ab um dann gemeinsam mit ihm Herrn M. samt seiner sehr viel besseren Hälfte einzusammeln. Über die Autobahnen geht es nach Stuttgart auf die Retro Classics – inzwischen Europas größte Oldtimermesse. Schon beim Parkplatzstau graust es mir und ich werde nicht enttäuscht. Das Messegelände platzt aus allen Nähten. Als die Retro Classics vor vielen Jahren zum ersten mal stattfand, war das noch alles ganz gemütlich und überschaubar.

Nun quälen wir uns durch die überfüllten und ohnehin viel zu engen Gässchen. Wer nun denkt dass zwischen diesen Gassen alte Autos stehen, hat weit gefehlt! Mir kommt es so vor dass nur noch Aussteller und Firmen vor Ort sind, die nur mit viel Fantasie artverwandt mit der Oldtimerscene sind. Über allmöglichen Firlefanz kann man sich informieren und im Idealfall kauft man natürlich ganz viel. Besonders faszinierend finde ich den Stand „Reisen mit dem Oldtimer“ – hier kann man Pauschalreisen buchen mit der Empfehlung „Eigenanreise mit seinem Oldtimer“.
Meine Blicke jedoch huschen in der Regel von Auto zu Auto. Das ist dieses Jahr leider auch wenig spannend. Es sind wie immer dieselben hochkarätigen Oldtimer ausgestellt, langweilig.

Noch viel schlimmer aber finde ich, dass gefühlt 50% aller Fahrzeuge 10-15 Jahre alt sind und stets derselben Baureihe entstammen. Vonwegen Oldtimer und vonwegen Vielfalt. Eben weil ich so gerne meckere, möchte ich direkt ein Feedback über das Essen miteinfließen lassen. Das war nämlich an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Schlechtes Essen für wahnwitzige Preise. Für mich somit, nun aber wirklich, der letzte Besuch auf „Europas größter Oldtimermesse“. Meine Freikarten landen in Zukunft besser im Altpapier.

gotteshaus & wanderschaft

Heute möchten wir zu viert eine kleine Wanderung unternehmen. Mangels Lust allzu weit zu fahren schlage ich Neresheim vor. Dort gibt es in der Umgebung des Benedikterkloster eine Menge Wanderwege und wer mag kann sich auch etwas in der Abtei umsehen. Auch weiss ich, dass man dort wohl ganz gut essen kann. Also nichts wie hin.

Am Kloster stellen wir das Auto ab und spazieren durch den Hof und wagen natürlich einen Blick in die Kirche. Wider erwarten gehe ich nicht in Flammen auf und wir können uns von der Barockbaukunst verzaubern lassen. Seit weit über zwei Jahrhunderten steht sie nun schon hier und gilt als eines der bedeutensten Bauwerke in Sachen Barockarchitektur. Schaut man jedoch zu lange auf die Fresken, entstanden durch Martin Knoller, schmerzt der Nacken ganz leidlich. Vor rund 50 Jahren wurde die gesamte Kirche aufwendig restauriert, nachdem die Hauptkuppel sich gesenkt hatte und das Gebäude drohte einzustürzen. Nun schaut alles so furchtbar neu und steril aus.

Also hinfort mit uns und ab in den Wald. Wir marschieren einfach einige Kilometer durch den Wald, gucken Spinnen beim Wuseln zu und versuchen Tierkot zu deuten. Mehr Romantik kommt dann nur noch auf einer Weide auf, wo wir einfach nur blöde dasitzen und die Ruhe genießen, bis wir zurück zum Kloster gehen und reichhaltig Essen bestellen. Schmecken tut es ganz vorzüglich!



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