fáradtság & éhség

Unser Hotel liegt rund 2,5km von der Innenstadt entfernt und dazwischen liegt der Gellértberg. Schon von außen ist das Hotel recht entzückend – ziemlich in die Jahre gekommen, der Garten ordentlich verwildert und den Autos auf dem Parkplatz zufolge gibt es hier keine Ausländer und erst recht keine Wohlhabenden. An der Rezeption findet sich alles, was ein gutes Hotel ausmacht – lediglich der Zustand verrät, dass wir uns für ein günstiges Hotel entschieden haben.
So lasteseln wir unsere Habe über schweren Teppichboden nach oben in den 5. Stock und zuerst wird geduscht. Ehe ich mich versehe fallen wir in einen Mittagschlaf und erwachen pünktlich zur Essensaufnahme. In unmittelbarer Umgebung mache ich ein Restaurant aus – sieht auf den Bildern ganz nett aus, gutbürgerlich und vermutlich nur selten besucht von Touristen.

Wir spazieren dort hin und es entpuppt sich als wohl beste Wahl. Das Essen schmeckt fantastisch, ist einfach gehalten und die Preise sind ein Witz. Für 30,-€ stopfen wir uns voll, verschlingen Nachspeisen und trinken Allerlei Unfug. Anschließend schlendern wir wieder zurück zu unserem Hotel und nehmen uns für heute nichts mehr vor. Morgen ist auch noch ein Tag und Budapest wartet sicher auf uns.

steinsowjets

Etwas außerhalb von Budapest liegt der Memento-Park, auch Szoborpark genannt. Er wurde 1993 eröffnet und umfasst eine Sammlung von Denkmälern aus der Zeit des Realsozialismus und danach. In irgendeinem Buch habe ich vor langer Zeit davon gelesen und habe einen zugewucherten Park mit allmöglichen Statuen in Erinnerung.
Wie wir am Park ankommen ist dem nicht unbedingt so und die werte Dame am Eingang verlangt 5,-€ Eintritt pro Person. Der Park ist nett angerichtet, jedoch fehlen Informationen zu den jeweiligen Statuen. Weder ungarisch noch auf anderen Sprachen erfährt man irgendwas dazu – etwas schade. So versammeln sich auf dem Gelände die großen Kommunisten und einige Denkmäler – zum Großteil stammen sie aus der Budapester Region.

Muss man nun nicht unbedingt gesehen haben und mangels Informationen kommt auch so überhaupt kein Spaß auf – also vertrollen wir uns fix wieder, steigen in den Kadetten und fahren lediglich zwei Kilometer weiter. Ich steuere durch eine Kleingartenanlage und zerstöre mir, wie mir erst später auffallen wird, den Auspuff. Den Kadett lassen wir hier inmitten der Spießergärten stehen und gehen zu Fuß zu seiner Burgruine. Ruine trifft es auch exakt auf den Punkt, denn von der ehemaligen Burg sind nur noch wenige Grundsteine übrig und das gesamte Areal ist total verwachsen, sodass man auch nichts sieht.
Von dem Berg gegenüber erhoffe ich mir einen schönen Panoramablick über Budapest und werde abermals enttäuscht. Man sieht nämlich nichts. Scheint heute nicht mein Tag zu sein, also besser schnell ins Hotel.

ostfahrt

Uns dürstet es mal wieder nach einer kleinen Reise und so werfen wir einiges Hab & Gut in den Kadetten und fahren am Abend einfach mal los. Die Nacht möchte ich mal wieder für gemütliches Vorankommen nutzen und so fressen wir Kilometer für Kilometer. München fliegt an uns vorbei, Linz lassen wir links liegen und auch Wien schenken wir keinerlei Aufmerksamkeit. Mit dem Morgengrauen reisen wir schließlich in Ungarn ein und haben nun nur noch ein überschaubares Stück bis Budapest.

Wie ich schnell merke, ists aber nicht die beste Zeit zum Ankommen. Die Straßen nach Budapest hinein sind hoffnungslos verstopft und ich habe es nicht mehr weit bis zum Nervenzusammenbruch. Am Heldenplatz finde ich dann keinen Parkplatz und versuche mein Glück kurzerhand am Keleti Bahnhof. Parkplätze gibt es und sie sind auf drei Stunden begrenzt – das passt. Schließlich wollen wir ohnehin bald zu unserem Hotel. Der Parkautomat frisst keine Karten und den SMS-Service kapiere ich überhaupt nicht, sodass wir kurzerhand im Bahnhof ein paar Euro in Forint wechseln. Das Münzgeld will der Automat dann aber auch nicht und so kann er mich kreuzweise.

So gucken wir uns geschwind die Eingangs- und Bahnhofshalle an, holen noch eben Kaffee und stehen dann auch schon wieder im Stau. Für 10km brauchen wir beinahe zwei Stunden und ich freue mich tierisch darauf, das Auto bald abstellen zu dürfen. Nun aber möchte ich mir noch einen Park außerhalb Budapests ansehen, von dem ich nichts Genaues weiß – das darf sich nun gerne ändern.

begegnung der anderen art

Meine Spitzel ließen heute schon verkünden, dass ganz in der Nähe eine Transall C-160 auf bessere Zeiten wartet. Die ehemalige Militärtransportmaschine wurde beim Fliegerhorst Penzing nahe Landsberg ausgemustert und ist nun teilzerlegt auf Tiefladern unterwegs in ihre neue Heimat. Vorläufiges Ziel ist Möckern bei Berlin – ein Truppenübungsplatz. Ob sie sich dort selbst überlassen wird oder sie eine weitere Reise in ein militärhistorisches Museum antreten darf, ist mir nicht bekannt.

Jedenfalls steht sie nun hier völlig unbewacht auf einem Park & Ride Parkplatz an der A7 und kann von mir bestaunt werden. Weil ich anfangs nicht wusste wo genau sie ist habe ich meinen Knackarsch auf den Roller geschwungen und bin hingefahren. An den Absperrungen kommt man mit dem Roller wie erwartet wunderbar vorbei und in Ruhe kann ich mir die Maschine ansehen. Türen und Rampen sind demontiert, sodass sich ganz fabelhaft in alle Ritzen blicken lässt und Tragwerk samt Leitwerk befinden sich auf einem zweiten LKW. Gute Reise!

kontrastreich

Ein sonniger Sonntag und der ideale Tag um nach langer Zeit mal wieder das Heidenheimer Kunstmuseum zu besuchen. 1904 wurde das Gebäude im damals aktuellen Jugendstil errichtet – es entstand ein wunderschönes Volksbad bis man 1989 die Schwimmhalle in einen Galerieraum umwandelte. Nun ist dort Platz für Wechselausstellungen und noch bis Ende September kann man einen Blick auf Jeanette Zippels „Bienenreich“ werfen.

Frau Zippel ist nicht nur Künstlerin sondern auch Imkerin und ihre Werke spiegeln diverse Interpretationen der kleinen Arbeiter. Zu unserem Glück findet just in dem Moment als wir ankommen eine Führung von Frau Zippel selbst statt und wir hängen uns direkt an. Kurzweilig erfahren wir so einiges über Bienen und die angewandten Techniken von Jeanette Zippel und sehen uns dann noch diverse Radierungen aus der Sammlung des Kunstmuseums Heidenheim an.

Nun ist der Tag noch jung und kurzentschlossen geht es nach Heubach. Dort findet heute das 5. Bergrevival statt. Bei Bergrennen fahren die Teilnehmer einzeln den Berg hinauf – das Ziel liegt höher als der Start und in Gruppen wird dann geschlossen wieder heruntergefahren. In Heubach fahren überwiegend Klassiker mit, was das für mich natürlich besonders interessant macht. So wandern wir ein gutes Stück durch den Wald zu einem Zuschauerpunkt, gucken ein wenig zu und machen uns dann auf zum Fahrerlager im Ortskern. Hier hat man die Gelegenheit die Fahrzeuge vor den Starts zu begutachten und bekommt schnell recht große Augen.

echt traumhaft

Das komische Hotel und Salzburg haben wir nun nach dem Frühstück hinter uns gelassen. Am Grenzstau habe ich mich vorbeigemogelt und bin nach ein paar Metern wieder runter von der A8 gefahren. In Anger nämlich findet man das Traumwerk – ein Museum welches die grandiose Sammlung von Hans-Peter Porsche beherbergt. Der moderne Bau beherbergt neben einigen Sportwagen von Porsche vor allem eines – Spielzeug! H-P Porsche nennt eine allumfassende Blechspielzeugsammlung sein Eigen und hier hat man die Gelegenheit, alles genau unter die Lupe zu nehmen. In weitläufigen Räumen wird das Spielzeug aus allen Epochen ausgestellt und schnell ist das Kind im Manne wieder voll da. Sich sattzusehen fällt sehr schwer.

Neben dem Spielzeug und den Autos gibt es im Museum auch eine rund 400 Quadratmeter große Modellbahnanlage mit der Spurweite H0, die mit Hilfe neuster Technik durch verschiedene Landschaften durch Deutschland, Österreich und der Schweiz führt. Unglaublich schön anzusehen und sofort wünscht man sich einen Hobbykeller mit einer Modelleisenbahn – geht vermutlich jedem Mann so.

Nachdem wir das Museum in allen Facetten erlebt haben, lümmeln wir noch etwas im hauseigenen Restaurant herum und glotzen auf die Echtdampflok. Eine 1:5 Miniatur einer LAG64 fährt hier – betrieben mit Kohle und Wasser – durch den Garten und kann bis zu 8 vollbesetzte Waggons ziehen. Mit 2,-€ pro Fahrt ist man dabei und wir verkneifen uns das besser – ist dann doch wohl eher für Kinder und wir vergnügen uns damit dem einfach vom Rande beizuwohnen.

Das Museum verlassen fahren wir noch eben zum Schloss Staufeneck in Piding – das ist aber in Privatbesitz, bewohnt und nicht frei zugänglich, sodass wir uns in der Nachbarschaft mit einem Kneippbecken begnügen und anschließend gemütlich nach Hause fahren.



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