aus 18 mach 19

Der Kadett steht noch in der Werkstatt und sollte in Kürze repariert sein – ein Zündkabel war vom Marder angefressen und wurde getauscht. Eine Stunde später musste schon wieder abgeschleppt werden. Natürlich war das Zündkabel nicht das eigentliche Problem. Als wahrer Übeltäter hat sich der Zündverteiler entpuppt und schon morgen sollte der Kadett wieder fahren.

An dieser Stelle an alle ein gesundes Jahr – wenn auch etwas verspätet!

2018 verbrachte ich 95 Nächte im Kadett, im Dachzelt, in Hotels, – auf Reisen. Da kam einiges zusammen und so wundert es kaum dass so manches Land im Jahr 2018 besucht wurde.
12x Österreich, 2x Ungarn, 1x Serbien, 1x Rumänien, 1x Ukraine, 2x Polen, 4x Slowenien, 1x Kroatien, 1x Frankreich, 2x Schweiz, 1x Italien, 1x Luxembourg und 2x Tschechien.
Es trieb mich ganz schön oft in den Osten und erschreckend wenig in warme Gefilde. Nach unseren Jahrhundertsommer aber durchaus zu verkraften – dieses Jahr war es gerade in Deutschland wunderschön und ich konnte wieder einige mir unbekannte Ecken erkunden.

Auch auf viele Konzerte und Festivals habe ich es 2018 geschafft und so habe ich folgende Künstler live gesehen: Trailerpark, Not On Tour, Feine Sahne Fischfilet [2x], Russkaja, Doppel B, Liedfett [2x], Hollywood Undead, Schnipo Schranke, Dritte Wahl, Egotronic, CafeSpione, Turbostaat, Pennywise, Sick Of It All, Wizo, Ko Ko Mo, Danko Jones, Shantel & Bucovina Club Orkestar, Tocotronic, Stefan Raab und Helge Schneider

Alle Touren, Trips und Reisen unternahm ich 2018 mit dem Auto oder meinem Roller. Nur selten verirrte ich mich in öffentliche Verkehrsmittel und geflogen bin ich überhaupt nicht.
Insgesamt befand ich mich über 43.161km am Steuer von rund 40 verschiedenen Fahrzeugen und könnte mir nun Gedanken machen, wo es denn 2019 so hingeht.

ruine hochhaus

Die Weihnachtsfeiertage sind überstanden, die Waage ächzt unter der Last und wir fahren jetzt nach Bayern – ein wenig Ruinengucken. In der nähe von Nördlingen findet man im Wald die Burgruine Hochhaus. Man muss nur den Berg erklimmen und steht dann inmitten des Palas. Um 1200 wurde die Burg als Stammsitz einer Seitenlinie der edelfreien Familie von Hürnheim angelegt und 1347 an die Grafen von Oettingen-Oettingen verkauft. Sie wurde dann als Amtssitz genutzt, im 15. und 16. Jahrhundert modernisiert bis sie schließlich von den Schweden geplündert und niedergebrannt wurde. Um 1839 wird die Burg und deren Überreste endgültig verlassen und Dem Verfall preisgegeben.

So stehen heute die Überreste dort im Wäldchen und ein paar Schilder warnen vor Einsturzgefahr. Wir aber bleiben unbeeindruckt und sehen uns um, bis die Kälte uns schließlich zurück zum Auto geleitet. Dort treffen wir direkt auf die nächste Ruine. Den Kadett. Der mag nämlich nicht mehr anspringen. Perfektes Timing, so kurz vor Sylvester.
Mangels Handyempfang und Internet bin ich etwas ratlos und beschließe direkt, den ADAC nicht zu kontaktieren. Wie soll ich denen nun erklären auf welchem Feldweg genau ich hier stehe?
Also rufe ich Herrn D. herbei – mit Hilfe Googlemaps findet er die Ruine und kommt angebraust. Der Kadett ist schnell an der Abschleppstange und dann geht es direkt in die Werkstatt und für uns mit einem anderen Fahrzeug nach Hause.

zu speyer

Nach unserem gestrigen Ruhetag machen wir heute noch einen kleinen Ausflug. Es geht nach Speyer, – wieso auch immer war ich noch nie dort und es gibt sicher manches zu sehen. Dort angekommen parkieren wir am Stadtrand, werfen einen Blick in die Gedächtniskirche und schlendern dann in die Innenstadt. Dort trinken wir einen Dornfelder Glühwein und wir müssen schiergar kotzen. Der schmeckt unter aller Kanone und das meiste davon landet dann über‘m Gullideckel.
Auf dem Weihnachtsmarkt versuchen wir nun noch unser Glück mit einer Bratwurst – die schmeckt ganz gut und aus allen Poren trieft der Senf – so mag ich das! Nun beginnt es zu regnen und wir flüchten uns im Dom zu Speyer.

Wir spazieren durch das ewig lange Seitenschiff, ich beäuge die recht neue Orgel und ansonsten fehlt mir ein wenig die Lust. Die Gruften und vieles mehr sehen wir uns gar nicht an und marschieren dann durch den Regen zum Auto. Erst wollten wir einfach nach Hause, dann kam uns aber die Idee dass wir ja noch ins Technikmuseum könnten. In Sinsheim war ich schon gewesen und so bietet es sich ja geradezu an. Auf dem Parkplatz ist auch wenig los – scheinbar haben die Leute an Weihnachten einfach besseres zu tun.

Im Museum selbst gibt es natürlich viel zu sehen. Jede Menge Flugzeuge, Autos, Lokomotiven, Schiffe und anderes technisches Gerät. So dauert es ein Weilchen bis wir uns sattgesehen haben und können uns dann zurück in Landau noch für ein paar Tage sattessen.

pfälzer weihnacht

Der Kadett befindet sich in der Werkstatt – auf dem Weg nach Polen ist mir ja der Regler von der Lichtmaschine kaputtgegangen und nun bekommt er eine komplett neue Lichtmaschine. Bei der Laufleistung halte ich eine Reparatur für Blödsinn und die Ersatzteilpreise sind ja sowieso kaum der Rede wert. Bei der Gelegenheit gibt’s auch direkt einen neuen Keilriemen und ich mache mich derweil auf den Weg in die Pfalz. An Ersatzfahrzeugen mangelt es ja nicht.

Am Abend kommen wir in Landau an und treffen uns dann mit meinem ehemaligen Mitbewohner O. Nach einem Sektempfang gehen wir zum Griechen und stopfen uns ordentlich voll um anschließend Landau unsicher zu machen. Das klappt auch ganz gut und zu später Stunde geht es endlich zu Bett.

Erwacht und munter geht es sogleich in die Innenstadt. Nachdem ich mir gestern meine Jacke versaut habe, brauche ich nun eine neue. Außerdem brauchen wir noch einen Weihnachtsbaum und diversen anderen Kram, mit dem man die Weihnachtsfeiertage übersteht. Wahnsinnig schnell ist der Tag dann auch schon wieder fortgeschritten und wir haben so gar keine Lust noch etwas zu unternehmen und machen uns einfach auf dem Sofa breit.

kiełbasa wycieczka #6

Der Wecker klingelt und ich schäle mich aus dem viel zu bequemen Bett. Jetzt geht es nach Hause – bis wir alle abfahrbereit sind, ich die Zimmer bezahlt habe und wir uns sammeln vergehen nur zwei Stunden. Das ist rekordverdächtig. Weit kommen wir allerdings nicht, denn unsere Geldsäckerln sind noch voller Zloty. So fahren wir als erstes ein großes Einkaufszentrum an. Shoppen ist angesagt und wie zu erwarten läuft das völlig aus dem Ruder. Fast drei Stunden verbringen wir im Konsumtempel und ich werde ums Verrecken die Währung nicht los. Dabei befindet sich im Einkaufskorb sogar Obst und Gemüse. Ein Großeinkauf wird so schnell nicht mehr nötig sein.

In der Tiefgarage frühstücken wir noch eben gemütlich und dann geht es an die nächste Tankstelle. Der Kadett ist völlig leer und ich werde wieder ein paar Zlotys los. Mit vier Fahrzeugen fahren wir in Richtung Heimat. Die Saarländer bleiben noch für ein paar Stunden im Kaufrausch und treten erst dann die Fahrt an. Anfangs machen wir einige Stopps – McDonald’s, Tanken, Geld verprassen – ich habe noch immer Zlotys und die Grenze zu Tschechien ist nicht mehr weit.

Die 1.000km ziehen sich gewaltig, es wird viel zu schnell dunkel und wir halten nur noch für Fastfood und Benzin. Bis endlich die Grenze zu Deutschland in Sicht ist. Nun sind es nur noch knapp drei Stunden bis wir endlich in unsere Betten fallen können. Der Polizei scheint das ziemlich egal – im Walkie Talkie vernehme ich noch ein Lachen und schon schert die Polizei aus um mich auf den nächsten Parkplatz zu geleiten. Der Versuch mich hinter einem LKW zu verstecken ist leider missglückt. Jetzt wird es richtig unangenehm. Nun sitzen wir zu zweit im Auto, haben horrende Mengen Einkäufe, Gepäck, Unrat, Alkohol und Undefinierbares dabei. Mein Reisepass liegt irgendwo verborgen zwischen all dem Müll und die Cops machen sich daran, all das zu durchsuchen. Irgendwann hören sie schließlich auf, vermutlich sehen sie den Wald vor lauter Bäumen nicht oder ekeln sich einfach nur? Wir werden es nie erfahren.
Am nächsten Parkplatz sammeln wir uns wieder und fahren dann nach Hause, wo wir die Runde nach einem gemeinsamen Bier noch abschließen.

Mögen die Planungen für 2019 beginnen!

kiełbasa wycieczka #5

Geplant war, dass wir heute um 08.00 gemeinsam nach Auschwitz fahren – geworden ist daraus natürlich nichts. Um 10.00 falle ich aus dem Bett und wie sich herausstellt bin ich nicht alleine. Die meisten haben verschlafen und ein Fahrzeug ist schon auf dem Weg nach Auschwitz. Irgendwie war das absehbar und wiederholt sich Jahr um Jahr genau so.
Nach ein wenig Körperhygiene rollt dann auch der Kadett in Richtung der KZ-Gedenkstätte und wie wir ankommen staune ich nicht schlecht. Seit meinem letzten Besuch 2014 hat sich einiges verändert. So wird man heute von einem Metalldetektor durchleuchtet, muss seine Taschen ausräumen und steht generell ganz schön lange Schlange.

Auf dem weitläufigen Gelände verteilen sich die Menschenmassen natürlich gut und man hat eher das Gefühl, dass Garnichts los sei.
Schon bei den ersten Schritten überkommt mich wieder dieses beklemmende Gefühl und ich merke schnell – einmal hätte gereicht. Ein zweiter Besuch wäre wirklich nicht nötig gewesen. Der Wahnsinn, der hier stattgefunden hat ist mir einfach unbegreiflich, an Perversion absolut nicht zu übertreffen.

So schlendern wir ein paar Stunden über das Gelände, besuchen die Ausstellungen und haben dann aber genug – mehr als genug. Wir trennen uns dann alle und fahren getrennt voneinander zurück ins Hotel. Für heute ist dann auch nichts mehr geplant und so können wir in unser liebgewonnenes Restaurant sitzen. Dort verbringen wir den restlichen Tag, bis der Laden schließt und vertilgen unglaubliche Mengen Essen und noch viel mehr Getränke. Es ist einfach so gemütlich dort, der Kellner hat uns irgendwann auch lieb gewonnen und so verbringt es sich hier ganz wunderbar den Tag. Nach einem kleinen Umtrunk in der Tiefgarage geht es dann schließlich ins Bett – morgen wartet immerhin die Heimfahrt auf uns.



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